WeihnachtsmenüAlles in einen Topf
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Zum Nachtisch Schneeinseln

Schneeinseln in Vanillesauce

Am schwersten fällt es mir immer, den richtigen Nachtisch auszusuchen. Oft ist das wie bei der Wahl des Ehepartners: Süß, nehme ich!, und auf die spontane Begeisterung folgt der Zweifel. Schon kurz darauf fällt mir ein, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich für das Falsche zu entscheiden!

Eine Lösung, die originell ist und wenig Kunstfertigkeit verlangt, sich dabei aber auch noch vorbereiten lässt, heißt, aus dem Französischen übersetzt, »schwimmende Inseln« (îles flottantes). Es handelt sich um ein traditionelle Bistrodessert: Eischneeballen, in heißem Wasser gestockt und auf Vanillesauce schwimmend, die wir hier ganz poetisch »Schneeinseln in Vanillesauce« nennen.

Die Sauce, die sich nur unwesentlich von einer Sabayon unterscheidet, stellen wir zuerst her, und zwar aus 6 Eigelb, 100 g Zucker, ½ l Milch und 1 Stange Bourbon-Vanille. Eigelb und Zucker rühren wir cremig, fügen die warme Milch dazu, in der sich schon die aufgeschnittene Vanilleschote und das herausgekratzte Mark befinden, und rühren alles über Wasserdampf (maximal 80 Grad), bis die Sauce eine schöne Konsistenz hat.

Dann schlagen wir die 6 Eiklar sehr steif und lassen dabei 200 g Zucker einrieseln. Aus dem Schaum stechen wir Nocken ab, die wir ein paar Minuten lang in Wasser pochieren. Auch dabei kommt es darauf an, dass das Wasser (oder die Milch, die man wahlweise zum Pochieren auch verwenden kann) nicht zu heiß wird und auf keinen Fall kocht!

Zum Pochieren wird der Topf mit dem Deckel verschlossen. Besteht dieser aus Glas, ist es einfacher, die Flüssigkeit zu kontrollieren und den Topf rechtzeitig vom Feuer zu nehmen. Jedenfalls dürfen die Schneenocken in der Hitze nicht aufgehen, sonst fallen sie beim Herausnehmen nur umso schrecklicher in sich zusammen. Sie bleiben ungefähr 3 Minuten im Topf, bis man sie mit dem Schaumlöffel herausnimmt. Idealerweise sind sie nach dem Pochieren so fest, dass man sie mit dem Messer schneiden und in einem tiefen Teller samt unserer Vanillesauce servieren kann. So wären sie perfekt und würden das festliche Menü aufs Köstlichste abrunden.

»Nichts ist perfekt«, wird da ein Leser grummeln, »solange es dazu keinen Wein gibt!« Und recht hat er, der alte Schluckspecht. Deshalb habe ich gleich vier Flaschen geöffnet: einen trockenen Sekt von Lothar Schwörer in Schmieheim, einen trockenen 2010er Silvaner Kabinett vom Juliusspital in Würzburg , einen 2009er Spätburgunder »Salomé«, ebenfalls von Schwörer, und einen 2009er Spätburgunder von Meintzinger in Frickenhausen am Main. Frohes Fest!

Schneeinseln in Vanillesauce

6 Eier, getrennt

300 g Zucker

1 Vanilleschote

½ l Milch, evtl. etwas mehr zum Pochieren

Mitarbeit  Wolfgang Lechner

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Leserkommentare
  1. ... für uns ist in diesem Jahr die Rückbesinnung auf Siebeck 2001 angesagt, denn wir haben eine wundervolle Wildschweinkeule geschenkt bekommen.

  2. Fleisch, Fleisch, Fleisch!

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    Hier mal eine Alternative:

    http://www.youtube.com/watch?v=7Xc5wIpUenQ

    Ich finde es auch krass mit welcher Selbstverständlichkeit und Kritiklosigkeit hier Woche für Woche Fleischgerichte angepriesen werden. Die tierethischen Argumente werden im Grunde kategorisch ausgeblendet und die ökologischen Aspekte dem eigenen Genuss untergeordnet. Als würde sich das zwangsläufig widersprechen.

    Es wäre wenigstens ein Kompromiss, wenn es parallel auch eine vegane/vegetarische Kolummne geben würde, als so unhinterfragt die Gewohnheiten des Mainstreams zu bedienen. Dabei gäbe es so viele Alternativen!
    Nicht zuletzt wäre das ja auch im Sinne der z.B. ökologischen Sensibilisierung, um die sich die ZEIT anderenorts so bemüht.

    Jonathan Safran Foer hat übrigens mit "Tiere Essen" ein exzellentes Buch geschrieben, das ganz unterschiedliche Perspektiven einnimmt. Als Weihnachtslektüre nur zu empfehlen.

  3. Antwort auf "Immer nur..."
  4. Dem Herrn Siebeck seine französischen Schneeinseln sind ein uraltes, ich weiß jetzt nicht ob originär deutsches, aber jedenfalls schon in zich Jahre alten Kochbüchern vorhandenes Traditionsrezept aus Uromas Zeiten. Vanillesuppe mit Schneeflocken. Kann man auch mit Trockenfruchteinlage machen
    http://goccus.com/rezept.php?id=1867

    Aber lustig, dass solch ein Rezept hier im Weihnachtsmenü auftaucht.

    Eine Leserempfehlung
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    • meresi
    • 27. Dezember 2012 6:53 Uhr

    ..kann nicht richtig sein. in österreich heisst das schneenockerl. ich nehm an in bayern auch, und wenn man sich die form ansieht. egal, wie auch immer, dieses gericht gibt es auch in polen,kroatien, serbien,ungarn usw...auch in der böhmische küche...aber was red ich da

  5. Ich finde es auch krass mit welcher Selbstverständlichkeit und Kritiklosigkeit hier Woche für Woche Fleischgerichte angepriesen werden. Die tierethischen Argumente werden im Grunde kategorisch ausgeblendet und die ökologischen Aspekte dem eigenen Genuss untergeordnet. Als würde sich das zwangsläufig widersprechen.

    Es wäre wenigstens ein Kompromiss, wenn es parallel auch eine vegane/vegetarische Kolummne geben würde, als so unhinterfragt die Gewohnheiten des Mainstreams zu bedienen. Dabei gäbe es so viele Alternativen!
    Nicht zuletzt wäre das ja auch im Sinne der z.B. ökologischen Sensibilisierung, um die sich die ZEIT anderenorts so bemüht.

    Jonathan Safran Foer hat übrigens mit "Tiere Essen" ein exzellentes Buch geschrieben, das ganz unterschiedliche Perspektiven einnimmt. Als Weihnachtslektüre nur zu empfehlen.

    Antwort auf "Immer nur..."
    • Morein
    • 01. Dezember 2012 16:28 Uhr

    Wer das Fest der Liebe und des Friedens feiern möchte wird doch sicherlich dabei nicht das Leid unschuldiger Tiere blutig auf seinen Essensteller genießen wollen. Weihnachten,das Fest der Liebe, eine gute Gelegenheit die Momente der Besinnung zu nutzen um sein bisheriges Verhältnis zu den Tieren,jenen unschuldigen und stimmlosen Wesen, deren sich der zivilisierte Mensch sich annehmen sollte wie seiner eigenen Kinder, zu überdenken. Es gibt keinen Grund sich mit Kadaver zu ernähren wo es doch genügend Alternativen gibt um sich Gesund und sehr Lecker zu nähren.
    Vegetarische Ernährung ist nicht nur gesünder, sondern erhält dem Menschen auch ein klares Bewusstsein und verhilft der Gesellschaft insgesamt zu einer friedlichen Ausrichtung. Wer solch Achtung dem Tiere gegenüber sich zulegt wird bei Gewalt gegenüber Menschen sicherlich erst recht sehr empfindsam sein.

    Eine zivilisierte Gesellschaft kann man an seiner Haltung gegenüber dem schwächsten und hilflosesten erkennen.

    Fehlen Ideen und Rezepte? Hier einige Tipps
    Rollbraten mit Broccoli-Füllung :
    http://www.hab-hunger-muss-essen.de/rezepte.php?id=64

    Eine Top Empfehlung der Veganen Küche :
    Vegane Rezepte : http://www.vegetarische-rezepte.com/veganerezepte/index.html

    Mein ganzes Leib & Leben, die Vedische Küche ..mmhhhh!*! :
    http://www.krishnatempel.de/html/downloads/rezepte/rezepte_gemuese.html

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Warum so viele vegane/vegetarische Rezepte Fleischersatz-Rezepte sind. Es wimmelt von Tofuwürstchen, vegetarischen Rollbraten, veganer Leberwurst. Sie boten immerhin ein paar Beispiele indischer Küche an, bei denen das nicht der Fall ist.

    Was ich auch nie begreifen werde, ist die Moralinsäure überzeugter Vegetarier/Veganer. Um Ihnen meine Eßgewohnheiten zu beschreiben: ich esse an etwa 5 Tagen/Woche vegetarisch. Ich liebe gutes Fleisch und guten Fisch - das sind Festessen, auf die ich mich oft wochenlang freue. Wie z.B. auf ein Weihnachtsmenue. Das ist es wert, in aller Ausführlichkeit beschrieben und diskutiert zu werden. Und zwar ohne persönliche Anwürfe wie die Ferndiagnose mangelnder Liebe. Doch: ich möchte gelegentlich ein 'unschuldiges Tier' auf meinem und den Tellern meiner Lieben. Meine Liebe setze ich dafür ein, es mit größter Andacht und Sorgfalt zuzubereiten. Mit der Schuld, daß für meinen Genuß ein Tier starb, kann ich leben.

    Wissen Sie, was mich noch wundert? Unter den Artikeln mit vegetarischen/veganen Rezepten findet sich so gut wie nie ein Vegetarier/Veganer ein. In der Regel tauschen sich dort die Gleichen aus, denen u.a. Sie mangelnde Liebe und Unzivilisiertheit unterstellen.

    Was mich zum Schluß kommen läßt: derlei Missionstrieb hat ganz andere Hintergründe als eine bessere Welt und vor allem: als Genuß. Um den geht es übrigens unter der Rubrik Essen & Trinken.

    @Artikel - wahrscheinlich bin ich ein Spiesser, aber mir fehlt ein köstliches Sößchen!

  6. Tolles Rezept!
    Abwechslungsreich, beherrschbar, verführerisch - und außerdem so schön zu lesen!

  7. mögen doch bitte Kolumnen wie hier ignorieren und in eigenen Foren sich ergießen. Missionare jeglicher Glaubensrichtung sind i.A. weltweit unerwünscht.

    Trotzalledem allen ein Frohes Fest, und, Danke, Herr Siebeck :)

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