Buddhistischer Pilgerweg : Ganz entspannt ins Hier und Jetzt
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 "Jeder Mensch kann den Weg wandern"

ZEIT: Haben Sie eine Vorstellung davon, wie viele Menschen schon auf Etappen des Jizoweges unterwegs waren?

Beemster: Bis heute?

ZEIT: Ja.

Beemster: Ich denke, fünf.

ZEIT: Fünf?

Beemster: Ja, fünf sind mir bekannt. Der Weg ist ja noch sehr jung. Ich habe erst in diesem Jahr begonnen, das Projekt publik zu machen. Ich hätte den Weg noch erweitern, vergrößern können. Aber im vergangenen Jahr sagte ich mir: Du bist jetzt 66 Jahre alt, es ist genug. Wer weiß, vielleicht bauen andere Mönche das Wegenetz später einmal weiter aus.

ZEIT: Wie sieht es unterwegs mit der Infrastruktur für Pilger aus? Mit speziellen Herbergen darf man wohl kaum rechnen...

Beemster: Nein. Man sollte schon ein Zelt dabeihaben. Aber wenn man wie ein Pilger gekleidet ist, sind die Leute auch sehr freundlich und helfen. Sie haben mir viele Male Essen angeboten, gelegentlich auch einen Schlafplatz.

ZEIT: Und bei den buddhistischen Zentren und Tempeln? Kann man da übernachten?

Beemster: In der Regel ja. Man muss allerdings vorher anrufen und Bescheid geben, das ist sehr wichtig. Wenn dort eine intensive Meditationswoche stattfindet, ist es schwieriger. Aber die Leute wissen vom Jizoweg und sind bereit, Pilger aufzunehmen.

ZEIT: Ist der Jizoweg nur etwas für Menschen, die sich zum Buddhismus bekennen?

Beemster: Nein. Jeder Mensch kann den Weg wandern. Es gibt allerdings einzelne Zentren, da wird man ohne Rakusu nicht aufgenommen.

ZEIT: Was haben Sie selbst als Pilger gelernt?

Beemster: Vor allem Dankbarkeit – für die Schönheit der Welt und die kleinen Dinge des Lebens.

ZEIT: Dankbarkeit ist ja nicht gerade ein spezifisch buddhistisches Konzept...

Beemster: Nein, Dankbarkeit empfindet jeder Mensch, der sich innerlich weit entwickelt und verwirklicht hat. Dankbarkeit für die ganze Palette des Lebens, das Leiden eingeschlossen. Diese Dankbarkeit führt zur Freude – deshalb sieht man Buddha auf so vielen Bildern lächeln.

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Kommentare

11 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Es ist nur Positiv. . .

. . .das es diesen meditativen Pilgerweg jetzt gibt. Und es gibt ihn jetzt und nächstemal auch, nur anders, denn alles verändert sich, selbst der Stein der bewegungslos auf dem Weg liegt. Dort anzukommen und endlich zu verstehen. Es ist natürlich etwas verwirrend, wenn man hört das man eigentlich nicht bei Ziel ankommt,sondern der Weg das Ziel bereits ist, aber auch das sollte man vergessen, während man trotzdem auf dem Weg ist. Ein Insiderwitz: Wieviel Buddhisten braucht man um eine Glühbirne zu wechseln? Drei. EineN der die Glühbirne dreht, eineN der die Nicht-dreht und einen, den Dreht-und Nicht-dreht. Der Buddha gewordene Siddharta würde lächeln ;-)

super!

Dafür liebe ich die Zeit! Dafür dass man dort immer wieder Beiträge findet, die zeigen dass es nicht unbedingt piefig oder rückwärtsgewandt sein muss, wenn man positiv über Spiritualität und Fragen des Glaubens berichtet. Und das eben nicht unkritisch, und linientreu zu unseren Staatskirchen sondern abwechslungreich und interessant. Weil ihr damit nicht nur Bestehendes in Frage stellt, sondern gelichzeitig auch Alternativen zeigt: vielen Dank dafür an die Zeit Redaktion!

Infos

Sicher, da ist der Hinweis auf La Gendronnière als zentralen Punkt des Weges. Es wäre trotzdem ganz spannend, wenn man mehr Informationen darüber bekäme, wie und wo man diesen Pilgerpfad begehen kann. Ich meine, wenn das Projekt schon mal vorgestellt wird. Vielleicht haben ja andere Buddhisten auch ein Interesse, sich daran aktiv oder als "User" zu beteiligen. Ich habe mal gegoogelt und auf buddhaland.de eine alte URL aus 2010 gefunden, die aber nicht mehr aktiv ist. Ich fände es auf jeden Fall schön, genaueres darüber zu erfahren. Auch etwas, das einem die Planung für so eine "Geh Meditation" leichter machen würde.

Hallo Mycroft.Holmes :)

da wir nahezu gleichzeitig die Idee mit dem "Hinweis" hatten, kam mir folgender Gedanke:

Was wäre, wenn es Farbenblinde User gibt, die roten Text auch "nur" in schwarz sehen?
Vielleicht muss für Links zusaätzlich ein Symbol eingeblendet werden?
Oder die Möglichkeit bereit stellen, ein gesondertes css-file zu Laden, in dem Verlinkungen anders dargestellt werden?