In Portugal sind selbst die Hasen Melancholiker – und trinken zu viel

© Alexandra Klobouk

Pedro Bugarin liebt Amália. Er steht vor ihrem Haus in der Lissabonner Vorstadt. Für Pedro gibt es nur diese eine Frau – Amália Rodrigues, die Königin des Fado, die 1999 starb. Als einzige Frau unter Staatsmännern liegt sie im nationalen Pantheon begraben. Nach ihrem Tod herrschte in Lissabon drei Tage lang Ausnahmezustand. Danach gab es eine Renaissance des Fado durch eine neue Generation von Sängern.

Der schwermütige und kraftvolle Gesang wird meist begleitet von nur zwei Gitarren, er ist wie ein Soundtrack der melancholischen Seele Portugals. Und Amália hat ihn weltberühmt gemacht. Mit ihrer intuitiven Musikalität und ihrer kraftvollen Stimme brachte sie von den vierziger Jahren an das Lied der Arbeiter und Außenseiter in die Konzertsäle der Welt. Zum Dank machte der Fado das Mädchen aus ärmsten Verhältnissen, das an den Docks von Lissabon einst Orangen verkaufte, zur berühmtesten Frau Portugals.

Pedro führt uns in die Mouraria, ein Armeleuteviertel im Herzen der Stadt. Hier, so erzählt er, ist der Geburtsort dieser Musik, wo zwischen Seefahrerkneipen und Bordellen eine junge Prostituierte im 19. Jahrhundert den ersten Fado sang. Pedro kennt noch viele solcher Geschichten über seine Heimatstadt Lissabon, denn er ist Historiker. Aber selbst in einer derart geschichtsträchtigen Stadt ist das nun mal kein einträglicher Beruf. Deshalb betreibt er nebenher im Stadtteil Santos ein erlesenes kleines Lokal mit dem Namen Guarda-Mor. Dort gibt es nicht nur jeden Mittwoch Fado, sondern auch einen Hasen in Rotweinsoße, der auf der Zunge zergeht. Den Wein dazu stellt er gleich mit auf den Tisch. Es ist erstaunlich – mit jedem Glas versteht man mehr von der Freude am Traurigsein...

Zunächst zerteilen Sie den Hasen. Dann reiben Sie ihn mit etwas Salz ein und geben ihn mit dem Knoblauch, Lorbeer und Rotwein in eine Schüssel. So soll er einen Tag lang im Kühlschrank bleiben. Am nächsten Tag erhitzen Sie das Olivenöl und braten die Zwiebeln darin glasig an (auf Portugiesisch sagt man übrigens: "bis sie blond sind"). Fügen Sie die Tomaten hinzu, und reduzieren Sie das Ganze, bis ein Sud entsteht. Danach werden die Fleischteile hinzugefügt. Geben Sie nach und nach die Weinmarinade hinzu, und lassen Sie den Hasen darin zugedeckt ungefähr 2 Stunden (90 Minuten, wenn es ein Kaninchen ist) auf dem Herd schmoren (nicht zu heiß werden lassen). Das Fleisch ist gar, wenn sich der Knochen mühelos aus der Keule lösen lässt. Am Schluss die Petersilie hacken und darüberstreuen. Dazu reicht man in Olivenöl ausgebackene Weißbrotscheiben und junge gekochte Kartoffeln.

Für 4 Personen:

1 Hase, wahlweise Kaninchen
Salz
4 Knoblauchzehen, gehackt
2 Lorbeerblätter
½ Liter guter und kräftiger Rotwein (er bestimmt den Geschmack des Gerichts!)
etwas Olivenöl
2 Zwiebeln, gehackt
3 reife Tomaten, gewürfelt
Petersilie