HitStones zum Selbermachen

Wie man ohne Mühe einen Hit aus dem Ärmel zaubert. von 

Sie spielen ein wenig Gitarre und wollen selbst einen Stones-Hit schreiben? Es ist einfacher, als Sie denken. Hier der Masterplan:

1. Stimmen Sie die tiefe E-Saite um einen Ton auf D herunter. Stimmen Sie die A-Saite um einen Ton auf G herunter. Stimmen Sie die hohe E-Saite ebenfalls auf D. DGDGHD: Das ergibt ein sogenanntes Open Tuning (Abb. 1), wie es von Bluesgitarristen für das Slide-Spiel entwickelt wurde. Schon dieser simple Trick erzeugt Stones-typische Schwingungen.

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2. Setzen Sie nun Zeige- und Mittelfinger, wie dargestellt, aufs Griffbrett (Abb. 2), spielen Sie den Akkord, und kehren Sie danach wieder zum offenen Ursprungsakkord zurück. In europäischer Begrifflichkeit wäre das eine angedeutete Subdominante über dem gleichen Grundton, in der Blues-Sprache nennt sich das rhythmisch akzentuierte »Reiten« auf einem Grundakkord und einem nur halb gegriffenen zweiten Boogie. Jetzt müssen Sie diesen Wechsel nur noch unter Zuhilfenahme eines Barrégriffs in den verschiedenen Lagen des Griffbretts durchspielen (Abb. 3), und mit etwas Geschick fließt der nächste Stones-Hit aus Ihren Fingern.

Sie dürfen sich allerdings nicht allzu viel darauf einbilden. In seiner Autobiografie Life macht sich Keith Richards, der nach dieser Methode Klassiker wie Brown Sugar, Jumpin’ Jack Flash oder Honky Tonk Woman komponiert hat, Gedanken über die Frage, warum die offen gestimmte Gitarre einen Song bis zu einem gewissen Grad »von selbst« schreibt. Sein Befund: Die Reduktion macht’s. Was nicht passt, wird gar nicht erst gegriffen, dafür schwingt im einen Ton immer ein anderer mit, »man erhält diese schöne Resonanz, dieses Klingeln«. Letztlich führt die Spur nach Afrika – hin zu Tönen, die sich über einer kräftigen Bassvibration erheben, ohne sich um den Rest des harmonischen Aufbaus zu scheren. In Richards’ eigenen Worten: »Wenn du den richtigen Ton triffst, kannst du den anderen mithören, den du gar nicht spielst. Er ist da. Es ist gegen jede Logik. Aber er liegt einfach so da und sagt: ›Leck mich doch.‹« Für Fortgeschrittene: Noch »schwärzer« wird der Sound, wenn man das tiefe D ganz weglässt und wie Richards auf nur fünf Saiten spielt. GDGHD: Archaischer und zugleich erhabener geht’s nimmer. Start me up!

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