BrettspielSchach

von Helmut Pfleger

Schachaufgabe

Juri Awerbach (90) ist der älteste noch lebende Schachgroßmeister, nachdem der Ungar Andor Lilienthal 2010 mit 99 Jahren starb. Belesen, geistreich und umfassend gebildet, blickte er immer schon weit über das Schachbrett hinaus, das natürlich trotzdem sein ganzes Leben lang bis zum heutigen Tag für ihn im Mittelpunkt stand.

Obwohl er über Jahrzehnte ein starker Großmeister war (so auch UdSSR-Champion 1954) und etliche Weltmeister schlug, bewahrte er sich immer auch ein reges Interesse an der "unproduktiven" Schachgeschichte. Eines der populärsten Systeme der Königsindischen Verteidigung trägt seinen Namen, seine Endspielbücher sind das Maß aller Dinge und wurden in 20 Sprachen übersetzt. Er leitete als Schiedsrichter einige Weltmeisterschaften und war Mitgründer des wichtigen Fernsehsendung Schachschule . Gerne erinnere ich mich der Episode, als er, zusammen mit unserem spanischen Freund Ricardo Calvo und mir, Auslöser eines Streits war, weil wir den großen Schachmeister des 16. Jahrhunderts und Erfinder der "Spanischen Eröffnung", Ruy Lopez de Segura, aus Segura de León statt aus dem nahe gelegenen Zafra stammen ließen.

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Nun noch etwas vom "Endspielpapst" aus dem Buch Die Russen lehren Schach (Edition Olms).

Nach 1.Kd6? Kd4! 2.Kc6 Ke5! 3.Kb7 Kd6 4.Kxa7 Kc7 endete die Partie Schlage – Ahues ( Berlin 1921) remis – doch wie hätte Weiß gewinnen können?

Schachlösung
Schachlösung aus Nr. 45

Lösung aus Nr. 45:

Mit welcher Opferkombination wurde der schwarze König schnell matt gesetzt?

Das Springeropfer 1.Sb5+! öffnete die c-Linie als Angriffsstraße, sodass nach 1...cxb5 2.Dg3+! Kc6 3.Tc1+ Lc5 4.Dd6 matt setzte. Stattdessen hätte das analoge Springeropfer 1.Sd5+ cxd5 dem König noch das Fluchtfeld b5 gelassen

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