Hackerattacken"400.000 Angriffe am Tag"
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 "Hinweisgeber aus den eigenen Reihen sind keine Denunzianten"

ZEIT: Die EU-Kommission denkt derzeit darüber nach, Whistleblowern Geld zu zahlen, damit sie auspacken. Was halten Sie von der Idee?

Kremer: Eines mal vorweg: Hinweisgeber aus den eigenen Reihen sind keine Denunzianten, sondern wertvolle Hilfen. Was die Pläne der Kommission angeht, bin ich eher skeptisch. Wir müssen verhindern, dass Hinweise auf Rechtsverstöße kommerzialisiert werden. Bei der Telekom haben wir ein gut funktionierendes Hinweisgeberportal, bei dem sich unsere Mitarbeiter melden und offen oder anonym Hinweise geben können.

ZEIT: Vielleicht kämen ja noch bessere Hinweise, wenn Whistleblower bezahlt würden? Wie etwa in den Vereinigten Staaten.

Kremer: Dass es in den USA anders läuft und staatliche Prämien gibt, ist sicher auch kulturell bedingt. Sobald es um Geld geht, starten Diskussionen, wie viel man wo rausholen kann. So eine Entwicklung möchte ich, wenn möglich, vermeiden.

ZEIT: Bedrohungen für die Telekom kommen ja nicht nur aus den eigenen Reihen, sondern auch von außen. Im September wurde sie Ziel eines groß angelegten Hackerangriffs.

Kremer: Wir haben den Angriff rechtzeitig bemerkt und abgewehrt, bevor er Auswirkungen für Kunden haben konnte. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. In der Tat sind Datenschutz und Datensicherheit für uns von großer Bedeutung. Unsere Geschäfte haben sehr viel mit sensiblen Informationen zu tun, da müssen unsere Kunden einfach darauf vertrauen können, dass ihre Daten bei uns sicher sind.

ZEIT: Logisch.

Kremer: Das sagt sich so leicht! In der Vergangenheit hat die Telekom das nicht immer so gehandhabt. Vor Jahren hatte uns ein Datenskandal viel Kundenvertrauen gekostet...

ZEIT: ...etwa als 2006 die Daten mehrerer Millionen Handykunden entwendet wurden.

Kremer: Aus diesem tiefen Tal haben wir uns mit großer Mühe herausgearbeitet. Heute bewegen wir uns bei Datenschutz und Datensicherheit auf einem sehr hohen Niveau und sind führend unter den Telekommunikationsunternehmen und darüber hinaus. Diesen Vorsprung werden wir ausbauen. Schließlich bieten wir immer mehr internetgestützte Dienstleistungen an...

ZEIT: ...Datenverkehr wird also wichtiger als Telefongespräche...

Kremer: ...und zugleich wachsen die Angriffe über das Internet sehr schnell.

ZEIT: Was meinen Sie damit?

Kremer: Die Zahl der Internetangriffe auf uns hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Und das kann so weitergehen, vielleicht wird sich der Trend sogar noch beschleunigen.

Leserkommentare
  1. um ihn zu verstehen muß man folgenden Code kennen:

    kriminelle Mitarbeiter: (wahrscheinlich) Service Personal
    Hacker Angriff: Kunden, die sich beschweren
    Abwehrmethoden: Call Center + Warteschleife

    Sorry, dass mußte sein.

    Aber die Telekom könnte wirklich einen Großteil der Hackerangriffe in den Griff bekommen, wenn alle durch ihre CallCenter müßten. Da kommen nur die Härtesten durch. Und dann ein bisschen Sicherheitstechnik obendrauf und fertig ist der Lack.

    7 Leserempfehlungen
    • lufkin
    • 01. Dezember 2012 9:51 Uhr

    Wie kann man in einem Atemzug noch eine Meldepflicht befürworten wenn man zuvor von bis zu 400.000 Angriffen an einem Tag gesprochen hat? Wer soll das alles verarbeiten?
    Nimmt man die ganze dt. Industrie und die Behörden zusammen, kommt man täglich sicher schnell auf einen zweistelligen Millionenbetrag potentieller Angriffe. Die alle zu erfassen, zu protokollieren und zentral auszuwerten und zu verwalten ist Wahnsinn und wenn man einfach nur sammelt, Unternehmen Y hat heute soundso viele Angriffe verzeichnet, kann man es auch gleich lassen, denn das nütz niemandem.
    Es müsste imo nur eine Meldepflicht für erfolgreich kompromittierte Nutzer- und Kundendaten her aber jeden Angriff zu melden ist Blödsinn.

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    • t_t_h
    • 01. Dezember 2012 10:14 Uhr

    Es kommt doch immer darauf an, was ein "Angriff" ist und wie dieser bewertet wird.
    Die 400.000 von denen Herr Kremer spricht waren sicherlich keine einzelnen, voneinander unabhängigen Angriffe.
    Ich tippe mal eher auf ein Botnetze, die "Distributed Denial-of-Service" (DDOS) Angriffe ausführen. Mit ein bisschen Statistik kann man sicherlich die 400.000 auf einige wenige (ca 1-100) meldbare Angriffe herunterbrechen. Oder man definiert gewisse Gefährdungsgerade ab denen ein Angriff gemeldet werden muss.
    Z.B. ob die Datensicherheit gefährdet wurde oder das Verfügbarkeit eines Systems.
    Ein einfacher Portscan ist für sich gesehen ungefährlich, kann aber trotzdem von Intrusion-Detection-Systemen erkannt werden. Melden muss man ihn deshalb nicht.

    • t_t_h
    • 01. Dezember 2012 10:14 Uhr

    Es kommt doch immer darauf an, was ein "Angriff" ist und wie dieser bewertet wird.
    Die 400.000 von denen Herr Kremer spricht waren sicherlich keine einzelnen, voneinander unabhängigen Angriffe.
    Ich tippe mal eher auf ein Botnetze, die "Distributed Denial-of-Service" (DDOS) Angriffe ausführen. Mit ein bisschen Statistik kann man sicherlich die 400.000 auf einige wenige (ca 1-100) meldbare Angriffe herunterbrechen. Oder man definiert gewisse Gefährdungsgerade ab denen ein Angriff gemeldet werden muss.
    Z.B. ob die Datensicherheit gefährdet wurde oder das Verfügbarkeit eines Systems.
    Ein einfacher Portscan ist für sich gesehen ungefährlich, kann aber trotzdem von Intrusion-Detection-Systemen erkannt werden. Melden muss man ihn deshalb nicht.

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    Antwort auf "Meldepflicht... "
  2. hat die ehemalige Behörde, bei der jetzt AG obendrüber steht, nötig.

    Als ich vor ein paar Jahren bei denen meinen Anschluss kündigte führten die sich unmöglich auf.

    Den Begriff Kündigung verstehen die als Einladung zum palavern und drohten mir mit der Abschaltung.

    Aber anstatt mich abzuschalten kassierten sie fleißig weiter.

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  3. Ein digitales Prüfsiegel ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Jedoch nicht in die der "Sicherheit", sondern in die des Bewusstwerdens technischer Unsicherheit. Technische Standards waren noch nie eine schlechte Idee. Aber man darf dem ganzen nicht das Image der Unfehlbarkeit geben.

    Zu der Ermöglichung solcher Standards sollte man aber vorher das Gesetz kippen, das zur Zeit (immer noch) alle Systemadministratoren zu Kriminellen macht, wenn sie ihre Systeme testen wollen. Computerprogramme, die einen Angriff ausführen oder simulieren können, sind (afaik) nach wie vor illegal.

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  4. Der Staat soll helfen, weil die digitale Bedrohung für die deutsche Wirtschaft eine Gefahr darstellt und er den Unternehmen künftig mit Subventionen zur Gefahrenabwehr beispringen soll?

    Das könnte ich verstehen, wenn der Interviewte ein Bäckermeister wäre, der sich um seine Backrezepte sorgt. Von einem Telekommunikationsunternehmen aber, dessen Geschäftsmodell auf dem digitalen Austausch von Daten und deren Sicherheit basiert, klingt das 1. besorgniserregend und 2. nach der Vorbereitung auf privatwirtschaftliches Subventionsschmarotzertum.

    Liebe Telekom, wenn du ein Problem, deines Kerngeschäftes nicht ohne zusätzliche Steuergelder in den Griff bekommst, dann mach den Laden zu!

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    • Panic
    • 01. Dezember 2012 12:35 Uhr

    steht da gar nichts. Woher haben Sie diese Aussage? Fest steht, dass Konzerne dieser Größe kontinuierlich attackiert werden. Und davor müssen sie sich schützen. Wem das alles zu virtuell ist, der kann sich das ja auch mal anders vor Augen führen: Ein Gebäude, das ständigen Angriffen ausgesetzt ist. Da kommen Menschen mit der Leiter, einem Dietrich, C4 oder schleichen sich mal eben am Sicherheitsdienst vorbei. Whatever...

    Erstaunlicherweise werden die virtuellen Gefahren immer noch unterschätzt, weil hier, zumindest physisch, erst mal niemand direkt angegangen wird. Fakt ist: Es ist illegal und kriminell. Das Ziel ist doch klar, wie bei einem klassischen Bankraub: Eindringen und nehmen, was man benötigt. Selbst wenn es darum ginge nur Chaos zu verursachen. Die Kosten, die hiebei verursacht werden sind enorm. Ich persönlich habe keinen Bock, dass mir jemand meine Festplatten mal eben löscht oder sich in meine Registry einnistet. Nochmal: Würde ich nachts aufwachen, und jemand stünde in meine Küche, dann würde ich auch Cops rufen.

    cheers

    • Panic
    • 01. Dezember 2012 12:35 Uhr

    steht da gar nichts. Woher haben Sie diese Aussage? Fest steht, dass Konzerne dieser Größe kontinuierlich attackiert werden. Und davor müssen sie sich schützen. Wem das alles zu virtuell ist, der kann sich das ja auch mal anders vor Augen führen: Ein Gebäude, das ständigen Angriffen ausgesetzt ist. Da kommen Menschen mit der Leiter, einem Dietrich, C4 oder schleichen sich mal eben am Sicherheitsdienst vorbei. Whatever...

    Erstaunlicherweise werden die virtuellen Gefahren immer noch unterschätzt, weil hier, zumindest physisch, erst mal niemand direkt angegangen wird. Fakt ist: Es ist illegal und kriminell. Das Ziel ist doch klar, wie bei einem klassischen Bankraub: Eindringen und nehmen, was man benötigt. Selbst wenn es darum ginge nur Chaos zu verursachen. Die Kosten, die hiebei verursacht werden sind enorm. Ich persönlich habe keinen Bock, dass mir jemand meine Festplatten mal eben löscht oder sich in meine Registry einnistet. Nochmal: Würde ich nachts aufwachen, und jemand stünde in meine Küche, dann würde ich auch Cops rufen.

    cheers

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    ...Banken danach rufen, dass die Politik sie unterstützen soll, ihre Tresore sicherer zu machen, könnten Sie das auch verstehen?

    Es ist die Aufgabe von privatwirtschaftlichen Unternehmen für die Sicherheit ihrer Produkte zu sorgen. Dafür bezahlen die Kunden.

    Die Politik um Hilfe zu ersuchen, damit Ihre Festplatte und Ihre Registry sauber bleibt ist lächerlich. Wenn jemand in Ihrer Küche steht, weil die "Telekom" die Tür offen gelassen hat, hilft Ihnen weder ein Cop noch eine digitale Null im Parlament. Die kleben höchstens einen TÜV-Stempel auf die Hardware: Zugang für Viren, Trojaner verboten!

    Sie haben keine Regitsry, es sein denn, Sie haben ein Unternehmen dem diese tatsächlich gehört und lizensieren diese für Ihre Lizensnehmer. Das sich jemand dann in deren persönlichem Eigentum und unter deren lizensierten Software, von Ihnen, etwas in dieser Registry zulassen oder ermöglichen kann, das ist, damit Sie kein Monopolist wären, nämlich für die Software die den Computer erst umfassendere Funktionsfähigkeit nach Maßgabe der Hardware ermöglicht.

    Was Sie oder sonstwer sich an virtuellen Systemen antut, ist Ihre und deren Sache, wenn Sie die Registry nicht nach Vorgaben des Lizensgebers verändern, ist das Ihre Angelegenheit, wenn diese von jemandem andern "attakiert" wird, ist es nicht Ihre Angelegenheit.

    Die "Unternehmen" die ominösen, die mit der Mauer des Schweigens umhüllten, die keiner je gesehen hatt und die namenlos vor sich hin schuften, in all den unzähligen kleinen und großen Attacken auf.......

    Da gibt es ja nur sehr wenige, eines schreibt sich Microsoft.

  5. ...Banken danach rufen, dass die Politik sie unterstützen soll, ihre Tresore sicherer zu machen, könnten Sie das auch verstehen?

    Es ist die Aufgabe von privatwirtschaftlichen Unternehmen für die Sicherheit ihrer Produkte zu sorgen. Dafür bezahlen die Kunden.

    Die Politik um Hilfe zu ersuchen, damit Ihre Festplatte und Ihre Registry sauber bleibt ist lächerlich. Wenn jemand in Ihrer Küche steht, weil die "Telekom" die Tür offen gelassen hat, hilft Ihnen weder ein Cop noch eine digitale Null im Parlament. Die kleben höchstens einen TÜV-Stempel auf die Hardware: Zugang für Viren, Trojaner verboten!

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