Wie viele Zitronen passen in einen Kuchen?

Für die Backanleitung klicken Sie bitte auf das Bild © Alexandra Klobouk

Im Juni steht Lissabon kopf – die Viertel der alten Innenstadt sind geschmückt mit bunten Girlanden, Tische und Bänke stehen gedrängt auf allen pátios. Die Luft ist gefüllt mit dem Rauch der Sardinengrills und dem Dudeln von Pimba, einer populären Volksmusik mit anzüglichen Texten. Es sind die Festas de Lisboa, einen ganzen Monat lang feiert man ausgelassen bis spät in die Nacht den Stadtheiligen St. Antonius – und seine beste Freundin, die Sardine.

Gefeiert wird auch in den Hinterhöfen der Stadt. Bescheiden festliche Tafeln sind voll beladen mit hausgemachten Köstlichkeiten der versammelten Verwandtschaft. Wenn man als Fremder in Lissabon sehr viel Glück hat, gerät man vielleicht versehentlich in eine solche Hinterhof-Festa… Der Freundlichkeit des Gastgebers wird man sich kaum erwehren können. Und da auch Portugiesen wissen, dass Liebe durch den Magen geht, werden sie sichergehen wollen, dass der Überraschungsgast sich an sämtlichen der selbst gemachten Spezialitäten gütlich tut. Glücklich, wer am Ende noch ein Plätzchen frei hat. Denn das Beste, man ahnt es schon, kommt erst jetzt: die Nachspeise.

Wenn man dann eine solche Zitronentarte serviert bekommt, sollte man seinen beschwipsten Mut zusammennehmen und mit den Brocken Portugiesisch, die man beherrscht, seiner Begeisterung Ausdruck verleihen. Vielleicht bekommt man dann das Rezept dieser unwiderstehlichen Tarte. Dieses hier hat Anita, die Cousine meines Nachbarn, auf dessen Hinterhoffest ich mich einfand, mir aufgeschrieben, und sie hat mir auch erlaubt, es an dieser Stelle weiterzugeben. Obrigada, Anita!

Tarte de Limão

2 große Eier, getrennt
100 g Zucker plus 1 EL Zucker
100 g Butter
1 TL Backpulver
180 g Mehl
Salz
2 Biozitronen (Saft und Abrieb)
1 Dose gezuckerte Kondensmilch