USADie Elite-Uni für Amerikas religiöse Fundamentalisten

Am Patrick Henry College bilden christliche Evangelikale den Führungsnachwuchs der USA aus. Ihre Mission lautet: Die "gottlose Nation" vor den Demokraten retten. von 

Republikanerin vor einem Kirchenzentrum in Orlando, Florida

Republikanerin vor einem Kirchenzentrum in Orlando, Florida  |  © Chip Somodevilla/Getty Images

Diese Geschichte beginnt mit einer Sünde. Sie handelt von einer kleinen, noch unbekannten Universität in den Vereinigten Staaten, einer Hochschule, deren Absolventen die amerikanische Politik erobern sollen; von ihren Studenten wird sie »Gottes Harvard« genannt.

Als deutsche Journalistin melde ich mich vor ein paar Wochen telefonisch bei der Universität und mache einen Besuchstermin aus. 36 Stunden bevor ich losfliege, bekomme ich eine Mail des Uni-Sprechers: In der Vergangenheit habe man schlechte Erfahrungen mit der Presse gemacht, vor allem mit der deutschen. Der Direktor wolle nicht mit mir sprechen, und er wolle auch nicht, dass seine Studenten mit mir sprechen.

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Das Patrick Henry College, eine Autostunde von der Hauptstadt Washington entfernt, ist ein Brutkasten der evangelischen Elite. Es wurde vor zwölf Jahren gegründet, 340 Leute studieren hier Fächer, die »Regierung« heißen (eine gute Grundlage für zukünftige Abgeordnete und Präsidenten), »Strategic Intelligence« (Agenten) oder »Staatsfinanzen und Steuerwesen« (Finanzminister). Fast 90 Prozent der Studenten haben zuvor noch keine Schule von innen gesehen; sie wurden aus religiösen Gründen zu Hause unterrichtet. Schulen, die im Biologieunterricht Sexualkunde und Evolutionstheorie lehren, sind tabu.

Das College hat eine Mission: Amerika vor dem Untergang retten. Vor dem Abgrund, dem entgegen Barack Obama das Land in ihren Augen in den vergangenen vier Jahren gelenkt hat. Junge, konservative Christen sind die Soldaten in diesem Krieg. Am Patrick Henry College werden sie ausgebildet, um eines Tages an der Front zu kämpfen – als Politiker, Filmemacher oder Unternehmer sollen sie die amerikanische Gesellschaft zurückerobern. Manche von ihnen haben Yale und Harvard verschmäht, um hier zu studieren. »An dieser Uni«, so schrieb der New Yorker kurz nach ihrer Gründung, »kann man sehen, was geschieht, wenn sich fundamentalistischer Glaube mit politischem Aktivismus mischt.«

Zum Empfang gibt es ein Buch mit dem Titel »Gott bei der Arbeit«

Ich akzeptiere das Nein des Pressesprechers nicht, will nicht hinnehmen, dass sich ein College mit einer solchen Mission der Öffentlichkeit entzieht. Also begehe ich die Sünde: Online bewerbe ich mich als interessierte Studentin für einen Tag der offenen Tür am Patrick Henry College. Ich gebe mir einen anderen Namen: Elisa Schaefer, setze eine Brille auf und scheitle meine Haare fein. Ich werde eingeladen.

Der Campus sieht aus wie eine Hollywood-Kulisse, man könnte hier einen Jane-Austen-Roman verfilmen. Ein roter Backsteinbau mit weißen Säulen, ein Eingangsschild, auf dem »Für Christus und für die Freiheit« steht. Der Boden in der Eingangshalle ist aus Marmor, an der Wand hängt ein Bild von George Washington, dem Gründervater der USA. Am Empfang liegt ein Stapel für mich bereit, oben drauf mein Besucherausweis zum Umhängen, darunter eine Werbemappe und ein Buch mit dem Titel »Gott bei der Arbeit«.

In einem Raum mit schweren, dunklen Holzmöbeln und einem Teppich zum Versinken warten 22 Heimgeschulte aus ganz Amerika auf die Eröffnungsrede. Sie sind mit ihren Eltern angereist, manche haben auch ihre Geschwister mitgebracht. Neben mir sitzt Katie aus Texas, die eigentlich anders heißt. Sie ist 15 Jahre alt, höflich und schüchtern, sie sieht aus wie Disneys Teeniestar Hannah Montana. Zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter ist sie 2.300 Kilometer mit dem Auto gefahren, um zum Tag der offenen Tür zu kommen. Katie wurde zu Hause unterrichtet, von ihrer Mutter, ging nur in der fünften und sechsten Klasse auf eine staatliche Schule. »Ich habe es dort gehasst«, sagt sie. »Die Lehrer, den Geschichts- und Biologieunterricht. Die ganze Stimmung dort war fürchterlich.« Übernächstes Jahr macht sie ihr Abitur, dann will sie Politik studieren, einen Master in Jura machen und danach als Abgeordnete wirken. Wenn sie von ihrer Zukunft erzählt, dann klingt ihr Leben wie ein Bauplan, den sie entworfen hat; ihr Studium wäre das Fundament.

Ein Mann mit müden Augen, grauen Haaren und einem kindlichen Gesicht betritt den Raum, es wird still. »Das hier ist Gottes Projekt«, sagt Michael Farris, der Gründer. Farris ist ein Anwalt aus Virginia, der in die Politik wollte, aber nicht genug Stimmen bekam. Die Kontakte zu einflussreichen Republikanern hat er bis heute. In seiner Eröffnungsrede erzählt er, wie er auf die Idee kam, das Patrick Henry College zu gründen: Eltern, die ihre Kinder zu Hause unterrichtet hatten, suchten nach einem »sauberen« College. Und republikanische Politiker suchten nach ehrgeizigen Praktikanten. Beide fragten ihn – und im Jahr 2000 eröffnete er sein College. Farris ist die Weiche zwischen der abgeschiedenen Welt der heimgeschulten Kinder und der öffentlichen Welt der Politik. In seiner Rede schimpft er über Abtreibung und Demokraten, macht Witze über Schwule und Lesben. Die Gäste lachen.

»Ohne Gott kollabiert das ganze System«, sagt Farris. »So, wie wir es schon heute da draußen sehen.« Eine Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent; 46 Millionen Amerikaner, die von Lebensmittelkarten leben; sinkende Löhne – für Farris ist bewiesen, dass Amerika fast verloren ist. »Aber diese Generation von Heimgeschulten kann es schaffen«, sagt er. »Kann es schaffen, die Nation zurückzuerobern.«

Für das Wort homeschooling gibt es keine gute Übersetzung. Schon deshalb, weil diese Art des Unterrichts in Deutschland verboten ist. Schicken deutsche Familien ihre Kinder nicht zur Schule, werden sie ermahnt, müssen eine Strafe zahlen oder werden von der Polizei besucht. 2010 bekam eine deutsche Familie, die sich politisch verfolgt fühlte, Asyl in den USA – die Eltern hatten ihre fünf Kinder zu Hause unterrichtet, sie wollten ihnen das »unchristliche Treiben« an deutschen Schulen ersparen. In den USA hat sich die Zahl der zu Hause unterrichteten Kinder seit 1999 verdreifacht. Geschätzte 2,5 Millionen sind es mittlerweile, die meisten von ihnen sind Christen. Michael Farris schrieb einmal, dass staatliche Schulen wegen ihres Sexualkundeunterrichts »gottlose Ungeheuer« seien.

Alle Studenten und Professoren am Patrick Henry College unterschreiben das »Glaubensbekenntnis«. Darin steht, dass die Bibel unfehlbar sei, dass Satan und die Hölle real seien. Und dass »alle, die ohne Christus sterben, für immer gefesselt und bei vollem Bewusstsein gequält werden«. Im Biologieunterricht lernen die Studenten, dass Gott die Erde in sechs 24-Stunden-Tagen geschaffen hat und dass die Welt ungefähr 6.000 Jahre alt ist. Nach der Rede frage ich Katie aus Texas, wie es ihr an dieser Uni gefalle, und sie sagt: »Nicht so. Die Leute hier sind sehr eigen.«

Wir bekommen eine Campus-Führung und lernen dabei die College-Gesetze. Um einen kleinen See stehen fünf Häuser, die Schlafsäle. Mädchen und Jungs leben in getrennten Häusern, zu keiner Zeit dürfen sie die Zimmer der anderen betreten. Will ein Junge mit einem Mädchen ausgehen, sollte er vorher einen Brief an den Vater des Mädchens schicken und ihn um Erlaubnis bitten. Sex gibt es nur nach der Hochzeit, den ersten Kuss am besten bei der Trauung. Alkohol ist verboten. Läuft man über den Campus, sieht man Studenten, die Krawatte und Anzug tragen, die Frauen Kostüm; Kleidung, für die sie mit ihren nicht mal 20 Jahren eigentlich zu jung sind. Als wollten sie ihrer Zukunft, ihrem Traum von einer schillernden Karriere, in dieser Garderobe ein Stück näher kommen.

»Überall, wo wir hinkommen, werden wir geliebt als Praktikanten!«, sagt einer, der Strategic Intelligence (S.I.) studiert. Die Patrick-Henry-Studenten machen Praktika beim FBI, bei der CIA, bei republikanischen Abgeordneten. Als George W. Bush noch Präsident der Vereinigten Staaten war, war Patrick Henry das College mit den meisten Praktikanten im Weißen Haus, gemessen an der Studentenzahl. An Weihnachten kriegt die Hochschule noch immer handsignierte Grußkarten der Familie Bush.

Der S.I.-Student erzählt, warum Patrick-Henry-Praktikanten so beliebt sind: »Das FBI hat keine interne Zeitung? Wir machen eine und bieten sie ihnen gratis an. Die Grenzpolizei hat keinen Ort, an dem all ihre Daten gebündelt werden? Wir kümmern uns und bereiten die Fakten auf, bieten ihnen quasi einen kostenlosen Nachrichtendienst an.« Sie helfen großen Unternehmen, beim Google-Ranking an erster Stelle zu landen. Sie füllen die Nischen im System und stopfen sie mit ihren eigenen Werten. Sie unterwandern die amerikanische Gesellschaft, und sie machen es unauffällig. Ihre Professoren könnten kaum besser sein: Sie haben an den Eliteuniversitäten der USA studiert und unterrichtet, in Yale und Princeton. Die Uni nimmt kein Geld von der Regierung. »Damit uns keiner reinreden kann«, sagt Farris. Rund 40.000 Dollar kostet das College die Studenten im Jahr. Für Einserschüler gibt es auch Stipendien.

Das Glaubensbekenntnis und die strengen Regeln – sie klingen wie aus einer vergangenen Zeit. Aber die Studenten hier lesen nicht nur christliche Schriften, sondern auch die großen Philosophen und Aufklärer. Locke, Hume, Kant, Nietzsche. Ihr Leitspruch: Du musst den Feind gut kennen, um ihn zu besiegen. »Es ist aber so, weil es so in der Bibel steht« – das sei kein Argument, das man in einer politischen Diskussion bringen könne, sagt ein Lehrer.

Ihre Schlacht um die Nation sollen die Studenten mit Worten gewinnen. Und dafür trainieren sie: Der beliebteste Sport an dieser Universität ist nicht Basketball, sondern Moot Court, »fiktives Gericht«. Eine Art Debattierclub, bei dem Teams von zwei bis vier Studenten in einer simulierten Gerichtsverhandlung gegeneinander antreten. Sie bereiten Pro- und Contra-Argumente eines Falles vor und erfahren erst kurz vor der Verhandlung, welche Seite sie vertreten sollen. Die Patrick-Henry-Studenten haben Moot Courts am Beispiel von Obamacare durchgespielt, der vor allem von Konservativen kritisierten Gesundheitsreform, und natürlich hat die Contra-Seite gewonnen. Sie treten weltweit gegen andere Universitäten an, sogar Oxford haben sie schon geschlagen.

Auch Katie aus Texas debattiert, seit sie ein Kind ist. »Vielleicht ist es hier doch gar nicht so schlecht«, sagt sie nach ein paar Stunden auf dem Campus. »Je mehr ich erfahre, desto besser gefällt es mir.«

Wie wichtig Debatten in der amerikanischen Politik sind, das zeigten die TV-Duelle zwischen Barack Obama und Mitt Romney, die vor der Wahl die Medien beherrschten. Bei der ersten Debatte war die Einschaltquote so hoch wie seit 32 Jahren politischer US-Fernsehgeschichte nicht mehr – mehr als 67 Millionen Menschen schauten sich das Duell an. Die Studenten am Patrick Henry College sind neidisch auf einen Kandidaten wie Obama. Er sei ein mitreißender Redner, habe eine wunderbare Rhetorik. »Nur leider gehört er der falschen Partei an, verkauft die falschen Inhalte«, sagt eine Studentin. Aus ihren Reihen soll er eines Tages kommen: ein republikanischer Obama.

Eine, die das gern wäre, ist Teresa Scanlan, 19 Jahre alt. Scanlan hat blondierte Haare, geweißte Zähne, falsche Wimpern und eine dicke Schicht Make-up im Gesicht. 2011 wurde sie zur Miss America gewählt. Und 2028 wird sie Präsidentschaftskandidatin – so zumindest steht es auf ihrer Facebook-Seite. Seit zwei Monaten studiert sie hier.

Sie sitzt in einem Café in Campusnähe, wo Studenten Chai-Lattes aus Pappbechern trinken und vor ihren Laptops sitzen, auf denen Pro-Life-Sticker kleben. Scanlan will in die Politik, seit sie sieben Jahre alt ist. Zum Patrick Henry College will sie, seit sie acht ist. Nach dem College will sie in Harvard einen Master in Jura machen, um anschließend als Richterin für den Obersten Gerichtshof zu arbeiten. Der Oberste Gerichtshof soll das Sprungbrett in die Präsidentschaftskandidatur werden. Sie erzählt diesen Plan so selbstverständlich, als rede sie über das Wetter. Gott habe sie »dazu berufen«. Scanlan hat eine laute, klare Stimme, und während sie spricht, unterstreicht sie die Sätze mit ihren Händen in der Luft.

»Mein Miss-America-Titel ist hier am College gar nichts wert«, sagt sie. »Hier sind Leute, die schon mit 18 ihr erstes Studium abgeschlossen haben, die Bücher geschrieben oder Hilfsorganisationen gegründet haben.« An dieser kleinen Uni, an der jeder jeden kennt und jeder jeden überwacht, sind der Vergleich mit den anderen und die ständige Konkurrenz ein Motor, der die Studenten zu Bestleistungen treibt. Das Versprechen, das ihnen gegeben wird, ist der amerikanische Traum: Du kannst aufsteigen, wenn du nur hart genug arbeitest. Deshalb gibt es Studenten, die morgens um drei aufstehen, um die Bibel zu lesen und den Unterricht vorzubereiten.

Spricht man mit Studenten und Absolventen, dann begreift man eine Angst, die sie alle zu teilen scheinen: die Angst davor, bedeutungslos zu sein. Sie ist wie ein Gift, das ihnen an diesem College verabreicht wird, ein Gift, das sie hungrig macht auf Macht. Absolventen schmieden Pläne, in denen sie festhalten, wie sie in zehn Jahren in den Senat gewählt werden. Wie sie sich sozial engagieren müssen. Wo sie nebenher arbeiten sollen. Hauptsache, es sieht gut aus im Lebenslauf.

Teresa Scanlan will so viele Kinder haben, wie Gott ihr schenke, sagt sie. »Und mindestens zehn adoptieren.« Die Kinder sollen zu Hause unterrichtet werden. Von wem? »Von mir natürlich, ihrer Mutter«, sagt Scanlan. Wie sie das mit ihrer Karriere vereinen will, darauf weiß sie keine Antwort. »Aber Gott wird einen Plan für mich haben.« Fragt man sie nach ihren Vorbildern, sagt sie: »Mutter Teresa und Sarah Palin.« Mutter Teresa, weil sie der Beweis dafür ist, dass ein einzelner Mensch die Gesellschaft bewegen kann. Sarah Palin, weil sie eine Frau ist, die Politik und Glauben vereint.

Könnten diese Studenten wirklich eines Tages Amerika regieren, frage ich mich nach ein paar Stunden und vielen Gesprächen auf dem Campus. Die meisten von ihnen kennen nur ihr Wohnzimmer als Klassenraum, nur ihre Geschwister als Mitschüler. Ausgerechnet diese jungen Leute wollen in die Politik, wollen einen Beruf ergreifen, der mit sozialer Verantwortung zu tun hat, wollen Entscheidungen treffen, die das Leben von Millionen Menschen bestimmen.

Aus schüchternen Erstsemestern werden filmreife Absolventen

Unsere Führung geht weiter, der nächste Programmpunkt heißt »Leben als Patrick-Henry-Student«. Fünf gut aussehende Studenten, die kurz vor ihrem Abschluss sind, beantworten den Besuchern und ihren Eltern Fragen. Die drei jungen Männer erzählen von ihren sportlichen Erfolgen, die beiden Frauen von den Freundschaften, die sie hier geschlossen haben. Eine Stunde lang reden sie; stottern dabei kein einziges Mal, räuspern sich nicht, sie sprechen kamerareif. Ich bin beeindruckt, wie aus schüchternen Erstsemestern selbstbewusste Absolventen geschliffen werden in den vier Jahren am College. Die fünf Studenten auf dem Podium können über sich selbst lachen, sie sind charmant. Sie sind an dieser Uni zu Menschen geworden, denen man vertraut.

»Ich mag ihre Art«, sagt Katie aus Texas, die am Morgen noch skeptisch war. Jetzt sagt sie: »Ich will und muss unbedingt hierher.« Die smarten Studenten auf dem Podium haben sie überzeugt. Eine so ausgezeichnete Sprecherin will sie auch eines Tages werden. Andere Unis guckt sie sich nicht mehr an. Das Patrick Henry College, das weiß sie nun, ist der Plan, den Gott für sie bereithält.

Zum Tagesabschluss werden wir Besucher in einen Keller geführt, die Kapelle, dreimal die Woche findet hier der Gottesdienst statt. Alle Studenten sind in dem Raum mit der tiefen Decke. Sie beten gemeinsam, und Michael Farris, der Gründer, predigt: »Wenn du Jesus nicht kennst, gehst du in die Hölle!«

Es gibt eine Anekdote, die Farris gern erzählt, wenn es um die Zukunft seiner Uni geht. Es ist seine Version von »Ich habe einen Traum«: »Einer meiner Studenten läuft über den roten Teppich bei der Oscar-Verleihung, um sich den Preis für den besten Film des Jahres abzuholen«, sagt er. »Sein Telefon klingelt, und der Präsident der Vereinigten Staaten ruft an, um ihm zu gratulieren. Die beiden haben sich ein Zimmer geteilt am Patrick Henry College.« Die ersten Patrick-Henry-Absolventen haben inzwischen Journalisten-, Film- und Fernsehpreise gewonnen, einer hat gerade sein Jurastudium in Harvard abgeschlossen und wird in die Politik gehen. Farris’ Traum und die Wirklichkeit, sie nähern sich einander.

Die Studenten in der Kellerkapelle singen, sie schließen die Augen und recken die Arme in die Luft. »Das ist der Vorgeschmack auf den Himmel«, sagt Farris. »Nur dass die Akustik dort besser sein wird.«

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Leserkommentare
  1. Ich bezweifele stark, dass selbst in den USA solche Leitbilder in der Schule vermittelt werden.
    Was ich mich frage ist: Wie schaffen solche Leute das Abitur ? Auch wenn es ein amerikanisches Abitur handelt, müssen doch gewisse Standarts gewahrt bleiben und welches Elternteil in Deutschland könnte fächerübergreifend alles Nötige vermitteln ? Ist das so eine Art "multiple Choice" Abitur ?

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    • NiklasM
    • 17. November 2012 22:24 Uhr

    Das habe ich mich beim Lesen des Artikels auch gefragt...

  2. ...nennt man diese Leute Taliban.

    Gruß
    Oli

    Eine Leserempfehlung
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    bringen Menschen in großem Maßstab um, während dir hier vorgestellten christlichen "Fundamentalisten" in großem Maßstab leben zu retten versuchen (Kampf gegen Abtreibung).
    Ist ein größerer Unterschied vorstellbar?

    Die Leute dieses Colleges erscheinen auch mir etwas suspekt. Aber sie mit "Taliban" auf eine Stufe zu stellen, ist ja wohl jenseits von Gut und Böse.

    • Mr. Mo
    • 17. November 2012 18:32 Uhr
    11. Inhalte

    Die Lehrinhalte staatlicher Schulen sind öffentlich einsehbar und werden sehr wohl hinterfragt. Oder warum gibt es so Institutionen von Elternabenden bis Kultusministerkonferenzen? Warum werden die Lehrer in meinem Freundeskreis regelmäßig von Eltern angerufen und um Stellungnahmen gebeten? Warum werden die zuständigen Behörden von politischen, gewählten Gremien kontrolliert? Natürlich, das klappt nicht immer optimal. Aber von fehlender Kontrolle kann wohl kaum die Rede sein.

    Und seine Meinung in einer Debatte besser verkaufen zu können heißt noch lange nicht, dass man sich in einem Thema besser auskennt und komplizierte Zusammenhänge besser verstanden hat.

    Solche Universitäten sind schon eine Gefahr für eine pluralistische Gesellschaft, auch wenn ich genug Vertrauen in die Amerikaner habe, dass so etwas nicht mehrheitsfähig wird. Dafür gibt es in den USA einfach zu viele Universitäten, die säkular und allen Meinungen gegenüber tolerant ausgerichtet sind. Harvard und Yale, die Unis der University of California...... man sollte solche Phänomene ernst nehmen, aber nicht überbewerten.

  3. Diese Zustände erinnern mich an einen Fall der sich hier in deutschland zugetragen hat, das war eine ganze Generation von jungen fanatischen Studenten die sich ideologieverblendet auf die Fahne geschrieben haben, dass "System" umstürzen zu wollen in dem Glauben sie könnten alles besser machen, und dass ihr Glauben der bessere wäre. Auch sie wurden Ferngesteuert von einer kleinen Elite, die sich davon Profit erhoffte und sie haben es geschafft, dass ihre infantiele ideologie bis heute großen Anklang findet und auch noch gelehrt wird. Nur war deren Ideologie nicht Gott, sondern sozialismus, und damit Salonfähig, und da der Einfluss bis heute reicht, wird auch nun alles verrissen, was dieser ideologie wiederspricht. Was ist schlimm an Home Shooling, wenn die richtigen Erfolge erzielt werden, und den Zahlen, die ich habe, nach werden sie das auch besser als in öffentlichen Schulen. Was ist schlimm daran, wenn man nicht die offizielle Version eines bestimmten Themas lernt sondern eine Andere (Biologieunterricht) solang es nicht deine Fähigkeiten im Leben einschränkt? Was ist schlimm daran jeden das denken, lernen und lehren zu lassen was er will, und den anderen jeweils damit in ruhe zu lassen? Zuletzt noch: Wieso darf sich" ein College mit einer solchen Mission" nicht der öffentlichkeit entziehen?
    Wieso sollten speziell sie nicht das Recht haben, nicht dem nächsten Verriss zu entgehen? Es ist merkwürdig: man versucht hier die Bekehrer zu bekehren und kritisiert dabei das bekehren

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    - Wieso sollte man von anderen Toleranz erwarten, wenn man die selbst grundsätzlich ablehnt, und im Gegenteil, den anderen mit Tod und Teufel dafür droht? - Über die _eigene_ Sexualmoral und den _eigenen_ Glauben kann hier jeder frei entscheiden. Alles, was erwartet wird, ist, dass man sich die Meinung der anderen anhört und die nicht unter Drohungen versucht auf die eigene Seite zu zwingen.
    Warum sollte jemand seine Kinder aus einer öffentlichen Schule fern halten wollen, wenn nicht, um sie der Gesellschaft und anderen Meinungen zu entziehen?

    Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/fk.

    • hg2000
    • 18. November 2012 10:04 Uhr

    Sie meinten wahrscheinlich den Nationalsozialismus. Sozialismus ist aus dem Umstand entstanden, dass im Zuge der Industrialisierung ein Großteil der Bevölkerung unter menschenunwürdigen Bedingungen ohne Rechte und ohne angemessene Entlohnung in Berkwerken und Fabriken schuften musste.

  4. "Brutkasten der "evangelikalen" Elite", sollte es wohl richtiger Weise heißen, wenn ich den Beitrag richtig verstehe?
    Bitte um Korrektur, um pauschalisierende Missverständnise zu vermeiden...

    "Evangelische" Christen (im Sinne der "Frohen Botschaft gr. eu-angelion") definieren sich über "Die Freiheit eines Christenmenschen" (Luther) und absolvieren nicht derart entmündigende "Gehirnwasch-Anstalten", die Ihrer anschaulichen Schilderung zufolge, wie der Vorhof zu Hölle erscheinen.

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    Gut, dass Sie das klarstellen. Mit solchen Leuten möchte man als Mitglied der evangelischen Kirche definitiv nicht verwechselt werden.

    Ein Mitglied der evangelischen Kirche (manchmal auch Evangelik genannt) ist nicht automatisch ein Evangelikaler, so wie ein Muslim nicht automatisch ein Islamist ist.

    Außerdem ist in dem Artikel nicht von "evangelisch" die Rede sondern von "evangelikal".

    Da braucht der Autor also nichts zu korrigieren, sondern man muss einfach nur genau lesen ;) - der Autor hat schließlich alles korrekt benannt.

  5. - Wieso sollte man von anderen Toleranz erwarten, wenn man die selbst grundsätzlich ablehnt, und im Gegenteil, den anderen mit Tod und Teufel dafür droht? - Über die _eigene_ Sexualmoral und den _eigenen_ Glauben kann hier jeder frei entscheiden. Alles, was erwartet wird, ist, dass man sich die Meinung der anderen anhört und die nicht unter Drohungen versucht auf die eigene Seite zu zwingen.
    Warum sollte jemand seine Kinder aus einer öffentlichen Schule fern halten wollen, wenn nicht, um sie der Gesellschaft und anderen Meinungen zu entziehen?

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    wenn man z.B. Lehrer für inkompetent, das schulsystem für schlecht und den Stoff für fragwürdig hält (da werte ich im übrigen nicht)
    Und wieso fühlt man sich vom Teufel bedroht, wenn man doch gar nicht an ihn glaubt? Einen Teufel gibt es in sehr vielen Religionen, sollte ein gläubiger nun seine eigene Religion verleugnen um anderen ein gutes Gefühl zu geben, oder sollten die anderen Lernen sowas zu ignorieren? Was ist davon Toleranz? Und wieso sollte man sich die Meinung von anderen anhören wenn man sie dohc gar nicht hören will? ODer wann haben sie letztens eine Fundichristenveranstaltung besucht? Wieso sollten die dann auf sie hören? Und vor allem: wann wurden sie letztens von einem Fundi bedroht? Ich noch nie, und ich wurde sogar sher höflich behandelt als ich mal eine Begegnung mit einer Gruppe hatte(irgendwelche Sektenvögel). Was wird hier stattdessen gemacht? Hier werden Menschen nach der stärke ihres Glaubens beurteilt und überall liest man wie schrecklich das doch ist. Und wie passt das zu ihrer überschrift?

  6. Gut, dass Sie das klarstellen. Mit solchen Leuten möchte man als Mitglied der evangelischen Kirche definitiv nicht verwechselt werden.

  7. Um den Gruselfaktor etwas zu steigern, hier eine BBC-Doku zum College -> http://www.youtube.com/watch?v=jfdFZG8lYJE

    Allerdings muss man auch sagen, dass Evangelikale die deutsche Schullandschaft unterwandern. Diese WDR-Doku lässt einen daher nicht minder erschauern -> http://www.planet-schule.de/sf/filme-online.php?film=8273

    Die Parallelgesellschaft ist auf dem Vormarsch! Brrrr!

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