WeihnachtsmenüAlles in einen Topf

Zu Weihnachten kocht unser Kolumnist ein herrliches italienisches Fleischgericht – los geht es ganz bunt. von Wolfram Siebeck

Mit wenig Arbeit aus guten Zutaten ein Festessen zu schaffen ist die einfachste Sache der Welt. Wenn ich die wichtigsten Küchentechniken beherrsche, entsprechend mit Küchengerät ausgerüstet bin, um mir aufwendige Handarbeit zu ersparen, und den Ablauf der Kocherei sorgfältig plane, kann ich mich ganz aufs Wesentliche konzentrieren: auf die guten Zutaten. (Aber das sind die Gedanken, die ich mir vor jedem Essen machen muss, damit es ein gutes Essen wird.)

Natürlich ist es schön, wenn ich in der Nähe eines großen Marktes wohne und erst beim Einkauf entscheiden muss, was ich heute kochen werde. Der weniger praktisch wohnende Hobbykoch aber – und der, der ein großes Festmenü vorbereitet – muss um den Bestand in seinen Vorratskammern wissen und auch den Einkauf genau planen, damit nicht am Stichtag eine wichtige Zutat fehlt.

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Beginnen wir beim diesjährigen Weihnachtsmenü also mit der notwendigen Qualität der Produkte und ihrer Beschaffung.

Wir wollen als Vorspeise ein Tatar aus Fisch machen und als zweiten Gang ein Bollito misto, wörtlich übersetzt »Gemischtes Gekochtes«, einen traditionellen Fleischtopf aus Norditalien . Dazu soll es Polenta und Ingwerkarotten geben und zum Dessert Schneeinseln in Vanillesauce. Also brauchen wir Fisch, Fleisch, Gemüse, Maisgrieß, Eier und Gewürze.

Wobei die größte Voraussicht bei Fleisch und Geflügel erforderlich ist. Denn wirklich gute Fleischqualitäten findet man leider nicht bei jedem Metzger oder in jedem Supermarkt. Und der Unterschied zwischen einem wässerigen Huhn aus der Massenzucht (mit weichen Knochen und faserigem Fleisch) und dem Biohuhn mit fester Brust und großem Fettanteil ist eklatant. Sichtbares Fett ist die Voraussetzung für einen leckeren Braten. Mageres Fleisch vom Rind etwa taugt gerade mal zum Sauerbraten. Sogar die edlen Rückenstücke sind meistens ihr Geld nicht wert, weil sie in einem Zustand verkauft werden, von dem sich der Laie täuschen lässt: Es sieht aus wie frisch geschlachtet, und das ist es auch. Dabei braucht Fleisch eine wochenlange Phase des Hängens. Schlachtfrisches Bratenfleisch müsste, wenn es ein Auto wäre, in die Fabrik zurückgerufen werden. Ich bestelle beim Metzger meines Vertrauens also rechtzeitig gut abgehangenes Rindfleisch, zum Beispiel Tafelspitz oder Bürgermeisterstück, sowie ein Biohuhn oder ein Biosuppenhuhn.

Aber gehören in ein original italienisches Bollito misto nicht auch Cotechino, die italienische Kochwurst, und ein schönes Stück gepökelte Kalbszunge? Recht haben Sie! Wenn es in Ihrer Nähe also nicht zufällig einen italienischen Lebensmittelhändler gibt, müssen Sie den Cotechino rechtzeitig im Internet bestellen – oder stattdessen eine deftige Brühwurst aus Ihrer Region verwenden. Und die obligate Zunge? Fragen Sie mich nicht, warum in meinem Bollito keine war! Oder fragen Sie Barbara! (Ja, glaubt denn jemand, ich kochte ohne sie?)

Leserkommentare
  1. Ui! Gleich so viele Veganer-Trolle auf einmal! Putzig!

  2. ...müssen eigentlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit wieder die "Fleisch ist böse"-Vertreter auf der Matte stehen? Geltungsbedürfnis? Belehrungszwang? Es gibt genug vegane/vegetarische Seiten im Netz. Lesen sie doch einfach dort weiter.

  3. der oben erschienen Kritiker:

    1 Apfel.

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    • pekka
    • 02. Dezember 2012 11:34 Uhr

    Aber nur, wenn der Apfel aus eigener Entscheidung vom Baum gefallen ist! Auch Bäume haben Gefühle!

    • Morein
    • 01. Dezember 2012 23:58 Uhr

    Beachten Sie doch bitte die Kolumne in der Sie sich hier befinden: Weihnachten | Kochrezept | Kochen, mit den Tags :
    Weihnachten | Kochrezept | Kochen. Keine Rede von Fleischlobby.

    Nun den, wie dem auch sei, ich würde der "Die Zeit" Redaktion die Empfehlung des Lesers astronautd in Nr5 empfehlen eine eigene vegane/vegetarische Kolumne zu eröffnen. Ein paar Fakten dazu warum es sich lohnt:

    "Der Trend ins Vegetarische ist unaufhaltsam. Vielleicht isst in 100 Jahren kein Mensch mehr Fleisch."
    Helmut Maucher,ehemaliger Generaldirektor von Nestlé.

    Der VEBU geht im Moment (Oktober 2012) von rund 7 Millionen Vegetariern (8-9 % der Bevölkerung) und etwa 700.000 Veganern in Deutschland aus.

    Nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg ernährten sich 1983 nur etwa 0,6 % der Bevölkerung vegetarisch. Die Zahl der vegetarisch lebenden Menschen hat sich also in etwa 20 Jahren weit mehr als verzehnfacht.
    http://www.vebu.de/lifest...

    Heute sind es mehr, und 70 bis 80 Prozent dieser Vegetarier sind Frauen. Weiblich, jung, überdurchschnittlich gut gebildet und in der Großstadt zu Hause, das sind laut einer Untersuchung der Universität Jena die Attribute des typischen Vegetariers.
    http://www.sueddeutsche.d...

    Auch steigt der Anteil der Vegetarier bei höheren Einkommensgruppen!
    Wichtig für eine Zeitung den Trend der Zeit nicht zu verschlafen !

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    Oh, dieser Kommentar schreit ja geradezu nach Rückbesinnung auf die Martenstein'sche Analyse der Reaktanz. "Wenn alle das Gleiche sagen, bekommt man Lust, dagegenzuhalten. Dann sagt man sich: Alle sind sich einig, hey, da stimmt doch was nicht."

    http://www.zeit.de/2011/4...

    Sie repräsentieren des Prototyp des militanten Vegetariers. Besserwisserisch, bevormundend!

    Ich bin durchaus Verfechter bewusster, genussvoller! Ernährung, plädiere dafür, den Fleischkonsum zu reduzieren, auf gute Haltungsbedingungen zu achten und vernünftige Anbaumethoden (auch für fleischfreie Produkte wichtig! Denn nicht nur exzessiver Fleischkonsum schadet der Umwelt).

    Aber jedesmal, wenn ich einen dieser unpassenden Kampfkommentare von Ihnen und Ihren Mitstreitern lese, gelüstet es mich nach Sauerbraten, Wurst und Speck. AUS TROTZ! Und ich bin nicht alleine damit. Sie führe Statistiken über die Intelligenz von Vegetariern an? Sorry - aber zumindest in Bezug auf Ihren "Fleischeskampf" scheinen Sie nicht zu wissen, was Sie mit Ihrer Intelligenz anfangen sollen. So WIE Sie hier notorisch kämpfenden auftreten, schaden Sie Ihrer Sache mehr, als Sie nützen. Sie sorgen nicht für Umdenken, sondern für Abschotten. Weil es nervt! Benutzen Sie nicht den Begriff Ethik, wenn Sie ihn nicht verstehen. Es gibt nicht nur die eine Ethik! IHRE!

    Ganz nebenbei sind Sie so betriebsblind, dass Sie nicht mal wahrnehmen, wie viele fleischfreie Rezepte es hier gibt. Ich habe mir mal erlaubt, eine Kurzstatistik der Kolumnen über die letzten Wochen zu machen. Gerade Wochenmarkt und Rezeptor zeichnen sich durch Ausgewogenheit aus!

    Fleischhaltige Rezepte: 14
    Fleischlose Rezepte: 25
    davon
    Vegetarisch: 12
    Fisch: 7
    Desserts: 6

    Verdammt ausgewogen, dass ist hier schließlich keine Vegetarierseite!

  4. Oh, dieser Kommentar schreit ja geradezu nach Rückbesinnung auf die Martenstein'sche Analyse der Reaktanz. "Wenn alle das Gleiche sagen, bekommt man Lust, dagegenzuhalten. Dann sagt man sich: Alle sind sich einig, hey, da stimmt doch was nicht."

    http://www.zeit.de/2011/4...

  5. kann niemals ein Cotechino ersetzten, es gibt Weltunterschiede in der Qualität und Geschmack.

  6. Sie repräsentieren des Prototyp des militanten Vegetariers. Besserwisserisch, bevormundend!

    Ich bin durchaus Verfechter bewusster, genussvoller! Ernährung, plädiere dafür, den Fleischkonsum zu reduzieren, auf gute Haltungsbedingungen zu achten und vernünftige Anbaumethoden (auch für fleischfreie Produkte wichtig! Denn nicht nur exzessiver Fleischkonsum schadet der Umwelt).

    Aber jedesmal, wenn ich einen dieser unpassenden Kampfkommentare von Ihnen und Ihren Mitstreitern lese, gelüstet es mich nach Sauerbraten, Wurst und Speck. AUS TROTZ! Und ich bin nicht alleine damit. Sie führe Statistiken über die Intelligenz von Vegetariern an? Sorry - aber zumindest in Bezug auf Ihren "Fleischeskampf" scheinen Sie nicht zu wissen, was Sie mit Ihrer Intelligenz anfangen sollen. So WIE Sie hier notorisch kämpfenden auftreten, schaden Sie Ihrer Sache mehr, als Sie nützen. Sie sorgen nicht für Umdenken, sondern für Abschotten. Weil es nervt! Benutzen Sie nicht den Begriff Ethik, wenn Sie ihn nicht verstehen. Es gibt nicht nur die eine Ethik! IHRE!

    Ganz nebenbei sind Sie so betriebsblind, dass Sie nicht mal wahrnehmen, wie viele fleischfreie Rezepte es hier gibt. Ich habe mir mal erlaubt, eine Kurzstatistik der Kolumnen über die letzten Wochen zu machen. Gerade Wochenmarkt und Rezeptor zeichnen sich durch Ausgewogenheit aus!

    Fleischhaltige Rezepte: 14
    Fleischlose Rezepte: 25
    davon
    Vegetarisch: 12
    Fisch: 7
    Desserts: 6

    Verdammt ausgewogen, dass ist hier schließlich keine Vegetarierseite!

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    Ich habe im Bekanntenkreis mehrere Vegetarier. Die sind beleidigt, wenn sie bei zum Essen eingeladen sind, und sie bekommen kein vegetarisches Extragericht, für das ich zusätzliche Arbeit habe. Die würden aber nie auf die Idee kommen, mir bei einer Einladung Zum Essen ein Schnitzel zu braten.

    Sie haben selbstverständlich Recht, aber wie schön wäre es, wenn wir Volltrolle à la Morein einfach ignorieren würden und uns stattdessen über das Menü austauschen würden. Aber leider verkommt jedes Gespräch über Rezepte hier umgehend zu dieser sinnlosen Vegetarismus-Diskussion. Schade...

  7. Ich habe im Bekanntenkreis mehrere Vegetarier. Die sind beleidigt, wenn sie bei zum Essen eingeladen sind, und sie bekommen kein vegetarisches Extragericht, für das ich zusätzliche Arbeit habe. Die würden aber nie auf die Idee kommen, mir bei einer Einladung Zum Essen ein Schnitzel zu braten.

    Antwort auf "Militante Vegetarier"

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