BrettspielSchach

von Helmut Pfleger

Schachaufgabe

"Hat einer 30 Jahr vorüber, so ist er schon so gut wie tot, am besten wär’s, Euch zeitig totzuschlagen." ("Faust II")

Gott sei Dank ist Christoph Amend, der Chefredakteur des ZEITmagazins, nicht einer Meinung mit Goethe und schlug stattdessen vor, sich an 30 Jahre Schachspalte in der ZEIT (seit Herbst 1982) mit drei Artikeln aus jedem Jahrzehnt zu erinnern. Nun denn, hier Teil eins: zurück zum 3. Juni 1983.

Anzeige

"Fragen Sie Wolfgang Unzicker nach ›dem Gentleman des Schachs‹, so wird er ohne Zögern Paul Keres nennen. Und Boris Spasski wird bei der Erwähnung dieses Namens wehmütig sein Gesicht verziehen: Er mochte Paul Keres sehr. Keres starb schon 1975 mit 59 Jahren an Herzversagen in Helsinki , auf dem Rückweg in seine Heimatstadt Tallinn von einem Turnier in Kanada , das er gewonnen hatte. Obwohl Keres nie den Weltmeistertitel erringen konnte, immer wieder ›nur‹ Zweiter wurde, genoss er in seiner Heimat fast die Verehrung eines Nationalhelden.

Kennzeichnend für ihn mag die Begebenheit sein, als er mit Spasski nach dessen ›Jahrhundertmatch‹ mit Bobby Fischer 1972 in ein Dortmunder Lokal kam und der Wirt voller Erkennensfreude auf Spasski zueilte, um sich dann Keres zuzuwenden: ›Sie sind wohl nur Begleiter und können gar nicht Schach spielen.‹ Was dieser selbstironisch bestätigte. Zuweilen konnte er es aber doch, so in Göteborg 1955, als er mit Weiß den damals noch sehr jungen Spasski mit einem Gewaltstreich besiegte. Wie?

Schachlösung
Schachlösung aus Nr. 46

Lösung aus Nr. 46:

Wie hätte Weiß – statt des Remis nach 1.Kd6? Kd4! 2.Kc6 und nun der Umgehung 2...Ke5! 3.Kb7 Kd6 4.Kxa7 Kc7 – gewinnen können? Mit dem "Eishockey-Verfahren"! Mit 1.Kd5! (der "Bodycheck" drängt den schwarzen König ab) Kb4 2.Kc6 Ka5 3.Kb7 Kb5 4.Kxa7 Kc6 5.Kb8, und der Bauer verwandelt sich in eine Dame

Zur Startseite
 
  • Schlagworte Bobby Fischer | Remis | Schach | Heimat | Kanada | Helsinki
Service