Der Klassiker der portugiesischen Küche, der wie gemacht scheint für den deutschen Winter

© Alexandra Klobouk

In meinem Lissabonner Hinterhof am Rand der Stadt sitzen ältere Herren auf Klappstühlen vor ihren Garagen – das ist ihr Reich. Unter den Weinreben, die den Hof überwachsen und den Herren und ihren Besuchern Schatten spenden, verbringen sie ganze Tage. Womit? Das hätte man vielleicht nicht gedacht: Sie kochen! Meist wird gegrillt, frische Dorade, Wolfsbarsch, Sardinen oder Schweinesteak – und jeden Samstag gibt es Feijoada, den legendären portugiesischen Bohneneintopf. Dann trifft man die Männer morgens beim Zwiebelschneiden an, auf dem Schoß Schüsseln voll eingeweichter Bohnen. In dem großen Feijoadatopf kochen sie den herzhaften und wärmenden Eintopf mit Gemüse, Wurst und Fleisch, und zwar in Mengen, die ein Dutzend hungriger Seemänner sättigen könnten. Feijoada (feischoada) ist einer der großen Klassiker der portugiesischen Küche und darf hier natürlich nicht fehlen. Insbesondere, da unsere Köchin Liliana das herzhafte Gericht noch verfeinert hat: Uma feijoada maravilhosa, eine fabelhafte Feijoada! Die portugiesischen Herren mögen ihren Eintopf im Halbschatten unter Weinreben verspeisen – wir finden ja, er wärmt auch an kalten Novembertagen.

Geben Sie die Zwiebel und die abgetropften Bohnen in einen Topf mit genügend Wasser, um die Bohnen zu bedecken, und lassen Sie alles 30 bis 40 Minuten lang kochen (oder 15 Minuten im Schnellkochtopf). Dann werden die Chouriço, die Schweinshaxe, die Rippchen sowie etwas Salz hinzugefügt. Im geschlossenen Topf köchelt der Eintopf weitere 50 Minuten lang. Das Fleisch und die Wurst werden dann herausgenommen und kühlen auf einer Platte aus. Geben Sie nun die Farinheira in den Bohnensud, nachdem Sie mit einem Zahnstocher Löcher in die Wursthaut gepiekst haben. (Wenn Sie keine Farinheira, diese spezielle portugiesische Wurst, auftreiben konnten, lassen Sie sie einfach weg, der Eintopf schmeckt auch so.) Falls nötig, gießen Sie noch etwas Wasser hinzu, sodass die Wurst bedeckt ist. So kocht das Ganze nochmals 15 Minuten. Die Farinheira herausnehmen.

Das Olivenöl wird in einem anderen Topf erhitzt, die gehackte Zwiebel, den Knoblauch, Karotten, Lorbeer und Petersilie kurz darin rösten. Dann den Schinken hinzufügen. Geben Sie die Tomaten hinzu, und lassen Sie den Eintopf weitere 10 Minuten köcheln. Nun den Wirsing hinzufügen. Das ausgekühlte Fleisch in mundgerechte Stücke und die Chouriço in Scheiben schneiden und hinzufügen, die abgetropften Bohnen dazugeben und alles vorsichtig mischen. Alles ungefähr 15 Minuten kochen lassen. Zum Schluss wird die Farinheira in Scheiben geschnitten und zur Feijoada gegeben. Dazu schmeckt Reis.

Für 6 Personen:

500 g getrocknete rote Bohnen, über Nacht eingeweicht, abgetropft
1 Zwiebel, halbiert
200 g Chouriço (Paprikawurst)
300 g Schweinshaxe mit Knochen
400 g Rippchen
etwas Salz
200 g Farinheira (eine portugiesische Wurstsorte)
100 ml Olivenöl
1 gehackte Zwiebel
3 gehackte Knoblauchzehen
200 g Karotten, in dünne Scheiben geschnitten
1 Lorbeerblatt
1 Bund Petersilie, gehackt
200 g geräucherter Schinken, grob gewürfelt
300 g gewürfelte reife Tomaten
200 g Wirsing, grob geschnitten