Wochenmarkt: Tiramisu tröstet in der dunklen Jahreszeit
Aus Norditalien stammt das Rezept, mit dem sich über die frühen Winterabende hinwegsehen lässt.
Valeria Napoleone, die mit uns ihr Rezept für das beste Tiramisu teilt, hat nicht nur einen gesunden Appetit. Sie besitzt auch eine der größten Sammlungen von Werken weiblicher Künstler der Gegenwart. In ihrer Wohnung in London bekocht sie Kunstleute, die bei der Gelegenheit, so heißt es, durch die mit Werken zugestellte Wohnung streifen können. Man kann sich gut vorstellen, wie Napoleone beim italienischen Menü, bestehend aus in Milch gegartem Kaninchen und Hummersalat, in schönstes Prada gekleidet, ihren Gästen geduldig auseinandersetzt, wie schade es sei, dass Frauen im Kunstmarkt immer noch unterrepräsentiert sind. Man könnte sagen, dass sie so eine Art sanften Feminismus praktiziert.
Ihre Rezepte hat sie jetzt in einem Kochbuch versammelt: Valeria Napoleone’s Catalogue of Exquisite Recipes (Walther König Verlag). Es enthält die Rezepte ihrer norditalienischen Heimat, aber keine Fotos. Stattdessen sieht man in dem aufwendig gestalteten Band Collagen von Goshka Macuga, auf denen Pin-ups in Rhabarberkompott baden, und Nicole Eisenmans Dinnerpartys in Öl.
Zunächst wird der Kaffee gekocht und in eine Schüssel gegeben. In einer anderen Schüssel werden die Eigelbe und der Zucker schaumig geschlagen, dann kommt der Mascarpone hinzu. Es wird weitergerührt, sodass alle Klümpchen sich auflösen.
In eine rechteckige große Form wird etwas von der Mascarponemischung gegeben. Die Biskuits werden nacheinander in den Kaffee getunkt, bleiben dort aber nicht lange, sonst werden sie matschig. So werden sie vorsichtig nebeneinander auf den Mascarpone gelegt. Auf die Kekse gibt man wiederum eine Schicht Mascarpone, und so geht es weiter, bis das Tiramisu am Ende mindestens aus drei Lagen Biskuit besteht. Den Abschluss bildet wieder eine Schicht Mascarpone, die mit dem Kakaopulver bestäubt wird. Dazu verwendet man am besten ein kleines Sieb. Vier Stunden sollte das Tiramisu im Kühlschrank verbracht haben, bevor es gegessen wird. Perfekt ist es, wenn es einen ganzen Tag lang gekühlt wurde.
Tiramisu
Kaffee (am besten koffeinfrei)
120 g Zucker
3 Eigelb
500 g Mascarpone
1 große Packung Löffelbiskuits (geeignet sind besonders die von Pavesini oder Savoiardi)
ungesüßtes Kakaopulver









statt Mascapone Sahnequark (40%Fott)nehmen. Wenn sie den 5-10 Minuten ordentlich durchschlagen, kann man wohlwollend meinen, es schmeckt wie Mascapone.
Aber nur fast! ;-)
Eben!
Lieber einmal wöchentlich das original als täglich die Kopie...
Eben!
Lieber einmal wöchentlich das original als täglich die Kopie...
Es bringt mir zwar leider keinen Wohlstand, aber ich verrate dennoch gerne weitere Details zum Thema Tiramiù. Erfunden wurde das Rezept Ende der 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts von einem Koch namens Roberto Linguanotto im Restaurant "Alle Beccherie" in Treviso. Linguanotto hatte vorher in Deutschland gearbeitet und dort vor allem die bayerische Creme schätzen gelernt. Sein neues Rezept nannte er in der venezianischen Sprache "tiramesù", später wurde es zu "tiramisù" italienisiert. Als solches scheint es seit 1980 in italienischen Kochbüchern auf. Ein früherer Ursprung der Süßspeise ist sehr unwahrscheinlich, da die hygienischen Risiken früher zu groß gewesen wären. Immerhin werden rohe Eier (Salmonellengefahr) und der leicht verderbliche Mascarpone verwendet, den es früher nur in der Lombardei gab. Lediglich die Löffelbiskuits aus Savoien hatten schon früh Verbreitung gefunden.
Eben!
Lieber einmal wöchentlich das original als täglich die Kopie...
und was, bitte, ist Ihr BMI??? :=))
und was, bitte, ist Ihr BMI??? :=))
Ihr Schufte, jetzt habe ich schon morgens um 10 einen Mörderjieper auf Tiramisu! Heute mittag muß Tiramisu her und wenn's das von Zott ist.
und was, bitte, ist Ihr BMI??? :=))
Warum koffeinfreier Kaffee?
Ganz einfach, um uns den Appetit zu verderben!
Das geht ja gar nicht! Mein persönlicher Favorit ist ein alter Single Malt und zwar einer von der nicht-rauchig-torfigen Fraktion. Das klingt zwar nicht wirklich italienisch, aber ich habe die Anregung von einer Italienerin bekommen und kann versichern, daß das ganz und gar großartig schmeckt.
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