Technische BerufeZu Lande, zu Wasser und in der Luft
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Die Pilotin

"Es fing damit an, dass ein Spielkamerad in der Einflugschneise des Stuttgarter Flughafens wohnte. Wir beobachteten oft die Flugzeuge – und ich war fasziniert. Aber die Idee, das Fliegen wirklich zum Beruf zu machen, kam mir erst in der Oberstufe. Ich erinnere mich noch, dass ich eine Deutschklausur schrieb und währenddessen auf einmal dachte: »Ich werde Pilotin!« Es kam wie aus dem Nichts, und dann ging es nicht mehr weg.

Zunächst traute ich mich allerdings nicht und beließ es beim Fliegen als Hobby. Stattdessen studierte ich vier Semester Architektur – und brach ab. An einer privaten Flugschule machte ich dann doch innerhalb von 14 Monaten den Pilotenschein. Als Hobbyfliegerin hatte ich bereits viel nötiges Wissen angesammelt, sodass es schneller ging als gewöhnlich.

Seit zwei Jahren fliege ich als Co-Pilotin die Privatflugzeuge einer Familie. Die Cessnas haben Platz für acht Personen. Ich fliege die Familienangehörigen durch ganz Europa, nach Schweden, Frankreich, Italien und Spanien; zu Jagden, Geschäftsterminen, Familienfesten und die Kinder an ihre Studienorte. Vor Ort kümmere ich mich dann um das Flugzeug und überprüfe, ob alles in Ordnung ist. Dazu muss ich unter anderem die Triebwerke und die Reifen checken und den Ölstand und die Lichter überprüfen. Nur wenn etwas Außergewöhnliches auftritt, wird das Flugzeug natürlich zusätzlich von Technikern überprüft. Ich erstelle auch Flugpläne und betanke das Flugzeug. Außerdem kümmere ich mich darum, dass die Passagiere ein kleines Catering an Bord bekommen. Ein Pilot bei einer großen Airline muss das natürlich nicht selbst machen, aber ich mache das gerne.

Spannend ist auch, dass ich häufig unterschiedliche Strecken fliege, es kommen immer neue Ziele hinzu, und manchmal werde ich abends angerufen und gefragt, ob wir gleich am nächsten Morgen starten können. Ich bin öfter den halben Monat unterwegs. Wenn ich zu Hause bin, arbeite ich zusätzlich als Fluglehrerin in der Schule, in der ich selber meine Ausbildung gemacht habe. In den letzten sechs Jahren hatte ich rund 200 Schüler und habe um die 2.000 Unterrichtsstunden gegeben."

Julia Färber, 35, ist Pilotin und Fluglehrerin

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    [...] Gekürzt. Bitte beteiligen Sie sich mit respektvollen und differenzierten Kommentaren. Danke. Die Redaktion/kvk

    Es ist doch seit Jahren nichts mehr ungewöhnliches, dass die im Artikel genannten Berufe auch Frauen zugänglich sind.

    2 Leserempfehlungen
    • peter.n
    • 07. Januar 2013 15:51 Uhr

    Das sollte selbstverständlich sein. Genau so gut könnte man über Alten- und Krankenpfleger, Kindergärtner etc. schreiben.

    Ein guter Mix an Beispielen wäre interessanter als einseitiger Feminismus.

    3 Leserempfehlungen
  2. Truckerinnen sind oft keine "Frauen", wenn man das mal unter Gender-Aspekten betrachtet.

    Bei den anderen beiden Berufen ist es eigentlich egal ob Mann oder Frau, denn heute werden diese Fahrzeuge durch Computer gesteuert.

    Ees ist völlig unmöglich heuten einen Airbus oder eine Boeing per Hand zu fliegen.

    Also ist es dem Computer egal, ob ihm ein Mann oder eine Frau sagt was "er" machen soll.

    2 Leserempfehlungen
    • dispot2
    • 07. Januar 2013 16:27 Uhr

    "Seht her, wenn man nur will, dann kann man alles schaffen". Also alles im Griff auf dem sinkenden Schiff.
    Frau Berufskraftfahrerin wird sich noch über die Arbeitsbedingungen im realen Leben wundern. 60 Stunden aufwärts, Be- und Entladen selbst, Fahrtenschreiber dabei auf Pause gestellt, direkte Konkurrenz mit osteuropäischen Billigfahrern usw. usf.
    Bei den Nachwuchspilot(inn)en soll es auch nicht gerade rosig aussehen, man hört dort von Einstiegsgehältern unterhalb 1300,- Zugleich sind natürlich noch die Ausbildungskosten von 100.000 EUR zurückzahlen. Zuweilen müssen ausgebildete Piloten sogar dafür bezahlen, überhaupt Flugstunden sammeln zu dürfen.

    Aber "Deutschland geht es gut!" (A.Merkel)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • peter.n
    • 07. Januar 2013 16:45 Uhr

    Sie bestätigen auch meinen Blick auf die Arbeitsmarktsituation: wo Frauen massenhaft in Berufsgruppen eingetreten sind (auch aus rein ideologischen Gründen), hat sich das Lohnniveau gesenkt.

  3. Ein Trucker, Kapitän oder Pilot kann leicht gleichzeitig eine Familie haben und Vater sein.

    Dann bleibt zwar nicht mehr viel Geld für ihn selbst (bei den beiden letztgenannten Berufen vielleicht doch?), aber andererseits kann er sich an seinen freien Tagen auf seine Familie freuen.

    Wenn eine Frau Truckerin, Kapitänin oder Pilotin ist, hat sie dann auch Familie und ist Mutter?

    Der Artikel gibt keinen Aufschluss darüber (außer im ersten Fallbeispiel).

    Theoretisch ist das genau so gut möglich. Es braucht dazu seitens der Frau lediglich zwei Voraussetzungen:

    1) Die Frau muss bereit sein, den Großteil ihres selbst verdienten Geldes zu Hause abzuliefern. D.h. sie macht zwar Karriere, hat aber in finanzieller Hinsicht nichts davon.
    OK. Das ist nicht schwierig. Männer machen das seit Jahrtausenden vor. Frau muss es also nur kopieren.

    2) Die Frau muss bereit sein, ihre eigenen Kinder mehr oder weniger sofort nach der Geburt in die Hände ihres Mannes zu übergeben. Sie kann sie dann zwar "bei Landgang" ab und zu sehen, aber die primäre Bezugsperson wird eindeutig der Vater (der dann in der Regel zu Hause bleiben muss) sein.

    Meine persönliche Beobachtung ist, dass diese zweite Bedingung nur ungerne erfüllt wird.

    Wenn aber die Berufe Truckerin, Pilotin oder Kapitänin quasi durch Kinderlosigkeit erkauft werden, hätten die Frauen mit diesen "typisch männlichen" Berufen keine Vorbildwirkung, denn es gäbe keine Töchter und Söhne, die stolz sagen könnten: "Meine Mama ist ...!"

    2 Leserempfehlungen
    • peter.n
    • 07. Januar 2013 16:45 Uhr

    Sie bestätigen auch meinen Blick auf die Arbeitsmarktsituation: wo Frauen massenhaft in Berufsgruppen eingetreten sind (auch aus rein ideologischen Gründen), hat sich das Lohnniveau gesenkt.

    Eine Leserempfehlung
  4. im neolib eigentlich noch richtige arbeit oder nur noch jobs?

    > http://commonman.de/wp/wp...

    Eine Leserempfehlung
    • Voce
    • 07. Januar 2013 17:20 Uhr

    und ihr Habitus (trotzdem) deutlich feminine Züge trägt - dann geht ja der Welt nichts verloren und alles bleibt in bester Ordnung.

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