USADie Elite-Uni für Amerikas religiöse Fundamentalisten

Am Patrick Henry College bilden christliche Evangelikale den Führungsnachwuchs der USA aus. Ihre Mission lautet: Die "gottlose Nation" vor den Demokraten retten. von 

Republikanerin vor einem Kirchenzentrum in Orlando, Florida

Republikanerin vor einem Kirchenzentrum in Orlando, Florida  |  © Chip Somodevilla/Getty Images

Diese Geschichte beginnt mit einer Sünde. Sie handelt von einer kleinen, noch unbekannten Universität in den Vereinigten Staaten, einer Hochschule, deren Absolventen die amerikanische Politik erobern sollen; von ihren Studenten wird sie »Gottes Harvard« genannt.

Als deutsche Journalistin melde ich mich vor ein paar Wochen telefonisch bei der Universität und mache einen Besuchstermin aus. 36 Stunden bevor ich losfliege, bekomme ich eine Mail des Uni-Sprechers: In der Vergangenheit habe man schlechte Erfahrungen mit der Presse gemacht, vor allem mit der deutschen. Der Direktor wolle nicht mit mir sprechen, und er wolle auch nicht, dass seine Studenten mit mir sprechen.

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Das Patrick Henry College, eine Autostunde von der Hauptstadt Washington entfernt, ist ein Brutkasten der evangelischen Elite. Es wurde vor zwölf Jahren gegründet, 340 Leute studieren hier Fächer, die »Regierung« heißen (eine gute Grundlage für zukünftige Abgeordnete und Präsidenten), »Strategic Intelligence« (Agenten) oder »Staatsfinanzen und Steuerwesen« (Finanzminister). Fast 90 Prozent der Studenten haben zuvor noch keine Schule von innen gesehen; sie wurden aus religiösen Gründen zu Hause unterrichtet. Schulen, die im Biologieunterricht Sexualkunde und Evolutionstheorie lehren, sind tabu.

Das College hat eine Mission: Amerika vor dem Untergang retten. Vor dem Abgrund, dem entgegen Barack Obama das Land in ihren Augen in den vergangenen vier Jahren gelenkt hat. Junge, konservative Christen sind die Soldaten in diesem Krieg. Am Patrick Henry College werden sie ausgebildet, um eines Tages an der Front zu kämpfen – als Politiker, Filmemacher oder Unternehmer sollen sie die amerikanische Gesellschaft zurückerobern. Manche von ihnen haben Yale und Harvard verschmäht, um hier zu studieren. »An dieser Uni«, so schrieb der New Yorker kurz nach ihrer Gründung, »kann man sehen, was geschieht, wenn sich fundamentalistischer Glaube mit politischem Aktivismus mischt.«

Zum Empfang gibt es ein Buch mit dem Titel »Gott bei der Arbeit«

Ich akzeptiere das Nein des Pressesprechers nicht, will nicht hinnehmen, dass sich ein College mit einer solchen Mission der Öffentlichkeit entzieht. Also begehe ich die Sünde: Online bewerbe ich mich als interessierte Studentin für einen Tag der offenen Tür am Patrick Henry College. Ich gebe mir einen anderen Namen: Elisa Schaefer, setze eine Brille auf und scheitle meine Haare fein. Ich werde eingeladen.

Der Campus sieht aus wie eine Hollywood-Kulisse, man könnte hier einen Jane-Austen-Roman verfilmen. Ein roter Backsteinbau mit weißen Säulen, ein Eingangsschild, auf dem »Für Christus und für die Freiheit« steht. Der Boden in der Eingangshalle ist aus Marmor, an der Wand hängt ein Bild von George Washington, dem Gründervater der USA. Am Empfang liegt ein Stapel für mich bereit, oben drauf mein Besucherausweis zum Umhängen, darunter eine Werbemappe und ein Buch mit dem Titel »Gott bei der Arbeit«.

In einem Raum mit schweren, dunklen Holzmöbeln und einem Teppich zum Versinken warten 22 Heimgeschulte aus ganz Amerika auf die Eröffnungsrede. Sie sind mit ihren Eltern angereist, manche haben auch ihre Geschwister mitgebracht. Neben mir sitzt Katie aus Texas, die eigentlich anders heißt. Sie ist 15 Jahre alt, höflich und schüchtern, sie sieht aus wie Disneys Teeniestar Hannah Montana. Zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter ist sie 2.300 Kilometer mit dem Auto gefahren, um zum Tag der offenen Tür zu kommen. Katie wurde zu Hause unterrichtet, von ihrer Mutter, ging nur in der fünften und sechsten Klasse auf eine staatliche Schule. »Ich habe es dort gehasst«, sagt sie. »Die Lehrer, den Geschichts- und Biologieunterricht. Die ganze Stimmung dort war fürchterlich.« Übernächstes Jahr macht sie ihr Abitur, dann will sie Politik studieren, einen Master in Jura machen und danach als Abgeordnete wirken. Wenn sie von ihrer Zukunft erzählt, dann klingt ihr Leben wie ein Bauplan, den sie entworfen hat; ihr Studium wäre das Fundament.

Ein Mann mit müden Augen, grauen Haaren und einem kindlichen Gesicht betritt den Raum, es wird still. »Das hier ist Gottes Projekt«, sagt Michael Farris, der Gründer. Farris ist ein Anwalt aus Virginia, der in die Politik wollte, aber nicht genug Stimmen bekam. Die Kontakte zu einflussreichen Republikanern hat er bis heute. In seiner Eröffnungsrede erzählt er, wie er auf die Idee kam, das Patrick Henry College zu gründen: Eltern, die ihre Kinder zu Hause unterrichtet hatten, suchten nach einem »sauberen« College. Und republikanische Politiker suchten nach ehrgeizigen Praktikanten. Beide fragten ihn – und im Jahr 2000 eröffnete er sein College. Farris ist die Weiche zwischen der abgeschiedenen Welt der heimgeschulten Kinder und der öffentlichen Welt der Politik. In seiner Rede schimpft er über Abtreibung und Demokraten, macht Witze über Schwule und Lesben. Die Gäste lachen.

»Ohne Gott kollabiert das ganze System«, sagt Farris. »So, wie wir es schon heute da draußen sehen.« Eine Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent; 46 Millionen Amerikaner, die von Lebensmittelkarten leben; sinkende Löhne – für Farris ist bewiesen, dass Amerika fast verloren ist. »Aber diese Generation von Heimgeschulten kann es schaffen«, sagt er. »Kann es schaffen, die Nation zurückzuerobern.«

Für das Wort homeschooling gibt es keine gute Übersetzung. Schon deshalb, weil diese Art des Unterrichts in Deutschland verboten ist. Schicken deutsche Familien ihre Kinder nicht zur Schule, werden sie ermahnt, müssen eine Strafe zahlen oder werden von der Polizei besucht. 2010 bekam eine deutsche Familie, die sich politisch verfolgt fühlte, Asyl in den USA – die Eltern hatten ihre fünf Kinder zu Hause unterrichtet, sie wollten ihnen das »unchristliche Treiben« an deutschen Schulen ersparen. In den USA hat sich die Zahl der zu Hause unterrichteten Kinder seit 1999 verdreifacht. Geschätzte 2,5 Millionen sind es mittlerweile, die meisten von ihnen sind Christen. Michael Farris schrieb einmal, dass staatliche Schulen wegen ihres Sexualkundeunterrichts »gottlose Ungeheuer« seien.

Alle Studenten und Professoren am Patrick Henry College unterschreiben das »Glaubensbekenntnis«. Darin steht, dass die Bibel unfehlbar sei, dass Satan und die Hölle real seien. Und dass »alle, die ohne Christus sterben, für immer gefesselt und bei vollem Bewusstsein gequält werden«. Im Biologieunterricht lernen die Studenten, dass Gott die Erde in sechs 24-Stunden-Tagen geschaffen hat und dass die Welt ungefähr 6.000 Jahre alt ist. Nach der Rede frage ich Katie aus Texas, wie es ihr an dieser Uni gefalle, und sie sagt: »Nicht so. Die Leute hier sind sehr eigen.«

Wir bekommen eine Campus-Führung und lernen dabei die College-Gesetze. Um einen kleinen See stehen fünf Häuser, die Schlafsäle. Mädchen und Jungs leben in getrennten Häusern, zu keiner Zeit dürfen sie die Zimmer der anderen betreten. Will ein Junge mit einem Mädchen ausgehen, sollte er vorher einen Brief an den Vater des Mädchens schicken und ihn um Erlaubnis bitten. Sex gibt es nur nach der Hochzeit, den ersten Kuss am besten bei der Trauung. Alkohol ist verboten. Läuft man über den Campus, sieht man Studenten, die Krawatte und Anzug tragen, die Frauen Kostüm; Kleidung, für die sie mit ihren nicht mal 20 Jahren eigentlich zu jung sind. Als wollten sie ihrer Zukunft, ihrem Traum von einer schillernden Karriere, in dieser Garderobe ein Stück näher kommen.

»Überall, wo wir hinkommen, werden wir geliebt als Praktikanten!«, sagt einer, der Strategic Intelligence (S.I.) studiert. Die Patrick-Henry-Studenten machen Praktika beim FBI, bei der CIA, bei republikanischen Abgeordneten. Als George W. Bush noch Präsident der Vereinigten Staaten war, war Patrick Henry das College mit den meisten Praktikanten im Weißen Haus, gemessen an der Studentenzahl. An Weihnachten kriegt die Hochschule noch immer handsignierte Grußkarten der Familie Bush.

Der S.I.-Student erzählt, warum Patrick-Henry-Praktikanten so beliebt sind: »Das FBI hat keine interne Zeitung? Wir machen eine und bieten sie ihnen gratis an. Die Grenzpolizei hat keinen Ort, an dem all ihre Daten gebündelt werden? Wir kümmern uns und bereiten die Fakten auf, bieten ihnen quasi einen kostenlosen Nachrichtendienst an.« Sie helfen großen Unternehmen, beim Google-Ranking an erster Stelle zu landen. Sie füllen die Nischen im System und stopfen sie mit ihren eigenen Werten. Sie unterwandern die amerikanische Gesellschaft, und sie machen es unauffällig. Ihre Professoren könnten kaum besser sein: Sie haben an den Eliteuniversitäten der USA studiert und unterrichtet, in Yale und Princeton. Die Uni nimmt kein Geld von der Regierung. »Damit uns keiner reinreden kann«, sagt Farris. Rund 40.000 Dollar kostet das College die Studenten im Jahr. Für Einserschüler gibt es auch Stipendien.

Das Glaubensbekenntnis und die strengen Regeln – sie klingen wie aus einer vergangenen Zeit. Aber die Studenten hier lesen nicht nur christliche Schriften, sondern auch die großen Philosophen und Aufklärer. Locke, Hume, Kant, Nietzsche. Ihr Leitspruch: Du musst den Feind gut kennen, um ihn zu besiegen. »Es ist aber so, weil es so in der Bibel steht« – das sei kein Argument, das man in einer politischen Diskussion bringen könne, sagt ein Lehrer.

Ihre Schlacht um die Nation sollen die Studenten mit Worten gewinnen. Und dafür trainieren sie: Der beliebteste Sport an dieser Universität ist nicht Basketball, sondern Moot Court, »fiktives Gericht«. Eine Art Debattierclub, bei dem Teams von zwei bis vier Studenten in einer simulierten Gerichtsverhandlung gegeneinander antreten. Sie bereiten Pro- und Contra-Argumente eines Falles vor und erfahren erst kurz vor der Verhandlung, welche Seite sie vertreten sollen. Die Patrick-Henry-Studenten haben Moot Courts am Beispiel von Obamacare durchgespielt, der vor allem von Konservativen kritisierten Gesundheitsreform, und natürlich hat die Contra-Seite gewonnen. Sie treten weltweit gegen andere Universitäten an, sogar Oxford haben sie schon geschlagen.

Auch Katie aus Texas debattiert, seit sie ein Kind ist. »Vielleicht ist es hier doch gar nicht so schlecht«, sagt sie nach ein paar Stunden auf dem Campus. »Je mehr ich erfahre, desto besser gefällt es mir.«

Wie wichtig Debatten in der amerikanischen Politik sind, das zeigten die TV-Duelle zwischen Barack Obama und Mitt Romney, die vor der Wahl die Medien beherrschten. Bei der ersten Debatte war die Einschaltquote so hoch wie seit 32 Jahren politischer US-Fernsehgeschichte nicht mehr – mehr als 67 Millionen Menschen schauten sich das Duell an. Die Studenten am Patrick Henry College sind neidisch auf einen Kandidaten wie Obama. Er sei ein mitreißender Redner, habe eine wunderbare Rhetorik. »Nur leider gehört er der falschen Partei an, verkauft die falschen Inhalte«, sagt eine Studentin. Aus ihren Reihen soll er eines Tages kommen: ein republikanischer Obama.

Eine, die das gern wäre, ist Teresa Scanlan, 19 Jahre alt. Scanlan hat blondierte Haare, geweißte Zähne, falsche Wimpern und eine dicke Schicht Make-up im Gesicht. 2011 wurde sie zur Miss America gewählt. Und 2028 wird sie Präsidentschaftskandidatin – so zumindest steht es auf ihrer Facebook-Seite. Seit zwei Monaten studiert sie hier.

Sie sitzt in einem Café in Campusnähe, wo Studenten Chai-Lattes aus Pappbechern trinken und vor ihren Laptops sitzen, auf denen Pro-Life-Sticker kleben. Scanlan will in die Politik, seit sie sieben Jahre alt ist. Zum Patrick Henry College will sie, seit sie acht ist. Nach dem College will sie in Harvard einen Master in Jura machen, um anschließend als Richterin für den Obersten Gerichtshof zu arbeiten. Der Oberste Gerichtshof soll das Sprungbrett in die Präsidentschaftskandidatur werden. Sie erzählt diesen Plan so selbstverständlich, als rede sie über das Wetter. Gott habe sie »dazu berufen«. Scanlan hat eine laute, klare Stimme, und während sie spricht, unterstreicht sie die Sätze mit ihren Händen in der Luft.

»Mein Miss-America-Titel ist hier am College gar nichts wert«, sagt sie. »Hier sind Leute, die schon mit 18 ihr erstes Studium abgeschlossen haben, die Bücher geschrieben oder Hilfsorganisationen gegründet haben.« An dieser kleinen Uni, an der jeder jeden kennt und jeder jeden überwacht, sind der Vergleich mit den anderen und die ständige Konkurrenz ein Motor, der die Studenten zu Bestleistungen treibt. Das Versprechen, das ihnen gegeben wird, ist der amerikanische Traum: Du kannst aufsteigen, wenn du nur hart genug arbeitest. Deshalb gibt es Studenten, die morgens um drei aufstehen, um die Bibel zu lesen und den Unterricht vorzubereiten.

Spricht man mit Studenten und Absolventen, dann begreift man eine Angst, die sie alle zu teilen scheinen: die Angst davor, bedeutungslos zu sein. Sie ist wie ein Gift, das ihnen an diesem College verabreicht wird, ein Gift, das sie hungrig macht auf Macht. Absolventen schmieden Pläne, in denen sie festhalten, wie sie in zehn Jahren in den Senat gewählt werden. Wie sie sich sozial engagieren müssen. Wo sie nebenher arbeiten sollen. Hauptsache, es sieht gut aus im Lebenslauf.

Teresa Scanlan will so viele Kinder haben, wie Gott ihr schenke, sagt sie. »Und mindestens zehn adoptieren.« Die Kinder sollen zu Hause unterrichtet werden. Von wem? »Von mir natürlich, ihrer Mutter«, sagt Scanlan. Wie sie das mit ihrer Karriere vereinen will, darauf weiß sie keine Antwort. »Aber Gott wird einen Plan für mich haben.« Fragt man sie nach ihren Vorbildern, sagt sie: »Mutter Teresa und Sarah Palin.« Mutter Teresa, weil sie der Beweis dafür ist, dass ein einzelner Mensch die Gesellschaft bewegen kann. Sarah Palin, weil sie eine Frau ist, die Politik und Glauben vereint.

Könnten diese Studenten wirklich eines Tages Amerika regieren, frage ich mich nach ein paar Stunden und vielen Gesprächen auf dem Campus. Die meisten von ihnen kennen nur ihr Wohnzimmer als Klassenraum, nur ihre Geschwister als Mitschüler. Ausgerechnet diese jungen Leute wollen in die Politik, wollen einen Beruf ergreifen, der mit sozialer Verantwortung zu tun hat, wollen Entscheidungen treffen, die das Leben von Millionen Menschen bestimmen.

Aus schüchternen Erstsemestern werden filmreife Absolventen

Unsere Führung geht weiter, der nächste Programmpunkt heißt »Leben als Patrick-Henry-Student«. Fünf gut aussehende Studenten, die kurz vor ihrem Abschluss sind, beantworten den Besuchern und ihren Eltern Fragen. Die drei jungen Männer erzählen von ihren sportlichen Erfolgen, die beiden Frauen von den Freundschaften, die sie hier geschlossen haben. Eine Stunde lang reden sie; stottern dabei kein einziges Mal, räuspern sich nicht, sie sprechen kamerareif. Ich bin beeindruckt, wie aus schüchternen Erstsemestern selbstbewusste Absolventen geschliffen werden in den vier Jahren am College. Die fünf Studenten auf dem Podium können über sich selbst lachen, sie sind charmant. Sie sind an dieser Uni zu Menschen geworden, denen man vertraut.

»Ich mag ihre Art«, sagt Katie aus Texas, die am Morgen noch skeptisch war. Jetzt sagt sie: »Ich will und muss unbedingt hierher.« Die smarten Studenten auf dem Podium haben sie überzeugt. Eine so ausgezeichnete Sprecherin will sie auch eines Tages werden. Andere Unis guckt sie sich nicht mehr an. Das Patrick Henry College, das weiß sie nun, ist der Plan, den Gott für sie bereithält.

Zum Tagesabschluss werden wir Besucher in einen Keller geführt, die Kapelle, dreimal die Woche findet hier der Gottesdienst statt. Alle Studenten sind in dem Raum mit der tiefen Decke. Sie beten gemeinsam, und Michael Farris, der Gründer, predigt: »Wenn du Jesus nicht kennst, gehst du in die Hölle!«

Es gibt eine Anekdote, die Farris gern erzählt, wenn es um die Zukunft seiner Uni geht. Es ist seine Version von »Ich habe einen Traum«: »Einer meiner Studenten läuft über den roten Teppich bei der Oscar-Verleihung, um sich den Preis für den besten Film des Jahres abzuholen«, sagt er. »Sein Telefon klingelt, und der Präsident der Vereinigten Staaten ruft an, um ihm zu gratulieren. Die beiden haben sich ein Zimmer geteilt am Patrick Henry College.« Die ersten Patrick-Henry-Absolventen haben inzwischen Journalisten-, Film- und Fernsehpreise gewonnen, einer hat gerade sein Jurastudium in Harvard abgeschlossen und wird in die Politik gehen. Farris’ Traum und die Wirklichkeit, sie nähern sich einander.

Die Studenten in der Kellerkapelle singen, sie schließen die Augen und recken die Arme in die Luft. »Das ist der Vorgeschmack auf den Himmel«, sagt Farris. »Nur dass die Akustik dort besser sein wird.«

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Leserkommentare
    • _bla_
    • 19. November 2012 9:23 Uhr
    105. @106:

    Ich kann sagen: Gut, die Wissenschaft kann (noch) nicht alles erklären (wird aber schon schwieriger, solche Probleme zu finden)

    Nein, es ist nicht schwierig solche Problem zu finden. Denn die Wissenschaft besitzt methodische Grenzen, die dafür sorgen, das viele Fragestellungen grundsätzlich einer wissenschaftlichen Klärung verschlossen sind. Die Wissenschaft ist beschreibend und kann nicht bewerten. Und die Wissenschaft kann lediglich Fragen beantworten, auf die prüfbare Antworten gegeben werden können.

    Nehmen Sie etwa die Frage: "Leben wir in einem realen Universum oder in einer perfekten Simulation eines Universums?" Auf die Frage kann es nur eine korrekte Antwort geben, dennoch wird die Wissenschaft nie in der Lage sein sie zu geben, denn zwischen einem realen Universum und einer perfekten Simulation gibt es keinerlei für Menschen feststellbare Unterschiede, die genutzt werden können, um die eine Möglichkeit zu bestätigen und die andere zu verwerfen.

    "Da erschpttert es nicht das Fundament meiner Seele, wenn hier und da ein paar Abweichugnen vom Theoriewert auftauchen.

    Ein wortwörtlich Glaubender kann das nicht.

    Mit Abweichungen vom Theoriewert gibt es auch dort keine Probleme, denn die dort vertretenen "Theorien" sind schlicht keine, da nicht falsifizierbar. Wer davon ausgehen, das Gott diverses unternimmt um die Ungläubigen zu verwirren, denn stört auch der gefundene Dinoknochen nicht in seinem Young Earth Kreationismus.

    Antwort auf "Guter Vergleich!"
    • TDU
    • 19. November 2012 9:55 Uhr

    Natürlich haben die Macht. Genau wie diejengigen hierzulande, denen ihre Ideologie bezüglich Energie geht und gern um Betteln schicken. Dann haben wir hier Vereine zur Zurückdrängung des Christlichen Antrosophengläubige und was weiss ich noch alles. Einschliesslich subventionierte Verbände mit Grundton neoliberal bis Sozialismusaffin.

    Gewählt wurde Obama. Die Zuammenzetzung des Kongresses kann sich ändern, die gleichgschlechtlcihe Ehe setzt sich durch. Dass in den Staaten aber verschiedene Gestz herrschen, von stockkonservativ bis liberal, daran ist nicht eine Richtung schuld, sondern die Menschen die wählen.

    Da kapiert Europa nicht. Die Vielfalt mit ihren Nachteilen, die Freiheit heisst.

    • gkh
    • 19. November 2012 11:27 Uhr

    Er unterdrückt oppositionelle Meinungen
    Können Sie ein Beispiel nennen, wo Christen in den letzten 100 Jahren oppositionelle Meinungen unterdrückt haben?

    hat für sich den Alleinstellungsanspruch auf die allgemeingültige Wahrheit
    Welcher Weltanschauung ist das nicht zu eigen?

    und beugt die Realität solange, bis sie in sein verzerrtes Weltbild passt.
    Auch das ist ein psychologisches Phänomen, das man bei allen Menschen beobachten kann, unabhängig von der Weltanschauung.

    Ich habe Verständnis dafür, wenn man dem Fremdartigen misstraut. Es passiert aber leicht, dass man ein Feindbild entwickelt, und dann wird die Sache unfair.

    Dass jemand fundamentalistische Inhalte vertritt bedeutet nicht zwingend, dass er eine fundamentalistische Haltung einnimmt, auch wenn das zugegebenermaßen oft zusammenfällt. Aber auch das findet man bei allen Weltanschauungen.

    Antwort auf "Hochgradig bedenklich!"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ihr Argument ist also, daß andere dogmatische Weltanschauungen genau so schlimm sind?

    Das ist sicher richtig, aber macht es doch wirklich nicht besser.

    • Anna98
    • 19. November 2012 16:06 Uhr

    .... Die Verunglimpfung des home schoolings durch unqualifizierte Berichte echt ueber die Hutschnur. Ich lebe in den USA, unterrichte seit Jahren Homeschoolers in Deutsch als Fremdsprache, und unterrichte meine eigenen Kinder daheim. Tausende Kinder werden hier total saekular von ihren Eltern daheim unterrichtet, weil das mittelmaessige Einheits-Schulsystem ihren Kindern nicht gerecht wird (die Journalistin sollte mal Eltern zu No Child Left Behind befragen und offen und vorurteilsfrei fuer die Antworten sein), Grundschulen mit 1000 Kindern und lunch um 10:25 fuer die Kleinsten, High Schools mit bis zu 4000 kids. Sexualkunde ist uebrigens abstinence only education in vielen Bezirken. Es gibt christliche home schoolers wie beschrieben, aber das gros will Bildung fuer die Kinder und nicht one size fits it all cttle herding. Home schooling ist der Trend seit No Child Left Behind, und viele koennen sich die 15000-20000 Dollar pro Jahr und Kind fuer nicht-christliche Privatschulen nicht leisten. So kommen home schoolers auch ueberproportional an Stipendien und ivy league Unis. Die beschriebene Uni duerfte ein Randphaenomen sein, die kennt keiner in meinem home schooling Umkreis, und sie ist uebrigens sicher eine private Institution. In einem Land, das Meinungsvielfalt und -Freiheit erlaubt. Weltliche Gruesse aus Atlanta, mit der Hoffnung auf bessere Research und weniger einseitige Stimmungsmach in Ihrer Zeitung.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Folgendes -> http://www.edweek.org/ew/... Ein wesentliches Argument scheint mir der schichtspezifische Selektionseffekt. Erst wenn man diesen statistisch akkurat herausrechnet, wird ein fairer Vergleich möglich. Zudem sind die Testergebnisse von zuhause beschulten Kindern in bestimmten Fächern z. T. auch unterdurchschnittlich, so etwa in Mathematik (vgl. Wikipedia) - trotz der weit besseren 'Betreuungsrelation'. Unbestreitbar ist wohl, dass das Home-Schooling in vielen Bundesstaaten unterreguliert ist. Ein Minimum wären daher regelmäßige, verbindliche Tests in allen Fächern.

    P.S.: Die Mehrzahl der Kids, die zuhause unterrichtet werden, lebt in religiös konservativen Elternhäusern (s. o.).

    verweise ich auf -> http://epsl.asu.edu/epru/... -> http://epsl.asu.edu/epru/... -> http://epsl.asu.edu/epru/...

    By the way: In Deutschland klappt's auch ohne HS, daher sind die schlechten Schulen in den USA kein Argument pro HS, sondern allenfalls eines pro Verbesserung der dortigen Schulen.

  1. Folgendes -> http://www.edweek.org/ew/... Ein wesentliches Argument scheint mir der schichtspezifische Selektionseffekt. Erst wenn man diesen statistisch akkurat herausrechnet, wird ein fairer Vergleich möglich. Zudem sind die Testergebnisse von zuhause beschulten Kindern in bestimmten Fächern z. T. auch unterdurchschnittlich, so etwa in Mathematik (vgl. Wikipedia) - trotz der weit besseren 'Betreuungsrelation'. Unbestreitbar ist wohl, dass das Home-Schooling in vielen Bundesstaaten unterreguliert ist. Ein Minimum wären daher regelmäßige, verbindliche Tests in allen Fächern.

    P.S.: Die Mehrzahl der Kids, die zuhause unterrichtet werden, lebt in religiös konservativen Elternhäusern (s. o.).

  2. verweise ich auf -> http://epsl.asu.edu/epru/... -> http://epsl.asu.edu/epru/... -> http://epsl.asu.edu/epru/...

    By the way: In Deutschland klappt's auch ohne HS, daher sind die schlechten Schulen in den USA kein Argument pro HS, sondern allenfalls eines pro Verbesserung der dortigen Schulen.

  3. Ihr Argument ist also, daß andere dogmatische Weltanschauungen genau so schlimm sind?

    Das ist sicher richtig, aber macht es doch wirklich nicht besser.

  4. und wo bitte ist da der unterschied? sobald jemand fundamentalistische inhalte vertritt, das verstümmelte, menschgemachte geschreibsel der bibel für unumstösslich hält, verschliesst er seine augen vor der wirklichkeit und vor kompromissen, die man teilweise nunmal eingehen muss, wenn man nicht im mittelalter leben will.

    das ist der grund, warum monotheisten ironischer weise heutzutage den polytheismus leben, weil angeblich jeder zu einem anderen schöpfer betet und meint, dem anderen seine götzen ausreden zu müssen, obwohl all diese schriften auf dem selben ursprung beruhen. so kann es keinen frieden auf erden geben. zumindest nicht, bis sämtliche andersdenkenden ausgelöscht wurden.

    die bibel rechtfertigt alles, was ein primitiver unterdrücker gerne hätte. das ist deshalb so, weil sie von primitiven unterdrückern passend zusammengesetzt wurde. da ist von vergewaltigung über massenmord von frauen und kindern wirklich alles irgendwo zu rechtfertigen. in den büchern mose sind zb jede menge kranker greueltaten nachzulesen.

    da hilft nur HIRN einschalten und zu reflektieren, welchen wert diese jeweilige textstelle hat und ob diese überhaupt vereinbaer mit den kernaspekten des christlichen glaubens ist. ein fundamentalist weigert sich per definition sein gehirn zu benutzen und disqualifiziert sich deshalb nunmal.

    wer blind einer von wer weiss wem zusammengebastelten ideensammlung folgt und unzugänglich für jegliche gegenargumente ist, ist ein fall für die klappse oder den vs.

    Antwort auf "Hochgradig bedenklich!"

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