Es ist ein gnadenloser Kampf, den die Arbeiter dieser Länder ausfechten. Und es ist ein ungleicher Kampf. Diese Menschen können Hilfe von jenen gebrauchen, die mehr Macht haben, den Deutschen zum Beispiel.

Deutschland importiert jährlich Waren im Wert von 2,8 Milliarden Dollar aus Bangladesch. Das ist eine Summe, die den deutschen Firmen erhebliches Gewicht verleiht. Dieses Gewicht kann man zugunsten der Arbeiter und Arbeiterinnen in den Fabriken Bangladeschs einsetzen. Deutsche Importeure könnten darauf bestehen, nur mit solchen Firmen zusammenzuarbeiten, die gewerkschaftliche Arbeit in ihren Fabriken nicht behindern, sondern ermuntern. Deutsche Unternehmer könnten ihren Kollegen in Pakistan und Bangladesch am eigenen Beispiel erklären, dass eine gedeihliche Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften für alle förderlich ist. Dazu ist auch Druck von außen nötig.

Warum sollten Importeure das nicht tun? Weil dann der Lohnanteil an einem T-Shirt von 13 Cent auf vielleicht 26 Cent steigen würde? Das wäre ein schwacher Grund. Unternehmen, die etwas auf sich halten, müssten das verkraften können, ohne dass der Konsument es merkt. Falls aber diese Preissteigerung doch auf den Kunden abgewälzt wird: 13 Cent mehr vertreiben niemanden, nicht einmal vom Wühltisch.

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