Mercedes-Benz Citan 109 CDIVon A nach B

Wolfgang Lechner fährt mit dem Mercedes-Benz Citan 109 CDI von Malmö nach Kopenhagen. von 

Mercedes-Benz Citan

Mercedes-Benz Citan  |  © Hersteller

Vielleicht wäre ich besser Klempner geworden. Denn Journalisten sitzen die meiste Zeit ihres Lebens am Schreibtisch. Klempner dagegen fahren mit wunderbaren Lieferwagen von Wasserrohrbruch zu Wasserrohrbruch. Und ich liebe Lieferwagen.

Außerdem mag ich Eisenbahnen und große Brücken. Wo ich also schon mal in der Gegend bin: Was liegt näher, als mit dem Citan, dem neuen Mercedes-Lieferwagen, über die weltweit längste Schrägseilbrücke zu fahren, die gleichzeitig von Autos und Zügen benutzt wird? Über die Öresundbrücke , die Malmö mit Kopenhagen verbindet, somit Schweden und Dänemark . 7845 Meter ist sie lang – samt den beiden Rampenbrücken. Die westliche davon mündet in einen 4050 Meter langen Tunnel, und Tunnel liebe ich sowieso.

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Was nun das Wunderbare an einem Lieferwagen ist, ist rasch erklärt. Erstens: Ein Lieferwagen wie der Citan ist frei von Schnickschnack. Er muss den Klempner samt Rohrzange möglichst rückenschonend und sicher von A nach B bringen, sonst nichts. Deshalb verfügt der Citan in der Grundausstattung auch über Kunststoff-Stoßfänger ohne Lackierung. Was jeden freuen wird, der oft durch enge Hofeinfahrten manövrieren muss. Oder nach Gehör einparken. Zweitens: Ein Lieferwagen – und der Citan besonders – ist sparsam im Verbrauch, denn Klempner können rechnen. Und drittens: Jemand, der den 50. Geburtstag schon hinter sich hat, kann aus einem Lieferwagen mit seinen hohen Sitzen steigen, ohne sich lächerlich zu machen. Bei den meisten Pkw, die die Kollegen so fahren, sehen Punkt zwei und drei ganz anders aus.

Von A nach B
Alle Folgen der Serie "Von A nach B" aus dem ZEITmagazin

Alle Folgen der Serie "Von A nach B" aus dem ZEITmagazin  |  © .marqs/Photocase

"Hej!", sagt also der nette Herr an der Mautstelle und kassiert 43 Euro für die einfache Fahrt. "Hej!", antworte ich und verstaue die Quittung – ja, wo eigentlich? Die Ablagemöglichkeiten rund um den Fahrersitz sind ein wenig zu sparsam geraten. Schon geht es sanft hinauf auf die Hochbrücke, 60, 70, gar 75 Meter unter mir kräuselt sich die Ostsee , und trotz der Windböen aus Südwesten hält mein Wagen stoisch die Spur. Am Horizont sehe ich die Türme von Kopenhagen, und bevor ich in die Stadt eintauche, stelle ich das Navi lauter: Natürlich dröhnt im Inneren eines Lieferwagens – auch wenn er Mercedes heißt – der Motor deutlicher als in einer Limousine. Dieser Motor übrigens kommt von Renault , und Spötter nennen den Citan einen Renault mit Stern. Das ist eigentlich ein Kompliment für beide Seiten.

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 66 kW (90 PS)
Beschleunigung: (0–100 km/h): 13,1 s
Höchstgeschwindigkeit: 155 km/h
Durchschnittsverbrauch: 5,0 Liter
CO2-Emission: 130 g/km
Basispreis: 20.753 Euro

Wolfgang Lechner ist verantwortlich für die "ZEIT der Leser"

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Leserkommentare
    • Calzone
    • 09. November 2012 12:15 Uhr

    der die Vorzüge des Autos auf den Punkt bringt. Andere Beiträge in der "Zeit" lesen sich sonst immer wie ein Beitrag aus "arte".
    Mehr davon.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... bei "arte" vorbeigeschaut, wie? ;-)

  1. ... bei "arte" vorbeigeschaut, wie? ;-)

    Antwort auf "Netter Beitrag"
  2. "Dieser Motor übrigens kommt von Renault"

    und das Konzept natürlich auch.

    Also lieber gleich Renault Kangoo Rapid kaufen und haufenweise Geld sparen. ("...denn Klempner können rechnen.")

    An alle, die schon länger auf dieser Welt sind:
    Das haben wir schon mal so gemacht.
    Damals hieß der teurere Mercedes Nachbau des Renault Kangoo: Mercedes Vaneo.

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  • Schlagworte Mercedes | Mercedes-Benz | Renault | Motor | PKW | Tunnel
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