Titel der Promotion:
Fuchs von Bimbach contra Wolf von Wolfsthal: Konflikte fränkischer Adelsfamilien im Kontext frühneuzeitlicher Rechtspraxis und intergenerationeller Auf- und Abstiegsprozesse

Was machen Sie da?
Am Beispiel der fränkischen Adelsfamilien Fuchs von Bimbach und Wolf von Wolfsthal untersuche ich, wie in der Frühen Neuzeit Konflikte ausgetragen wurden. Dafür habe ich den letzten Sommer auf alten Schlössern und in Archiven verbracht und dort Briefe, Rechnungsbücher und Lehnurkunden der Jahre 1650 bis 1720 untersucht. Ich lasse so einen Konflikt wieder auferstehen, der vor mehr als 300 Jahren ausgetragen wurde. In den privaten Korrespondenzen sind pikante Details über die Intrigen der beiden Familien ans Licht gekommen. Da ging es zum Teil richtig zur Sache: Die Familien, die unterschiedlichen Konfessionen angehörten – ein Grund für die Streitigkeiten –, haben sich gegenseitig immer wieder verklagt, bestochen, betrogen und gegeneinander intrigiert.

Wie und wem kann das nützlich sein?
Jeder ist in Netzwerke eingebunden, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind, besagt eine Theorie von Verflechtung und Mikropolitik. Heute ist das nicht anders – Personen sind abhängig von anderen, dahinter stehen unter Umständen größere Zusammenhänge und Instanzen, die Entwicklungen steuern. Diese Steuerungsmechanismen versuche ich aufzudecken.

Andreas Flurschütz da Cruz, 30, Historiker, promoviert an der Universität Bamberg.