BrettspielSchach

von Helmut Pfleger

Schachaufgabe

30 Jahre Schachspalte in der ZEIT. Im dritten und letzten Teil erinnere ich mich an die Kolumne vom 29. Dezember 2005. Nicht ganz ohne Hintersinn. Damals schrieb ich: "Auf den Schachverleger Manfred Mädler geht die Anregung zurück, Klopapierrollen mit Schachproblemen zu bedrucken. Doppelt nützlich – zuerst wird der Geist angeregt, bevor das Ganze einer anderen Bestimmung zugeführt wird. Der im Alter von 97 Jahren gestorbene Gedächtnis- und Blindschachkünstler Georges Koltanowski wiederum hatte dieses von ihm selbst komponierte Problem (Weiß setzt in zwei Zügen matt) in endloser Folge auf eine Tapete gedruckt und zum Kauf angeboten.

Bei aller Schachbegeisterung ist dies vielleicht doch etwas unruhig in größeren Räumen. 1937 spielte er gleichzeitig 34 Partien blind (natürlich alle gegen ›sehende‹ Gegner), wobei er 24 gewann und 10 remisierte. Seine Frau war weniger beeindruckt: ›Ich weiß nicht, wie er das schafft. Er vergisst doch sogar, einen Laib Brot mitzubringen.‹

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1948 übernahm er die Schachspalte des San Francisco Chronicle und betreute diese 52 (!) Jahre lang. Unübertroffen war seine ›Springerwanderung‹. Für drei Schachbretter mit je 64 Feldern ließ er sich für jedes Feld vom Publikum einen Begriff zurufen, studierte das Ganze etwa fünf Minuten und ließ dann blind einen Springer über sämtliche 192 Felder wandern, wobei er jedes Feld nur einmal berührte und dabei den jeweiligen Begriff nannte."

Schachlösung
Schachlösung aus Nr. 48

Lösung aus Nr. 48:

Wie gewann Weiß am Zug mindestens die schwarze Dame?

Nach 1.Sf6+! hätte das "normale" 1...Sxf6 zum sofortigen Matt durch 2.Dh8 geführt, die Verzweiflungsaktion 1...Dxf6 2.Lxf6 indes zu " Richard von Weizsäckers Haremvergrößerung". Deshalb gab Schwarz gleich auf

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