JULIA JÄKEL

41, Vorstand, Gruner+Jahr (stern, Brigitte, Financial Times Deutschland, Neon)

Was haben Sie und Ihr Haus in den vergangenen fünf Jahren falsch gemacht?

Wir sind zu zaghaft an die durch das Internet ausgelösten Veränderungen herangegangen, wir haben aber gleichzeitig durch die ewige Diskussion über strukturelle Veränderungen unsere Hefte aus den Augen verloren. Manchmal haben wir uns verhalten wie ängstliche Manager. Kritische Medien oder gut gelaunte Magazine sind aber keine Produkte wie andere. Da geht es um einen gesellschaftlichen Auftrag, aber auch um Leidenschaft, mit der Medien gemacht werden.

Was hat die Branche falsch gemacht?

Die Branche war von Hochmut und Kleinmut zugleich gekennzeichnet. Hochmut, weil viele Verleger und Journalisten lange mit zu großer Selbstsicherheit an den Umbruch der Branche herangegangen sind. Kleinmut, weil zu viele den Kopf in den Sand gesteckt haben. Der Gedanke, die Welt da draußen sei an allem schuld, ist falsch.

Wie kann guter Journalismus überleben?