Weihnachtsmenü : Alles in einen Topf
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Fischtatar, bunt und extravagant

Fischtatar

Schließlich der Fisch für den ersten Gang: Wir verwenden je 200 g Lachsfilet und Räucherlachs sowie ein wenig geräucherten Aal (60 g), den wir gegebenenfalls auch durch einen anderen heiß geräucherten Fisch wie Makrele oder Bückling ersetzen können. Also sollte es nicht allzu schwer sein, auch da rechtzeitig gute Produkte zu beschaffen, denn durch Räuchern haltbar gemachten Fisch kann man im Kühlschrank lange Zeit aufbewahren. Und das frische (Bio-)Lachsfilet darf auch schon eingefroren gewesen sein. Hauptsache, Sie lassen es vor der Zubereitung langsam und schonend im Kühlschrank auftauen!

Die Zubereitung aber – und darauf kommt es bei einem Weihnachtsmenü ja unter anderem an – kann gut und gern schon am Vortag beginnen. Etwa mit dem Fischtatar, denn im Gegensatz zu Tatar aus Rindfleisch, das grau und unansehnlich wird, wenn man es nicht erst direkt vor dem Servieren mischt, sollte Fischtatar sogar ein paar Stunden durchziehen, bevor es auf den Tisch kommt.

Und weil mein Hauptgang, das Bollito misto, aus der strengen Renaissanceküche kommt, darf meine Vorspeise, das Fischtatar, ruhig bunt und extravagant sein. Also schneide ich alle Fischsorten in kleine Würfel, drücke darüber eine saftige Zitrone oder eine Limette aus, mische ein ebenfalls in Würfel geschnittenes Stück Salatgurke sowie eine gewürfelte rote Paprika unter und setze beim Würzen (hauptsächlich mit Cayenne und Salz) meinen Ruf aufs Spiel, weil mir einfällt, was sonst noch alles im Gewürzregal steht. Aber auch klein gehackte Gewürzgurken könnte ich mir vorstellen, wenn sie nur knackig genug sind, Meerrettich, Senf, ein fruchtiges Olivenöl ... Das Schöne an dem Tatar ist, dass Sie sein Aroma während der Arbeit ständig korrigieren und perfektionieren können und nicht aufhören werden, bis Sie sich selber auf die Schulter klopfen können und rufen: »Perfekt!« Dazu reiche ich Baguette.

Vorspeise - Fischtatar

200 g Räucherlachs

200 g frisches Lachsfilet

60 g geräucherter Aal

1 rote Paprikaschote

1 Stück Salatgurke

1 Zitrone oder Limette

Salz, Cayennepfeffer

Baguette

(Die Rezepte sind jeweils für 4 Portionen)

Kommentare

48 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Krass...

Ich finde es auch krass mit welcher Selbstverständlichkeit und Kritiklosigkeit hier Woche für Woche Fleischgerichte angepriesen werden. Die tierethischen Argumente werden im Grunde kategorisch ausgeblendet und die ökologischen Aspekte dem eigenen Genuss untergeordnet. Als würde sich das zwangsläufig widersprechen.

Es wäre wenigstens ein Kompromiss, wenn es parallel auch eine vegane/vegetarische Kolummne geben würde, als so unhinterfragt die Gewohnheiten des Mainstreams zu bedienen. Dabei gäbe es so viele Alternativen!
Nicht zuletzt wäre das ja auch im Sinne der z.B. ökologischen Sensibilisierung, um die sich die ZEIT anderenorts so bemüht.

Jonathan Safran Foer hat übrigens mit "Tiere Essen" ein exzellentes Buch geschrieben, das ganz unterschiedliche Perspektiven einnimmt. Als Weihnachtslektüre nur zu empfehlen.

Das Fest der L I E BE ! ! !

Wer das Fest der Liebe und des Friedens feiern möchte wird doch sicherlich dabei nicht das Leid unschuldiger Tiere blutig auf seinen Essensteller genießen wollen. Weihnachten,das Fest der Liebe, eine gute Gelegenheit die Momente der Besinnung zu nutzen um sein bisheriges Verhältnis zu den Tieren,jenen unschuldigen und stimmlosen Wesen, deren sich der zivilisierte Mensch sich annehmen sollte wie seiner eigenen Kinder, zu überdenken. Es gibt keinen Grund sich mit Kadaver zu ernähren wo es doch genügend Alternativen gibt um sich Gesund und sehr Lecker zu nähren.
Vegetarische Ernährung ist nicht nur gesünder, sondern erhält dem Menschen auch ein klares Bewusstsein und verhilft der Gesellschaft insgesamt zu einer friedlichen Ausrichtung. Wer solch Achtung dem Tiere gegenüber sich zulegt wird bei Gewalt gegenüber Menschen sicherlich erst recht sehr empfindsam sein.

Eine zivilisierte Gesellschaft kann man an seiner Haltung gegenüber dem schwächsten und hilflosesten erkennen.

Fehlen Ideen und Rezepte? Hier einige Tipps
Rollbraten mit Broccoli-Füllung :
http://www.hab-hunger-mus...

Eine Top Empfehlung der Veganen Küche :
Vegane Rezepte : http://www.vegetarische-r...

Mein ganzes Leib & Leben, die Vedische Küche ..mmhhhh!*! :
http://www.krishnatempel....

Wissen Sie, was mir ein Rätsel ist?

Warum so viele vegane/vegetarische Rezepte Fleischersatz-Rezepte sind. Es wimmelt von Tofuwürstchen, vegetarischen Rollbraten, veganer Leberwurst. Sie boten immerhin ein paar Beispiele indischer Küche an, bei denen das nicht der Fall ist.

Was ich auch nie begreifen werde, ist die Moralinsäure überzeugter Vegetarier/Veganer. Um Ihnen meine Eßgewohnheiten zu beschreiben: ich esse an etwa 5 Tagen/Woche vegetarisch. Ich liebe gutes Fleisch und guten Fisch - das sind Festessen, auf die ich mich oft wochenlang freue. Wie z.B. auf ein Weihnachtsmenue. Das ist es wert, in aller Ausführlichkeit beschrieben und diskutiert zu werden. Und zwar ohne persönliche Anwürfe wie die Ferndiagnose mangelnder Liebe. Doch: ich möchte gelegentlich ein 'unschuldiges Tier' auf meinem und den Tellern meiner Lieben. Meine Liebe setze ich dafür ein, es mit größter Andacht und Sorgfalt zuzubereiten. Mit der Schuld, daß für meinen Genuß ein Tier starb, kann ich leben.

Wissen Sie, was mich noch wundert? Unter den Artikeln mit vegetarischen/veganen Rezepten findet sich so gut wie nie ein Vegetarier/Veganer ein. In der Regel tauschen sich dort die Gleichen aus, denen u.a. Sie mangelnde Liebe und Unzivilisiertheit unterstellen.

Was mich zum Schluß kommen läßt: derlei Missionstrieb hat ganz andere Hintergründe als eine bessere Welt und vor allem: als Genuß. Um den geht es übrigens unter der Rubrik Essen & Trinken.

@Artikel - wahrscheinlich bin ich ein Spiesser, aber mir fehlt ein köstliches Sößchen!

Nö, bin wohl doch kein Spiesser

Es fehlt die Salsa Verde, Herr Siebeck!

Man nehme:
1 rauhe Menge glatte Petersilie
1 halbe rauhe Menge anderer Kräuter, von Rukola, Minze, Kresse bis Schnittlauch - was gerade gut aussieht.
Pro Handvoll feingewiegter Kräuter 1 hartgekochtes Eigelb (Veganer ersetzen das durch trockene Weißbrotkrume oder gekochte Kartoffel) und etwa eine halbe Zehe Knoblauch, außerdem feinstes Olivenöl, Salz, sw. Pfeffer, Kapern, Anchovis (Vegetarier/Veganer salzen etwas mehr), evtl. etwas Senf.

Grundlegend ist ein ultrascharfes Messer und ein riesiges Holzbrett. Man wasche, trockne! und zupfe die Kräuter und schneide, schneide, schneide, bis sie nahezu atomisiert sind. Praktisch ist ein flaches Gefäß und eine Sprühflasche mit Olivenöl, um die ätherischen Öle zu bewahren und die Kräuter nicht ersaufen zu lassen. Die Kapern werden abhängig von ihrer Größe ebenfalls zerkleinert, dito die Sardellen. Knoblauch wird mit Salz zerquetscht und zum Ende mit Pfeffer, Senf und den harten Eigelben (zur Bindung) untergezogen - die Konsistenz sollte in etwa wie bei Pesto sein. Wer möchte, hackt auch die Eiweiße klein, ansonsten können die als Salsa-Verde-Probier-Transportmittel dienen.

Man verheimliche die Salsa Verde vor der Familie, sonst ist sie bereits vor dem Festmahl des Bollito Misto verschnabuliert. Sie sollte über Nacht durchziehen und kann theoretisch z.B. in einer Milchflasche o.ä. mit Öl bedeckt 2 Wochen kühl aufbewahrt werden. Was aber nur dann gelingt, wenn man davon 10 Tage nicht da ist.