Portugiesische KücheHallo, Lissabon!
Seite 10/11:

Sahnetörtchen – Pastéis de Nata

Sie sind die Stars unter den portugiesischen Süßigkeiten

© Alexandra Klobouk

Den Ofen auf 250 bis 260 Grad vorheizen. Mischen Sie für die Creme alle Zutaten (bis auf Blätterteig, Zimt und Puderzucker) in einem Topf mit einem Rührgerät zu einer glatten Masse. Erhitzen Sie das Ganze unter ständigem Rühren, bis es aufkocht und etwas eindickt. Entfernen Sie die Zitronenschale. Lassen Sie die Creme in einer Schüssel auskühlen – wenn Sie Klarsichtfolie darüberspannen, bildet sich dabei keine Haut.

Pastéis-Böden für Anspruchsvolle: Wellen Sie den Teig dünn aus. Rollen Sie ihn dann zu einer dichten Rolle auf. Rollen Sie diese mit kalten Händen weiter, bis sie ungefähr 2,5 cm Durchmesser hat und sich die Teigschichten gut verbunden haben. Das muss schnell gehen, damit der Teig kalt bleibt. Von dieser Rolle schneiden Sie 1,5 cm breite Schnecken ab. Setzen Sie je eine der Schnecken in eine Muffinform, sodass Sie den Anschnitt von oben sehen können. Befeuchten Sie die Hände mit kaltem Wasser, und drücken Sie mit den Daumen die Teigschnecke flach, sodass ein Teigteller entsteht, der sich bis zum Rand der Förmchen schiebt. Drücken Sie von der Mitte nach außen, der Teigteller soll gleichmäßig dick sein. So entsteht der spezielle gedrehte, luftig-knusprige Boden der Pastéis de Nata. (Man sagt: pasteisch de natta.) Wenn nötig, stellen Sie die Förmchen mit Teig vor dem Backen noch mal kalt.

Für Bequeme: Wellen Sie den Teig dünn aus. Schneiden Sie Kreise aus dem Teig, die so groß sind, dass sie die Muffinförmchen bis zum Rand ausfüllen, und legen Sie die Förmchen damit aus. Überstehenden Teig schneiden Sie mit einem scharfen Messer ab.

Portugal bietet unzählige Wahlmöglichkeiten beim Kaffee. Welche, erfahren Sie durch Klicken auf das Bild

Portugal bietet unzählige Wahlmöglichkeiten beim Kaffee. Welche, erfahren Sie durch Klicken auf das Bild  |  © Alexandra Klobouk

Die Förmchen müssen nicht gebuttert werden, da der Teig genug Fett enthält. Füllen Sie die erkaltete Creme bis 1 cm unter dem Rand in die Formen. Das Wichtigste: Pastéis müssen schnell und heiß gebacken werden, damit der Blätterteig knusprig wird und die Oberfläche karamellisiert. Die Creme darf aber nicht kochen! Auf mittlerer Schiene bleiben die Pastéis 8 bis 12 Minuten lang im Ofen. Nicht aus den Augen lassen, da die Backdauer je nach Ofen stark variiert. Die Oberfläche der Pastetchen muss dunkel sein wie die einer Crème brûlée. Die Pastéis auskühlen lassen, mit einem Messer aus den Förmchen nehmen und großzügig mit Puderzucker oder Zimt bestreuen. Dazu gibt es einen Kaffee Ihrer Wahl.

Und was passierte eigentlich mit dem übrig gebliebenen Eiweiß? Die Nonnen stärkten damit ihre Hauben, die aus Leinen genäht waren. Das Eigelb war also ursprünglich ein Abfallprodukt, und mit den klösterlichen Backwaren fanden die Nonnen eine köstliche Recyclingmethode.

Für 12 Muffinförmchen:

200 g Zucker
2 EL Mehl
8 Eigelb
½ Liter Sahne
1 Prise Salz
Schale von 1 Biozitrone (am Stück, nicht gerieben)
450 g Blätterteig aus dem Kühlregal
etwas Zimt oder Puderzucker

Leserkommentare
  1. Kommentar meines brasilianischen Freundes: - Was, die Zeit weiß nicht, dass die Feijoada unser brasilianisches Nationalgericht ist-. Berühmt ist die Feijoada in der Welt nicht als portugiesisches Essen, sondern als das Essen der Sklaven in Brasilien. "Gezimmert" aus den "Abfällen" der Herren, mit -schwarzen- Bohnen aufgeppept.

    Also, Augen auf bei Begrifflichkeiten.

    siehe Wikipedia http://de.wikipedia.org/w...

    PS: Ich hoffe mein Freund bleibt Euch gewogen

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es ist richtig, dass die feijoada DAS brasilianische Nationalgericht ist. Was dieser Artikel schildert und zu 100% der Wahrheit entspricht ist, dass die feioada EINES der VIELEN portugiesischen Nationalgerichten ist. Die Liste ist so vielfältig und lang, dass es vor ein paar jahren sogar eine Abstimmung in Portugal dazu gab.
    Ich bekräftige nochmal die Aussage von "Dubmaid", dass es sich bei den port. und bras. Teller um zwei komplett verschiedene Gerichte handelt die sogar total unterschiedliche Bohnen beinhalten. Nebenbei: Sogar in Portugal gibt es von Nord bis Süd unterschiedliche rezepte.
    Entschuldigen Sie mich, aber dass ihr Freund das nicht weiss ist eher ein Zeugnis davon dass er selber nicht so fähig zum Augen aufmachen ist.
    Angesichts der Tatsache, dass es einen enormen kulturellen Austausch hier in Europa zwischen Portugiesen und Brasilianiern gibt ist seine Aussage etwas arm.

    Nichtsdestotrotz

    Cumprimentos e bom apetite

    • Dubmaid
    • 23. November 2012 10:56 Uhr

    Dass es sich von der brasilianischen Feijoada unterscheidet, weiss auch jeder Portugiese und jede portugiesische Hausfrau. Wird häufig mit großen, weissen Bohnen gekocht. Teilweise sind auch "Kutteln" enthalten, ähnlich wie beim schwäbischen Gericht, doch das mag variieren.
    Also, Ohren auf bei Begrifflichkeit. (Vor allem, wenn Brasilianer mal wieder mehr über Portugal wissen wollen, als die Portugiesen selbst.) Peace and Love.

    2 Leserempfehlungen
  2. Hab schon gestern vollkommen begeistert in der Printversion geblättert! Vor allem die liebevollen Illustrationen sind die Printausgabe wert, diese wird nicht so schnell ins Altpapier wandern.

    Auch ein sehr schmackhaftes Gericht aus dem Alentejo:

    http://www.chefkoch.de/re...

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Mari o
    • 23. November 2012 23:38 Uhr

    erinnerten mich an Egon Schieles alte Häuser in Krumau,1914
    Er war the one and only.Danach gabs millionenfache Nachahmer
    und das Kulturgut sank und sank und sank.
    das Titelbild ist ja auch wieder nur ein durchgepaustes Foto.

  3. Es ist richtig, dass die feijoada DAS brasilianische Nationalgericht ist. Was dieser Artikel schildert und zu 100% der Wahrheit entspricht ist, dass die feioada EINES der VIELEN portugiesischen Nationalgerichten ist. Die Liste ist so vielfältig und lang, dass es vor ein paar jahren sogar eine Abstimmung in Portugal dazu gab.
    Ich bekräftige nochmal die Aussage von "Dubmaid", dass es sich bei den port. und bras. Teller um zwei komplett verschiedene Gerichte handelt die sogar total unterschiedliche Bohnen beinhalten. Nebenbei: Sogar in Portugal gibt es von Nord bis Süd unterschiedliche rezepte.
    Entschuldigen Sie mich, aber dass ihr Freund das nicht weiss ist eher ein Zeugnis davon dass er selber nicht so fähig zum Augen aufmachen ist.
    Angesichts der Tatsache, dass es einen enormen kulturellen Austausch hier in Europa zwischen Portugiesen und Brasilianiern gibt ist seine Aussage etwas arm.

    Nichtsdestotrotz

    Cumprimentos e bom apetite

    Eine Leserempfehlung
    • Mari o
    • 23. November 2012 23:38 Uhr

    erinnerten mich an Egon Schieles alte Häuser in Krumau,1914
    Er war the one and only.Danach gabs millionenfache Nachahmer
    und das Kulturgut sank und sank und sank.
    das Titelbild ist ja auch wieder nur ein durchgepaustes Foto.

    Antwort auf "Danke, ZEITmagazin!"
  4. Wie einfach und schlicht, aber dafür ehrlich und ohne großem Tamtam die Küche auf dem Land sein kann, beschreibt ein "Abend bei Agostinho , im gastronomischen Herzen des Alentejos", den ich hier gefunden habe:

    http://montelevartempo.wo...

    • sauce
    • 24. November 2012 14:09 Uhr

    Vielen Dank für die Rezepte! Die Vanilletörtchen werde ich demnächst mal nachbacken, sie sind mein absoluter Favorit und das bisher von mir verwendete Rezept hat mich nie wirklich zufriedengestellt - ein anderes hab ich aber nie gefunden, im Netz haben irgendwie alle voneinander abgeschrieben.
    Beim ebenfalls interessanten Limonenkuchen fehlt mir aber die Anleitung-da stehen nur die Zutaten (ich hab natürlich eine Idee wie man sie verwendet um zum Resultat zu kommen aber bei den Pasteis de Nata sehe ich im Rezeptvergleich, daß eben doch die Details über den Unterschied zwischen "ziemlich lecker" .... und WOW entscheiden)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • theo777
    • 24. November 2012 16:32 Uhr

    Eben. Vanille. Mir scheint, das Rezept ist nicht vollständig, meiner Meinung nach gehört da Vanille hinein.

    .. hab sie auch erst vermisst.

  5. ein herzhaftes deutsches Gericht (kleiner Scherz!!!). Ich finde Essen sollte nicht politisch sein. Ist zwar toll zu wissen woher das Gericht kommt, aber mir ist es ehrlich gesagt wichtiger zu wissen, dass die Gerichte lecker und nachkochbar sind. Weiss denn jemand woher z.B. Linsensuppe/Eintopf kommt? Man hört zuweilen auch, dass es ein traditionelles deutsches Gericht ist, mmh...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Schlagworte Antonio Tabucchi | Portugal | Japan | Lissabon | USA | Istanbul
  • Models present creations from the Felder & Felder Autumn/Winter 2013 collection during London Fashion Week, February 15, 2013. REUTERS/Olivia Harris (BRITAIN - Tags: FASHION)

    Vom Rand des Laufstegs

    Aktuelle Berichte von den Schauen in New York, London, Mailand, Paris und Berlin auf ZEIT ONLINE

    • Nachgesalzen

      Die Meisterköche Karl-Josef Fuchs, Jürgen Koch und Christian Mittermeier verraten ihre Tipps und Tricks

      • Hinter der Hecke

        Eine Schrebergarten-Kolonie ist ein eigener Kosmos. Unser Kolumnist Ulrich Ladurner erforscht ihn und seine Bewohner mit Demut, Feinsinn und Humor.

        • Heiter bis glücklich

          Oft sind es die einfachen Dinge, die uns heiter bis glücklich stimmen. Im "Heiter bis glücklich"-Blog stellt die ZEITmagazin-Redaktion täglich ihre Entdeckungen vor.

          Service