Portugiesische Küche : Hallo, Lissabon!
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Fisch im Salzmantel mit Kartoffeln – Peixe ao sal com Batatas ao Murro

Er schmort unter einer Salzkruste, bis er bei Tisch seinen großen Auftritt hat

Für die Kochanleitung klicken Sie bitte hier © Alexandra Klobouk

Meine Freundin Rita Cortes sagt, es gebe keine einfachere Art Fisch zuzubereiten als diese: Peixe ao sal (gesprochen: peische au sal) – Salz in die Auflaufform, Fisch drauf, mit Salz bedecken, in den Ofen und warten, bis die Küche nach Fisch duftet. Rita muss es wissen. Denn sie stammt aus der Familie, die sich ganz der Verfeinerung der portugiesischen Küche mit ihren zahllosen Fischrezepten verschrieben hat – schon ihre Großmutter und ihre Mutter waren Kochbuchautorinnen.

In den sechziger Jahren, während des Salazar-Regimes, als Berufstätigkeit für eine portugiesische Dame absolut keine Selbstverständlichkeit war, reiste Ritas Großmutter durch die Provinz von Dorf zu Dorf, um den besten Köchinnen des Ortes ihre Familienrezepte zu entlocken. Das hier ist eines davon. Rita liebt es. Es ist das ideale Festtagsessen, wenn man mal wieder gar keine Zeit hat. Binnen 15 Minuten ist es vorbereitet, gart ohne Aufsicht und steht im Handumdrehen auf dem Tisch. Die Salzschicht ist beim Backen hart geworden, und nach vorsichtigem Klopfen wird nun der Fisch ausgegraben, der, geschmort im eigenen Saft, auf der Zunge zergeht und genau den richtigen Salzgehalt hat. Dazu reicht Rita Batatas ao murro (batatasch au murru), Kartoffeln, die erst gebacken, dann verprügelt und schließlich angebraten werden (siehe Illustration vorige Seite). Diese Prozedur ist ein Spektakel, und der Geschmack ist wundervoll. Ja, es ist ein Angeber-Essen der feinsten Sorte.

Servieren Sie dazu einen gemischten Salat und einen feinen, aber nicht zu leichten Weißwein.

Für 4 Personen:

Peixe ao sal

1 Dorade, Meerbrasse oder ein anderer Fisch mit weißem Fleisch (ungefähr 1,5 kg)
1 Stückchen Butter, Kräuter nach Wahl (Rosmarin, Petersilie, Thymian...)
1–2 kg Meersalz (der Fisch soll ganz bedeckt sein)
evtl. Zahnstocher, um den Bauch des Fisches zu verschließen

Batatas ao Murro

800 g kleine neue Kartoffeln, Meersalz
3–4 EL Olivenöl, 4–5 Knoblauchzehen, gehackt

Kommentare

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Feijoada ist DAS brasilianische Nationalgericht

Kommentar meines brasilianischen Freundes: - Was, die Zeit weiß nicht, dass die Feijoada unser brasilianisches Nationalgericht ist-. Berühmt ist die Feijoada in der Welt nicht als portugiesisches Essen, sondern als das Essen der Sklaven in Brasilien. "Gezimmert" aus den "Abfällen" der Herren, mit -schwarzen- Bohnen aufgeppept.

Also, Augen auf bei Begrifflichkeiten.

siehe Wikipedia http://de.wikipedia.org/w...

PS: Ich hoffe mein Freund bleibt Euch gewogen

Nur die halbe Wahrheit..

Es ist richtig, dass die feijoada DAS brasilianische Nationalgericht ist. Was dieser Artikel schildert und zu 100% der Wahrheit entspricht ist, dass die feioada EINES der VIELEN portugiesischen Nationalgerichten ist. Die Liste ist so vielfältig und lang, dass es vor ein paar jahren sogar eine Abstimmung in Portugal dazu gab.
Ich bekräftige nochmal die Aussage von "Dubmaid", dass es sich bei den port. und bras. Teller um zwei komplett verschiedene Gerichte handelt die sogar total unterschiedliche Bohnen beinhalten. Nebenbei: Sogar in Portugal gibt es von Nord bis Süd unterschiedliche rezepte.
Entschuldigen Sie mich, aber dass ihr Freund das nicht weiss ist eher ein Zeugnis davon dass er selber nicht so fähig zum Augen aufmachen ist.
Angesichts der Tatsache, dass es einen enormen kulturellen Austausch hier in Europa zwischen Portugiesen und Brasilianiern gibt ist seine Aussage etwas arm.

Nichtsdestotrotz

Cumprimentos e bom apetite

Feijoada ist sehr wohl ein portugiesisches Gericht. :D

Dass es sich von der brasilianischen Feijoada unterscheidet, weiss auch jeder Portugiese und jede portugiesische Hausfrau. Wird häufig mit großen, weissen Bohnen gekocht. Teilweise sind auch "Kutteln" enthalten, ähnlich wie beim schwäbischen Gericht, doch das mag variieren.
Also, Ohren auf bei Begrifflichkeit. (Vor allem, wenn Brasilianer mal wieder mehr über Portugal wissen wollen, als die Portugiesen selbst.) Peace and Love.