WochenmarktNicht frieren, heiße Schokolade trinken

von Elisabeth Raether

Die grüne Sirene auf dem Starbucks-Becher hat längst das gelbe M von McDonald’s als Symbol für amerikanischen Kulturimperialismus abgelöst. Denn man kann Starbucks vieles vorwerfen: verdrängt in Italien die Espressobars, in Deutschland das Kaffeekränzchen, in Frankreich den Café Crème am Morgen. Der Frappuccino ruinierte nicht nur Britney Spears die Figur. Aber die Idee, Süßes in Tee und Kaffee zu mischen, ist schon viel älter. Starbucks kann nichts dafür. Die Ostfriesen zum Beispiel hätten viel mehr machen können aus ihrer Teetied, der Teezeit, und aus ihrem Lieblingsgetränk Schwarztee mit viel Sahne und Kluntje. Und aus deutschen Wohnzimmervitrinen nicht wegzudenken ist der Kaffeelikör Tia Maria.

Alle Wochenmarkt-Rezepte

Alle Wochenmarkt-Rezepte  |  © Miguel Medina/AFP/Getty Images

Gehen wir also vorurteilsfrei heran an dieses Rezept für eine heiße Schokolade, die sowohl Kaffee als auch Sahne, Vanille und Kardamom enthält. Es stammt von Yvette van Boven, die in einem der kühleren Länder Europas, in Irland , aufgewachsen ist, weshalb sie sich mit wärmenden Getränken auskennt. In ihrem Kochbuch Winter ( DuMont ) findet man auch ein großartiges Rezept für Glühwein, mit Anis, Lorbeer und Nelken.

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Die Schokolade wird gehackt. Die Sahne schlägt man steif, zusammen mit dem Vanillezucker. Den selbst zu machen ist einfach: Eine ausgekratzte Vanilleschote gibt man in einen verschließbaren Behälter mit Zucker und wartet dann ungefähr eine Woche, bis der Zucker nach Vanille schmeckt (statt, wie gekaufter Vanillezucker, nach Aroma).

Die Kardamomsamen werden aus den Kapseln befreit und im Mörser zerstoßen. Jetzt erwärmt man die Milch, sie sollte aber nicht kochen. Man nimmt den Topf vom Herd und rührt die Schokolade ein. Dann wartet man 5 Minuten, bevor man noch mal umrührt. Die Schokolade sollte nun geschmolzen sein. Der heiße Kaffee wird hinzugefügt. Man verteilt die Schoko-Kaffee-Mischung auf 4 Becher und gibt darauf jeweils einen großzügigen Löffel Sahne. Zum Schluss streut man den Kardamom darüber.

Heiße (weiße) Schokolade

(ungefähr für 4 Becher)

100 g weiße Schokolade
500 ml fettarme Milch
400 ml sehr starker Kaffee
150 ml Schlagsahne
1–2 TL Vanillezucker
1 TL Kardamomsamen

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Leserkommentare
  1. 9. Igitt

    Weiße Schokolade?
    Kaffee?
    Gehts noch?

    Wie wäre es damit:
    Große Tasse Milch (am besten Rohmilch)
    2 Tl schwach entölten Kakao (natürlich Bio)
    1 Tl Vanillezucker (wie im Artikel beschrieben)
    Schön aufkochen und Rühren....

    auch kalt ein Genuss

    4 Leserempfehlungen
  2. ... hat mit Schokolade ungefähr soviel zu tun, wie die Wahrheit mit dem "Siegel" auf den lila Packungen, das "garantiert 100 Prozent Alpenmilch" verspricht, wobei 80 Prozent der die in Alpennähe gelegenen Fabrik beliefernden Milchtankzüge holländische Kennzeichen tragen. Da reißt das Kakao-Aroma aus Holzminden auch nichts mehr raus.

    2 Leserempfehlungen
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    aber schon , woraus weiße Schokolade besteht?
    Der einzige Unterschied zwischen weißer und "normaler" Schokolade ist das Fehlen des Kakaopulvers in der weißen Schokolade und eine höherer Kakaofettanteil als in der "normalen" Schokolade. Vorausgesetzt natürlich, man kauft keinen Ramsch.

    mfg

    K-F

  3. Ungern moechte ich pedantisch erscheinen, aber es gibt in Italien keinen Starbucks [1]. Der Grund ist simpel: Starbucks Kaffee ist hier nicht konkurrenzfaehig. Er ist nicht nur zu teuer, er schmeckt auch nicht gut genug. Jede noch so unwichtige italienische Bar macht besseren Capucio als die gruene Sirene. Und ich bin mir sicher, die Iren koennen es auch besser ;-)

    Mit Gruessen aus Bologna,

    julius

    [1] http://www.starbucks.com/...

    8 Leserempfehlungen
    • pekka
    • 05. Dezember 2012 18:12 Uhr

    oder Minttu, auch sehr lecker und wärmt auch gut!

    • sinta
    • 05. Dezember 2012 19:50 Uhr
    13. Whiskey

    Liest sich doch sehr lecker, das Rezept. Bin jetzt kein großer Fan von weißer Schokolade, aber in Kombination mit dem starken Kaffee - warum nicht?
    Ich würde ja noch ein wenig Whiskey dazu geben und dafür den Zucker weglassen. :)

  4. Ich mache das lieber so:
    Dunkle Schoki (nicht unter 60%) im Wasserbad schmelzen und heiß werden lassen, mit nur ein bißchen Milch verdünnen und mit einem Milchschäumer aufschlagen. Zucker nur, wenn es sich gar nicht vermeiden läßt, ein Spürchen Zimt und schwarzer Pfeffer oder Chili ist auch gut darin. Gibt einen schokoladigen Schaum, der geschmacklich und ob der Konsistenz der schiere Traum im Mund ist. Ist auch ein schönes kleines und sehr nahrhaftes Dessert.

    Zum Kälte-Tote-aufwecken: Carajillo! Vorgewärmten Brandy mit ein paar Kaffeebohnen und einer Orangenzeste darin anzünden (hitzefestes Glas!), mit einem Teelöffel einiges an Zucker in das Höllenfeuer rieseln und ihn dabei karamelisieren lassen und mit einem Espresso löschen.

    Wenn's noch nicht ganz so schlimm ist: Glühwein! Schweren Rotwein mit gut der Hälfte Menge frisch gepressten O-Saft, Orangen- und Zitronenzesten, Zimtstange, Muskat, Piment, Nelken, schwarzen Pfefferkörner und Ingwer erwärmen und etwa eine Stunde ziehen lassen. Nicht kochen. Evtl. mit Honig süßen.

    Eine Leserempfehlung
  5. aber schon , woraus weiße Schokolade besteht?
    Der einzige Unterschied zwischen weißer und "normaler" Schokolade ist das Fehlen des Kakaopulvers in der weißen Schokolade und eine höherer Kakaofettanteil als in der "normalen" Schokolade. Vorausgesetzt natürlich, man kauft keinen Ramsch.

    mfg

    K-F

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Weiße Schokolade ..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ist vor allem ein drei mal so hoher Zuckeranteil.
    Wer weiße Schokolade nicht als Zuckerplörre genießen möchte, muss sich die Mühe machen, Kakaobutter als Grundlage zu nehmen. Bei Bios gibt es sie garantiert holzmindenfrei. Die kann dann nach eigenem Gusto würzen und - wer's möchte - auch süßen.

    • Svenako
    • 10. Dezember 2012 10:20 Uhr

    Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, "guter" Geschmack ist allerdings nicht soo variabel und was Essen und Trinken angeht ist der reine Geschmack der Dinge der Gute. All dieses Aromatisieren und Vermischen von Kaffee und Schokolade miteinander und das Aromatisieren von Tee ist letztlich ein Ausdruck von Langeweile
    Der Kaffee von Starbucks schmeck mir überhaupt nicht, das ist meine persönliche Sache, dass aber Starbucks dabei sei, die Espressobars in Italien zu verdrängen ist wohl eher Wunschdenken der Starbucks Marketing Abteilung als belegte Realität.

    Eine Leserempfehlung

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  • Serie Wochenmarkt
  • Schlagworte Britney Spears | Starbucks | Getränk | Kaffee | Winter | Frankreich
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