ZeitungskriseDas Blatt wendet sich

Hierzulande gibt es die wohl besten Zeitungen der Welt. Aber keine Branche betreibt so viel Selbstdemontage. von 

Nein, es soll hier kein Katastrophenjournalismus stattfinden. An dieser Stelle wollen wir nicht jene Zeitungen beklagen, deren Einstellung in den letzten Tagen angekündigt worden ist oder deren Ende befürchtet wird. So bitter die Nachrichten über die Frankfurter Rundschau , die Financial Times Deutschland oder das Magazin Prinz auch sind – es geht nicht um einzelne Titel. Es geht um die Frage, ob die auf Papier gedruckten Zeitungen und Zeitschriften eine Zukunft haben und mit ihnen eine Form des Journalismus , der sich auch die ZEIT untrennbar verbunden fühlt.

Es soll aber auch nicht kleingeredet werden (verschweigen wäre ohnehin unmöglich), dass es etlichen Blättern längst nicht mehr so gut geht wie noch vor 20 Jahren. Die meisten haben an Auflage verloren, einige auch an Reputation; die Nutzung anderer Medien und konjunkturelle Dellen haben die Anzeigenerlöse schrumpfen lassen. Und über allem steht der einschneidende Strukturwandel durch die digitalen Medien, für viele ist dies die Ursache aller Übel und Schwierigkeiten der gedruckten Presse. Doch auch darüber soll nicht geklagt werden. Das hilft erstens nicht weiter, weil die Konkurrenz durch das Internet nicht rückgängig zu machen ist, und lenkt zweitens von der ungemütlichen Prüfung ab, ob ein Teil der Probleme nicht hausgemacht ist. An dieser Stelle allerdings ist ein Wutausbruch fällig.

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Wir sind keine Holzhändler, es geht um den Inhalt, nicht um die Form

Es gibt keine Branche in Deutschland, die sich so lustvoll und unheilvoll selbst beschädigt hat, wie es viele Verleger, Geschäftsführer und Journalisten der Printmedien getan haben. Sie begleiteten die Einführung ihrer Onlineangebote so manisch, als hätten sie permanent gekokst. Zu dieser Zeit hatten sie überwiegend Blätter, die reinste Gelddruckmaschinen waren; und sie waren Anteilseigner (und sind es trotz aller Schwierigkeiten immer noch) der in ihrer Vielfalt, Ernsthaftigkeit und Unabhängigkeit vielleicht besten Medienlandschaft der Welt. Nun überboten sie einander in der Lobpreisung des neuen Mediums. Was sie damit ihren bisher treuen und zahlenden Lesern auch vermittelten, war: Schön, dass ihr noch dabei seid, aber das Medium der Zukunft ist ein anderes, es ist das Internet . Entsprechend lieblos wurde plötzlich manche verdiente Regionalzeitung behandelt und mit Sparrunden entkernt; es entstand ein Berufsbild, in dem der Journalist kaum mehr ist als ein multimedialer Dienstleister, der den Input seiner Kunden moderiert. Der britische Unternehmer David Montgomery, der vor Jahren die Berliner Zeitung kaufte und der Redaktion zusetzte, wo es nur ging, brachte seine Verachtung für das gedruckte Wort auf die Formel, Zeitungen seien eine "sinnlose, egoistische Obsession mit toten Bäumen".

Es stimmt, dass das Internet vieles Überzeugende vermochte, eines allerdings in den meisten Fällen nicht – Geld zu verdienen. Denn die digitale Zeitung hat sich längst als kostenloses Medium etabliert ; und dort, wo sie ausnahmsweise schwarze Zahlen schreibt, da ist sie in Gänze von den Werbekunden abhängig. Neue Erlösquellen sprudelten also nicht, dafür erodierten allmählich die Auflagen. Bis zum vorigen Jahr brachten viele Titel allerdings Renditen, von denen Dax-Unternehmen nur träumen können und die wohlweislich nicht öffentlich gemacht wurden. In diesem Jahr sind Erlöse und Auflagen schlechter. Das liegt an der weiteren Verbreitung Sozialer Netzwerke wie Facebook und an digitalen Wunderdingen wie dem Smartphone. Es liegt aber auch an einem dramatischen Anzeigenrückgang im zweiten Halbjahr, von dem jedes Printmedium in Deutschland betroffen ist.

Spätestens jetzt ist es an der Zeit, dass sich alle Beteiligten ehrlich machen. Der Gegensatz von Print und Online ist weitgehend aufgehoben, was und wie man liest, ist weitgehend eine Geschmacks- und Gewohnheitsfrage. Noch bezieht Online seinen Hauptreiz aus der unmittelbaren Wiedergabe von Ereignissen und den Partizipationsmöglichkeiten der Nutzer, Print aus dem entschleunigten, konzentrierten Abtauchen in die Lektüre, ohne dabei eine Spur zu hinterlassen.

Entscheidend ist die Frage: Wie kann hochklassiger, um profunde Analyse und Recherche bemühter Journalismus, wie kann die freie Berichterstattung aus aller Welt, wie die kritische Wächterfunktion künftig finanziert werden? Mit einer Kostenlos-Kultur geht es nicht. Sollten die Artikel aber zunehmend über digitale Medien , etwa das iPad, gegen Bezahlung gelesen werden, wäre das kein Unglück – selbst die überzeugtesten Printadepten sind keine Holzhändler, es geht um den Inhalt, nicht um die Form.

Allerdings ist das gedruckte Medium überhaupt nicht am Ende, es muss sich nur immer wieder öffnen für jene, die es erreichen will. Es darf sein Relevanzversprechen nicht brechen durch eine permanente Skandalisierung des politischen Lebens oder eine auf Dauer abstoßende Konformität der Meinungen. Es braucht Verleger, die Durststrecken aus Überzeugung durchhalten und die um die Grenze wissen zwischen notwendigem Kostenmanagement und einem Substanzverlust, der noch geschäftsschädigender ist als ein Anzeigenrückgang. Es braucht die Kooperation, nicht die Gegnerschaft zwischen Print und Online; beide bedingen einander.

Vor allem aber braucht es die Leserinnen und Leser, die in aller Regel wissen, was sie gutem Journalismus verdanken. Allerdings müssen sich die Blätter und ihre Macher diese Zuwendung im buchstäblichen Sinne auch verdienen. Wer für sich selbst keine Wertschätzung empfindet, kann sie auch nicht von anderen erwarten.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unterwww.zeit.de/audio

In der aktuellen Ausgabe der ZEIT sprechen die wichtigsten deutschen Medienmanager darüber, wie guter Journalismus überleben kann, und über ihre Erwartungen, Einsichten und Fehler. Die aktuelle Ausgabe finden Sie hier als E-Paper, App und in anderen digitalen Formaten .

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Leserkommentare
  1. Wie kann hochklassiger, um profunde Analyse und Recherche bemühter Journalismus, wie kann die freie Berichterstattung aus aller Welt, wie die kritische Wächterfunktion künftig finanziert werden?

    Ja wenn es denn so wäre! In meinen Augen zeigen bei vielen Zeitungen meist erst die Leserbriefe und Kommentare, was was es bei einem Thema zu bedenken gibt.
    Der Eindruck hochklassiger um profunde Analysen und Recherche
    bemühter Journalisten relativiert sich immer mehr zu dem Eindruck, dass es sich dabei nur um eine Form der Selbstbeweihräucherung handelt.

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    Die Kommentarmöglichkeiten, die es mit dem Internet gibt, erkenne ich als großen Fortschritt an. Wenn ein Artikel die Inhalte mal nicht so wiederspiegelt, wie ich das gerne hätte, kann ich mich ja beteiligen oder auch sonst, mit dem was mir spontan dazu einfällt. Am Ende bin ich aber doch froh und dankbar, wenn das geschriebene Wort erst einmal da ist. Ohne dies würde es kaum Diskussionen geben. So gesehen sind selbst unfertige und schlecht geschriebene Artikel wertvoll. Jedenfalls sind die Bemühungen, die vorab getätigt werden, doch nicht nichts.

    • Psy03
    • 22. November 2012 12:46 Uhr

    sollte sich bei ihrer (meist) vorgefertigten Meinung und Hofberichterstattung etwas zurück halten.
    Oder bei einen Herrn die Lorenzo mit dem legendären Gutenbergbuch.

    Große Zeitungen brauchen ja keine Angst zu haben, man braucht Sie ja um die Meinungen der Regierung kund zu tun.

    Für alle anderen wirds schwierig.

    • nitric
    • 22. November 2012 13:21 Uhr

    Dann scheinen Sie ausschließlich Online-Zeitungen zu lesen.
    Interessante, gut recherchierte, ausführliche Berichterstattung lässt sich durchaus, aber meist immer noch in Printmedien finden.

    Den großen Vorteil der Online-Zeitungen sehe ich ebenfalls in der Beteiligung der Leser durch die Kommentarfunktion. Leider entwickelt sich dies aber oft zu einem großen Jammer-Forum, welches den Spaß am Lesen ein wenig eintrübt. Glücklicherweise finden sich aber immer wieder exzellente, auch lustige, ergänzende und informative Kommentare wieder.

    Ein zweiter großer Vorteil des Onlineangebotes ist der Link, durch den sich auf einfachste Art und Weise Zusatzinformationen erschließen lassen und man sich ohne große Recherche in ein Thema vertiefen kann.
    Die Vernetzung von Informationen durch den Link ist auch der Grund warum Wikipedia den großen gedruckten Lexika, wie Brockhaus und Co. davon läuft.

    Zitat ZEIT: "Wie kann hochklassiger, um profunde Analyse und Recherche bemühter Journalismus, wie kann die freie Berichterstattung aus aller Welt, wie die kritische Wächterfunktion künftig finanziert werden?"

    Am liebsten würde hiesige Presse noch Zwangsabgaben per Gesetz dafür eintreiben, dass man solche Wahlkampf- und Selbstbeweiräucherungsartikel liest. Passt dies nur zufällig zu Angela Merkels Selbstlob der gestrigen Parlamentsdebatte: "Diese Bundesregierung ist die erfolgreichste seit der Wiedervereinigung" ???

    Wie schlecht es um den "deutschen Journalismus" - viel treffender - kommerzielle private Lobbypresse - hierzulande bestellt ist, kann jeder selbst überprüfen: Die meisten Blogs werden bereits zensiert, wenn es politische Abweichungen von der erwünschten Redaktionsmeinung geht (...etwa, wenn man oben zitierte Merkelsche Aussage krirtisiert).

    bringt es auf den Punkt.

    Ich wollte nicht unbedingt jedem Ressort ein schlechtes Zeugnis ausstellen, aber der Politecke, zumal online, hängt bei den großen Blättern eine Doppelmoral und Agenda an, die zuweilen nicht mal mehr versteckt daherkommt.

    Was las ich zuletzt? Obama ein Held? "Deutschland würde Obama wählen!"-Schlagzeile. Steinbrück der Retter? "Unser" Guttenberg doch gar nicht so schlimm und vor allem, plötzlich, einsichtig? Das war ein Buch, geschrieben von und mit di Lorenzo. Und wenn sich davor ein Bundespräsident in den Vergünstigungen verstrickte, so erklärte uns dann Herr Joffe, dass dies alles nicht so schlimm sei oder einfach wieder nur "Neiddebatte", das Totschlagargument.

    Oder wie war das? "Mein Kopf gehört mir!"-Kampagne. Da priesen sich Blätter als die Retter an, die ansonsten dadurch bekannt wurden, weil sie mit "total buyout" eben genau die beschnitten, die sie zu schützen vorgeben. Beein-druck-end.

    Natürlich zittert der Blätterwald. Zu recht. Das Internet lässt ihn langsam aussehen und - da sollte man eigentlich ansetzen - übertrumpft ihn oft genug noch in der Neutralität oder zumindest dem Informationsgehalt.

    Die Deutungshoheit, die dadurch gesichert werden konnte, dass eben nicht jeder Zeitungen verlegen kann, ist in Gefahr. "Leistungsschutzrecht". Wer forciert dieses wohl? Genau die Branche, die Print schwinden sieht und nun eben im Internet auf das "Recht", die Meinung zu deuten, pocht, weil das alles ist, was sie hat.

    Neutralität? Gerne! Wo?

    Oder sogenannte "Studien" von delikaten Lobby-Organisationen wie etwa der sogenannten "Bertelsmann-Stiftung" - eine Art deutsche Ausgabe eines neoliberalen Bilderbergervereins, besetzt mit marktradikalen Exponenten (etwa Vertretern des INSM) unter der Regide des Millarden-Erbenkreises um Berufswitwe Liz Mohn - zieren Die Titelseiten sogenannter "Qualitätsblätter und werden den Lesern vermeintlich politisch neutral als bare Münze verkauft. Dabei handelt es sich beim genannten, immer wiederkehrenden Beispiel um einen einen jeder Neutralitätsverpflichtung widerlaufenden Exclusivclub, der sich die Privatisierung der Politik zum Ziel gesetzt hat und hierbei in enger Symbiose mit entsprechenden politischen Vertretern agiert, wodurch er unmittelbaren Zugang zu Projekten erhält (Bsp: Bertelmann arbeitete z. B. direkt an der HartzIV-Gesetzgebung mit).

    ...ff...

    ...ff...

    Die ob dieser Umstände unverständlicherweise steuerbegünstigte, antidemokratische Lobby-Organisation übt unabhängig jeder Regierungskonstellation viel Macht und Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung und offiziell vorherrschende Meinungsbild in Deutschland aus - etwa durch regelmäßig gezielt initiierte Honorarstudien, deren Ergebnis in einer Art Automatismus durch gesinnungsgleiche Medienoligopole (etwa Springer) sowie einer erschreckend großen Schar von Journalisten 1:1 übernommen, multipliziert und instrumentalisiert werden. Dadurch wird privaten Lobbyorganisationen mit Hilfe der Presse regelmäßig Gelegenheit gegeben, ganze gesellschaftliche Debatten in ihrem Sinne zu lenken.

    Unter Qualitätsjournalismus stelle ich mir etwas anderes vor. Den Anspruch erfûllen mittlerweile zahlreiche Blogs im Internet weit besser - der sogenannte "Qualitätsjournalismus klärt ja meist noch nicht mal über die Hintergründe solcher in Deutschland gängigen Manipulationsketten auf, sondern beteiligt sich rege daran.

    • xpeten
    • 22. November 2012 17:34 Uhr

    aber sicher eine sich bis in Details der Berichterstaatung schleichende Abhängigkeit von bestimmten Werbekunden.

  2. ... ich muss doch sehr bitten, liebe Zeit Redaktion:

    „Hierzulande gibt es die wohl besten Zeitungen der Welt”

    Ist es für sie eine journalistische Bestleistung, wenn 9 von 10 Tageszeitungen als einzige Arbeitstätigkeit Artikel von einander abschreiben, oder DPA Pressemeldungen jeweils in den eigenen Jargon übersetzen??

    Schauen sie sich doch einfach nur mal an, wie wenig differenziert sich die Meldungen in deutschen Tageszeitungen gestalten:

    Europa ist toll (Wer die Kosten statt den Nutzen sieht, muss Rechtsradikal sein), Migranten sind eine Bereicherung (etwaige Zwischenfälle sind Einzelfälle, auch in der Masse!) und Deutschland braucht den Euro (Jaja, schon klar.).

    Wo ist die Auseinandersetzung, die Diskussion, der Diskurs? Alle singen sie das selbe Lied, und DAS macht sie auf dem Markt obsolet.

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    • Schnel
    • 22. November 2012 12:43 Uhr

    "Wo ist die Auseinandersetzung, die Diskussion, der Diskurs? Alle singen sie das selbe Lied, und DAS macht sie auf dem Markt obsolet."

    Wenn man sich die Zeit nimmt und die angebotenen Artikel liest und dabei die eigene rosa Brille mal weg legt, dann stehen sie überall. Die verschiedenen Meinungen und Standpunkte. Man muss halt auch bereit sein Unterschiede zu zuzulassen.

    Aber auch klar: Es geht immer noch besser, bei den Artikeln und bei den Kommentaren

    • tinnef
    • 22. November 2012 14:42 Uhr

    wo soll denn Diskurs und Diskussion herkommen, man ist auf Anzeigenkunden und die politischen Vorgaben (z.B. bei ZEIT Pro-Islam) und eigene Vorteilsnahme angewiesen. Denn man will ja die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, selbst wenn der Vater Ausländer ist und dies für Normalsterbliche im Ausland geborene über 40 mit dt. Mutter nicht möglich ist, wenn man sich aber System konform verhält, möglich wird.

    @Thema
    Ein guter Artikel zur Scheinwelt in denen Journalisten anscheinend leben, allein die nicht existierende Fach- und Sachkunde einer Frau Uken (Erneuerbare Energien und jetzt auch Wirtschaft) oder der Herren Thumann und Gehlen (Naher Osten mit Analysen die teilweise die Halbwertzeit von Stunden haben) führen die These der besten Zeitungen der Welt ad absurdum. Aber wenn man sich das lang genug einredet wird, man es schon glauben und der Kadavergehorsam gegenüber Herrn zu Guttenberg ist auch nicht vergesen.
    Wenn dt. Zeitungen nur von ihren Lesern leben müssten, wäre der Markt tot, denn kritischer oder gar investigativer Journalismus ist in D nicht Präsent.

    • Chris79
    • 23. November 2012 21:57 Uhr

    Um hier im Kommentarbereich "Empfehlungen" zu sammeln, bringt man am besten eines von drei Argumenten:

    1. Europa: muss weg.
    2. Rechtsradikalismus in Deutschland: alles gar nicht so schlimm.
    3. Medienlandschaft: eine einzige Verschwörung.

    Mit anderen Worten: Es gibt eine breite Front in Deutschland, die nicht kontrovers diskutieren, sondern einfach nur die eigene, radikale Meinung repräsentiert wissen will. Mit dem hier im Artikel diskutierten Problem hat das nur in sofern zu tun, als das die Zeitungen in Deutschland sich diesem Druck nicht hingeben.

    In Amerika sieht man übrigens, was passiert, wenn mit Fox News, Wall Street Journal und Talk-Radio doch Medien versuchen, auf diese Art und Weise Geld zu verdienen: Ein Verfall des öffentlichen Diskurses und der totale Zusammenbruch des konstruktiven Miteinanders. Ich hoffe, das bleibt uns hierzulande erspart.

    • rommmel
    • 22. November 2012 11:50 Uhr

    ......" es geht um den Inhalt,.."

    und dieser müßte viel besser werden, kritischer und objektiver!
    nach innen und außen !
    Aber , wie zum beispiel in den foren gestrichen wird, das ist schon nicht mehr die alte "Zeit" !
    vor über 20 jahren bin ich deswegen in leipzig auch auf die straße gegangen ,um auch solche zeitungen lesen zu dürfen.
    Und heute?
    wird man schnell in den foren für eine andere meinung gestrichen!
    es kann doch nicht sein ,daß beiträge zensiert werden, welche selbst einmal in der zeit gestanden haben u.s.w.
    würde mir auch gern wieder die zeitung kaufen?

    38 Leserempfehlungen
  3. Der Medienbranche geht es wie allen anderen auch, für gute Qualität ist kein Geld da!

    Guter Journalismus ist Rar geworden wir guter Schwarzwälder Schinken. Anstatt den (Journalistischen) Schinken ein halbes Jahr in der Räucherkammer abzuhängen bedient man sich "Salzspritzen" und "Flüssigrauch". (Presseagenturen und PR Kampagnen)

    Was rauskommt schmeckt so ähnlich wie Journalismus ist aber keiner. Der Kunde merkt wenn er mit Fastfood abgefüttert wird und verweigert irgendwann die Nahrungsaufnahme.

    Was war zuerst? Die fehlenden Leser oder Mckinsey?
    Das Internet oder der Controller?
    Die mangelnde Qualität oder die fehlenden Anzeigen?

    Der Mark regelt eben alles ... auf nidrigstes intellektuelles Niveau herab.
    Die panische Angst Anzeigenkunden oder Leser mit Inhalten zu verschrecken hat die Printmedien völlig Sinnentleert.

    Aber Hauptsache die Investoren, Besitzer und Sharehoulder der Verlage gewinnen bei der Sache, oder?

    26 Leserempfehlungen
    • Carlton
    • 22. November 2012 11:57 Uhr

    "verdienen" es die Zeitungen eben nicht mehr, dass man für ihren Kauf bezahlt. Auch die ZEIT hat durch teilweise tendenziöse Berichterstattung (Guttenberg, Merkel, Russland um nur einige Themen zu nennen) meine Bereitschaft, für die Lektüre Geld auszugeben, schon längst verspielt.

    24 Leserempfehlungen
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    Eine Zeitung hat meist eine politische Ausrichtung, das ist überall und in jedem Land mit entsprechendem Medium so zu beobachten.
    Dass dann zu einem bestimmten Thema die Artikel tendenziell eher in die eine Richtung neigen finde ich nicht gerade verwunderlich, eher normaler usus.
    Aus diesem Grund sollte man auch nicht nur eine Zeitung zu einem Thema zu lesen, sondern zwei, drei, bei welchen man sich sicher sein kann, dass sie mit unterschiedlichem Blickwinkel auf die Thematik blicken.
    Inwiefern man bereit ist dafür Geld auszugeben ist natürlich jedem selbst überlassen. Aber auf seine Tageszeitung aufgrund "tendeziöser" Berichterstattung zu verzichten, ist bestimmt nicht die richtige Lösung.

    Zum Thema: Sehr schwierige Sache und ich bin gespannt wie das in Zukunft gelöst werden soll. Ich gebe auch zu, dass ich Zeitungen eher im Netz lese, als in Papierform. So sind Vergleiche leichter möglich und man kann die Thematik besser überblicken.
    Und ich denke so wird es vielen gehen. Allerdings wird es auch die Onlinezeitungen nicht mehr geben, sofern kein adäquater Ersatz für die bisherigen Anzeigeneinnahmen gefunden wird...

    Wie gesagt, ich bin gespannt, wie das Ganze in Zukunft gelöst werden wird.

    carlton schrieb: "Auch die ZEIT hat durch teilweise tendenziöse Berichterstattung..."
    Zu einer Zeitung gehört unbedingt auch die tendenziöse Berichterstattung. Allerdings muss Nachricht deutlich von Meinung abgegrenzt sein, das ist teilweise in Vergessenheit geraten.
    Das eigentliche Problem aber ist, dass allzuviele Tages- oder Wochenblätter dieselbe Tendenz aufweisen (mal mehr, mal etwas weniger). Das ist nicht nur schlecht i.S.e. Meinungspluralismus, also der tragenden Funktion einer freien Presse, sonder auch schlecht fürs Geschäft. Denn Blätter ähnlicher Tendenz machen sich stärkere Konkurrenz, als solche divergierender. Eine der Folgen ist, dass der Leser immer häufiger "Kampagnen" zu erkennen vermeint. Das kann auch ganz unabgesprochen an einer gewissen Gleichförmigkeit liegen.
    Die vielfach gewünschte "Konsensgesellschaft" sollte sich nicht als uniformes Meinungsspektrum abbilden.
    So wird z.B. die FTD vielleicht gar nicht sonderlich vermisst.

  4. Das ist die zentrale Frage.

    Die zweite zentrale Frage ist: Welche Alternativen gibt es für mich als Leser mir diesen Nutzen zu erschließen?

    Zeitungen wie die Zeit erheben den Anspruch den Leser über aktuelle Geschehnisse umfassen dun objektiv zu informieren.

    Ist die Zeit dieser Aufgabe in den letzten Jahren nachgekommen?

    Wie sieht es mit Wikileaks aus, wie mit einer objektiven Berichterstattung über den Uranwaffeneinsatz und seine Folgen im Irak, wie verhält es sich mit dem oftmaligen Kampagnenjournalismus zu Energiewende, wie mit der Aufdeckung von verbrecherischen Finanzprodukten, der Finanzkrise usw.?

    Von der Speerspitze der Demokratie wurden viele Printmedien zu den konservativen Bewahrern des aktuellen politischen Systems - alle Kritik am bestehenden Status Quo prallt kategorisch an Ihnen ab.

    Wer soll für diesen Inhalt bezahlen? Die Profiteure des Systems - diese wissen selbst wieso sie profitieren. Die politisch Interessierten - die wissen welche "Qualität" die Zeitungen haben - die Mitläufer? Die interessieren sich für vieles, aber nicht für Zeitungen.

    In der Konsequenz kann es keine unpolitische Tageszeitung geben - sie wird zum Blatt für Klatsch und Tratsch. Doch davon gibt es bereits genug.

    Herr Di Lorenzo, erst wenn die Tageszeitungen wieder beginnen echte Systemkritik zu üben, erst dann werden die Auflagen steigen. Das ist meine Meinung.

    Zudem: Leider sind meist die Onlinekommentare besser als der Artikel.

    24 Leserempfehlungen
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    • y5rx
    • 22. November 2012 13:04 Uhr

    "Zudem: Leider sind meist die Onlinekommentare besser als der Artikel."

    Deshalb verbring ich auch regelmäßig mehr Zeit damit, als mit dem Artikel selbst.
    @redaktion: Eine etwas liberalere Moderation wäre hier wünschenwert. Gerade die "Begründung" zum Löcschen: "Artikelthema verfehlt" ist oft sehr subjektiv und damit ärgerlich. Das zeugt von wenig Souveränität. Gerade wenn es etwas "höher" hergeht, macht das doch erst Spaß.... :-)

    >>Herr Di Lorenzo, erst wenn die Tageszeitungen wieder beginnen echte Systemkritik zu üben, erst dann werden die Auflagen steigen. Das ist meine Meinung.<<

    da hier hier ständig das fehlen von 'systemkritik' beklagt wird, würde ich jetzt doch ganz gern wissen, was damit gemeint ist.
    die pauschale forderung nach 'systemkritik' assoziiere ich spontan mit der weimarer republik. damals diente der begriff 'system' der rechtsradikalen politik und publizistik als pejorative bezeichnung für die parlamentarisch-demokratische ordnung.
    oder geht es vielleicht um eine fundamentale kritik an der strukturellen verfasstheit und produktionsweise der gesellschaft als solcher?
    diese art der kritik gibt es doch. sie findet sich in den organen der radikalen linken und rechten (nd, jw, jf, nationalzeitung etc.pp.). oder - differenzierter und fundierter - in den einschlägigen soziologischen, sozioökonomischen und sozialphilosophoschen fachpublikationen.
    von einem bürgerlich-liberalen massenblatt wie der 'zeit' wird man eine solche ausrichtung jedenfalls kaum erwarten oder verlangen können.
    also: was bedeutet 'systemkritik'? welches 'system' ist gemeint?
    oder handelt es sich hier nur um den gedankenlosen verbalradikalismus, wie er sich auch sonst in allen leserbriefecken findet?

    • Anna L.
    • 22. November 2012 12:42 Uhr

    ... und doch bleibt alles beim Alten?

    Die schlichte Möglichkeit, Medien zur Meinungsmanipulation zu nutzen, wird sich kein Verlag zu gunsten von:"... eine auf Dauer abstoßende Konformität der Meinungen." aufgeben.

    Sicher, die von Herrn di Lorenzo angesprochenen Aspekte haben alle ihre Relevanz, aber der Kern scheint mir doch zu sein, dass Leser zum willigen Konsumenten degradiert wurden.
    In gewisser Weise haben Journalisten freudig opportunistisch an ihrem Imageverlust und damit auch ökonom. Verlust mitgeschrieben.
    Was wurde der neoliberale Kurs gerade durch die Medien/Zeitungen befeuert. Die Mittelschicht löst sich langsam auf und das Prekariat hat erst recht weder Geld noch Nerv, sich um derlei Luxusprobleme zu kümmern.

    Mir fällt da regelmäßig Prantl ein: Huch! Es trifft ja auch uns!
    Die Anleihe des Journalismus an den beklagten- auch eigenen Zu- und Missständen ist doch unverkennbar.

    Mag sein, dass die dt. Presse mal die beste, eher aber die vielfältigste war.
    Für mich ist sie heute unglaubwürdig und bestefalls als Stichwortgeber nötig. Einzig die Kommentare sind für mich noch von Interesse.

    (Auf diesem Wege mal Dank an alle Kommentatoren, die ihr Wissen, ihre Analysen und Recherchen hier zur Verfügung stellen und so zur Information u. Meinungsbildung beitragen!)

    Denn sie machen mittlerweile die Arbeit, die den Profis nicht mal mehr wirklich abverlangt wird.

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