Junge Eltern : Mutti ist die Jüngste

Sie sind selbst kaum älter als 40 – doch ihre Kinder sind schon erwachsen. Vom Glück der frühen Eltern Ost.

Gundula Prywerek war 39 Jahre alt, als sie weinend im Kinderzimmer ihrer Tochter Delia stand. Sie hatte Delia wenige Stunden zuvor von Magdeburg aus nach Leipzig gefahren. Die Tochter, damals 19, war zum Studium nach Sachsen gezogen.

Schon früh hatte sich Gundula Prywerek Kinder gewünscht, mit 20 war sie schwanger geworden. Delia kam 1989 zur Welt, im Jahr des Mauerfalls. Zwei Jahre später gründeten die Prywereks ein Unternehmen. Die Nachwendejahre waren dichte, aufreibende Jahre.

Doch nach Delias Auszug war da plötzlich freie Zeit. Seit dem vergangenen Jahr haben Gundula Prywerek und ihr Mann den Bootsführerschein. Vier Monate lernten sie für die Prüfungen. »Wir hätten das wahrscheinlich nicht gemacht, wenn unsere Tochter noch bei uns wohnen würde«, sagt die heute 44-Jährige. »So etwas gönnt man sich erst, wenn das Kind aus dem Haus ist.« Wenn die Prywereks morgen in den Urlaub fliegen wollten, sie könnten es tun, und vor allem: Sie könnten es sich leisten. Sie haben nicht nur die Zeit, sondern inzwischen auch das Ersparte dafür. Unabhängigkeit bedeutet für sie, mit 40 eine Freiheit zu haben, die andere mit Anfang 20 auskosten. »Für uns«, sagt Prywerek, »ist es eine späte Sturm-und-Drang-Phase.«

Heute gehört sie zu einer Generation ostdeutscher Mütter und Väter, die mitten im Leben stehen, aber deren Kinder längst erwachsen sind. Zu einer Generation, für die es üblich war, mit Anfang 20, unmittelbar nach der Berufsausbildung, ein erstes Kind zu bekommen. Eltern wie die Prywereks sind selbst noch relativ junge Menschen, aber sie sehen sich nun vor der Herausforderung, jene Lücke in ihren Leben füllen zu müssen, die ihre Kinder hinterlassen haben, als sie fortzogen.

Noch nicht einmal 40 Jahre alt, aber bereits ohne die Tochter im eigenen Haushalt: Im Westen wäre das exotisch, ein Einzelschicksal. In den neuen Ländern gehört man mit dieser Biografie zum Mainstream. Heute profitieren die Prywereks und viele andere Ostdeutsche davon, in jungen Jahren Kinder bekommen zu haben. Ihre frühe Familienplanung – damals selbstverständlich – gibt ihnen heute eine Freiheit, die die gleiche Generation Westdeutscher in der Regel nicht hat. Während Gleichaltrige West noch ihren Nachwuchs zum Babyschwimmen bringen, organisieren im Osten Abertausende Väter und Mütter ihren Kindern schon den Auszug. Wie ist das: 40 zu sein, und die Kinder sind groß? Fühlt man sich alt? Oder hält einen die neu gewonnene Freiheit jung?

Kinder zu kriegen, das wurde in der DDR nicht nur gefördert – sondern belohnt. Wohnungen bekam oftmals nur, wer verheiratet war und Nachwuchs hatte. Für schwangere Studentinnen wurde ein Sonderstudienplan erstellt. Hinzu kam die medizinische Rhetorik der damaligen Zeit: Wer mit 25 das erste Mal zur Entbindung in den Kreißsaal kam, der galt als spätgebärend. Noch 1987 dachte die Mehrheit der Ostdeutschen, eine Frau sollte höchstens bis zu ihrem 30. Geburtstag Nachwuchs bekommen. Danach sei man zu alt; danach wünsche man sich ein ruhigeres Leben – ohne kleine Kinder.

Wenn diskutiert wird, was die Familien in der DDR von denen des Westens unterschied, dann sprechen die meisten zuerst von der Kinderbetreuung. Oft wird vergessen, wie jung die Frauen in der DDR oft waren, als sie Mütter wurden. Hatten sie nicht schon altersbedingt eine andere Einstellung zur Familie? Und: Taugen sie inzwischen gar zum Vorbild in Zeiten, in denen die Deutschen zu wenige Kinder zur Welt bringen?

Heute sind sich Soziologen – so unterschiedlich sie die Familienpolitik vor 1989 auch interpretieren – meist einig in einem Punkt: Die Eltern im Osten sind gelassener, pragmatischer. Sie betrachteten ihre Kinder als ein Glück, aber nicht als alleinigen Lebensinhalt. »Die Ostdeutschen hatten einen sachlicheren Blick auf die Familie, nicht so emotionalisiert wie in den alten Ländern«, sagt die Soziologin Gitta Scheller. Vermutlich zögen die Kinder in diesem Teil Deutschlands deshalb im Schnitt zeitiger aus als in Westdeutschland. »Den Eltern fällt es leichter, ihre Kinder gehen zu lassen«, sagt Scheller.

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Kommentare

78 Kommentare Seite 1 von 9 Kommentieren

Lebensphasen

Es scheint mir klar, dass Eltern, die mit 20 das erste Kind bekommen, dann unter den heutigen Bedingungen (vor 200 Jahren starben sie noch mit 40) eine späte Freiheit erleben wollen. Nur finde ich an einer Umkehrung der Lebensphasen nichts wirklich Attraktives. Auch was die Generationenfolge in einer Zeit der Langlebigkeit betrifft, führt eine frühe Reproduktion zur 4-5-Generationenfamilie. Ob das wirklich wünschenswert ist? Wenn man an junge Eltern gewöhnt ist, scheint es sicherlich seltsam, wenn Väter von Babys schon halb kahl sind und deren Mütter erste graue Haare und Falten bekommen. Aber ansonsten sehe ich für die Kinder nur Vorteile darin, dass sie nicht gezeugt werden, weil man etwas dafür bekommt, dass sie nicht einen vollen Tag außer Haus verbringen müssen, weil Mutter und Vater studieren oder am Anfang einer Berufstätigkeit stehen, und auch dass sie mehr Aufmerksamkeit bekommen, weil man sie sich vielleicht länger gewünscht und den Partner sorgfältiger ausgesucht hat als man mit 20 dazu in der Lage ist.

40 Jahre Freiheit...

sind mehr, als die meisten Teenage-Mammis je erleben werden. Ich kenne jemanden, der ist 42 und Opa. Statt seiner Kinder hat er halt nun die Enkel an der Backe. Das Bootsführerscheinleben wie im Artikel klappt doch nur, wenn der eigene Nachwuchs die Frühelternschaft nicht kopiert, sonst ist diese Ost-West-Wechselgeneration doch eigentlich nur ein Anekdötchen.
Mit dem Rucksack um die Welt ziehen macht mit Mitte 20 deutlich mehr Spaß, da kommt keine Luxusrundreise mit, die man dann vielleicht mit 50 noch machen kann, wenn die Gelenke/ der Kopf/ wasauchimmer noch fit und willig sind und man wirklich Geld verdient. Lieber 40 Jahre jung und frei sein (okay, bei mir waren es nur 35) als vielleicht mal später oder auch nie.
Jepp, ich habe kleine Kinder, und ich bin "alt", aber ich vermisse nix! Und ich kann mir nicht vorwerfen, irgendwas verpasst zu haben, was ich nachholen müsste....

West-Perspektive

Ihr ziemlich normativer Kommentar ist allein schon deshalb fragwürdig, als er sehr westlich ist. Wer sagt denn eigentlich, dass das gutbürgerliche "einmal um die ganze Welt reisen" mit Anfang 20 der heilige Gral in Sachen Freiheitsfindung ist? Es gibt auch andere Wege, Freiheit zu erlangen, als sich mit viel Geld und nem iPhone bewaffnet in überfüllte Interrail-Züge zu hocken.
Das mal als Denkanstoß.
Ich habe selbst übrigens noch eine 2 vorne stehen und bin ebenfalls mit dem Rucksack durch Europa gezogen.

Zwischen 20 und 40 liegen 20 Jahre

Abstrakt wollte ich immer Kinder haben, konkret allerdings mit knapp über 20 wirklich nicht. Mein richtiger Zeitpunkt lag bei Anfang 30. Da hatte ich meine Jugendfreiheit so weidlich ausgekostet, dass ich die Kinder als eine große Bereicherung erlebte und wirklich nie das Gefühl hatte, dass sie mich einschränkten oder das ich wer weiß was versäumte. Das Leben wurde anders, ruhiger, aber nicht weniger aufregend. Hätte ich die frühere Freiheit nicht gehabt, hätte ich diese Ruhe sicherlich nicht gut akzeptieren können. Außerdem denke ich, dass eine gewisse Reife gut ist, wenn man Kinder bekommt. Ich kenne ein paar knapp 40-jährige Mütter von Teenager-Töchtern, die sich auf einen verzweifelten Konkurrenzkampf einlassen, wer mehr Sexappeal hat, was beiden nicht gut tut, denn die Mütter stehen den Töchtern im Weg. Zehn Jahre später ist man bereiter, das eigene Älterwerden etwas selbstironischer zu akzeptieren und der Jugend neidlos ihre Blüte zu gönnen.

Überreif ist aber auch nicht immer schmackhaft ;)

Stimme ihrem Beitrag im Grunde zu. Gleichzeitig hat man sich mit 40 aber selbst bereits ein ganzes Stück von der eigenen Jugend entfernt und pädagogisiert oft sehr entkoppelt. Ich kann mir vorstellen, dass es ein bisschen traurig sein muss, wenn man als Teenager seinen Eltern erklären will, was für Musik man hört und was man nach der Schule gerne machen möchte, und dann sitzen da zwei Menschen kurz vor dem Rentenalter und beten vergnügt ihre "ach ja, früher war das ganz anders"-Geschichten herunter. Und wenn man dann selbst Kinder hat, sind die Eltern schon Greise und haben weder Geld, noch Mobilität, für ein Wochenende vorbeizukommen und auf die Kleinen aufzupassen. Sollte ein Opa mit seinem Enkel nicht noch etwas unternehmen können?

Vielleicht dramatisieren Sie ein bisschen?

Wir werden heute ja nicht nur alle älter, sondern bleiben in der Regel auf länger fit und gesund. Setzt man 30 Jahre als Generationenfolge an, dann sind die Großeltern 60+, wenn die Enkelkinder auf die Welt kommen. Das halte ich für jung genug, um bei der Betreuung zu helfen und Spaß zu haben. Es ist sogar besser als mit 40+ Großeltern zu werden, wenn man selbst noch mitten im Berufsleben steht und weniger Zeit hat als vielleicht schon in Pension. Und was das Verständnis zwischen Eltern und Kindern betrifft, würde ich für Gelassenheit und Toleranz plädieren. Ist es nicht gerade das Tolle an der Jugend, einen anderen Geschmack zu haben und zu entwickeln als die Eltern? Ist es wirklich wünschenswert, die „Alten“ im gleichen Konzert zu treffen? Man muss ja nicht aufhören, miteinander zu kommunizieren und sich zu erklären, was man warum schön und gut findet. Aber ich will mein Konzept sicherlich nicht zur Norm erheben – es gibt bestimmt Biographien, zu denen anderes passt.

Schon richtig verstanden

Natürlich dramatisiere ich ein bisschen, die Position soll ja deutlich werden. :) Deshalb nahm ich auch die "Eltern mit 40" als Beispiel - da wären die Großeltern dann bereits 80, wenn die Enkel auf die Welt kommen. Es ging mir ja, wie Sie sicher festgestellt haben, nicht darum, dies als die schlechtere Variante zu bezeichnen, sondern schlichtweg darum, ein Gegenbeispiel zu formen.

Keine Ost-West-Perspektive

Ich finde es schade, dass bei diesem Thema eine Ost-West-Perspektive künstlich erzeugt wird, die hier irgendwie nicht passt. Mag sein, dass die Verhältnisse im Osten eher dazu geeignet waren, früher Elternschaft zu fördern. Aber für das junge Elternsein an sich und die geschilderte Situation, mit 40 erwachsene Kinder zu haben, ist Ost-West völlig unerheblich.

Wir sind keine Ossis - und in der gleichen Situation. Ich habe nicht das Bedürfnis, irgendetwas verpasst zu haben. Natürlich waren die finanziellen Möglichkeiten eingeschränkter. Aber Elternsein und Familie definiert sich nicht über Kohle. Dem Nachwuchs hat es an nichts Wesentlichem gemangelt!

Man improvisiert wohl mehr, wenn man jung Eltern wird. Vorstellungen der Elternschaft sind noch nicht so festgefahren, der eigene Erwartungsdruck vielleicht nicht so hoch.

Mich befremdet, wenn es ums Kinderkriegen geht, wenn Kinder als Einschränkung der Freiheit bezeichnet werden. Ich habe den Nachwuchs zu keiner Zeit als Einschränkung der Freiheit empfunden! Sondern immer nur als Bereicherung. Wir sind trotzdem gereist, haben uns halt angepasst, dass da ein Kind mit an Bord war. Ausgehen, Freundschaften pflegen etc. All das geht mit Kind - ohne dass alles nur noch auf Kind ausgerichtet sein muss.

Im Zweifel liegt der Kern im Unterschied der Prioritäten. Wenn Freiheit nicht Basis, sondern zum Ziel gemacht wird, wenn Verantwortung nur als Last und nicht als Stütze empfunden wird, wenn Zufriedenheit über Geld definiert wird...

Beispiele

OK, bevor ich mich für heute endgültig abmelden muss, mache ich Ihnen zwei dramatische Beispiele in die andere Richtung: 90-jährige Frau mit schwerer Herzinsuffizienz im Pflegeheim, geistig präsent. 1) 70-jährige Tochter mit fortgeschrittener Demenz wird ins selbe Pflegeheim gebracht. Im Sinne einer Familienzusammenführung sollen sie in einem Zimmer wohnen, was auch die Besuche des Sohnes/Enkels angenehmer macht. Kommentar Tochter: „Mit der alten Hexe kann ich nicht zusammen wohnen, die will mich vergiften“. 2) 90-jährige Frau, luzide, hat schon drei ihrer vier Kinder begraben – und da Kinder irgendwie immer Kinder bleiben, ist das für sie fast so traurig für jede(n) anderen, der/die ein Kind verliert.

.....

Liebe Fabiana...

es dreht sich nicht bei jeder Frau nur darum, wer besser aussieht und ich wünsche meiner Tochter sogar, dass sie mindestens genauso gut aussehen möge wie ich... mehr geht es mir jedoch darum, was sie im Kopf hat und was sie damit macht.
Und dieser Konkurrenzkampf zwischen Müttern und Töchtern korreliert meiner Meinung nach nicht mit dem Altersunterschied...das ist eine Einstellungssache..

Unreife?

Ich finde es schrecklich, welche Unreife jüngeren Menschen zugesprochen wird. Wobei sich jünger hier als U30 definiert. Wieso sollten denn 25-Jährige schlechter in der Lage sein Kinder zu bekommen und großzuziehen als 45-Jährige? Ich denke doch, dass man mit 25 Jahren über die nötige Reife und das Verantwortungsbewusstsein verfügt, wenn man sich dann dazu entscheidet. Ebenfalls sind Mittzwanziger wohl kaum "Beziehungsanfänger" und somit auch durchaus nicht unbedingt gefährdeter als Mittdreißiger, sich nach ein paar Jahren zu trennen.

Aber anscheinend wird bereits davon ausgegangen, dass Beziehungen heute ein Haltbarkeitsdatum haben.

Auch: Eine getrennte Familie heißt auch nicht, dass es eine zerbrochene Familie ist. Es gibt unzählige Beispiele von wunderbar funktionierenden Patchwork-Familien!

Späte Rückmeldung

Ich gebe Ihnen völlig Recht, zumal ich wirklich nicht auf Äußerlichkeiten fixiert bin. Angeregt durch dieses Thema habe ich gestern beim Abendessen meine Töchter (12 und 15) gefragt, wie sie es sich vorstellen würden, wenn wir Eltern 10 Jahre jünger wären. Für die 12-jährige war das kein Thema – Alter ist für sie keine interessante Größe, sie wusste nicht einmal, ob die Eltern ihrer besten Freunde jünger oder älter waren als wir. Die 15-jährige dachte differenzierter und wog Vor- und Nachteile ab. Dabei fiel dann auch „um Gottes Willen, würdest Du dann rumlaufen wie die Mutter von XY, mit Pferdeschwanz und Minirock? – das wäre mir oberpeinlich“. Natürlich ist das nicht immer so, und selbstverständlich sind Kinder immer geprägt und wenn es ihnen gut geht, neigen sie dazu, das Muster ihrer Eltern zu widerholen. Was mir allerdings auffällt, ist, dass jüngere Lehrerinnen, mit denen die Teenager konfrontiert sind, Mädchen oft schlechter behandeln als Männer oder ältere Lehrerinnen, denn ich fürchte, der Neid auf die Jugend ist in vielen Fällen eine unbewusste, aber starke Komponente, vor allem solange man sich selbst noch sehr jung fühlt, es aber nicht mehr ist.

Aus Zeitmangel

kann ich Ihnen keinen Link suchen, aber es gibt Studien, die zeigen dass die Wahrscheinlichkeit, sich zu trennen, mit jedem weiteren Lebensjahr sinken – und meine Erfahrung bestätigt das. Es tut mir leid, wenn Sie sich beleidigt fühlen, eigentlich wollte ich nur über mich sprechen. Ich hatte mit Anfang Zwanzig weder die Reife für einen Lebenspartner noch für ein Kind. Und ich bin nicht besonders geeignet für Multitasking (Studium/Berufsanfang/Kind – Beruf mit ein bisschen Erfahrung und Kind reicht mir). Hätte ich vor Ende 20 geheiratet, wäre ich schon zweimal geschieden, und hätten wir nicht noch ein bisschen mit den Kindern gewartet, hätte die Beziehung vielleicht auch nicht so gut wachsen können. Aber nichts für ungut. Ich kenne auch tolle Patchworkfamilien, nur für mich ist das nichts – zu anstrengend mit dem ganzen Hin und Her.

Oberpeinlich!

Tja, so sindse halt, die Kinderchen.

Aber egal in welchem Alter die Eltern sind -für die Kinder sind ALLE über 25 ALT, uralt. Selbst für diejenigen Anfang 20 ist jeder über 30 uralt. Mich haben welche aus diesem Alter bei nem Lehrgang als *Fossil* bezeichnet, ich war gerade 37 und habe die Aufgaben, an denen die sich mühten, mit links gemacht.

Ich meine jedenfalls, in der Beziehung auf Mode, Miniröcke und Frisur sollten Sie eher auf die Meinung ihres Mannes, Freundes hören oder ggfs. die Wirkung auf andere Vertreter des männlichen Geschlechtes betrachten (so Sie dieses wollen) als die Tochter zum Ratgeber zu machen.

Es gibt Studien...

zu jedem Thema. Und zu jeder Meinung.

Genau das scheint das Problem zu sein: Man sucht sich eine Studie, die die eigene Meinung untermauert.

Man will alles sicher. Richtig sicher. Da muss man unter Umständen eben lange warten.
Nie ist der rechte Zeitpunkt. Zur Partnerschaft nicht, zur Heirat des Partners gleich gar nicht, zum Kind nicht, zur Selbständigkeit auch nicht.
Wenn wirs schon machen, dann machen wir es richtig! Oder halt gar nicht!

Ich denke mal, es ist auch ein Selbstwertproblem.

Umkehrung der Lebensphasen?

Also, wenn man schon mit Lebensphasen argumentiert, dannn würde ich doch eher davon ausgehen, dass die Familiengründung mit der Zeit größter Fruchtbarkeit und noch relativ guten Nerven (nicht nur bei der Geburt des Kindes sondern bis in die Pubertät hinein) zusammenfällt. Und die ist definitiv von Anfang bis Mitte/Ende zwanzig. Warum sonst wäre das Thema künstliche Befruchtung/Leihmutterschaft/Kinderplanung nach Zyklus etc. so brandaktuell- weil man Lebensphasen umdreht.

Ich weiß nicht, ob Sie die Antwort noch lesen

Der Begriff „Lebensphasen“ kommt nicht aus der Biologie oder Medizin, sondern aus der Soziologie und Psychologie und bezieht sich auf die soziale und psychologische Entwicklung, nicht auf die physiologische Realität. Rein physiologisch gesehen, ist eine Schwangerschaft zwischen 17 und knapp 30 optimal. Aber da fühlen sich derzeit viele Menschen nicht bereit für ein Kind, so dass die Abwägung zwischen biologischen und psychologischen Gründen oft den Ausschlag für das letzte gibt. Für die Entwicklung der Kinder ist das, denke ich, gut – zumal das Argument mit den angeblich stärkeren Nerven, wenn man jünger ist, nicht so ganz richtig ist. Ältere Eltern gelten im Allgemeinen als gelassener als jüngere, denn ein Mehr an Lebens- und Selbsterfahrung schadet auch hier nicht.

.........

Hm..ich bin jetzt 27 geworden und meine Tochter wird acht. Sie findet es cool, eine junge Mutter zu haben - sagt oft zu mir, dass sie mich sehr hübsch findet, wenn ich abends weggehe und mich vorm Spiegel zu recht mache und auch ihre Mitschülerinnen finden mich durch die Bank ganz toll und wollen immer gerne auf Besuch kommen. Aber auch eine ältere Mutter in ihrem Hort wird von den Kindern sehr gerne gemocht und meine Tochter findet auch sie hübsch. Ich bin davon überzeugt, dass Kinder das "Schönsein" deutlich mehr über innere Werte definieren als Erwachsene. Hübsche aber böse Menschen finden Kinder meist hässlich - liebe Menschen, die eventuell etwas beleibter sind und nicht dem heutigen Schönheitsideal entsprechen aber dafür immer freundlich sind und viel lachen sind in Kinderaugen meist die schönsten Menschen der Welt.
Ich habe habe übrigens auch kein Konkurrenzproblem mit meiner 16 Jährigen Schwester. Ich finde, ich habe einen "Frauenkörper" und sie den eines "jungen Mädchens" - und die Männer, die sich für mich interessieren sind in einer ganz anderen Altersklasse als die, die sich für sie interessieren. Und - ich gönne es meiner Schwester und später auch meiner Tochter, wenn sie ein ansehnliches Aussehen haben und sich selbst schön finden können - ich wünsche es ihnen sogar.
Wie sich Mütter kleiden - oder auch Väter, ist meist keine Frage des Alters. Ich verweise hier nochmal auf Madonna...

Wer ist neidisch?

Ich bin im Schulbetrieb unterwegs und junge Mutter und mir sind in der Regel noch nie solche Dinge unter gekommen. Im Gegenteil: Junge Lehrerinnen, die sich modern kleiden bekommen in der Regel mehr Respekt von den Schülern als die altmodisch oder schlabbrig gekleidete. Schade, dass Sie solche Erfahrungen mit jungen Frauen machen. Vielleicht geistert da bei Ihnen ein bisschen Neid im Hinterkopf herum?

Ist es

nicht jedem selber überlassen, wie er sein Leben lebt?

Wer früh Kinder kriegen will, schön und gut.
Wer spät Kinder kriegen will ,schön und gut.

Als ob das eine besser wär als das andere. Diese Beurteilung obliegt jedem selbst.
Ich selbst bin offen gegenüber dem, was das Leben für mich bereithält. Mein Vater macht es mir vor.
Es gibt keine perfekte Zeit für ein Kind, genauso wenig wie es eine schlechte Zeit gibt, Kinder zu bekommen (Minderjährigkeit mal ausgenohmen). Sobald das Kind da ist, gibt es solche Überlegungen einfach nicht (wenn man sich auf das "Eltern-sein" einlässt). Natürlich gibt es auch Menschen, die Mitte Zwanzig glauben, mit einem Kind nichts anfangen zu können. Für diejenigen kommt die Zeit später.
Aber ist das Kind erstmal da und lässt man sich darauf ein, so ist auch die Zeit die richtige. Den die Zeit richtet sich nach dem Kind, nicht das Kind nach der Zeit.

Aber wie so vieles, alles nur meine eigene Meinung!

mfg

K-F

Im liberalen Sinne heißt liberal nicht nur liberal

Doch, hat man die genetische Gesundheit der Kinder im Auge (und nicht nur die eigene Lebensplanung), ist es auf jeden Fall ratsam, die Kinder eher frueh als spaet in die Welt zu setzen:

http://www.dradio.de/dlf/...

http://www.aerzteblatt.de...

Ausserdem ist es fuer ein Kind doch wundervoll, wenn es nicht (uralte) Eltern hat, die dann entsprechend frueh auch wegsterben, sondern zusaetzlich eventuell sogar noch Grosseltern!
Aber wer denkt heute schon aus der Perspektive der Kinder.

Natürlich

ist es für ein Kind schön, sich auch über Großeltern freuen zu können. Davon mache ich aber nicht abhängig, ob ich oder wann ich Kinder bekomme (bzw. zeuge). Oder gehen Sie her und sagen sich: "Man, meine Eltern sind nu scho fufzig...wird mal Zeit, Kinder zu kriegen, damit die noch was von meinen Eltern haben!"

Ich nicht. Kinder kommen, wenn Sie kommen und nicht, wann der Terminkalender es für nützlich oder zweckmäßig erachtet.

In diesem Sinne!

mfg

K-F

man fragt sich eh warum der osten sich so billig

damals an den westen verkaufte während der wiedervereinigungsphase. gerade die skandinavischen länder hatten und haben noch viele paralellen zur familien- kinder und schulpolitik der ddr. auch kommt die frage auf warum der westen das garnicht wahrnimmt, was in der ddr damals ausser der stasi noch existierte.

das schon seit dem 2.weltkrieg unterentwickelte westliche schulsystem hätte z.b. profitieren können. auch der späte auszug der kinder, wie in westdeutschland ueblich, ist in skandinavien eher die ausnahme

autsch...

...welch ein Klischee!! Ich habe meine erste Tochter mit 23 Jahren mitten im Psychologiestudium (geplant) bekommen, die zweite vier Jahre später. Meinen Abschluss habe ich trotz allem mit sehr gut gemacht und starte nun (die Kinder sind mittlerweile 3 und 8 Jahre alt) voll im Berufsleben durch. Ich bin keine rühmliche Ausnahme, ich kenne auch eine vierfache Mutter, die es ähnlich gemacht hat. Von wegen jung, arbeits- und ahnungslos!