USADie Elite-Uni für Amerikas religiöse Fundamentalisten

Am Patrick Henry College bilden christliche Evangelikale den Führungsnachwuchs der USA aus. Ihre Mission lautet: Die "gottlose Nation" vor den Demokraten retten. von 

Republikanerin vor einem Kirchenzentrum in Orlando, Florida

Republikanerin vor einem Kirchenzentrum in Orlando, Florida  |  © Chip Somodevilla/Getty Images

Diese Geschichte beginnt mit einer Sünde. Sie handelt von einer kleinen, noch unbekannten Universität in den Vereinigten Staaten, einer Hochschule, deren Absolventen die amerikanische Politik erobern sollen; von ihren Studenten wird sie »Gottes Harvard« genannt.

Als deutsche Journalistin melde ich mich vor ein paar Wochen telefonisch bei der Universität und mache einen Besuchstermin aus. 36 Stunden bevor ich losfliege, bekomme ich eine Mail des Uni-Sprechers: In der Vergangenheit habe man schlechte Erfahrungen mit der Presse gemacht, vor allem mit der deutschen. Der Direktor wolle nicht mit mir sprechen, und er wolle auch nicht, dass seine Studenten mit mir sprechen.

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Das Patrick Henry College, eine Autostunde von der Hauptstadt Washington entfernt, ist ein Brutkasten der evangelischen Elite. Es wurde vor zwölf Jahren gegründet, 340 Leute studieren hier Fächer, die »Regierung« heißen (eine gute Grundlage für zukünftige Abgeordnete und Präsidenten), »Strategic Intelligence« (Agenten) oder »Staatsfinanzen und Steuerwesen« (Finanzminister). Fast 90 Prozent der Studenten haben zuvor noch keine Schule von innen gesehen; sie wurden aus religiösen Gründen zu Hause unterrichtet. Schulen, die im Biologieunterricht Sexualkunde und Evolutionstheorie lehren, sind tabu.

Das College hat eine Mission: Amerika vor dem Untergang retten. Vor dem Abgrund, dem entgegen Barack Obama das Land in ihren Augen in den vergangenen vier Jahren gelenkt hat. Junge, konservative Christen sind die Soldaten in diesem Krieg. Am Patrick Henry College werden sie ausgebildet, um eines Tages an der Front zu kämpfen – als Politiker, Filmemacher oder Unternehmer sollen sie die amerikanische Gesellschaft zurückerobern. Manche von ihnen haben Yale und Harvard verschmäht, um hier zu studieren. »An dieser Uni«, so schrieb der New Yorker kurz nach ihrer Gründung, »kann man sehen, was geschieht, wenn sich fundamentalistischer Glaube mit politischem Aktivismus mischt.«

Zum Empfang gibt es ein Buch mit dem Titel »Gott bei der Arbeit«

Ich akzeptiere das Nein des Pressesprechers nicht, will nicht hinnehmen, dass sich ein College mit einer solchen Mission der Öffentlichkeit entzieht. Also begehe ich die Sünde: Online bewerbe ich mich als interessierte Studentin für einen Tag der offenen Tür am Patrick Henry College. Ich gebe mir einen anderen Namen: Elisa Schaefer, setze eine Brille auf und scheitle meine Haare fein. Ich werde eingeladen.

Der Campus sieht aus wie eine Hollywood-Kulisse, man könnte hier einen Jane-Austen-Roman verfilmen. Ein roter Backsteinbau mit weißen Säulen, ein Eingangsschild, auf dem »Für Christus und für die Freiheit« steht. Der Boden in der Eingangshalle ist aus Marmor, an der Wand hängt ein Bild von George Washington, dem Gründervater der USA. Am Empfang liegt ein Stapel für mich bereit, oben drauf mein Besucherausweis zum Umhängen, darunter eine Werbemappe und ein Buch mit dem Titel »Gott bei der Arbeit«.

In einem Raum mit schweren, dunklen Holzmöbeln und einem Teppich zum Versinken warten 22 Heimgeschulte aus ganz Amerika auf die Eröffnungsrede. Sie sind mit ihren Eltern angereist, manche haben auch ihre Geschwister mitgebracht. Neben mir sitzt Katie aus Texas, die eigentlich anders heißt. Sie ist 15 Jahre alt, höflich und schüchtern, sie sieht aus wie Disneys Teeniestar Hannah Montana. Zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter ist sie 2.300 Kilometer mit dem Auto gefahren, um zum Tag der offenen Tür zu kommen. Katie wurde zu Hause unterrichtet, von ihrer Mutter, ging nur in der fünften und sechsten Klasse auf eine staatliche Schule. »Ich habe es dort gehasst«, sagt sie. »Die Lehrer, den Geschichts- und Biologieunterricht. Die ganze Stimmung dort war fürchterlich.« Übernächstes Jahr macht sie ihr Abitur, dann will sie Politik studieren, einen Master in Jura machen und danach als Abgeordnete wirken. Wenn sie von ihrer Zukunft erzählt, dann klingt ihr Leben wie ein Bauplan, den sie entworfen hat; ihr Studium wäre das Fundament.

Ein Mann mit müden Augen, grauen Haaren und einem kindlichen Gesicht betritt den Raum, es wird still. »Das hier ist Gottes Projekt«, sagt Michael Farris, der Gründer. Farris ist ein Anwalt aus Virginia, der in die Politik wollte, aber nicht genug Stimmen bekam. Die Kontakte zu einflussreichen Republikanern hat er bis heute. In seiner Eröffnungsrede erzählt er, wie er auf die Idee kam, das Patrick Henry College zu gründen: Eltern, die ihre Kinder zu Hause unterrichtet hatten, suchten nach einem »sauberen« College. Und republikanische Politiker suchten nach ehrgeizigen Praktikanten. Beide fragten ihn – und im Jahr 2000 eröffnete er sein College. Farris ist die Weiche zwischen der abgeschiedenen Welt der heimgeschulten Kinder und der öffentlichen Welt der Politik. In seiner Rede schimpft er über Abtreibung und Demokraten, macht Witze über Schwule und Lesben. Die Gäste lachen.

»Ohne Gott kollabiert das ganze System«, sagt Farris. »So, wie wir es schon heute da draußen sehen.« Eine Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent; 46 Millionen Amerikaner, die von Lebensmittelkarten leben; sinkende Löhne – für Farris ist bewiesen, dass Amerika fast verloren ist. »Aber diese Generation von Heimgeschulten kann es schaffen«, sagt er. »Kann es schaffen, die Nation zurückzuerobern.«

Für das Wort homeschooling gibt es keine gute Übersetzung. Schon deshalb, weil diese Art des Unterrichts in Deutschland verboten ist. Schicken deutsche Familien ihre Kinder nicht zur Schule, werden sie ermahnt, müssen eine Strafe zahlen oder werden von der Polizei besucht. 2010 bekam eine deutsche Familie, die sich politisch verfolgt fühlte, Asyl in den USA – die Eltern hatten ihre fünf Kinder zu Hause unterrichtet, sie wollten ihnen das »unchristliche Treiben« an deutschen Schulen ersparen. In den USA hat sich die Zahl der zu Hause unterrichteten Kinder seit 1999 verdreifacht. Geschätzte 2,5 Millionen sind es mittlerweile, die meisten von ihnen sind Christen. Michael Farris schrieb einmal, dass staatliche Schulen wegen ihres Sexualkundeunterrichts »gottlose Ungeheuer« seien.

Alle Studenten und Professoren am Patrick Henry College unterschreiben das »Glaubensbekenntnis«. Darin steht, dass die Bibel unfehlbar sei, dass Satan und die Hölle real seien. Und dass »alle, die ohne Christus sterben, für immer gefesselt und bei vollem Bewusstsein gequält werden«. Im Biologieunterricht lernen die Studenten, dass Gott die Erde in sechs 24-Stunden-Tagen geschaffen hat und dass die Welt ungefähr 6.000 Jahre alt ist. Nach der Rede frage ich Katie aus Texas, wie es ihr an dieser Uni gefalle, und sie sagt: »Nicht so. Die Leute hier sind sehr eigen.«

Wir bekommen eine Campus-Führung und lernen dabei die College-Gesetze. Um einen kleinen See stehen fünf Häuser, die Schlafsäle. Mädchen und Jungs leben in getrennten Häusern, zu keiner Zeit dürfen sie die Zimmer der anderen betreten. Will ein Junge mit einem Mädchen ausgehen, sollte er vorher einen Brief an den Vater des Mädchens schicken und ihn um Erlaubnis bitten. Sex gibt es nur nach der Hochzeit, den ersten Kuss am besten bei der Trauung. Alkohol ist verboten. Läuft man über den Campus, sieht man Studenten, die Krawatte und Anzug tragen, die Frauen Kostüm; Kleidung, für die sie mit ihren nicht mal 20 Jahren eigentlich zu jung sind. Als wollten sie ihrer Zukunft, ihrem Traum von einer schillernden Karriere, in dieser Garderobe ein Stück näher kommen.

»Überall, wo wir hinkommen, werden wir geliebt als Praktikanten!«, sagt einer, der Strategic Intelligence (S.I.) studiert. Die Patrick-Henry-Studenten machen Praktika beim FBI, bei der CIA, bei republikanischen Abgeordneten. Als George W. Bush noch Präsident der Vereinigten Staaten war, war Patrick Henry das College mit den meisten Praktikanten im Weißen Haus, gemessen an der Studentenzahl. An Weihnachten kriegt die Hochschule noch immer handsignierte Grußkarten der Familie Bush.

Der S.I.-Student erzählt, warum Patrick-Henry-Praktikanten so beliebt sind: »Das FBI hat keine interne Zeitung? Wir machen eine und bieten sie ihnen gratis an. Die Grenzpolizei hat keinen Ort, an dem all ihre Daten gebündelt werden? Wir kümmern uns und bereiten die Fakten auf, bieten ihnen quasi einen kostenlosen Nachrichtendienst an.« Sie helfen großen Unternehmen, beim Google-Ranking an erster Stelle zu landen. Sie füllen die Nischen im System und stopfen sie mit ihren eigenen Werten. Sie unterwandern die amerikanische Gesellschaft, und sie machen es unauffällig. Ihre Professoren könnten kaum besser sein: Sie haben an den Eliteuniversitäten der USA studiert und unterrichtet, in Yale und Princeton. Die Uni nimmt kein Geld von der Regierung. »Damit uns keiner reinreden kann«, sagt Farris. Rund 40.000 Dollar kostet das College die Studenten im Jahr. Für Einserschüler gibt es auch Stipendien.

Das Glaubensbekenntnis und die strengen Regeln – sie klingen wie aus einer vergangenen Zeit. Aber die Studenten hier lesen nicht nur christliche Schriften, sondern auch die großen Philosophen und Aufklärer. Locke, Hume, Kant, Nietzsche. Ihr Leitspruch: Du musst den Feind gut kennen, um ihn zu besiegen. »Es ist aber so, weil es so in der Bibel steht« – das sei kein Argument, das man in einer politischen Diskussion bringen könne, sagt ein Lehrer.

Ihre Schlacht um die Nation sollen die Studenten mit Worten gewinnen. Und dafür trainieren sie: Der beliebteste Sport an dieser Universität ist nicht Basketball, sondern Moot Court, »fiktives Gericht«. Eine Art Debattierclub, bei dem Teams von zwei bis vier Studenten in einer simulierten Gerichtsverhandlung gegeneinander antreten. Sie bereiten Pro- und Contra-Argumente eines Falles vor und erfahren erst kurz vor der Verhandlung, welche Seite sie vertreten sollen. Die Patrick-Henry-Studenten haben Moot Courts am Beispiel von Obamacare durchgespielt, der vor allem von Konservativen kritisierten Gesundheitsreform, und natürlich hat die Contra-Seite gewonnen. Sie treten weltweit gegen andere Universitäten an, sogar Oxford haben sie schon geschlagen.

Auch Katie aus Texas debattiert, seit sie ein Kind ist. »Vielleicht ist es hier doch gar nicht so schlecht«, sagt sie nach ein paar Stunden auf dem Campus. »Je mehr ich erfahre, desto besser gefällt es mir.«

Wie wichtig Debatten in der amerikanischen Politik sind, das zeigten die TV-Duelle zwischen Barack Obama und Mitt Romney, die vor der Wahl die Medien beherrschten. Bei der ersten Debatte war die Einschaltquote so hoch wie seit 32 Jahren politischer US-Fernsehgeschichte nicht mehr – mehr als 67 Millionen Menschen schauten sich das Duell an. Die Studenten am Patrick Henry College sind neidisch auf einen Kandidaten wie Obama. Er sei ein mitreißender Redner, habe eine wunderbare Rhetorik. »Nur leider gehört er der falschen Partei an, verkauft die falschen Inhalte«, sagt eine Studentin. Aus ihren Reihen soll er eines Tages kommen: ein republikanischer Obama.

Eine, die das gern wäre, ist Teresa Scanlan, 19 Jahre alt. Scanlan hat blondierte Haare, geweißte Zähne, falsche Wimpern und eine dicke Schicht Make-up im Gesicht. 2011 wurde sie zur Miss America gewählt. Und 2028 wird sie Präsidentschaftskandidatin – so zumindest steht es auf ihrer Facebook-Seite. Seit zwei Monaten studiert sie hier.

Sie sitzt in einem Café in Campusnähe, wo Studenten Chai-Lattes aus Pappbechern trinken und vor ihren Laptops sitzen, auf denen Pro-Life-Sticker kleben. Scanlan will in die Politik, seit sie sieben Jahre alt ist. Zum Patrick Henry College will sie, seit sie acht ist. Nach dem College will sie in Harvard einen Master in Jura machen, um anschließend als Richterin für den Obersten Gerichtshof zu arbeiten. Der Oberste Gerichtshof soll das Sprungbrett in die Präsidentschaftskandidatur werden. Sie erzählt diesen Plan so selbstverständlich, als rede sie über das Wetter. Gott habe sie »dazu berufen«. Scanlan hat eine laute, klare Stimme, und während sie spricht, unterstreicht sie die Sätze mit ihren Händen in der Luft.

»Mein Miss-America-Titel ist hier am College gar nichts wert«, sagt sie. »Hier sind Leute, die schon mit 18 ihr erstes Studium abgeschlossen haben, die Bücher geschrieben oder Hilfsorganisationen gegründet haben.« An dieser kleinen Uni, an der jeder jeden kennt und jeder jeden überwacht, sind der Vergleich mit den anderen und die ständige Konkurrenz ein Motor, der die Studenten zu Bestleistungen treibt. Das Versprechen, das ihnen gegeben wird, ist der amerikanische Traum: Du kannst aufsteigen, wenn du nur hart genug arbeitest. Deshalb gibt es Studenten, die morgens um drei aufstehen, um die Bibel zu lesen und den Unterricht vorzubereiten.

Spricht man mit Studenten und Absolventen, dann begreift man eine Angst, die sie alle zu teilen scheinen: die Angst davor, bedeutungslos zu sein. Sie ist wie ein Gift, das ihnen an diesem College verabreicht wird, ein Gift, das sie hungrig macht auf Macht. Absolventen schmieden Pläne, in denen sie festhalten, wie sie in zehn Jahren in den Senat gewählt werden. Wie sie sich sozial engagieren müssen. Wo sie nebenher arbeiten sollen. Hauptsache, es sieht gut aus im Lebenslauf.

Teresa Scanlan will so viele Kinder haben, wie Gott ihr schenke, sagt sie. »Und mindestens zehn adoptieren.« Die Kinder sollen zu Hause unterrichtet werden. Von wem? »Von mir natürlich, ihrer Mutter«, sagt Scanlan. Wie sie das mit ihrer Karriere vereinen will, darauf weiß sie keine Antwort. »Aber Gott wird einen Plan für mich haben.« Fragt man sie nach ihren Vorbildern, sagt sie: »Mutter Teresa und Sarah Palin.« Mutter Teresa, weil sie der Beweis dafür ist, dass ein einzelner Mensch die Gesellschaft bewegen kann. Sarah Palin, weil sie eine Frau ist, die Politik und Glauben vereint.

Könnten diese Studenten wirklich eines Tages Amerika regieren, frage ich mich nach ein paar Stunden und vielen Gesprächen auf dem Campus. Die meisten von ihnen kennen nur ihr Wohnzimmer als Klassenraum, nur ihre Geschwister als Mitschüler. Ausgerechnet diese jungen Leute wollen in die Politik, wollen einen Beruf ergreifen, der mit sozialer Verantwortung zu tun hat, wollen Entscheidungen treffen, die das Leben von Millionen Menschen bestimmen.

Aus schüchternen Erstsemestern werden filmreife Absolventen

Unsere Führung geht weiter, der nächste Programmpunkt heißt »Leben als Patrick-Henry-Student«. Fünf gut aussehende Studenten, die kurz vor ihrem Abschluss sind, beantworten den Besuchern und ihren Eltern Fragen. Die drei jungen Männer erzählen von ihren sportlichen Erfolgen, die beiden Frauen von den Freundschaften, die sie hier geschlossen haben. Eine Stunde lang reden sie; stottern dabei kein einziges Mal, räuspern sich nicht, sie sprechen kamerareif. Ich bin beeindruckt, wie aus schüchternen Erstsemestern selbstbewusste Absolventen geschliffen werden in den vier Jahren am College. Die fünf Studenten auf dem Podium können über sich selbst lachen, sie sind charmant. Sie sind an dieser Uni zu Menschen geworden, denen man vertraut.

»Ich mag ihre Art«, sagt Katie aus Texas, die am Morgen noch skeptisch war. Jetzt sagt sie: »Ich will und muss unbedingt hierher.« Die smarten Studenten auf dem Podium haben sie überzeugt. Eine so ausgezeichnete Sprecherin will sie auch eines Tages werden. Andere Unis guckt sie sich nicht mehr an. Das Patrick Henry College, das weiß sie nun, ist der Plan, den Gott für sie bereithält.

Zum Tagesabschluss werden wir Besucher in einen Keller geführt, die Kapelle, dreimal die Woche findet hier der Gottesdienst statt. Alle Studenten sind in dem Raum mit der tiefen Decke. Sie beten gemeinsam, und Michael Farris, der Gründer, predigt: »Wenn du Jesus nicht kennst, gehst du in die Hölle!«

Es gibt eine Anekdote, die Farris gern erzählt, wenn es um die Zukunft seiner Uni geht. Es ist seine Version von »Ich habe einen Traum«: »Einer meiner Studenten läuft über den roten Teppich bei der Oscar-Verleihung, um sich den Preis für den besten Film des Jahres abzuholen«, sagt er. »Sein Telefon klingelt, und der Präsident der Vereinigten Staaten ruft an, um ihm zu gratulieren. Die beiden haben sich ein Zimmer geteilt am Patrick Henry College.« Die ersten Patrick-Henry-Absolventen haben inzwischen Journalisten-, Film- und Fernsehpreise gewonnen, einer hat gerade sein Jurastudium in Harvard abgeschlossen und wird in die Politik gehen. Farris’ Traum und die Wirklichkeit, sie nähern sich einander.

Die Studenten in der Kellerkapelle singen, sie schließen die Augen und recken die Arme in die Luft. »Das ist der Vorgeschmack auf den Himmel«, sagt Farris. »Nur dass die Akustik dort besser sein wird.«

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Leserkommentare
  1. 89. @ StefT

    Glenn Beck liegt schon im Schützengraben: http://www.rightwingwatch... ;-)

  2. .
    ... Vorteil.

    Es ist, wie sie ja selber schreiben, kein Problem "Weltanschauen" zu haben die abseitig sind, ebenso wie es ihnen völlig unbenommen bleibt mein Weltanschauen als abseitig in ihrem Sinne einzuordnen.

    Das Problem beginnt dann, wenn ich versuche, sie von ihrer privaten Religiosität abzubringen, warum auch immer, oder wenn eben Sie versuchen, mich von meinem abseitig-atheistischen Abgrund fortzuzerren und auf den "einzig richtigen" Weg der religiösen Tugend zurückzubringen, weil Sie sicher sind am besten zu wissen, worin MEIN Heil zu bestehen hat.

    Ich akzeptiere noch die abseitigsten Ideenwelten, in denen Menschen privat ihre freie Zeit verbringen, ich akzeptiere sogar Frauen in Burkhas, wenn die mir selber versichern dass es ihr freier Wille ist und sie nicht von ihren Männern in den Sack gezwungen wurden.

    Ich akzeptiere aber NICHT kampflos, dass religiöse Ideenwelten die freiheitlich demokratische Grundordnung der BRD in der ich lebe angreifen, sei es durch gesellschaftszersetzende Extrawürste wie "Homeschooling" oder eine spezielle Art der Behandlung von Frauen (Burkhazwang oder auch nur Kopftuchzwang) und Kindern (Züchtigung, Verstümmelung aus falsch verstandener Religiosität), sei es als Hetze gegen Minderheiten wie Homosexuelle oder seien es gar schwere Eingriffe in die Selbstbestimmung wie das die "Pro-Life"-Fanatiker und andere religiöse Intensivstörer sich regelmässig anmassen.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "@80 :"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • _bla_
    • 18. November 2012 20:00 Uhr

    Es ist, wie sie ja selber schreiben, kein Problem "Weltanschauen" zu haben die abseitig sind,

    Dann frage ich mich, warum es offenbar so schwer fällt, über abweichende Weltanschauungen zu sprechen ohne sie als krankhafte "Wahnsysteme" abzuwerten.

    Das Problem beginnt dann, wenn ich versuche, sie von ihrer privaten Religiosität abzubringen,

    Die atheistische Buskampagne, die genau das versucht würden Sie dann also auch als Problem sehen?

    warum auch immer, oder wenn eben Sie versuchen, mich von meinem abseitig-atheistischen Abgrund fortzuzerren und auf den "einzig richtigen" Weg der religiösen Tugend zurückzubringen, weil Sie sicher sind am besten zu wissen, worin MEIN Heil zu bestehen hat.

    Sie verengen hier die Sicht. Es gibt eben nicht nur diese zwei Möglichkeiten. Wer für seine Sicht der Dinge werben möchte, muss deshalb noch kein sturer Dickkopf sein, der keine andere Meinung ertragen kann und völlig unfähig ist seine eigene Meinung zu ändern. Gerade das friedliche Zusammenleben in einer Demokratie erfordert es, das eben nicht jeder seine eigenes Süppchen kocht sondern das man zu Lösungen kommt, die für alle tragfähig sind. Sowohl für eine Kompromissfindung als auch für eine Angleichung der Positionen ist es wichtig, das die Bürger über ihre Position kommunizieren und sie nicht verstecken.

    • _bla_
    • 18. November 2012 20:20 Uhr

    sei es durch gesellschaftszersetzende Extrawürste wie "Homeschooling"

    Gesellschaftszersetzend? Erinnert an die Evangelikale, die die Homoehe gerne auch mal so bezeichnen. Mit tatsächlich feststellbaren gesellschaftlichen Entwicklungen hat das wenig zu tun, viel mehr mit diffusen Ängsten, vor Lebensformen, die einem fremd sind, Homoehe auf der einen Seite, sehr religiöse Familien auf der anderen Seite.

    oder eine spezielle Art der Behandlung von Frauen (Burkhazwang oder auch nur Kopftuchzwang)

    Da haben Sie mich voll auf ihrer Seite, nur werden sie Zwang schwer von freiwillig tragen trennen können.

    Verstümmelung aus falsch verstandener Religiosität
    Eine äußerste problematische Sichtweise, denn nur ein sehr kleiner Teil der Beschnittenen sieht sich dadurch verstümmelt.

    sei es als Hetze gegen Minderheiten wie Homosexuelle

    Zur Meinungsfreiheit gehört es dazu, das nicht jeder jede legale Lebensform wünschenswert finden zu muss.
    Damit müssen Homosexuelle genauso leben wie Evangelikale damit leben müssen, dafür kritisiert zu werden auf Sex vor der Ehe zu verzichten oder ähnliches.

    oder seien es gar schwere Eingriffe in die Selbstbestimmung wie das die "Pro-Life"-Fanatiker und andere religiöse Intensivstörer sich regelmässig anmassen.

    Dazu siehe Kommentar 95.

    • _bla_
    • 18. November 2012 19:34 Uhr
    91. @89 :

    Der Unterschied bleibt, dass die religiös-fundamentalistische Rechte Bürgerrechte beschneiden will, was für die meisten Agnostiker/Atheisten nicht gilt.

    Da vergleichen Sie nur blöderweise alle Agnostiker und Atheisten mit einer kleinen extremistischen Untergruppe der Christen. Ich habe ganz bewusst eben nicht Agnostiker und Atheisten geschrieben sondern "antireligiöser Fundamentalimus".
    Und wo die religiös-fundamentalistische Rechte ihrer Meinung nach, die Bürgerrechte einschränken, das verraten sie auch nicht.

    Ungünstigerweise ist diese Wertung auch vom weltanschaulichen Standpunkt abhängig. Denken Sie etwa an Abtreibungen: Je nachdem, ab wann man menschlichem Leben auch Menschenrechte zuspricht, kann man Personen, die sich für strenge Abtreibungsverbote einsetzen entweder als Bürgerrechtsschützer (der ungeborenen Kindes) oder als Bürgerrechtsfeinde (der ungewollt schwangeren Mutter) sehen.

    Antwort auf "@ StefT"
  3. Zum Glück gibt's ja die Religion des Fliegenden Spaghettimonsters. Sozusagen die Religion aller Religionen.
    .
    Auch nicht schlecht:
    Die Gouverneurin des Bundesstaats Washington hatte Atheisten erlaubt, im Regierungsgebäude von Olympia neben der Krippenszene einen Hinweis anzubringen.
    Hier der Text: "Es gibt keine Götter, keinen Teufel, keine Engel, keinen Himmel und keine Hölle. Es gibt nur unsere natürliche Welt. Religion ist nichts als Mythos und Aberglaube, welche die Herzen verhärten und den Geist versklaven."
    Gregoire konnte sich aufs Oberste Gericht der Vereinigten Staaten berufen. Gestützt auf den ersten Verfassungszusatz waren die Washingtoner Superrichter der Meinung, dass auf öffentlichem Boden jeder Manifestation religiöser Natur ein Auftritt der Gegenseite nicht erspart werden könne.
    Niemand in Amerika regte sich mehr groß darüber auf. Außer O'Reilly.
    .
    Auch nicht schlecht (und dazu logisch):
    Seit Beginn der historischen Aufzeichnungen (Sumerer, vor etwa 6000 Jahren) sind 2780 "göttliche Wesen" katalogisiert worden. Also, wenn mich das nächste Mal jemand fragt: "Glaubst Du an Gott?", sage ich: "An welchen? Zeus, Hades? Jupiter? Mars? Odin? Thor? Krishna? Vishnu? Ra?..."
    Und wenn dann gesagt wird: "Nur Gott. Nur einen Gott", dann weise ich gerne darauf hin, dass mein Gegenüber fast genauso atheistisch ist wie ich es bin. Denn ich glaube nicht an die 2.780 Götter, er glaubt nicht an 2.779 Götter.
    .

    Eine Leserempfehlung
    • _bla_
    • 18. November 2012 20:00 Uhr
    93. @94 :

    Es ist, wie sie ja selber schreiben, kein Problem "Weltanschauen" zu haben die abseitig sind,

    Dann frage ich mich, warum es offenbar so schwer fällt, über abweichende Weltanschauungen zu sprechen ohne sie als krankhafte "Wahnsysteme" abzuwerten.

    Das Problem beginnt dann, wenn ich versuche, sie von ihrer privaten Religiosität abzubringen,

    Die atheistische Buskampagne, die genau das versucht würden Sie dann also auch als Problem sehen?

    warum auch immer, oder wenn eben Sie versuchen, mich von meinem abseitig-atheistischen Abgrund fortzuzerren und auf den "einzig richtigen" Weg der religiösen Tugend zurückzubringen, weil Sie sicher sind am besten zu wissen, worin MEIN Heil zu bestehen hat.

    Sie verengen hier die Sicht. Es gibt eben nicht nur diese zwei Möglichkeiten. Wer für seine Sicht der Dinge werben möchte, muss deshalb noch kein sturer Dickkopf sein, der keine andere Meinung ertragen kann und völlig unfähig ist seine eigene Meinung zu ändern. Gerade das friedliche Zusammenleben in einer Demokratie erfordert es, das eben nicht jeder seine eigenes Süppchen kocht sondern das man zu Lösungen kommt, die für alle tragfähig sind. Sowohl für eine Kompromissfindung als auch für eine Angleichung der Positionen ist es wichtig, das die Bürger über ihre Position kommunizieren und sie nicht verstecken.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie haben Recht, eine tragfähige Gesellschaft funktioniert nur per Konsens. Das, was dem am nächsten kommt und praktisch einigermaßen funktioniert ist die Demokratie, der Mehrheitsentscheid.

    Nur: Das ist zutiefst unatürlich! (im wortwörtlichen Sinn, ich möchte hier kein Zweifel an meiner Treue zu FDGO aufkommen lassen!)

    Die Natur ist keine Demokratie sondern eine eiskalte Autokratin. Das Universum interessiert es schlicht nicht, was die Mehrheit der Bürger einer Region denkt und beschließt.

    Im Mittelalter glaubte die Mehrheit der MEnschen, dass die Erde eine Scheibe sei, trotzdem ist sie eine Kugel.

    Heute glaut die eine Gruppe, dass eine Frau durch eine Vergewaltigung nicht schwanger werden kann und die andere Gruppe glaubt, vom (heutigen) Affen abzustammen. Das macht beides trotzdem nicht wahr, es bleibt falsch.

    Fakten bleiben Fakten.
    Privat kann jeder damit tun und lassen, was er will. Allerdings, wenn ein fahrlässiger bis vorsätzlicher schlechter Umgang mit Fakten aus einer Autoritätsposition (Lehrer, Professor, Beamter etc.)heraus auf andere Menschen ausgebreitet wird, steuert die Gesellschaft in eine sehr dunkle Ecke, aus der es praktisch kein Entkommen gibt.

    • _bla_
    • 18. November 2012 20:20 Uhr

    sei es durch gesellschaftszersetzende Extrawürste wie "Homeschooling"

    Gesellschaftszersetzend? Erinnert an die Evangelikale, die die Homoehe gerne auch mal so bezeichnen. Mit tatsächlich feststellbaren gesellschaftlichen Entwicklungen hat das wenig zu tun, viel mehr mit diffusen Ängsten, vor Lebensformen, die einem fremd sind, Homoehe auf der einen Seite, sehr religiöse Familien auf der anderen Seite.

    oder eine spezielle Art der Behandlung von Frauen (Burkhazwang oder auch nur Kopftuchzwang)

    Da haben Sie mich voll auf ihrer Seite, nur werden sie Zwang schwer von freiwillig tragen trennen können.

    Verstümmelung aus falsch verstandener Religiosität
    Eine äußerste problematische Sichtweise, denn nur ein sehr kleiner Teil der Beschnittenen sieht sich dadurch verstümmelt.

    sei es als Hetze gegen Minderheiten wie Homosexuelle

    Zur Meinungsfreiheit gehört es dazu, das nicht jeder jede legale Lebensform wünschenswert finden zu muss.
    Damit müssen Homosexuelle genauso leben wie Evangelikale damit leben müssen, dafür kritisiert zu werden auf Sex vor der Ehe zu verzichten oder ähnliches.

    oder seien es gar schwere Eingriffe in die Selbstbestimmung wie das die "Pro-Life"-Fanatiker und andere religiöse Intensivstörer sich regelmässig anmassen.

    Dazu siehe Kommentar 95.

  4. und dazu unlogisch.

    Zitat voelligbaff:
    "Auch nicht schlecht (und dazu logisch):
    .. "Nur Gott. Nur einen Gott", dann weise ich gerne darauf hin, dass mein Gegenüber fast genauso atheistisch ist wie ich es bin. Denn ich glaube nicht an die 2.780 Götter, er glaubt nicht an 2.779 Götter."

    Ein Single ist fast genauso verheiratet wie ein Ehepaar, er hat bloss eine Frau weniger.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • _bla_
    • 18. November 2012 22:53 Uhr

    Zudem geht das Argument völlig daran vorbei, wie viele Gläubige über die Götter anderer Religionen denken. Meist wird doch eher davon ausgegangen, das es sich schon um den gleichen Gott handelt und es lediglich unterschiedliche Einschätzungen bezüglich der konkreten Eigenschaften handelt.

    Ähnlich beim beliebten Teekannenargument scheint es mir das Wiederholen von Argument dieser Qualität eher eine Form von "Glaubensbekenntnis" zu sein. Eine gegenseitige Bestärkung unter Atheisten und nicht ein Argument, von dem man ernsthaft erwartet man könnte irgendeinen Gläubigen überzeugen.

    haben Sie Recht.

    Aber ich denke, die Aussage ist anders zu interpretieren und so gesehen finde ich den Spruch recht gut:

    Es gibt so viele Religionen, die alle von sich behaupten, wahr zu sein. Und es kann nur eine geben!

    Ich weiß, man kann dann ein bisschen rumbasteln mit verschiedenen Arten von Wahrheit, Aspekten der gleichen Sache, Ringparabel. Aber das funktioniert nur, wenn der Absolutheitsanspruch von vornherein wankt.
    Wer aber "sola scriptura" wortwörtlich nimmt, kann das nicht akzeptieren. Auf der Ebene kann nur eine Geschichte von der Schöpfung der Welt im objektiven Sinne wahr sein und alle anderen falsch. (Und das sehe ich ganz pragmatisch: Ich kann als Atheist genau so falsch liegen. Einstweilen funktioniert ein säkulares, naturwissenschaftliches Weltbild für mich, auch wenn es klare Grenzen hat und einige (eigentlich ziemlich viel)Fragen offen sind)

    Es ist eher so als ob Sie sagen: Ich bin in einer Beziehung, aber dein Partner ist ein sehr aufwendig angemaltes Pferd und deswegen (egal ob das nun stimmt) kein richtiger Partner und deswegen bist du ein Single und kommst in die Singlehölle (da hat der Herd nur zwei Kochplatten und die Mülltonne ist zu klein)

    Außerdem passt das Bild dann schon wieder, wenn man neben den Religionen auch säkuläre Weltbilder zulässt, denn dann ist das Axiom nicht Gott sondern die Abwesenheit Gottes. Eine Ansicht unter vielen Weltbildern, die diskutiert, analysiert und gelebt werden.

  5. Ein verheiratetes Ehepaar ist mir noch nicht begegnet. Ist das dann ein Flotter Vierer? ;-)

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