GlobalisierungUnsere Zukunft klingt nach Katastrophe
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Alle Generationen müssen zusammen und nicht gegeneinander arbeiten

5. Staatsfinanzen

Wir erben einen gigantischen Schuldenberg und investieren bald jeden vierten Euro in die Finanzierung der Zinsen. Dieser Trend muss aufgehalten werden! Wir müssen fragwürdige Steuerfluchtmöglichkeiten konsequent abbauen, Steuerbetrug härter ahnden und eine Finanztransaktionssteuer einführen. Durch kluges Sparen an den richtigen Stellen werden Mittel frei für Kinderbetreuung, Bildung und den demografiefesten Umbau der Infrastruktur. Auf europäischer Ebene bedarf es Schritte, um die Haushalte zu konsolidieren und dafür zu sorgen, dass Banken nicht mehr nach dem Prinzip »too big to fail« mit Steuergeld gerettet werden müssen.

6. Umwelt

Wir fordern eine nachhaltige Lebensweise. Das Staatsziel Umweltschutz im Artikel 20a des Grundgesetzes muss verschärft werden, um zu verhindern, dass der Umweltschutz Leidtragender politischer und wirtschaftlicher Konkurrenzkämpfe wird. Der Artikel muss künftig Pflichten enthalten, die als subjektive Rechte gerichtlich eingefordert werden können. Die Energiewende hin zur vollständigen Nutzung von erneuerbaren Energien muss bis 2050 geschafft werden.

7. Bildung

Wir wollen erstklassige Bildungschancen von der frühkindlichen Betreuung bis zum Studium – für alle, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Und: In einer europäisierten und globalisierten Welt haben 16 Schulsysteme nur noch wenig Sinn. Die Länder müssen Kompetenzen in der Bildungspolitik an den Bund abgeben.

8. Familie und Geschlechtergerechtigkeit

Alle Menschen haben ein Recht auf Chancengleichheit. Kinder dürfen keinen finanziellen Ruin oder das Ende der Karriere bedeuten. Das Ehegattensplitting ist Geschichte! Unterstützt Familien mit Kindern und erkennt die Verantwortung der Wirtschaft. Kitas statt Boni: Große Unternehmen müssen gesetzlich verpflichtet werden, eine Kinderbetreuung einzurichten. Befreit, was frei ist: Die »eingetragene Lebenspartnerschaft« soll alle Rechte und Pflichten der Ehe erhalten.

9. Europa und Integration

Europa braucht mehr Demokratie! Wir fordern ein legislatives Initiativrecht für das Europäische Parlament und eine von ihm gewählte Kommission. Das Zusammenleben in der EU wollen wir stärken, etwa durch bessere europaweite Anerkennung von Studien- und Ausbildungsabschlüssen und -zeiten. Wer bei uns lebt, gehört zu uns. Wir brauchen frühkindliche Sprach- und Bildungsförderung, interkulturelle Kompetenzen im öffentlichen Dienst und offene Angebote zur Einbürgerung wie die doppelte Staatsbürgerschaft. Eine Leitkultur lehnen wir ab, denn unser Europa lebt von der gleichberechtigten Teilhabe aller hier lebenden Menschen und ihren unveräußerlichen Menschenrechten.

10. Jung und Alt gemeinsam!

Alle Generationen müssen zusammen und nicht gegeneinander arbeiten. Lasst uns mehr Patenschaften und Partnerschaften für junge Menschen in Schule, Ausbildung und Studium initiieren. Wir fordern auch die Älteren auf, vor Ort für Mehrgenerationenhäuser und Formen des solidarischen Zusammenlebens zu kämpfen. Investiert in die Zukunft statt in Kreuzfahrten!

Es liegt an uns, den Wandel nicht einfach hinzunehmen, gleich einem Sturm, der über uns hinwegfegt. Wir müssen selbst aktiv werden: in den Parteien, den Unternehmen, der Zivilgesellschaft. Denn wir haben eine gemeinsame Mission. Wir müssen Verantwortung übernehmen für das bedeutendste Projekt unseres Lebens: die Zukunft.

Die Website der Initiative: daszukunftsmanifest.de

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Leserkommentare
  1. Was wäre, wenn die Menschen tatsächlich weniger egoistisch wäre, als es uns die Geitz-ist-geil-Mentalität der heutigen Zeit glauben machen will?

    Soll keiner der heute herrschenden Generation sagen, die Jungen wären unpolitisch. Dieses Manifest belegt den da Kommenden einen politischen Gemeinsinn über Parteigrenzen hinweg, der die irrationale Egomanie der heute in Wirtschaft und Politik regierenden zu überwinden sucht. Das Postulat eines nachhaltigen, plebiszitären Gesellschaftsvertrags ist umsetzbare Vision, was der heutigen Politik rundum schlicht fehlt. Im Zentrum der Mensch, nicht sein Vorteil. Welch fürchterliche Blamage für die heute Verantwortlichen, dass ihr Erbe ihnen nicht folgt.

    Es ist ein Funken Hoffnung in dieser Zeit.

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  2. ...an ZO für die Veröffentlichung. Spricht mir, und mit Sicherheit dem Großteil unserer Gesellschaft, vollstens aus der Seele.
    Dazu fällt mir die Rede eines 12-jährigen Mädchens von 1992 ein, die soviele berührt hat. Abgeordnete aus aller Welt haben gebannt zugehört, mit Wahrscheinlichkeit sind sogar 1-2 Tränchen geflossen... doch 5 Minuten später war alles wieder vergessen.

    Das Mädchen, dass die Welt für 5 Minuten zum Schweigen brachte...:
    http://www.youtube.com/wa...

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    ...auch vor den UN, hochrangige Politikerkinder, ausgebildet an Eliteschulen und aufgewachsen in Elitehaushalten, daraus kann nichts entstehen, verlogene Appelle, der Mensch will nicht hören, also muß er fühlen, nicht Satte, Reiche werden ändern.

    • TimmyS
    • 25. November 2012 19:32 Uhr

    Ich kannte dieses Video noch nicht, aber es ist Wahnsinn, wie aktuell diese Rede passt.

    Danke dafür.

  3. Dieses sog. "Manifest" leidet genau wie andere Pamphlete dieser Art an seiner mangelnden Klarheit. Es wird mit vielen schönen Schlagwörtern und Worthülsen (liquid democracy, Transparenz etc.) gearbeitet, ohne zu präzisieren was die Unterzeichner genau darunter verstehen, und wie genau die demokratischen, wirtschaftlichen und sozialen Prozesse dahingehend umgestaltet werden sollen. Ich kann mir nicht helfen, aber für mich verbleibt das alles auf dem Niveau politischer Sonntagsreden.

    Ganz abgesehen davon, dass manche Vorschläge realitätsfern sind. Selbstverständlich kann nicht jeder einzelne Steuerbürger auf seiner Steuererklärung angeben, wofür er denn gerne seine Steuer ausgegeben sehen würde. Dies würde ja jeder ernsthaften Ausgabenplanung den Boden entziehen. Die Bürger können und sollen über Haushaltspolitik bei Wahlen entscheiden, nicht bei Steuererklärungen.

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    • edgar
    • 25. November 2012 11:11 Uhr

    ... was nicht wahr sein darf:
    "Selbstverständlich kann nicht jeder einzelne Steuerbürger auf seiner Steuererklärung angeben, wofür er denn gerne seine Steuer ausgegeben sehen würde. Dies würde ja jeder ernsthaften Ausgabenplanung den Boden entziehen. "

    Immer wieder die an den Haaren herbeigezogenen und dann als Sachzwänge verkauften Argumente.
    Es ist doch zunächst einmal eine Frage der Ausgestaltung - aber wenn Ihnen da die Kreativität fehlt ....

    Ferner: Ich habe die Aussage des Manifestes so verstanden, dass man Präferenzen setzen kann, also z.B. über 10 bis 25 Prozent der Verwendung (erste Frage der Ausgestaltung).

    Außerdem: Dies ist ja schon heute möglich, indem man einen Teil seines zu versteuernden Einkommens an bestimmte Organisationen spendet (mögen Sie vielleicht nicht wissen ?).

    Im Übrigen: welche Grundlage hat denn die heutige Ausgabenplanung ?

    Sie können doch immer wieder lesen, wie erstaunt man über die zusätzlichen oder geringeren Steuereinnahmen ist ....

    Amtlich ist doch nur, dass wir Schulden machen, weil eben nicht seriös geplant wird ...

  4. in den meisten Punkten ueberein, aber bitte streichen sie diesen Satz: "Investiert in die Zukunft statt in Kreuzfahrten!" Ich denke, da wird sich der Durchschnittsrentner dann doch verhoehnt vorkommen.

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    überhaupt nicht leisten kann. Da muß ich mich doch immer wieder wundern, was sich junge Leute, meist aus gutem Hause, so vorstellen, was ein "Durchschnittsrentner", kein Beamter, kein Arzt, kein Anwalt, kein Steuerberater, um nur einige Klientel zu nennen, was die monatlich beziehen? Die Renten heute liegen je nach Einzahldauer und Beitragshöhe heute zwischen 750,- und 2400,-€, wobei der letztgenannte Betrag, die Wenigsten beziehen! Der Durchschnitt dürfte bei 1.200,- bis 1.400,- € liegen. Davon Kreutzfahrt? Doch wohl eher nicht! Ich möchte mit diesem Beitrag mit Sicherheit nicht eine Neiddebatte entfachen, wenn ich etwas hasse, dann diesen Ausdruck. Wie kann ich auf etwas neidisch sein, was ich eh nie bekommen werde, bzw. kann? Deshalb finde ich den Beitrag der jungen Leute sehr, sehr gut!!! Nur das mit den Kreutzfahrten, ist mir unangenehm aufgefallen, deshalb meine Anwort auf den Post (5). Ansonsten gebe ich ihnen voll und ganz Recht mit dem was sie schreiben!!!

    • RPT
    • 25. November 2012 9:31 Uhr

    Und warum forumliert ihr dann eine?

    Bei Leitkultur geht es doch nicht um Gartenzwerge, Salzkartoffeln mit Sauerkraut, die Ärzte und Sonntags in die Kirche und anschließend den Opel waschen, sondern um die politischen und soziologischen Rahmenbedingungen auf denen die hiesige Gesellschaft augebaut wird (und die eben nicht die einer archarischen, religös-dogmatischen Machokultur sein sollen).

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  5. Das bedeutendste Projekt im Leben der Menschen ist:

    "DIE GEGENWART".

    Das Leben jedes Menschen findet in der Gegenwart und nicht in der Zukunft statt.

    ....dieser "Ansatz" ist für mich plausibler....denn der andere funktioniert
    schon seit "Menschengedenken" nicht.....obwohl immer wieder propagiert.

    14 Leserempfehlungen
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    • edgar
    • 25. November 2012 10:32 Uhr

    hinleben, da ohne Plan und ohne Ziel und vor Allem ohne Verantwortung:
    "Das Leben jedes Menschen findet in der Gegenwart und nicht in der Zukunft statt."
    Frei nach dem Motte: "verspielen wir heute das, was wir haben, bevor es uns eine anderer nimmt."

    Wenn es so wäre, wie Sie schrieben, bräuchten wir nicht zur Schule zu gehen, nicht zu studieren und keine Ausbildung anzufangen.
    Wir bräuchten keine Bäume pflanzen und keine Häuser bauen.

    Auch die meisten anderen Dinge hätten wenig Sinn.

    Der Mensch ist durch sein Bewusstsein ein Wesen, das auch in die Zukunft denkt.
    Im Übrigen ist für ihn auch die Vergangenheit wichtig.

    Dies zu bestreiten hieße, den Menschen zu verneinen.

    Im Augenblick sind wir dabei - wie der Artikel aufzeigt - die Zukunft zu "verkacken", den Planeten zu verkaufen. Das kann nur denjenigen gefallen, die noch mit zwanzig Jahren und weniger Lebenszeit rechnen. Mit Udo Lindenberg: "... bis der Arsch im Sarge liegt".

    Das Gegenkonzept heißt Nachhaltigkeit und dies ist ein auf die Zukunft bezogener Begriff.

    • S0T86
    • 25. November 2012 11:49 Uhr

    Nur die Gegenwart im Blick zu haben ist genau das Problem, das wir gerade haben. Was notwendig ist, ist Weitsicht und Nachhaltigkeit. Der Materialismus/Hedonismus und die gegenwärtige Lustmaximierung hat uns in dieses Problem erst hineingeführt.

    Wenn sie sich Fragen wie Generationengerechtigkeit, Schuldenberg, Umweltschutz und Bildungschancen anschauen, dann sind es genau die Themengebiete, die über heute hinausreichen und meiner Meinung nach die Kernthemen verantwortungsvoller Politik darstellen sollten.

    • AZ
    • 25. November 2012 9:37 Uhr

    ... denen ich mich weitgehend anschliesse. Schade allerdings, dass ich das mit meinem Wahlzettel nicht zum Ausdruck bringen kann. Punkt 1 zu implementieren wäre ja schon ein Schritt in die richtige Richtung, würde aber nicht mal reichen.

    Also, liebe Verfasser des Manifests, tretet aus und gründet Eure eigene Partei - meine Stimme habt Ihr dann! Bis dann ist meine einzige Hoffnung, dass die Piraten eine Mitbestimmung entwickeln, die über die Wahl zwischen rechts und links (in je zwei Farbtönen) hinausgeht.

    Deweiteren bleibt vieles in der Liste leider auf der Ebene der Forderungen, die ja einigermassen wohlfeil sind. Klar, man muss mit den Zielen anfangen, aber alles steht und fällt mit den Plänen zu deren Realisierung. Gerade der Punkt "Staatsfinanzen" steht doch in direktem Konflikt mit einigen anderen Wünschen.

    Bitte weitermachen! Ein Zeichen der Hoffnung in frustrierenden Zeiten.

    7 Leserempfehlungen
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    • Bregens
    • 25. November 2012 15:12 Uhr

    .
    Hier sind 10 Thesen konkret in politische Maßnahmen umgesetzt:

    http://www.die-linke.de/f...

    Jetzt kommt für Einige die große Überraschung: Es sind nicht SED-Kader und Mauerschützen, sondern es gibt dort hochqualifizierte Wirtschafts- und Finanzfachleute, die die Frage nach der Finanzierung gleich mit beantworten.

    Wer den Parteieneinheitsbrei weiter wählt, darf sich nicht beklagen, wenn jemand, der den Anspruch der Bürger auf Demokratie und den Sozialstaat negiert, diese Pläne in die Tat umsetzt.

    Volker Pispers kann das pointierter erläutern:
    http://www.youtube.com/wa...

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