Liebeskolumne / Liebeskolumne : Das Geheimnis der faulen Frau

Jede Woche beantwortet der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer eine große Frage der Liebe. Diesmal: Was tun, wenn der Mann nicht im Haushalt hilft?
Aufräumen, bitte! © Photocase/doesnotcare

Die Frage: Als Studentinnen nannten Lisa, Carla und Marianne ihre Treffen den Amazonen-Rat. Jetzt sprechen sie vom Salon Lisa, weil Lisa die Abende organisiert. Inzwischen sind alle drei verheiratet und haben Kinder. Lisa ist Lehrerin geworden, Carla ist Ärztin, und Marianne teilt sich mit ihrem Mann, Anwalt wie sie, Kinderarbeit und Beruf.

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An einem Abend klagen Lisa und Carla über ihre vergeblichen Bemühungen, ihre Männer zu mehr Beteiligung an der Hausarbeit zu motivieren. Lisa sagt: »Ich mache alles lieber selbst, als immer auf ihn einzureden und dann mitzukriegen, dass er das Kind in einer verdreckten Jeans in die Schule gehen lässt, wenn ich einmal ausschlafen will!« – »Du solltest liegen bleiben!«, sagt Marianne.

Wolfgang Schmidbauer antwortet: Marianne hat etwas entdeckt, was sich provokativ als das Geheimnis der faulen Frau beschreiben lässt. Carla macht alles perfekt und ist tätig für zwei. Irgendwann ist sie erschöpft und sagt zu ihrem Mann: »Du tust aber auch nie etwas.« Der Mann beginnt eine Litanei über Stress im Beruf, seine vielen Überstunden, seinen Beitrag zum Familieneinkommen. Die Szene ermüdet beide, an Erotik ist nicht zu denken. Marianne kann sich einfach nicht aus dem Bett erheben, ohne vorher einen Cappuccino zu trinken. So gibt sie ihrem Mann die Chance, ihr jeden Morgen das Frühstück ans Bett zu bringen. Sie dankt es ihm innig und sagt immer wieder einmal: »Was täte ich nur ohne dich!«

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