IslamIm Schatten des deutschen Rechtsstaats entsteht islamische Paralleljustiz

Selbst ernannte "Friedensrichter" verhandeln Scheidungen und vereiteln Strafverfahren. Einspruch!, ruft die muslimische Juristin Seyran Ateş. von Seyran Ateş

Nach den Themen Zwangsheirat und Ehrenmorde wird uns in den nächsten Jahren das Thema Islamische Paralleljustiz Kopfschmerzen bereiten. Denn die Gefahr einer parallelen islamischen Rechtsprechung im Schatten der Demokratie ist akut.

Nur Ignoranten verschließen die Augen davor, dass inzwischen in einigen deutschen Großstädten wie Berlin und Bremen sogenannte Friedensrichter unter Umgehung deutscher Gerichte Strafanzeigen und Verurteilungen vereiteln. Diese Richter von Gottes Gnaden lassen Probleme wie häusliche Gewalt innerfamiliär vor einem Imam lösen. Und bei Ehestreitigkeiten geben sie gemäß der Scharia den Männern Rückendeckung und maßregeln die Frauen. Hier geht es im Namen des Islams um die Aufrechterhaltung patriarchaler Macht in der Ehe und um Machtkämpfe zwischen konkurrierenden arabischen oder türkisch-kurdischen Großfamilien. Die Familien tragen die Rivalitäten verfeindeter Stämme aus ihren Herkunftsländern nach Deutschland.

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Dies alles geschieht unterm Deckmantel der Religionsfreiheit. Selbst ernannte Friedensrichter müssen sich weder vor Richtern noch vorm Verfassungsschutz fürchten, denn der deutsche Staat und die deutschen Gerichte sehen nicht, dass es eine Paralleljustiz, auch Schattenjustiz genannt, überhaupt gibt. Sie kennen die muslimischen Milieus nicht, in denen Allahs Gebote mehr gelten als das Grundgesetz. Weil sie die Kultur der Migranten nicht kennen und deren Sprache nicht sprechen, können sie nur schwer beurteilen, ob eine echte Bedrohung für den Geltungsanspruch unseres Rechtsstaates vorliegt.

Tatsächlich ist die islamische Schattenjustiz bedrohlich. Wie der Name schon sagt, bewegen wir uns im Schatten unserer Gesellschaft. Rechtsprechung wird ins Private verlagert. Weil dieser Bereich aber weder der Polizei noch den Gerichten problemlos zugänglich ist, bleibt das Ausmaß der Gefahr undiskutiert. Nach guter deutscher Manier warten wir stattdessen auf Zahlen und Statistiken als Beweis für ein neues gesellschaftliches Phänomen, bevor wir uns mehrheitlich aufregen und etwas unternehmen. Derweil protestieren einige wenige Menschenrechtler auf verlorenem Posten und arbeiten sich an dem Thema ab.

Sobald genügend krasse Fälle von Paralleljustiz vorliegen, wird sicher irgendein Ministerium eine Studie in Auftrag geben, um dann rückblickend zu sagen, was man vorbeugend hätte tun können. In der Zwischenzeit aber werden im Namen Allahs weitere Strafverfahren vereitelt, Zeugen beeinflusst und Scheidungen verhandelt. Noch gibt es in Deutschland zum Glück keine offiziellen Scharia-Schlichter und keine Scharia-Courts, wie sie in Großbritannien üblich sind.

Aber weit entfernt sind wir davon nicht, wenn sich außerhalb der deutschen Rechtsprechung Straftaten einfach erledigen und Ehen nur noch vor dem Imam geschlossen werden, damit spätere Konflikte dem Einspruch der Justiz entzogen bleiben. In Großbritannien hat auch alles im Schatten der Gesellschaft angefangen. Aus den Fehlern der Nachbarn lernend, muss man in Deutschland jetzt rufen: Wehret den Anfängen! – Aber wollen wir das auch?

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Leserkommentare
  1. sondern eine gewisse Art "Selbsthass". Die stark emotionale, populistische Art lässt, in der der Artikel geschrieben wurde und die Fachkenntnis vermissen lässt, lässt den Schluss leider zu.

    Ist Ihnen das Phänomen bekannt?

    Schwarze, die erzählen, dass man schwarze Handwerker nicht beschäftigen soll, weil man hinterher einen weißen Handwerker benötigt, um die Arbeit richtig zu machen (Lesen Sie mal die Autobiographie von Obama).

    Oder Marokkaner, die erzählen, Marokkaner wären eine Bande verlogener Diebe, denen man nicht trauen darf.

    (Ungeoutete) Homosexuelle, die sich lautstark über die "widerlichen Schwuchteln" empören.

    Beispiele gibt es viele!

    Es handelt sich dabei um traurige Fälle, in denen dieser "Selbsthass" entwickelt wird, um sich von einer Gruppe abzugrenzen zu der man entweder als zugehörig definiert wird (Besp: "muslimische Juristin") oder sich als tatsächlich zugehörig empfindet und diese Zugehörigkeit nicht möchte, weil der Blick der "Mehrheitsgesellschaft" auf die Gruppe negativ ist(Bsp.: Schwarzer sagt, dass er sich als weiß empfindet).

    Dieser "Selbsthass" wird sodann lautstark geäußert, um sich der Zustimmung der dominierenden Bevölkerungsmehrheit zu versichern und eine gewisse Zugehörigkeit zu dieser zu erzeugen.

    Mir ist bewusst, dass ich bei der Autorin daneben liegen kann (ich hoffe das sogar!), aber die Annahme liegt leider sehr sehr nahe!!!

    Ansonsten bleibt es bei Kommentar 222.

    Antwort auf "War ja klar"
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    • falipus
    • 10. Dezember 2012 16:27 Uhr

    Eine gewagte Interpretation.. Jeder, der seine Religion etc kritisiert ist von Selsthass befallen? Das scheint mir eine verdehte Argumentation zu sein, um den Wahrheitsgehalt der Kritik nicht anzunehmen. Das ist meine Interpretation zu dieser osbkuren Selbsthasstheorie.

    • khasar
    • 10. Dezember 2012 12:04 Uhr
    211. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten. Danke, die Redaktion/ls

    • falipus
    • 10. Dezember 2012 14:46 Uhr

    ".....Der Beitrag ist v.a. wegen offenbar mangelnder juristischer Sachkenntnis und extremer Übertreibung bei der Bekämpfung von tatsächlich existierenden Parallelwelten ohne jeglichen Wert"

    Das bekommt eine Redaktionsempfehlung?

    So tendenziös? Zu einem eigenen Artikel?

    4 Leserempfehlungen
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  2. Antwort auf "Redaktionsemfehlung?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • falipus
    • 10. Dezember 2012 16:24 Uhr

    Nein, ich wundere mich nur, dass die Redaktion so nahezu polemisch negativ gegenüber der Autorin eingestellt zu sein scheint.

    • falipus
    • 10. Dezember 2012 16:24 Uhr
    214. Plumumba

    Nein, ich wundere mich nur, dass die Redaktion so nahezu polemisch negativ gegenüber der Autorin eingestellt zu sein scheint.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Neidisch? ;)"
    • falipus
    • 10. Dezember 2012 16:27 Uhr
    215. Plumumba

    Eine gewagte Interpretation.. Jeder, der seine Religion etc kritisiert ist von Selsthass befallen? Das scheint mir eine verdehte Argumentation zu sein, um den Wahrheitsgehalt der Kritik nicht anzunehmen. Das ist meine Interpretation zu dieser osbkuren Selbsthasstheorie.

    3 Leserempfehlungen
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    Sie haben meinen Kommentar nicht vollständig gelesen, denn darin verweise ich auf einen anderen Kommentar von mir in dem ich zwar darstelle, dass die Autorin maßlos übertreibt, die Existenz des Problems jedoch grundsätzlich anerkenne.

    Von Leugnung kann also gar nicht die Rede sein.

    Bitte meine Kommentar noch einmal lesen, deren Zusammenschau verstehen und dann noch einmal antworten. Danke

  3. So, wie die Autorin übertreibt, so übertreiben auch Sie.

    Zudenken geben sollte einem DIESER Satz aus dem Artikel:

    "Sobald genügend krasse Fälle von Paralleljustiz vorliegen, wird sicher irgendein Ministerium eine Studie in Auftrag geben, um dann rückblickend zu sagen, was man vorbeugend hätte tun können."

    Ehrenmorde sind damit zum Beispiel gemeint. Ich glaube kaum, dass die Autorin meinte, dass "Familientherapien" vor einem Imam etwas Schlimmes sind (Eheleute gehen mit Problemen ja auch oft zu ihrem Pfaffen). Der Artikel ist wohl auch warnend gemeint, wenn wir nicht - wie derzeit - in 25 Jahren mal wieder ein Problem haben wollen, das nicht hätte sein müssen, hätte man seine Äuglein einmal offengehalten und nicht - wie z. B Sie - nur meinen "Ach, übertreib mal nicht so"

    3 Leserempfehlungen
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    Sie sehen ja selbst ein, dass die Autorin übertreibt. Um mehr geht es mir nicht.

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  • Schlagworte Islam | Justiz | Scharia | Rechtsstaat
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