WeiterbildungWo lernst du heute?

Markus Jung hat ein Portal für Fernstudenten gegründet. von 

DIE ZEIT: In Ihrem Portal tauschen sich Hunderte von Fernstudenten aus. Was schreiben die?

Markus Jung: Ganz unterschiedlich. Einige führen auf www.fernstudium-infos.de akribische Statistiken und schreiben in ihren Blogs über jeden verbrauchten Bleistift. Andere berichten sehr persönliche Dinge. Eine Studentin erzählte, wie ihre Ehe durch die Belastung zerbrach. Es gibt aber auch viel Heiteres: Eine Studentin veröffentlicht gerade Bilder von ihren Lernorten. Das ist zum Beispiel der Boden der Turnhalle, während ihr Kind Sport macht.

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ZEIT: Wie würden Sie die Fernstudentenschaft charakterisieren?

Jung: Die Nutzer haben sehr verschiedene Hintergründe. Es gibt ganz junge Teilnehmer, die während der Schulzeit mit einem Fernstudium beginnen. Dann gibt es die typischen Fernstudenten, die in Beruf und Familie stehen, aber auch viele Ältere, die spät noch ein Studium aufnehmen, um sich weiterzubilden.

ZEIT: Was sind besonders heiß diskutierte Themen in Ihrer Community?

Jung: Es gibt die Dauerbrenner, etwa Fragen zum Zeitaufwand, zur Finanzierung und zum Schwierigkeitsgrad. Viele angehende Fernstudenten haben zum Beispiel große Angst vor Mathematik. Heiß diskutiert wurde der Deutsche Qualifikationsrahmen, demzufolge ein Meister und ein Bachelor formal auf einer Stufe stehen.

ZEIT: Welche Infos finden sich in Ihrem Portal?

Jung: Es gibt mehr als 100.000 Beiträge, die auf jeden denkbaren Aspekt rund ums Thema Fernstudium eingehen. Besonders interessant für neue Besucher ist das Verzeichnis der akademischen Fernstudiengänge, das darüber informiert, welche Angebote es etwa in BWL, Informatik oder Psychologie gibt. Außerdem berichten wir über neue Studienangebote, Fachkongresse oder Trends wie Mobile Learning.

ZEIT: Sie studieren selbst an der Fern-Uni Hagen Psychologie und haben bereits Fernstudien-Abschlüsse in Informatik und Journalistik. Was raten Sie angehenden Fernstudenten?

Jung: Man sollte die Angebote genau vergleichen, etwa nach Kriterien wie Dauer, Präsenzanteil, Medieneinsatz, Kosten, Inhalten und Abschluss. Offene Fragen kann man mit der Studienberatung des jeweiligen Anbieters klären. Hilfreich ist auch, in Foren und Blogs zu lesen, was andere Teilnehmer für Erfahrungen machen.

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Leserkommentare
    • Nero11
    • 09. Dezember 2012 18:34 Uhr

    die das Thema Studium betreffen? Jeden Tag gucke ich hier rein, und 9 von 10 Mal bin ich enttäuscht.

  1. Immatrikuliert zwar, aber ich blieb den Vorlesungen meistens fern..
    Mein Eindruck: Sehr gut. Wir haben uns aber zum Feiern über StudiVZ vernetzt. Übrigens: Der Partyaspekt kommt im Artikel zu kurz.

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