Stimmt's?Gibt es Säugetiere mit grünem Fell?

…fragt Klaus Riedger aus Nörvenich. von 

Dreizehen-Faultier Pilosa das unterschätzte Tier

Ein Dreizehenfaultier sonnt sich in Panama.  |  © Michael & Patricia Fogden/gettyimages

Das Faultier hängt meist faul am Baum, und es ist so träge, dass dabei sogar Algen auf seinem Fell zu wachsen beginnen. Das sieht dann tatsächlich grün aus.

Aber auf solche Verfärbungen bezieht sich die Frage natürlich nicht. Gibt es ein Säugetier, das von sich aus grüne Haare produziert?

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Es gibt ein paar Affenarten, deren Farbe mit Oliv oder Grünbraun angegeben wird. Aber schaut man sich Fotos von ihnen an, dann würde man ihr Fell kaum als grün bezeichnen. Nein, im Gegensatz zu Vögeln, Insekten und Reptilien gibt es keine grünen Säugetiere.

Woran liegt das? Die Antwort ist einfach: Die Haare von Säugetieren erhalten ihre Farbe durch den Farbstoff Melanin, und von dem existieren nur zwei Sorten – eine sorgt für braunes bis schwarzes Fell, die andere für rötlich-gelbes. Und damit ist das mögliche Farbspektrum sehr begrenzt.

Serie: Stimmt's?
Stimmt's?

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild  |  © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Aber wieso war die Evolution nicht kreativer und hat ein grünes Pigment entwickelt? Die Säugetiere kamen zur Zeit der Dinosaurier auf (die auch nur in unserer Fantasie grün herumliefen), sie lebten am Boden und waren eher klein. Zu ihren Feinden zählten – neben größeren Säugern – Raubvögel, die sie von oben erspähen mussten. Und da waren sie am besten getarnt, indem sie sich eine unauffällige Schmutzfarbe zulegten, irgendwo zwischen Grau und Braun, denn auch im Wald ist der Boden braun. Auch als Schmuckfarbe für die Partnerwahl taugte Grün kaum: Die meisten Säugetiere sind rotgrünblind.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
  1. Gibt es zu diesem Artikel auch Quellen? Oder ist das nur die Meinung des Autors? Ich würde schon gerne mal mehr über die Argumentation lesen, dass man im (Ur-)Wald mit braunem Fell getarnt ist, mit grünem Fell aber nicht...

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    Redaktion

    Lieber Leser,

    ich habe Ihre Frage nach den Quellen für diese Stimmt's-Folge aus der Ausgabe 49 an die Wissenschaftsredaktion der gedruckten ZEIT weitergeleitet.

    Herzliche Grüße.

    Wie kommen Sie darauf, dass im "Urwald" (was auch immer damit gemeint ist) der Boden grün ist?

    Dicht bewaldete Gebiete haben meist keinen stark ausgeprägten Bodenbewuchs, weil zu wenig Licht durch die Baumkronen kommt.

    Es geht hier doch nicht nur um die "Farbe" der Umgebung. Man sollte "die Augen" des jeweiligen Tieres betrachten. Da nicht jedes Auge,wie die des Säugers Mensch oder Affe,hochkomplex aufgebaut ist, ist die farbliche "Aufarbeitung" der Umgebung,wie sie der Mensch wahrnimmt,irrelevant.Die Augen eines jeweiligen Tieres sind auf etwas "besonderes" spezialisiert (z.b. Sichtfeld,Raster o. Fokus,Farbspektrum).Das interessante z.B. beim Faultier ist der Algenbewuchs,der in verschiedenen Schattierungen auftritt und somit die Konturen "des Objektes" analog zum Hintergrund verzerrt (auflöst).Verbunden mit dem, teils lustig anmutenden, Bewegungsablauf verstärkt das Faultier diese verzerrende Tarnung und möchte somit etwas völlig anderes darstellen. (nicht dumm, wah )

  2. Redaktion

    Lieber Leser,

    ich habe Ihre Frage nach den Quellen für diese Stimmt's-Folge aus der Ausgabe 49 an die Wissenschaftsredaktion der gedruckten ZEIT weitergeleitet.

    Herzliche Grüße.

    Antwort auf "Quellen?"
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    Das ist nett, hoffe, ich bekomme eine Antwort.

  3. 3. Warum?

    Wie kommen Sie darauf, dass im "Urwald" (was auch immer damit gemeint ist) der Boden grün ist?

    Dicht bewaldete Gebiete haben meist keinen stark ausgeprägten Bodenbewuchs, weil zu wenig Licht durch die Baumkronen kommt.

    Eine Leserempfehlung
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    • negve
    • 09. Dezember 2012 4:52 Uhr

    Kein Bodenbewuchs in Urwäldern, bzw. Regenwäldern? Sie belieben zu scherzen. Schon mal einen "Urwald" in Costa Rica oder Brasilien betreten? Oder bei Vancouver?

    Ich gebe Ihnen zwei Tipps. Gewöhnen Sie sich schon mal an die Farbe Grün. Tipp 2. Besorgen Sie sich eine anständige Machete um den pinken Bodenbewuchs weghauen zu können.

    Nicht alles lässt sich theoretisch lösen.

    • negve
    • 09. Dezember 2012 4:52 Uhr

    Kein Bodenbewuchs in Urwäldern, bzw. Regenwäldern? Sie belieben zu scherzen. Schon mal einen "Urwald" in Costa Rica oder Brasilien betreten? Oder bei Vancouver?

    Ich gebe Ihnen zwei Tipps. Gewöhnen Sie sich schon mal an die Farbe Grün. Tipp 2. Besorgen Sie sich eine anständige Machete um den pinken Bodenbewuchs weghauen zu können.

    Nicht alles lässt sich theoretisch lösen.

    Antwort auf "Warum?"
  4. Gucken wir uns doch die Bodentiere mal an: Hasen, Rehe, Wildschweine oder in Urwäldern Aguiatis, Ducker, Okapis, Tapire...
    Sind alle braun bis schwarz. Warum wohl? Hat da die Evolution geschlampt oder klappt das vielleicht doch mit der Tarnung?

    Nicht alles lösst sich eben theoretisch anzweifeln...

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    Ist die Frage jetzt an mich gerichtet? Habe ich etwa auch nur irgendwo angezweifelt, dass viele heutige Säuger (und damit sicher auch ihre Vorfahren) braun/schwarz sind und es keine grünen Säuger gibt? Frage richtig lesen. Ich habe nach Quellen für die Argumentation gefragt, denn mir erschließt sich nicht, warum es evolutionär besser gewesen sein soll, im Urwald braun zu sein statt grün, um sich besser zu tarnen. Die Farben gibt's erstmal beide im Wald, mit beiden kann man gut getrant sein, siehe z.b. Amphibien und Reptilien. Die Rot-Grün-Blindheit als Argument z.B. verstehe ich. Ich wüsste gerne, ob es vielleicht auch mal grüne Säuger (bzw. deren direkte Vorfahren) gab, und warum sich das Melanin durchgesetzt hat - eventuell gar nicht wegen der Tarnfarbe, sondern aufgrund anderer Vorteile, das es mit sich bringt. Deshalb habe ich nach der Quelle für die Argumentation gefragt, weil sich dort eventuell Antworten für mich finden.

  5. Es geht hier doch nicht nur um die "Farbe" der Umgebung. Man sollte "die Augen" des jeweiligen Tieres betrachten. Da nicht jedes Auge,wie die des Säugers Mensch oder Affe,hochkomplex aufgebaut ist, ist die farbliche "Aufarbeitung" der Umgebung,wie sie der Mensch wahrnimmt,irrelevant.Die Augen eines jeweiligen Tieres sind auf etwas "besonderes" spezialisiert (z.b. Sichtfeld,Raster o. Fokus,Farbspektrum).Das interessante z.B. beim Faultier ist der Algenbewuchs,der in verschiedenen Schattierungen auftritt und somit die Konturen "des Objektes" analog zum Hintergrund verzerrt (auflöst).Verbunden mit dem, teils lustig anmutenden, Bewegungsablauf verstärkt das Faultier diese verzerrende Tarnung und möchte somit etwas völlig anderes darstellen. (nicht dumm, wah )

    Antwort auf "Quellen?"
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    Und das hat jetzt inwiefern mit meiner Frage zu tun? Ihr Beispiel nutzt übrigens die grüne Farbe für Tarnung, während es im Artikel heißt, dass braun "besser" wäre.

    Aber egal, ich habe mitlerweile selbst schon ein wenig recherchiert. Was ich schon mal gefunden habe, ist, dass selbst Vögel, Reptilien und Amphibien zum Großteil nicht grün sind, sondern häufig ebenso Melanin besitzen. Damit wäre deren Farbspektrum ja ebenso begrenzt wie das von Säugern, wenn man nach der Argumentation des Artikels ginge. Grün, blau oder ähnliches wird es erst durch die Struktur der Haut/Schuppen/Federn (wie bei Ihrem Beispiel des Faultiers). Damit wird die Beantwortung der Frage, warum es keine grünen Säuger gibt, schwieriger als hier im Artikel dargestellt.

    z.B.
    http://www.hhmi.org/askas...
    http://www.webexhibits.or...
    http://www.hiltonpond.org...
    http://www.newton.dep.anl...

  6. Ist die Frage jetzt an mich gerichtet? Habe ich etwa auch nur irgendwo angezweifelt, dass viele heutige Säuger (und damit sicher auch ihre Vorfahren) braun/schwarz sind und es keine grünen Säuger gibt? Frage richtig lesen. Ich habe nach Quellen für die Argumentation gefragt, denn mir erschließt sich nicht, warum es evolutionär besser gewesen sein soll, im Urwald braun zu sein statt grün, um sich besser zu tarnen. Die Farben gibt's erstmal beide im Wald, mit beiden kann man gut getrant sein, siehe z.b. Amphibien und Reptilien. Die Rot-Grün-Blindheit als Argument z.B. verstehe ich. Ich wüsste gerne, ob es vielleicht auch mal grüne Säuger (bzw. deren direkte Vorfahren) gab, und warum sich das Melanin durchgesetzt hat - eventuell gar nicht wegen der Tarnfarbe, sondern aufgrund anderer Vorteile, das es mit sich bringt. Deshalb habe ich nach der Quelle für die Argumentation gefragt, weil sich dort eventuell Antworten für mich finden.

  7. 8. Danke!

    Das ist nett, hoffe, ich bekomme eine Antwort.

    Antwort auf "Frage weitergeleitet"

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  • Serie Stimmt's?
  • Schlagworte Säugetier | Zoologie
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