KlimawandelDie Klimakrieger

Wie von der Industrie bezahlte PR-Manager der Welt seit Jahren einreden, die Erderwärmung finde nicht statt. Chronologie einer organisierten Lüge. von  und

Marc Morano sät den Zweifel per Tastendruck. Er sitzt im Fond einer schwarzen Lincoln-Town-Car-Limousine und bedient seine wichtigste Waffe, den Laptop. Draußen fliegt der Herbstwald vorbei, Morano lädt eine neue Schlagzeile auf seine Website: »Die amerikanische Umweltbehörde wird beschuldigt, Menschenversuche durchzuführen«.

Der Wagen hat Morano vor einer halben Stunde vor seinem großen Haus in einem Vorort der amerikanischen Hauptstadt Washington abgeholt, jetzt gleitet er zum Fernsehstudio des Nachrichtensenders Fox News. Dort hat Marc Morano seinen nächsten Einsatz.

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Nächste Woche, am 26. November, treffen sich die Umweltminister und Regierungschefs der Welt in Doha am Persischen Golf zum UN-Klimagipfel. Sie wollen neue Maßnahmen gegen die Erderwärmung beschließen. Morano will das verhindern.

Der einzige Ort, an dem die angebliche Klimakatastrophe stattfindet, ist die virtuelle Welt der Computermodelle, nicht die reale Welt.

Morano ist kein Klimaforscher. Er kann weder den Atmosphärendruck der Erde berechnen noch Temperaturdaten analysieren. Morano ist PR-Manager. Er ist gut darin, eine Botschaft so zu vermitteln, dass sie jeder versteht.

Als Schüler, in den achtziger Jahren, half Morano den Republikanern im Wahlkampf. Er rief wildfremde Leute an und erklärte ihnen, weshalb Ronald Reagan der bessere Präsident sei. Später, nach dem Politikstudium, arbeitete er als Vertreter einer Abflussreinigungsfirma. Morano kann so ziemlich alles verkaufen.

Jetzt, bei Fox News, ist er zu Gast in der Verbrauchersendung Money with Melissa Francis. Es geht um erneuerbare Energien. Morano sitzt vor einer schwarzen Studiowand. Die Kamera zoomt ihn heran, und Morano erscheint in Amerikas Wohnzimmern: ein kräftiger Mittvierziger mit Anzug und Krawatte. Er lächelt freundlich, aber das täuscht. Morano schafft es immer wieder, seine Gegner zu provozieren. Kürzlich fiel er bei einer Fernsehdebatte einem bedächtig sprechenden Klimawissenschaftler so oft ins Wort, bis der ihn erschöpft ein »Arschloch« nannte. Es war der Moment, in dem Morano gewonnen hatte.

Diesmal sitzt er allein im Studio, er gibt den sachlichen Experten: »Die Förderung der Solarenergie wird von der Angst vor der vom Menschen gemachten Erderwärmung getrieben«, sagt Morano mit besorgter Miene. »Aber das ist alles Ideologie.«

Marc Morano ist das wohl aggressivste Mitglied einer gut bezahlten Söldnertruppe. Er steht im Zentrum eines Kampfes, für den sich in den vergangenen Jahren in den USA mehr als drei Dutzend Lobbyorganisationen gründeten. Ein Kampf, der mit Zahlungen von mehreren Hundert Millionen Dollar befeuert wurde. Der Kampf gegen die internationale Klimaforschung. Schon vor Jahren sagte Morano: »Wir sollten die Klimawissenschaftler treten, solange sie am Boden liegen. Sie haben es verdient, öffentlich ausgepeitscht zu werden.«

Moranos Arbeitgeber ist das Committee for a Constructive Tomorrow, eine Organisation, die sich als Gegenstück zu Umweltschutzverbänden wie Greenpeace begreift. In den vergangenen Jahren wurde sie neben anderen von dem amerikanischen Autohersteller Chrysler sowie den Ölkonzernen ExxonMobil und Chevron finanziert.

Die Geschichte des PR-Managers Marc Morano ist die Geschichte einer geplanten Verwirrung. Ein Lehrstück über die Kunst des Lügens. Die Frage ist: Kann einer Demokratie die Wahrheit abhandenkommen? Kann es sein, dass die Antwort auf eine Menschheitsfrage käuflich ist?

Die Geschichte beginnt vor mehr als 20 Jahren, als sich rund um die Welt eine ungeheuerliche Erkenntnis durchsetzt: Der Ausstoß von Kohlendioxid erwärmt die Erde. Schnell ist klar, dass mögliche Gegenmaßnahmen die Industrie viele Milliarden kosten werden. Geld, das die Unternehmen sparen können, wenn es ihnen gelingt, dem vom Menschen gemachten Klimawandel etwas entgegenzusetzen: den vom Menschen gemachten Zweifel an der Klimaforschung.

Vielleicht sind die Daten ja falsch. Vielleicht erwärmt sich die Erde gar nicht. Und wenn doch, dann ist das vielleicht harmlos, ein natürlicher Prozess, der nichts mit Kohlekraftwerken und Verbrennungsmotoren zu tun hat.

Solche Gedanken sind es, die Männer wie Marc Morano in den folgenden Jahren in die Köpfe von Zeitungslesern und Fernsehzuschauern, von Journalisten und Politikern einpflanzen. Von Amerika aus verbreitet sich der Zweifel um die Welt, am Ende auch nach Deutschland. Er schleicht sich in Verhandlungen über Treibhausgase und in Abstimmungen über Energiegesetze. Jetzt, wenige Tage vor dem Beginn der UN-Klimakonferenz, ist er stärker als je zuvor.

Leserkommentare
    • Sauzahn
    • 29. November 2012 13:46 Uhr

    schon ein paar tausend Grad.

    Die Sonne hat übrigens einen Elfjahresrhythmus, der für die Gesamtstatistik, lange Läufe, zu vernachlässigen ist.

    • w0rm
    • 29. November 2012 13:46 Uhr

    Das Buch hat mit seriöser Forschung ungefähr soviel zu tun wie Erich von Däniken mit seriös betriebener Archeologie.

    • DrNI
    • 29. November 2012 13:50 Uhr

    Politiker können nicht wirklich mit Fakten. In der Politik geht es nach wie vor um Meinung. Oft ist auch Meinung gefragt, nämlich immer dann, wenn wirklich entschieden werden kann, wie unsere Welt ausehen soll. Sollen Homosexuelle heiraten können? Wollen wir Familie und Beruf vereinbarer machen? Und wenn ja, wie setzten wir es um?

    Es gibt aber auch Meinung, wo Fakten hingehören.
    Die Meinung, dass die Atomkraft 100% sicher sei, oder eben nicht. Die Meinung, die Erde erwärme sich, oder eben nicht. Die Meinung, dass das Öl nicht ausgeht, oder eben doch.

    Politik und Politiker funktionieren nur mit Meinung. Die Fakten sprechen oft eine andere Sprache. Und hier setzen die PR-Fuzzis an. Den Meinung ist beinflussbar. Fakten sind es nur bedingt.

  1. >>In diesem Sinne sind die Skeptiker eigentlich die Klimaforscher selbst, denn sie haben schon öfters frühere Theorien aufgrund neuer Erkenntnisse verworfen (Bsp. Meeresströmungen) und werden das sicher auch in Zukunft noch öfters tun müssen.>>

    Das haben Sie wohl eher deshalb getan, weil ihnen die Realität um die Ohren geflogen ist! Und das nennt man nur man nicht 'skeptisch' sondern 'opportunistisch'.

    Beispiele?
    - fast 15 Jahre keine Erwärmungstendenz
    - mehr Eis am Südpol
    - weniger Hurricans
    - und der Hit des Jahres: kein verschneiter Winter mehr in Deutschland

    Wurde alles anders vorhergesagt und mußte dann... ähhm 'optimiert' werden aufgrund 'neuer' Erkenntnisse.

    Es mag ja sein, dass Sie kein Problem damit haben, dass unsere gesamte Volkswirtschaft auf Grund von Theorien, die die Haltbarkeit einer Tüte Milch haben, umgebaut werden soll, ich habe da ein ganz egoistisches Problem mit.
    Und ich betrachte Leute, die ihre Theorien ständig 'optimieren' müssen, doch eher 'skeptisch' - auch wenn ich mich dafür einen Lügner schimpfen lassen muss. Gegen den Strom des Glaubens zu schwimmen, war halt noch nie so ganz einfach.

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    Das haben Sie wohl eher deshalb getan, weil ihnen die Realität um die Ohren geflogen ist! Und das nennt man nur man nicht 'skeptisch' sondern 'opportunistisch'.

    Sie verwechseln Wissenschaft mit Sektentum.
    In der Wissenschaft gibt es aber keine endgültigen Wahrheiten, und die "Realität" ist das was aufgrund des aktuellen Kenntnisstandes hinreichend beweisbar ist.

    Vor hundert+ Jahren war die wissenschaftliche Realität, dass der Weltraum mit einem ominösen Zeugs namens "Äther" angefüllt ist.
    Dann haben ein paar böse Vakuumopportunisten herausgefunden, dass der Weltraum leer ist bis auf ein paar Wasserstoffatome, kein Äther weit und breit.
    Heute oder morgen könnte sich herausstellen, dass es diesen Äther in Form von dunkler Materie vielleicht doch gibt!

    Ich finde diesen Fortschritt der Wissenschaft äußerst spannend, aber Gläubige die einmal eine endgültige Wahrheit finden und sich dann ewig daran festklammern wollen, sind damit natürlich heillos überfordert und haben tatsächlich ein Problem.


    Beispiele?
    - fast 15 Jahre keine Erwärmungstendenz
    - mehr Eis am Südpol
    - weniger Hurricans
    - und der Hit des Jahres: kein verschneiter Winter mehr in Deutschland

    Irgendwelche halbwegs wissenschaftlichen Belege für Ihre "Beispiele", und warum es deswegen keinen Klimawandel geben soll?
    Sieht nicht so aus, z.B.
    http://www.zeit.de/wissen...

    • eazy-i
    • 29. November 2012 16:14 Uhr

    „fast 15 Jahre keine Erwärmungstendenz“ – Einige Messungen sagen aber etwas anderes. Der globale Meeresspiegel steigt, weil es über lange Zeiträume immer wärmer wird.
    http://www.klimafakten.de...

    „mehr Eis am Südpol“ – Das Meereis breitet sich tatsächlich aus, aber das Landeis nimmt ab! Das Eis der Arktis schmilzt auch viel schneller als das Meereis der Antarktis zunimmt.
    http://www.klimafakten.de...

    „weniger Hurricans“ – Das ist genau die Vorhersage des IPCC-Berichts von 2007, die Intensität der Stürme soll jedoch zunehmen und sie können wegen lokalen Temperaturveränderungen auch an anderen Orten auftreten, wie man bei Sandy gesehen hat. Die richtige Schreibweise ist „Hurrikane“.

  2. Am Rand der Erde ist es kalt
    Die Erde ist eine Kugel und hat keinen Rand.

    Sie sollten mal bei Herrn Morano zur Schule gehen, so wie Sie das hier machen glaubt Ihnen keiner ein Wort.

  3. . . ., meine Ansicht dazu: Dies ist ein geschickt formulierter Artikel, um die Menschen, die wissen, daß es keine Klimaerwärmung gibt und es keinen Grund gibt, die Menschheit mit drohenden Katastrophen einzuschüchtern, zu diskreditieren. Und das natürlich um eine "grüne" Ideologie durchzudrücken. Warum? Mit jeder herrschenden Ideologie bauen sich die Ideologen "ihre" Welt, herrschen und sind erst dann glücklich. Das war mit den Kommunisten, mit den Faschisten so und ist jezt mit der gesamten Öko-Bewegung so. Für die Betroffenen wird es nur schlechter.

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    Menschen, die wissen, daß es keine Klimaerwärmung gibt
    Sie wissen also, dass es keine Klimaerwärmung gibt und das Klima auf der Erde seit Millionen oder Milliarden Jashren genau so ist wie heute.

    Woher wissen Sie das eigentlich?
    Ach der Herr Morano hat es Ihnen erklärt... alles klar ;-)

    • pepe423
    • 29. November 2012 13:52 Uhr

    Ziel von Astroturfing ist, den Anschein einer unabhängigen öffentlichen Meinungsäußerung über Politiker, politische Gruppen, Produkte, Dienstleistungen, Ereignisse und ähnliches zu erwecken, indem das Verhalten vieler verschiedener und geographisch getrennter Einzelpersonen zentral gesteuert wird.

    http://de.wikipedia.org/w...

    • andi99
    • 29. November 2012 13:52 Uhr

    Da der Druck unten am höchsten ist, ist auch die Temperatur dort am höchsten, weil es sich um eine adiabatische Zustandsänderung handelt. Wenn das keine Thermodynamik ist, dann können Sie mir das Fachgebiet ja gerne mitteilen.

    Antwort auf "Thermodynamik"
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    Dass in Bodennähe der Luftdruck höher ist, erklärt immer noch keinen TemperaturANSTIEG über die Zeit dort und einen TemperaturRÜCKGANG über den selben Zeitraum in bodenfernen Schichten.

    • Lyaran
    • 29. November 2012 14:46 Uhr

    Bitte sagen sie mir dass sie nie Thermodynamik bestanden haben oder ihr Dozent wird sich in Grund und Boden schämen.

    1. Handelt es sich natürlich nicht um eine adiabatische Zustandsänderung wenn sich die Temperatur in Bodennähe ändert. Das würde nämlich bedeuten dass die Temperaturänderung aufgrund einer geleisteten Arbeit also einer Druckänderung oder Volumenänderung, auftritt. Sie haben aber schon einmal davon gehört dass die Sonne auf die Erde strahlt und der Erdboden Wärme abstrahlt. Von konduktivem und konvektivem Wärmetransport der stattfindet ganz zu schweigen. Die erste Regel in der Thermodynamik lautet das System und seine Grenzen zu definieren. Wer hier schon versagt kann sich weitere Betrachtungen sparen.

    2. Gibt es höher gelegene Atmosphärenschichten mit geringerem Druck und höherer Temperatur als darunterliegende. Denken sie mal drüber nach wie soetwas zustande kommt.

    Also wenn man mit Begriffen wie Thermodynamik um sich wirft sollte man dir Grundlagen verstanden haben.

    "Am Rand der Erde ist es kalt (sonst hätten Sie eine Temperaturdifferenz und die darf es nicht geben ) und am Boden ist es warm.

    Kleine Fangfrage: Wie entsteht Kälte? ;)"

    Können sie mal erklären warum es keine Temperaturdifferenz gebe darf? Wo haben sie denn den Quatsch her?

    Weitere kleine Fangfrage: Wie definieren sie eigentlich "Kälte"?

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