FlüchtlingspolitikWir sind dran!

Anarchisten können es besser. von 

Haben Sie das Gefühl, dass die Regierungen dieser Welt alles im Griff haben, vom Euro über die Klimaerwärmung bis zum Krieg im Nahen Osten? Nein? Haben Sie nicht?

Ich kann Sie beruhigen, Sie sind damit nicht allein. Der Gedanke, dass »die da oben« nicht wissen, was sie tun, ist weit verbreitet und gut zu begründen. Aber was soll man machen, wenn dieser Gedanke zur Gewissheit wird? Wütend werden? Maulen, schimpfen, nicht zu Wahlen gehen oder gar sehr hässliche Parteien wählen? Davon werden wir nicht schlauer und die Dinge auch nicht besser – vor allem aber übersieht man den naheliegenden Schluss: Wenn die Regierenden nichts lösen können, sind sie nicht von Bedeutung. Dann sind sie überflüssig.

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Das ist in der Tat beunruhigend. Wenn »die da oben« es nicht vermögen, sind nämlich »die da unten« gefragt. Das wären: wir.

Ja, aber wie sollen der sprichwörtlich kleine Mann und die kleine Frau, sagen wir, den Krieg in Syrien beenden? Unmöglich, in der Tat. Aber darüber nachzudenken, ob man seine Tür einem syrischen Flüchtling öffnen würde, um ihm Schutz zu gewähren, wäre schon mal ein guter Anfang. Wenn alle Deutschen bereit wären, Not leidende Flüchtlinge aufzunehmen, wenn sie dies auch bekunden würden, würde kein Innenminister mit einer hartherzigen Flüchtlingspolitik in den Wahlkampf ziehen, weil er sich davon nichts erwarten könnte. Er würde sich wichtigeren Dingen zuwenden müssen, etwa der Aufklärung der Morde des NSU. Geschähe das, würden die Deutschen mit türkischen Wurzeln nicht mit dem Gefühl leben müssen, Bürger zweiter Klasse zu sein. Das wäre doch mal ein Schritt in Richtung einer gelungenen Integration. Das stärkte das ganze Land. Was für ein wunderbares Ergebnis das doch wäre. Und am Anfang stand nicht mehr als eine schlichte Einsicht und ein kleiner Schritt: Wir haben Macht.

Alles wohlfeile Utopie! Aber sicher doch. Zu Hilfe, das ist Anarchie! Auch das, gewiss. Aber ist die Vorstellung, dass eine sehr kleine Gruppe von Menschen (Regierungen) mit angehängter etwas größerer Gruppe von Menschen (Bürokratie) unser aller Leben besser regeln kann als wir selber, nicht geradezu gefährlich utopisch? So wie die Dinge der Menschheit liegen, lautet die Antwort: Ja, das ist die lebensbedrohliche Utopie.

Wir sind also dran, das ist besser, für uns und für die Welt.

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Leserkommentare
  1. wenn der hier dann grad eingezogen ist, steht der Flüchtling aus dem Gaza vor meiner Tür, danach kommen Flüchtlinge aus sämtlichen Afrikanischen Staaten zu mir und ruckzuck hab ich 20 Mann in meiner Wohnung und noch mehr, die vor der Tür warten?

    [...]

    Die vom Autor angebrachte Idee ist vielleicht warmen Herzens geschrieben, aber nur von der Tapete zur Mauer gedacht. Entschuldigung, aber isso.

    Gekürzt. Bitte äußern Sie sich sachlich und differenziert. Danke, die Redaktion/au.

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    Sie scheinen zu vergessen, dass ein signifikanter Teil unseres Reichtums auf der Ausbeutung eben dieser Staaten beruht, deren Bewohner Sie dann nicht bei sich haben wollen.

    Schauen Sie, unser derzeitiges System beruht darauf, dass es bestimmte Sektionen - sowohl innerhalb des Landes (Schichten) als auch global (Staaten) - gibt, die arm bleiben müssen, damit die anderen die Früchte ernten können. Was gäbe es Gerechteres, als dieses System endlich zu beenden - und prompt gäbe es kein Flüchtlingsproblem mehr.

    • Ingor
    • 18. November 2012 18:56 Uhr

    Dann steht demnächst halb Afrika vor meiner Haustür.

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    • seschu
    • 19. November 2012 12:16 Uhr

    Vor ihrer Tür sicherlich nicht, über Mitgefühl oder (falls sie christlich sein sollten) Nächstenliebe scheinen sie ja nicht zu verfügen. Vielleicht sollten sie darüber nachdenken ob "sie" nicht mitschuldig daran sind, warum so Leute vor ihrer "Haustür" stehen.

    Und um es nochmal zuzufügen: Der überwältigende ANteil der Flüchtlinge in Syrien, Lybien usw wurde von den auch nicht gerade mit Reichtum gesegneten Nachbarstaaten aufgenommen. Sicher kann da das im Vergleich reiche Europa mit 400 Millionen Einwohnern mal ein paar tausende Flüchtlinge aufnehmen.

  2. Merkwürdig, dass Menschen, die überdurschnittliches soziales Engagement zeigen wollen, immer erst ganz weit weg schauen - zum Beispiel über die Köpfe von 3 Millionen deutschen Arbeitslosen hinweg, und dann noch über die Köpfe der 15 Millionen weiteren europäischen Arbeitslosen.
    Es fällt den europäischen Staaten jetzt schon recht schwer, diese alle zu finanzieren.

    Herr Ladurner - wie gedenken Sie denn das Geld alleine für die notwendigste Grundversorgung von vielen (vielleicht 50 oder 500 oder mehr) Millionen Menschen aufzutreiben?

    Es ist wirklich ein schönes Gefühl mit guten Worten zu zeigen, was für ein vortrefflich warmes Herz man hat - oder?

    30 Leserempfehlungen
  3. Anmerkung: Ich bezweifle, dass der Autor auf Lampedusa wohnt.

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    • seschu
    • 19. November 2012 12:10 Uhr

    Wenn man die Flüchtlinge richtig behandeln würde, dann hätte man sie auch nicht auf Lampedusa festgehalten sondern ordentlich auf italienischem Festland untergebracht. Wissen sie wieviel tausende oder sogar zehntausende Flüchtlinge auf Italien oder auf Europa verteilt ausmachen?

    Ja richtig: NICHTS!

  4. Deren Umsetzung dann schnell klarmachen würde, dass es soooo viele Deutsche gar nicht gibt, die auf Flüchtlinge so grossen Wert legen. Noch genauer - diejenigen, die auf deren Aufnahme grossen Wert legen, legen meist ebenso grossen darauf, keine in ihrer Nähe, auf der Schule ihrer Kinder und in ihrem Nachbarhaus zu haben. Und sind auch nicht in der Gefahr.
    Danach wäre dann ebenso klar, dass harte Innenminister wohl eher den Mehrheitswillen umsetzen, als das ihren Kritikern bewusst ist.

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    • bayert
    • 19. November 2012 8:03 Uhr

    Hat Herr Ladurner schon seine Türe geöffnet?

  5. Keine Sorge, wenn Sie nur richtig darauf achten, dass Sie den passen Mix erwischen, dann sind diese Flüchtlinge reihum auf Demos. Habe eben im Tagesspiegel gelesen, dass in Berlin die pro-Israel-Fraktion gegen die Hamas demonstriert und nebenan die Palestinänser-Fraktion für die Hamas und gegen Israel.

    Wenn die alle schon herkommen wollen und dann auch noch reingelassen werden, dann würde ich mir wünschen, dass die alle ihre Territorialkonflikte ausgetragen haben und nicht auch noch ihr Gastland damit belästigen müssen. Die heutigen Demos sind ja kein Einzelfall. Manchmal kommen die Für- und Gegendemonstranten aus halb Europa nach Deutschland um Randale zu machen.

    Deutschland braucht mehr Zuwanderer, ganz klar. Aber ich habe eine Präferenz für Italiener, Spanier, Griechen, ... Kurzum für alle, mit denen wir einige Werte teilen. Palästina, Iran, Syrien, ... gehören nicht dazu.

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    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    • seschu
    • 19. November 2012 12:19 Uhr

    Lustigerweise sind die meisten Einwanderer aus Syrien und dem Iran bisher meist aus der sogenannten Bildungsoberschicht gewesen, weswegen Iraner auch meist von den "Islamverängstigten" ignoriert werden. Die widersprechen nämlich ihrer Grundthese.

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

  6. .-)
    :-)
    Nur leider kommt da nicht das raus, was Herr Ulrich Ladurner will. Und ich denke, dass weiß er, deswegen wurde auch nochmal das Thema NSU im Nebensatz angesprochen.

    Durch Flüchtlingsaufnahme löst man keine Probleme, man schafft neue.

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    • seschu
    • 19. November 2012 12:12 Uhr

    Menschenrechte kann man nicht zur Abstimmung stellen. Auch nicht in der Schweiz oder was auch immer sie im Hinterkopf haben.

    Ihre grundlegenden Rechte stellen sie sicher auch nicht in Frage in so einem Fall.

  7. Die grosse Mehrheit meiner Bekannten ist strikt gegen mehr Auslaender im Land, egal ob Fluechtlinge , Asylanten oder sonstige verelendete Menschen.[...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

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    • seschu
    • 19. November 2012 12:20 Uhr

    Meine Bekannten sind alle strikt dafür und außerdem zu 50% schwul.

    Ich glaube alle die was anderes Behaupten sind Teil einer Verschwörung.

    In diesem Sinne, ciao.

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