Europa: Bon courage!
Unser wichtigster Nachbar könnte Europas schlimmster Patient werden – schuld ist ein unglaublicher Reformstau.
Vom neuen Griechenland zu sprechen wäre übertrieben, aber: Frankreich rutscht in die Rezession, die Arbeitslosigkeit frisst sich fort, das Land ist ein Verlierer der Globalisierung. Es drohen verhängnisvolle Szenarien: Verlust der Kreditwürdigkeit, soziale Unruhen, politische Handlungsunfähigkeit. Weshalb Berlin mit Bangen auf Paris blickt und fragt: Was treibt Präsident François Hollande da bloß, mit seiner Parlamentsmehrheit und am Anfang einer immerhin fünf Jahre währenden Regierungsperiode?
Der Zustand Frankreichs ist bedrückend angesichts seines Potenzials: Verbindungen in alle Welt, eine reiche Kultur, eine Weltsprache, eine moderne Wissenstradition seit Descartes und nicht zuletzt die Lebenskunst seiner Bürger, sogar Kinder kriegt man gern. Was hindert Frankreich bloß, aus alldem mehr zu machen?
Zu den wenigen Wörtern der französischen Sprache, die mit einem Großbuchstaben beginnen, zählen »Gott« und – »Staat«. Seit Kardinal Richelieus großer Zentralisierung denkt sich Frankreich staatlich. Und so sieht das Land auch aus. Öffentlicher Dienst und Staatswirtschaft beschäftigen jeden vierten Gehaltsempfänger. Diese Glücklichen genießen Sonderrechte; so sind zum Beispiel Urlaubsansprüche von vier Monaten nicht selten. Die Staatsquote liegt bei 57 Prozent, Frankreichs Ämter leiden an Übergewicht und Ineffizienz.
Allein sechs Mitglieder der 39 Minister starken Regierung streiten miteinander um Zuständigkeiten für Wirtschafts- und Finanzpolitik. Außerdem zanken sie sich um Personal, Büros und Parkplätze. Ein beredtes Beispiel, freilich nur ein kleines, jedenfalls im Vergleich mit dem Dickicht regionaler Körperschaften, das kaum mehr jemand überblickt – insgesamt sind es 60.000 Institutionen, die sich auf allerliebste Weise überschneiden. Das alles ist teuer und macht den Bürgern das Leben sauer.
Mit Folgen. In Frankreich existieren viele Kleinfirmen sowie ein paar große, aber wenige in der Mitte – dabei können doch gerade mittelgroße Betriebe flexibel und stark genug sein, weltweit mitzumischen. Sobald jedoch ein Unternehmen mehr als 49 Personen beschäftigt, setzt heilloser Bürokratenwahn ein. Da bleibt man lieber klein oder verkauft an die Großen.
Frankreichs Unternehmen müssen mehr an die Staats- und Sozialkassen abführen als ihre europäischen Konkurrenten. Die Linke findet das allerdings prima. Geschäftsleute stehen in Frankreich unter Generalverdacht, auch Hollande hat ihn genährt. Die verbreitete Verachtung von Geschäft, Gewinn und Geld rührt von fern her, aus der Zeit der Religionskriege und der Vertreibung der Hugenotten, für die wirtschaftlicher Erfolg ein Zeichen göttlicher Gnade war. Aufgefrischt wurde das Ressentiment gegen den Reichtum noch einmal durch die Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert; in der Nachkriegszeit war die KP die »stärkste der Partei’n«, wie es in der Internationalen heißt, die bis heute von der französischen Linken intoniert wird. Eine untergegangene Welt, deren Gespenster über den Klassenkonflikten des Landes schweben. Sozialpartnerschaft ist ein Ausnahmefall. Stattdessen soll der Staat eingreifen, mit rigidem Arbeitsrecht und Protektionismus: So will es die Mehrheit, die Hollande gewählt hat.
Da ist es keine Kleinigkeit, dass ausgerechnet dieser schnell unpopulär gewordene Präsident jetzt die Wettbewerbsfähigkeit des Landes thematisiert. Dem Kapital, dem er sechs Monate lang mit höheren Steuern drohte, verspricht er einen Nachlass von 20 Milliarden Euro bis 2015 – hoffentlich kein Ersatz für Strukturreformen. Das Geld soll zur Hälfte mit höherer Mehrwertsteuer aufgebracht werden, die andere Hälfte soll der Staat einsparen: Auch das wäre neu, denn die bisherigen Sparmaßnahmen gleichen bloß zusätzliche Ausgaben aus. Schon erhebt die Parteilinke die Schilde. Wird Hollande durchhalten, wird er weiter reformieren und das Haushaltsdefizit bis Ende 2013 auf drei Prozent des BIP drücken? Daran hängt Frankreichs Glaubwürdigkeit.
Sie geht die Deutschen sehr wohl etwas an. Ohne ein starkes Frankreich stünden sie allein da. Als Konrad Adenauer und Charles de Gaulle vor rund 50 Jahren den Élyséevertrag vereinbarten, war beiden klar, dass ihre Länder nur gemeinsam eine Masse bilden, die in Europa und der Welt etwas wiegt: eine der wenigen Wahrheiten, die den Kalten Krieg überdauert hat. Man müsste auch recht nationalborniert sein, um Genugtuung darüber zu empfinden, dass sich das Kräfteverhältnis zugunsten Deutschlands verschiebt. Denn leider ist die neue Lage ein Anreiz für Frankreich, den Mangel durch Koalitionen auszugleichen. Hollande war dieser Versuchung erlegen, als er gegen Angela Merkel ein Südbündnis der Euro-Zone schmiedete. Es wäre paradox, fände sich Deutschland, Machtzentrum der EU, politisch an der Peripherie wieder.
Daher, mag Hollande auch ein »Sozi« sein, sollte Merkel ihm bon courage wünschen. Und sich daran erinnern, wie schlecht es in Frankreich ankam, als ihr »lieber Nicolas« die deutschen Musterschüler pries: Berliner Besserwisserei könnte Reformen jetzt nur bremsen.
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nur weil Deutschland mit seinem gigantischen Exportüberschuss, der durch eine gezielte Umverteilung von unten nach Oben finanziert wurde, andere EU Länder so gnadenlos an die Wand regiert, muss F diesen Fehler nicht auch noch machen. Was D(Schröder) initiiert hat ist eine gnadenlosen Spirale nach unten auf dem Arbeitsmarkt!
Gott sei Dank scheint die deutsche Besserwisserei ja bei der franz. Regierung auf ordentlichen Widerstand zu stoßen.
Das deutsche Modell taugt nicht zum Vorbild. Im Gegenteil, es ist ein abschreckendes Beispiel, wie Staaten nicht miteinander umgehen sollten!
Viele können in D von Ihrem Einkommen nicht mehr leben, und die Arbeitslosenzahlen sind restlos gefaket.
Es hat ein abstoßender Kampf jeder gegen Jeden auf dem Arbeitsmarkt eingesetzt, wie er würdeloser nicht sein kann. Und letztendlich tun wir dies alles, um die grenzenlose Freiheit der Finanzhazardeure auch weiterhin zu garantieren.
Wir brauchen nicht Wettbewerb auf Teufel komm raus, auch wenn die geltende Wirtschaftsideologie dies noch und noch predigt.
Sie schreiben kritisch:
„Stattdessen soll der Staat eingreifen, mit rigidem Arbeitsrecht und Protektionismus“
Meine Meinung:
der Staat muss eingreifen, mit einem rigidem Arbeitsrecht, mit Regulierung und einer konsequenten Umfairteilung von Oben nach Unten.
"nur weil Deutschland mit seinem gigantischen Exportüberschuss, der durch eine gezielte Umverteilung von unten nach Oben finanziert wurde... "
Basierend auf der typisch falschen linksideologischen Analyse einer angeblichen Umverteilung von unten nach oben wären Exportüberschüsse finanziert worden, empfehlen Sie doch glatt genau die Rezepte mit denen die anderen Länder gerade an die Wand fahren.
Wie zynisch und rücksichtslos gegenüber den betroffenen Menschen kann man noch argumentieren, wenn man sagt:
"der Staat muss eingreifen, mit einem rigidem Arbeitsrecht, mit Regulierung und einer konsequenten Umfairteilung von Oben nach Unten."
Nur wenn man endlich von diesen linken Rezepten und Unfairteilung abläßt, besteht eine Möglichkeit, dass die Menschen zurück zu Wohlstand und zufriedenem Leben finden.
Aber anscheinend gehört es zum Kalkül erst einmal die Lebensgrundlage der Menschen zerstören zu wollen, um hernach den Verzweifelten vielleicht doch mit Erfolg vorflunkern zu können, die zig mal gescheiterten linken Systemideen wären eine Lösung.
Ihre Behauptung
"Was D(Schröder) initiiert hat ist eine gnadenlosen Spirale nach unten auf dem Arbeitsmarkt!" ist schlicht falsch.
Deutschland ist DAS VORBILD, wie man schon alleine am 4. Armuts und Reichtumsbericht sehen kann:
IV sinkende Arbeitslosenquoten
V sinkende Unterbeschäftigung ohn Verdrängung Normalarbeit (XXII)
VI sinkende SGB II Leistungen
VII gleichbleibender GINI
Bei steigender gesamtgesellschaftlichem Wohlstand
ihrer Ansicht nach soviel falsch gemacht hat, warum stehen wir im Vergleich mit anderen Staaten -nicht nur südeuropäische Länder, sondern auch Frankreich- wirtschaftlich viel besser da? Warum wandern soviele hochqualifizierte Fachkräfte aus Südeuropa nach Deutschland aus?
" nur weil Deutschland mit seinem gigantischen Exportüberschuss, der durch eine gezielte Umverteilung von unten nach Oben finanziert wurde, "
Wo ist der Sinn in diesem Satz ? Der Exportüberschuss resultiert aus der Umverteilung von unten nach oben ???
Bisher war ich immer der Auffassung, dass er dadurch entsteht, dass mehr Leistungen / Waren exportiert als importiert werden.
Bitte um Aufklärung.
"nur weil Deutschland mit seinem gigantischen Exportüberschuss, der durch eine gezielte Umverteilung von unten nach Oben finanziert wurde... "
Basierend auf der typisch falschen linksideologischen Analyse einer angeblichen Umverteilung von unten nach oben wären Exportüberschüsse finanziert worden, empfehlen Sie doch glatt genau die Rezepte mit denen die anderen Länder gerade an die Wand fahren.
Wie zynisch und rücksichtslos gegenüber den betroffenen Menschen kann man noch argumentieren, wenn man sagt:
"der Staat muss eingreifen, mit einem rigidem Arbeitsrecht, mit Regulierung und einer konsequenten Umfairteilung von Oben nach Unten."
Nur wenn man endlich von diesen linken Rezepten und Unfairteilung abläßt, besteht eine Möglichkeit, dass die Menschen zurück zu Wohlstand und zufriedenem Leben finden.
Aber anscheinend gehört es zum Kalkül erst einmal die Lebensgrundlage der Menschen zerstören zu wollen, um hernach den Verzweifelten vielleicht doch mit Erfolg vorflunkern zu können, die zig mal gescheiterten linken Systemideen wären eine Lösung.
Ihre Behauptung
"Was D(Schröder) initiiert hat ist eine gnadenlosen Spirale nach unten auf dem Arbeitsmarkt!" ist schlicht falsch.
Deutschland ist DAS VORBILD, wie man schon alleine am 4. Armuts und Reichtumsbericht sehen kann:
IV sinkende Arbeitslosenquoten
V sinkende Unterbeschäftigung ohn Verdrängung Normalarbeit (XXII)
VI sinkende SGB II Leistungen
VII gleichbleibender GINI
Bei steigender gesamtgesellschaftlichem Wohlstand
ihrer Ansicht nach soviel falsch gemacht hat, warum stehen wir im Vergleich mit anderen Staaten -nicht nur südeuropäische Länder, sondern auch Frankreich- wirtschaftlich viel besser da? Warum wandern soviele hochqualifizierte Fachkräfte aus Südeuropa nach Deutschland aus?
" nur weil Deutschland mit seinem gigantischen Exportüberschuss, der durch eine gezielte Umverteilung von unten nach Oben finanziert wurde, "
Wo ist der Sinn in diesem Satz ? Der Exportüberschuss resultiert aus der Umverteilung von unten nach oben ???
Bisher war ich immer der Auffassung, dass er dadurch entsteht, dass mehr Leistungen / Waren exportiert als importiert werden.
Bitte um Aufklärung.
Hans-Olaf Henkel, Wilhelm Hankel und andere predigen schon seit Jahren, dass es um Frankreich nicht gut bestellt ist. Dass das Land mit seiner Wirtschaftsleistung eher den südlichen Staaten zuzurechnen ist, als auf einer Stufe mit Deutschland zu stehen. Es waren zudem vorrangig französische Banken, die durch die Krise in Schieflage gerieten, weshalb der Staat auf die Rettung drängte und alle bisherigen Vereinbarungen sowie deutsche Interessen pulverisieren konnte. Alles nachlesbar. Durch die sich abzeichnende Entwicklung wird zudem deutlich, was die "deutsch-französische Freundschaft" eigentlich ist - ein einseitiges Ausnutzungsverhältnis unter dem Deckmantel von Freundschaft und Solidarität. Solange das Verhältnis aber zu einer Frage von Krieg und Frieden hochstilisiert wird und dadurch nicht in Zweifel gezogen wird, werden Deutschland & Co. für die Schwäche der anderen und letztlich auch Frankreich gerade stehen. Just hat irgendein französischer Minister im Radio gefordert, dass Deutschland die Löhne und Sozialleistungen erhöhen müsse um den deutschen Binnenmarkt zu stimulieren und so Europa aus der Krise zu ziehen. Wenn diese Entwicklung nicht jetzt gestoppt wird, wird das böse Erwachen irgendwann umso böser und einen tiefen Graben zwischen die Nationen reißen - damit dürfte dann nicht nur der Euro, sondern die europäische Union an sich zum Scheitern verdammt sein.
" Just hat irgendein französischer Minister im Radio gefordert, dass Deutschland die Löhne und Sozialleistungen erhöhen müsse um den deutschen Binnenmarkt zu stimulieren und so Europa aus der Krise zu ziehen."
Auch wenn ich die französische Variante ausdrücklich nicht auf Deutschland übertragen möchte, stimme ich dem franz- Minister zu 100% zu.
Wir generieren unseren Wohlstand auf Kosten der andern EU-Länder und der deutschen Arbeitnehmerschaft.
>>Hans-Olaf Henkel, Wilhelm Hankel und andere predigen schon seit Jahren, dass es um Frankreich nicht gut bestellt ist. Dass das Land mit seiner Wirtschaftsleistung eher den südlichen Staaten zuzurechnen ist, als auf einer Stufe mit Deutschland zu stehen.<<
Was ich von Typen wie Herrn Henkel und deren Predigten halte, ist eindeutig redaktionell zensurwürdig, drum schreibe ich es einfach mal nicht. Diplomatisch formuliert, pfeife ich auf diese Deppen.
Und woher kommt eigentlich dieser absolut idiotische Gedanke, die Franzosen wären wirtschaftlich soviel schlechter?
'Auf einer Stufe mit Deutschland' - da kommt mir die Galle hoch bei derartiger Arroganz, die aus diesen Worten spricht.
In den seligen Zeiten vor dem Euro war der Tauschkurs FF zu DM immer irgendwie 3:1, über Jahre hinweg. Frankreichs Wirtschaft war also irgendwie schwächer, stimmt. Aber sie war stabil schwächer.
>>Es waren zudem vorrangig französische Banken, die durch die Krise in Schieflage gerieten, weshalb der Staat auf die Rettung drängte und alle bisherigen Vereinbarungen sowie deutsche Interessen pulverisieren konnte.<<
Deutsche Landesbanken, HRE, Commerzbank - die haben sich alle nicht aus Gier verzockt?
War da nicht was?
Und ich kann mich nicht erinnern, daß Frankreich Frau Merkels Kasperleregierung zur Bankenrettung auffordern mußte, das haben die schon ganz allein hingekriegt. Und man hat deutsche Banken und deutsches Kapital gerettet - auch in Irland, zum Beispiel.
[...]
" Just hat irgendein französischer Minister im Radio gefordert, dass Deutschland die Löhne und Sozialleistungen erhöhen müsse um den deutschen Binnenmarkt zu stimulieren und so Europa aus der Krise zu ziehen."
Auch wenn ich die französische Variante ausdrücklich nicht auf Deutschland übertragen möchte, stimme ich dem franz- Minister zu 100% zu.
Wir generieren unseren Wohlstand auf Kosten der andern EU-Länder und der deutschen Arbeitnehmerschaft.
>>Hans-Olaf Henkel, Wilhelm Hankel und andere predigen schon seit Jahren, dass es um Frankreich nicht gut bestellt ist. Dass das Land mit seiner Wirtschaftsleistung eher den südlichen Staaten zuzurechnen ist, als auf einer Stufe mit Deutschland zu stehen.<<
Was ich von Typen wie Herrn Henkel und deren Predigten halte, ist eindeutig redaktionell zensurwürdig, drum schreibe ich es einfach mal nicht. Diplomatisch formuliert, pfeife ich auf diese Deppen.
Und woher kommt eigentlich dieser absolut idiotische Gedanke, die Franzosen wären wirtschaftlich soviel schlechter?
'Auf einer Stufe mit Deutschland' - da kommt mir die Galle hoch bei derartiger Arroganz, die aus diesen Worten spricht.
In den seligen Zeiten vor dem Euro war der Tauschkurs FF zu DM immer irgendwie 3:1, über Jahre hinweg. Frankreichs Wirtschaft war also irgendwie schwächer, stimmt. Aber sie war stabil schwächer.
>>Es waren zudem vorrangig französische Banken, die durch die Krise in Schieflage gerieten, weshalb der Staat auf die Rettung drängte und alle bisherigen Vereinbarungen sowie deutsche Interessen pulverisieren konnte.<<
Deutsche Landesbanken, HRE, Commerzbank - die haben sich alle nicht aus Gier verzockt?
War da nicht was?
Und ich kann mich nicht erinnern, daß Frankreich Frau Merkels Kasperleregierung zur Bankenrettung auffordern mußte, das haben die schon ganz allein hingekriegt. Und man hat deutsche Banken und deutsches Kapital gerettet - auch in Irland, zum Beispiel.
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Wie so oft in diesen Tagen machen deutsche Medien und Politiker das, was sie am liebsten tun: "Besorgnis" darüber zu äußern, dass man in Frankreich noch keine Agenda 2010 gemacht hat.
Dass man einfach sagt, Staatsanteil reduzieren, Sozialabbau betreiben und Arbeitsrecht "flexibiliseren" (Flexibilität geht natürlich immer nur in eine Richtung), geht sowohl an den Gründen für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschland, als auch für den aktuellen Misserfolg Frankreichs vorbei.
Es gibt viele Gründe für das auseinanderdriften: Frankreich verkraftet einen starken Euro schwerer, seine Unternehmen sind weniger im High-End-Segment aktiv, das deutsche duale Ausbildungssystem, die Ausgaben für R&D sind niedriger und die Reallöhne sanken in Deutschland, so dass Industriearbeit in Deutschland mittlerweile billiger ist.
Warum konnte man in Deutschland eine Stagnation der nominellen Gehälter und eine Absenkung der Reallöhne durchsetzen? Erstens, aufgrund des deutschen Modells des Dialogs zwischen Tarifpartnern. Wer setzt das gerade in Frankeich um? Richtig, Präsident Hollande. Zweitens, die deutschen Arbeitnehmer konnten ein Absenken der Löhne aufgrund der vergleichsweise niedrigen Mieten verkraften. In Frankreich ist das nicht so.
Hier fehlt der Platz, um weiter ins Detail zu gehen, aber es gibt in der französischen Presse viele gute Analysen und Vergleiche beider Länder von Wissenschaftlern, so dass es doch sehr enttäuschend ist, hier erneut das Mantra "macht eine Agenda!" zu lesen.
...Sie sehen die Lage viel zu differenziert.
Sie sollten es lieber auch mal aus der verengten, neoliberalen Sicht betrachten! Dann werden auch Sie feststellen (müssen): Ist alles alternativlos!
Dass knallharte Reformen ein Land sicher aus der Rezession holen (und dafür in die Depression drängen - Mist, bitte ignorieren, ich bin aus der Rolle gefallen.), sehen wir doch gerade an den Beispielen Griechenland, Spanien und Portugal. Dort herrscht breite Zufriedenheit.
Alles wird gut!
...Sie sehen die Lage viel zu differenziert.
Sie sollten es lieber auch mal aus der verengten, neoliberalen Sicht betrachten! Dann werden auch Sie feststellen (müssen): Ist alles alternativlos!
Dass knallharte Reformen ein Land sicher aus der Rezession holen (und dafür in die Depression drängen - Mist, bitte ignorieren, ich bin aus der Rolle gefallen.), sehen wir doch gerade an den Beispielen Griechenland, Spanien und Portugal. Dort herrscht breite Zufriedenheit.
Alles wird gut!
" Just hat irgendein französischer Minister im Radio gefordert, dass Deutschland die Löhne und Sozialleistungen erhöhen müsse um den deutschen Binnenmarkt zu stimulieren und so Europa aus der Krise zu ziehen."
Auch wenn ich die französische Variante ausdrücklich nicht auf Deutschland übertragen möchte, stimme ich dem franz- Minister zu 100% zu.
Wir generieren unseren Wohlstand auf Kosten der andern EU-Länder und der deutschen Arbeitnehmerschaft.
Ja, Ihnen gebe ich recht. Und es ist nicht nur Montebourg der auf diese Gedanken kommt.
Meine Gedanken sind, Deutschland hat Angst seine Buergschaften zahlen zu muessen.Deshalb soll ueberall gespart werden. Da dies nicht funktioniert, wird diese Angst berechtigt und jeden Tag mehr.Da wir zweitstaerkster zahler sind, wird nun Francebashing betrieben.
Aber halooo? Wir sind ein souveraener Staat. Wir machen was wir wollen.Ist das so schwer nach Deutschland zu uebermitteln? Wenn wir kranke Mann sind, na und? Wir haben alles moegliche schon ueberlebt.Wir sind auch gemeinsam mal arm. Ja, Deutschland sollte USA fragen um ein Bundesstaat von Amerika zu werden.
Die Niederlande geraten gerade in eine rzession, werden die jetzt auch als faul bezeichnet?
Weiter so Deutschland, Ihr isoliert Euch von allein, keiner hat Euch dahin getrieben.
Nicht "wir" (wen immer sie darunter verstehen mögen) generieren "unseren Wohlstand" auf Kosten "der deutschen Arbeitnehmerschaft", sondern diese (ich würde sagen, die arbeitende Bevölkerung in Deutschland) generiert den Wohlstand Deutschlands.
Ja, Ihnen gebe ich recht. Und es ist nicht nur Montebourg der auf diese Gedanken kommt.
Meine Gedanken sind, Deutschland hat Angst seine Buergschaften zahlen zu muessen.Deshalb soll ueberall gespart werden. Da dies nicht funktioniert, wird diese Angst berechtigt und jeden Tag mehr.Da wir zweitstaerkster zahler sind, wird nun Francebashing betrieben.
Aber halooo? Wir sind ein souveraener Staat. Wir machen was wir wollen.Ist das so schwer nach Deutschland zu uebermitteln? Wenn wir kranke Mann sind, na und? Wir haben alles moegliche schon ueberlebt.Wir sind auch gemeinsam mal arm. Ja, Deutschland sollte USA fragen um ein Bundesstaat von Amerika zu werden.
Die Niederlande geraten gerade in eine rzession, werden die jetzt auch als faul bezeichnet?
Weiter so Deutschland, Ihr isoliert Euch von allein, keiner hat Euch dahin getrieben.
Nicht "wir" (wen immer sie darunter verstehen mögen) generieren "unseren Wohlstand" auf Kosten "der deutschen Arbeitnehmerschaft", sondern diese (ich würde sagen, die arbeitende Bevölkerung in Deutschland) generiert den Wohlstand Deutschlands.
1. vielleicht ist Frankreich dadurch zu retten, das Deutschland Frankreich beitritt.
2. Denkungsart: in Deutschland denkt man: "Was ist das?" und investiert viel in diese Frage. Versuche diese Frage zu beanworten hat viel abgeworfen: Atomkraftwerke, Benzinmotoren, und nun soll die digitale Revolution folgen, die Startkapital braucht. In Frankreich steckt man viel mehr Energie in die Frage: Wie lebt man ein gutes Leben! Und bei der Beantwortung dieser Frage kommt viel Moral bei rum, wahrscheinlich gibt es deswegen einen Mindestlohn, und menschliches Arbeiten ist eigentlich sowieso nur mit 4 Monaten Ferien moeglich, am besten 35 Stunden Woche und der Staat ist Arbeitgeber, alle sind solidarische miteinander verbunden.
3. Schade dass sich die Tugenden dieser beiden Laender nicht vereinigen koennen auf diesem bunten Kontinent. Anstelle dessen soll alles gleichgemacht werden und dieses UNI-Modell wischt alle Unterschiede aus. Sehr, sehr traurig.
4. Ob die Franzosen alles so mitmachen werden, klaglos wie viele Deutsche, das wird die Zukunft zeigen: ja es stimmt die Hugenotten wurden rausgeschmissen aus Frankreich und habe Betriebe in Norddeutschland gegruendet, es gibt ein Hugenotten Gymnasium in Berlin, ABER:
die Revolution 1789 (?) fand in Paris statt und nicht in Duesseldorf, Muenchen oder Berlin, das ja damals noch ein Dorf war...
Tja, schönes Leben für alle! Klingt gut.
Fehlt nur noch der Weihnachtsmann, der das alles finanziert.
"(...), aber die Revolution 1789 fand in Paris statt und nicht in Duesseldorf, Muenchen oder Berlin, das ja damals noch ein Dorf war..."
Berlin hatte 1789 nahezu 150.000 Einwohner, war Hauptstadt Preußens, Königssitz etc. ...
Und was nutzt es nun Frankreich in seiner derzeitigen Krise, dass die Revolution 1789 in Paris stattfand, und nicht in Deutschland?
Tja, schönes Leben für alle! Klingt gut.
Fehlt nur noch der Weihnachtsmann, der das alles finanziert.
"(...), aber die Revolution 1789 fand in Paris statt und nicht in Duesseldorf, Muenchen oder Berlin, das ja damals noch ein Dorf war..."
Berlin hatte 1789 nahezu 150.000 Einwohner, war Hauptstadt Preußens, Königssitz etc. ...
Und was nutzt es nun Frankreich in seiner derzeitigen Krise, dass die Revolution 1789 in Paris stattfand, und nicht in Deutschland?
...die Mühe einer Analyse schenkt man sich auf der anderen Seite des politischen Spektrums einfach gleich und lügt einfach mal direkt drauflos:
Das ist schlichtweg falsch: Der Gini-Koeffizient steigt weltweit und in Deutschland sogar schneller als in anderen Ländern. Der Einfachheit halber mal schnell wikipedia:
" Vor allem von Mitte der 1980er Jahre bis Mitte der 1990er Jahre war eine deutliche Erhöhung zu beobachten. Seitdem hat sich die Ungleichheit erneut, wenngleich nur leicht erhöht. In beiden Zeitspannen hat die Ungleichheit in Deutschland schneller zugenommen als im OECD-Mittel."
de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Länder_nach_Einkommensverteilung
Die weiteren Ihrer zitierten Punkte sind unter Berücksichtigung der tatsächlichen Arbeitslosigkeit, also derer die herrschte, wenn der Steuerzahler nicht Arbeitsplätze bei höchst prosperierenden Unternehmen quersubventionierte ebenfalls fragwürdig bis falsch, aber davon kommt es ja schon gar nicht mehr an.
"Bei steigender gesamtgesellschaftlichem Wohlstand"
Muhahahaha....ja, aber hallo. Wenn morgen EIN Deutscher 1000 Milliarden geschenkt bekäme, dann wäre der gesamtgesellschaftliche Wohlstand auch gestiegen. In Deutschland gibt es sinkende Reallöhne bei quasi unablässigem Wirtschaftswachstum. DAS ist ein Fakt.
>>Hans-Olaf Henkel, Wilhelm Hankel und andere predigen schon seit Jahren, dass es um Frankreich nicht gut bestellt ist. Dass das Land mit seiner Wirtschaftsleistung eher den südlichen Staaten zuzurechnen ist, als auf einer Stufe mit Deutschland zu stehen.<<
Was ich von Typen wie Herrn Henkel und deren Predigten halte, ist eindeutig redaktionell zensurwürdig, drum schreibe ich es einfach mal nicht. Diplomatisch formuliert, pfeife ich auf diese Deppen.
Und woher kommt eigentlich dieser absolut idiotische Gedanke, die Franzosen wären wirtschaftlich soviel schlechter?
'Auf einer Stufe mit Deutschland' - da kommt mir die Galle hoch bei derartiger Arroganz, die aus diesen Worten spricht.
In den seligen Zeiten vor dem Euro war der Tauschkurs FF zu DM immer irgendwie 3:1, über Jahre hinweg. Frankreichs Wirtschaft war also irgendwie schwächer, stimmt. Aber sie war stabil schwächer.
>>Es waren zudem vorrangig französische Banken, die durch die Krise in Schieflage gerieten, weshalb der Staat auf die Rettung drängte und alle bisherigen Vereinbarungen sowie deutsche Interessen pulverisieren konnte.<<
Deutsche Landesbanken, HRE, Commerzbank - die haben sich alle nicht aus Gier verzockt?
War da nicht was?
Und ich kann mich nicht erinnern, daß Frankreich Frau Merkels Kasperleregierung zur Bankenrettung auffordern mußte, das haben die schon ganz allein hingekriegt. Und man hat deutsche Banken und deutsches Kapital gerettet - auch in Irland, zum Beispiel.
[...]
>>Solange das Verhältnis aber zu einer Frage von Krieg und Frieden hochstilisiert wird und dadurch nicht in Zweifel gezogen wird, werden Deutschland & Co. für die Schwäche der anderen und letztlich auch Frankreich gerade stehen.<<
Die deutsch-französische Freundschaft IST eine Frage von Krieg und Frieden in Europa, denn solange wir zusammenstehen, wird es keinen physischen Krieg in Europa geben.
Und Europa besteht auch aus der Verpflichtung, für andere geradezustehen, auch wenn die Briten das möglicherweise gerne anders sehen oder sehen möchten.
Das eine derartige Verpflichtung nicht ewig weit reichen kann und ökonomischen Selbstmord nicht einschließt, bedarf wohl keiner Diskussion. Wenn Frankreich fällt, fällt Deutschland auch und mit uns der Euro - nun dann fällt er eben, ich werde ihn nicht beweinen!
>>Just hat irgendein französischer Minister im Radio gefordert, dass Deutschland die Löhne und Sozialleistungen erhöhen müsse um den deutschen Binnenmarkt zu stimulieren und so Europa aus der Krise zu ziehen.<<
Und recht hat er!
Ein Abbau des Ungleichgewichtes in den Handelsbilanzen wird nicht nur von französischen Ministern als zwingend logisch betrachtet. Ob man da Hartz IV erhöhen muß, sei dahingestellt. Aber steigende Löhne wären in D mal sehr angesagt.
Aber da wir ja gerade in die Krise rutschen, werden Herr Henkel und seine Prediger sicher bald 'mäßigende Lohnabschlüsse' fordern.
Da wette ich 'nen Euro drauf - solange er noch da ist.
>>Solange das Verhältnis aber zu einer Frage von Krieg und Frieden hochstilisiert wird und dadurch nicht in Zweifel gezogen wird, werden Deutschland & Co. für die Schwäche der anderen und letztlich auch Frankreich gerade stehen.<<
Die deutsch-französische Freundschaft IST eine Frage von Krieg und Frieden in Europa, denn solange wir zusammenstehen, wird es keinen physischen Krieg in Europa geben.
Und Europa besteht auch aus der Verpflichtung, für andere geradezustehen, auch wenn die Briten das möglicherweise gerne anders sehen oder sehen möchten.
Das eine derartige Verpflichtung nicht ewig weit reichen kann und ökonomischen Selbstmord nicht einschließt, bedarf wohl keiner Diskussion. Wenn Frankreich fällt, fällt Deutschland auch und mit uns der Euro - nun dann fällt er eben, ich werde ihn nicht beweinen!
>>Just hat irgendein französischer Minister im Radio gefordert, dass Deutschland die Löhne und Sozialleistungen erhöhen müsse um den deutschen Binnenmarkt zu stimulieren und so Europa aus der Krise zu ziehen.<<
Und recht hat er!
Ein Abbau des Ungleichgewichtes in den Handelsbilanzen wird nicht nur von französischen Ministern als zwingend logisch betrachtet. Ob man da Hartz IV erhöhen muß, sei dahingestellt. Aber steigende Löhne wären in D mal sehr angesagt.
Aber da wir ja gerade in die Krise rutschen, werden Herr Henkel und seine Prediger sicher bald 'mäßigende Lohnabschlüsse' fordern.
Da wette ich 'nen Euro drauf - solange er noch da ist.
...Sie sehen die Lage viel zu differenziert.
Sie sollten es lieber auch mal aus der verengten, neoliberalen Sicht betrachten! Dann werden auch Sie feststellen (müssen): Ist alles alternativlos!
Dass knallharte Reformen ein Land sicher aus der Rezession holen (und dafür in die Depression drängen - Mist, bitte ignorieren, ich bin aus der Rolle gefallen.), sehen wir doch gerade an den Beispielen Griechenland, Spanien und Portugal. Dort herrscht breite Zufriedenheit.
Alles wird gut!
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