DoktorarbeitenWas machen Sie da eigentlich?

Doktoranden widmen sich ihrem Thema über Jahre. Wofür? Vier von ihnen erklären ihre Promotion. von 

Titel der Promotion:
Fuchs von Bimbach contra Wolf von Wolfsthal: Konflikte fränkischer Adelsfamilien im Kontext frühneuzeitlicher Rechtspraxis und intergenerationeller Auf- und Abstiegsprozesse

Was machen Sie da?
Am Beispiel der fränkischen Adelsfamilien Fuchs von Bimbach und Wolf von Wolfsthal untersuche ich, wie in der Frühen Neuzeit Konflikte ausgetragen wurden. Dafür habe ich den letzten Sommer auf alten Schlössern und in Archiven verbracht und dort Briefe, Rechnungsbücher und Lehnurkunden der Jahre 1650 bis 1720 untersucht. Ich lasse so einen Konflikt wieder auferstehen, der vor mehr als 300 Jahren ausgetragen wurde. In den privaten Korrespondenzen sind pikante Details über die Intrigen der beiden Familien ans Licht gekommen. Da ging es zum Teil richtig zur Sache: Die Familien, die unterschiedlichen Konfessionen angehörten – ein Grund für die Streitigkeiten –, haben sich gegenseitig immer wieder verklagt, bestochen, betrogen und gegeneinander intrigiert.

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Wie und wem kann das nützlich sein?
Jeder ist in Netzwerke eingebunden, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind, besagt eine Theorie von Verflechtung und Mikropolitik. Heute ist das nicht anders – Personen sind abhängig von anderen, dahinter stehen unter Umständen größere Zusammenhänge und Instanzen, die Entwicklungen steuern. Diese Steuerungsmechanismen versuche ich aufzudecken.

Andreas Flurschütz da Cruz, 30, Historiker, promoviert an der Universität Bamberg.

Leserkommentare
  1. 17. ahja...

    Vollkommen richtig, was Sie da schreiben. Nur hat qualitative Wissenschaft mMn nichts damit zu tun, dass man quasi sich selbst beobachtet. Eine sinnvolle qualitative Vorgehensweise wäre es meiner Meinung nach, wenn man eine Hand voll Personen einen Horrorfilm gucken lassen würde und diese danach angeben ließe, welche Stellen sie im Film berührt haben und warum.

    • cafbad
    • 03. Dezember 2012 15:49 Uhr

    "Nur hat qualitative Wissenschaft mMn nichts damit zu tun, dass man quasi sich selbst beobachtet."

    Doch hat sie. Das hat nichts mit Meinung zu tun. Lesen Sie Lehrbücher über qualitative Methoden, wo Sie Introspektion als qualitative Methode finden werden.

    Einer wissenschaftlichen Methode ohne Angabe von Argumenten die Berechtigung abzusprechen, ist wirklich nicht gerade vom Geist der Erkenntnis durchdrungen.
    Introspektion hat ihre Tradition, ihre Vor- und ihre Nachteile - die sollten Sie schon diskutieren bevor Sie sie in Bausch und Bogen aus dem Kanon wissenschaftlicher Methoden streichen. Ein schlichtes "meiner Meinung nach ist aber xy besser" taugt ja nun eher nicht als Argument. Erst recht wenn man gar nicht weiß, warum genau diese Methode und nicht etwa eine andere gewählt wurde.

    2 Leserempfehlungen
    • Dirac
    • 03. Dezember 2012 16:21 Uhr
    19. Schade

    Wenn Sie das nächste mal im Krankenhaus sind, dann denken Sie sich ohne Teilchenphysik erstmal sämtliche Röntgen-Geräte weg.
    Danach können Sie auch sämtliche Strahlentherapien bei der Krebsbekämpfung vergessen, Radiopharmazeutika etc...

    Von Elektronenmikroskopen haben Sie vielleicht auch schon gehört?
    Auch die Dinger, die ihr Blut beim Arzt analysieren basieren auf Prinzipien der Kern- und Teilchenphysik.

    Einige Rauchmelder basieren auf einem Prinzip mit Alphateilchen.

    Mit Plasmaphysik (was man durchaus noch zur Kern- und Teilchenforschung zählen kann) werden heute extrem glatte Oberflächen erstellt.

    Und das alles war jetzt nur, was mir spontan eingefallen ist.

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    Antwort auf "Teilchenphysik"
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    • R_IP
    • 03. Dezember 2012 16:57 Uhr

    Schön und gut, aber auch wenn mein Leben durch eine nicht ermöglichte Krebsbehandlung ein jähes Ende finden würde, hätte ich wenigstens für ein paar Jahrzehnte erfüllt gelebt, nämlich durch die Beschäftigung mit geistes- und sozialwissenschaftlichen Theorien, die mir alles andere als unnütz erscheinen. Andere fristen dafür ein vielleicht vergleichsweise langes, aber intellektuell trostloses Dasein....

    • R_IP
    • 03. Dezember 2012 16:57 Uhr

    Schön und gut, aber auch wenn mein Leben durch eine nicht ermöglichte Krebsbehandlung ein jähes Ende finden würde, hätte ich wenigstens für ein paar Jahrzehnte erfüllt gelebt, nämlich durch die Beschäftigung mit geistes- und sozialwissenschaftlichen Theorien, die mir alles andere als unnütz erscheinen. Andere fristen dafür ein vielleicht vergleichsweise langes, aber intellektuell trostloses Dasein....

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    • Dirac
    • 04. Dezember 2012 13:17 Uhr

    Schade, dass Ihnen die Theorien dieses Philosophen nicht bekannt zu sein scheinen, sonst hätten Sie hier nämlich einfach gar nichts geschrieben.
    Ich empfehle Ihnen als Einstieg in Ihr Problem mit den Naturwissenschaften: "The Two Cultures" von CP Snow.
    Ich frage mich auch, seit wann sich die einzelnen Wissenschaftsgebiete so anfeinden. Viele Koryphäen eines Bereichs haben oft genug ihren Horizont erweitert: Kant war ein Verehrer Newtons, Einstein schwärmte für die Theorien Schopenhauers. Popper verfasste einen Nekrolog auf Einstein.
    Wahrscheinlich ist eine so große Ignoranz gegenüber Wissenschaften, die man nicht versteht oder mit denen man sich nicht beschäftigt, nur dem kleinen Geiste vorbehalten.

    • TDU
    • 04. Dezember 2012 14:39 Uhr

    Ist ja schön, dass sie in Konzentration auf etwas ein glückliches Leben führen. Nur was verschafft Ihnen die Gewissheit, dass das ausreichend für alle wäre. Zumal Krankheiten auch in 3 Tagen zum Tod führen können, weil man ihre Ursache nicht 2 Moante vorher erkennen konnte.

    Ihre Sichtweise des Krebses als Ende eines langen und befriedigten Lebens ist also 1, na ja. Aber der weltfremde Wissenschaftler war ja auch früher eine akzeptierte Größe. Was solls also, forschen Sie ruhig weiter.

    • cafbad
    • 03. Dezember 2012 17:19 Uhr

    Gilt den immer noch der angebliche Gegensatz zwischen Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften? Gibt es immer noch Leute, die meinen, eine davon sei "echte" Wissenschaft und die anderen nicht?
    Wie langweilig ...
    Ich dachte immer, bei Wissenschaft ginge es um das Streben nach Erkenntnis, was ja zunächst mal gar nichts über die Methode sagt, mit deren Hilfe Erkenntnis erreicht wird.

    3 Leserempfehlungen
    • Dirac
    • 04. Dezember 2012 13:17 Uhr

    Schade, dass Ihnen die Theorien dieses Philosophen nicht bekannt zu sein scheinen, sonst hätten Sie hier nämlich einfach gar nichts geschrieben.
    Ich empfehle Ihnen als Einstieg in Ihr Problem mit den Naturwissenschaften: "The Two Cultures" von CP Snow.
    Ich frage mich auch, seit wann sich die einzelnen Wissenschaftsgebiete so anfeinden. Viele Koryphäen eines Bereichs haben oft genug ihren Horizont erweitert: Kant war ein Verehrer Newtons, Einstein schwärmte für die Theorien Schopenhauers. Popper verfasste einen Nekrolog auf Einstein.
    Wahrscheinlich ist eine so große Ignoranz gegenüber Wissenschaften, die man nicht versteht oder mit denen man sich nicht beschäftigt, nur dem kleinen Geiste vorbehalten.

    Antwort auf "Mag ja sein"
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    • R_IP
    • 04. Dezember 2012 15:20 Uhr

    Ich verweise Sie auf meinen Kommentar #16, da wurde eigentlich alles zum Thema gesagt. Im Übrigen halte ich nicht besonders viel von Wittgensteins Philosophie, genauso wenig wie von Popper, vom Wiener Kreis und der analytischen Richtung im Allgemeinen.

    • TDU
    • 04. Dezember 2012 14:17 Uhr

    Das ist gut. Früher, als die Filme noch nicht von Werbung unetrbrochen waren, amn also richtig inden Grusel einterte konnte hatte ich oft schweissnasse Hände udn warextre aufgeregt. An dem Adrenlin hätte vermutlich auch ein Mediziner seine Freude gehabt. Und später bin ich immer spazieren gegangen danach. Das tat gut.

    Im übrigen: Wie war das mit der Vorsicht im Tatort und anderen Fillmebn, dass kein "Bild" ensteht. Da ist gar nichts untersucht, sondern er werden Auswirkungen behauptet zur gewünschten inhaltlichen Festlegung.

    Und welche Auswirkungen Computerspiele haben wird ja nach Erklärunsgbeadrf festgelegt.

    • TDU
    • 04. Dezember 2012 14:28 Uhr

    Und schon kommen die Technik- Geistesskeptiker oder den Plan.

    Die Realitivitätstheorie wurde entwcikelt in x Jahren Rechnerei von Vielen. Auch von einer Frau übrigens. Hätte man zwischenduch gefragt, wofür machst du deine Rechungen wofür sind die Nutzen? Die hätten nicht sagen können: für die Relativitätstheorie, denn dann hätten sie sie ja gehabt.

    Es liegt also eine Gefahr bei der Frage nach der Nützlichkeit. Man kann Erkenntnisse nicht finden, wenn Staat oder Gesellschaft bestimmen, was nütze ist.

    Die Doktoranden haben das Recht zu forschen und sollten ihre Themen selbst betimmen. Nur den Anspruch, die letzte Wahrheit gefunden zu haben, den sollten sie nicht geltend machen.

    Das sollten sie denen überlassen, die die Erkenntisse zu politischen Zwecken instrumentalisieren und als letze Wahrheiten ausrufen. Was eh schon schlimm genug ist.

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