Sie war die Mahlzeit von Hirten und hat heute einen Platz in der Weltliteratur

Aus dem portugiesischen Menü ist die Suppe nicht wegzudenken: Sie ist der erste Gang, wärmt den Magen, und es gibt davon nur so viel, dass noch genügend Platz für Haupt- und Nachspeise bleibt. Eine der beliebtesten portugiesischen Suppen ist die Sopa Alentejana, die Suppe aus dem Alentejo, einer Region im Süden Portugals.

Diese Gegend hatte es dem italienischen Schriftsteller und Lissabon-Verehrer Antonio Tabucchi so angetan, dass er ihr mit einem seiner berühmtesten Bücher, dem Lissabonner Requiem, ein Denkmal setzte. Darin regt die heiße Sonne des Alentejo die Fantasie des Erzählers an. Natürlich lässt Tabucchi die Sopa Alentejana nicht unerwähnt, die heute eine Spezialität ist, aber der Küche armer Leute entstammt. Wenn die Hirten bei Tagesanbruch zu den Weideplätzen aufbrachen, um dort die Schafherden des Alentejo zu hüten, nahmen sie stets einen Korkbehälter mit heißem Wasser mit. Auf der Weide angekommen, gaben die Hirten in das Wasser alles, was sie an Zutaten bei sich hatten oder auf ihrem Weg finden konnten: reichlich Knoblauch und Olivenöl, trockenes Brot, ein Ei und frischen Koriander. So entstand die einfache und wohlschmeckende Sopa Alentejana. (Sopa alentäschana, sagt man, das sch ist weich wie in Garage.) Noch heute beruht sie auf diesen Grundzutaten.

Unsere Version der berühmten Sopa ist raffinierter. Hier werden viele Zutaten erst hinzugefügt, wenn die Suppe schon fertig ist. So kann jeder selbst entscheiden, wie sie ihm am besten schmeckt – ganz gleich, ob man sie als Vorspeise oder ausnahmsweise mal als Hauptgericht zu sich nimmt.

Für 4 Personen:

200 g Bauchspeck, in 1 cm dicken Streifen
150 g Chouriço, in 1 cm dicken Scheiben
1 große Zwiebel, in dünnen Ringen
1 Knoblauchzehe, gehackt
500 g reife Tomaten, gewürfelt
1 Lorbeerblatt
2 Liter kochendes Wasser
je ½ grüne und rote Paprika, in dünnen Streifen
4 Eier
etwas Essig
eine Handvoll rote Trauben oder reife Feigen
250 g geröstetes Weißbrot
Salz zum Abschmecken