Liebeskolumne / Liebeskolumne : Soll er seine Wohnung aufgeben?

Dr. Dr. Rainer Erlinger fragt:

Rainer Erlinger

ist Jurist und Mediziner und beantwortet jede Woche im SZ-Magazin eine Gewissensfrage, die ihm ein Leser stellt.

Ein befreundetes Paar will nach zwei Jahren Beziehung nun zusammenziehen. Allerdings wohnt er in einer dieser Wohnungen in Berlin , die man nie aufgeben will: Altbau, gut gelegen, niedrige Miete, weil der Vertrag schon älter ist. Die Wohnung wäre auch groß genug für beide, er müsste nur etwas Platz schaffen.

Sie zögert jedoch, weil sie das Gefühl hätte, dass sie bei ihm eindringt und es immer seine Wohnung bliebe. Er kann ihre Bedenken verstehen und sogar ein bisschen teilen. Er wäre bereit, deshalb seine Wohnung aufzugeben.

Aber wenn sie eine neue Wohnung mieten, könnten sie sich bei den aktuellen Mietpreisen nur mehr eine halb so große leisten. Was sollen sie tun?

Wolfgang Schmidbauer antwortet:

Wolfgang Schmidbauer

ist unser Paartherapeut. Diese Woche fragt er Dr. Dr. Erlinger im SZ-Magazin, ob man Werbegeschenke von Spendenorganisationen annehmen darf, ohne zu spenden.

Mir gefällt die Sorgfalt, mit der die beiden überlegen, was passiert, wenn zwei Liebende einen gemeinsamen Raum gestalten. Ebendeshalb traue ich ihnen zu, dass sie einen Kompromiss gestalten können.

Ängste (wie die, als Eindringling und Fremdkörper erlebt zu werden) können wir unter günstigen Umständen besiegen; der Mietmarkt leistet viel härteren Widerstand.

Lesen Sie hier alle bisherigen Ratschläge von unserem Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer

Ich schlage eine Strategie vor, welche die Bedenken ausräumt, ohne dass die günstige Wohnung aufgegeben wird. Die Partner legen die Fiktion zugrunde, dass die Wohnung leer ist, und teilen sie gerecht in zwei Teile, als hätten sie sie gemeinsam angemietet. Dann wird verhandelt, bis sich beide in ihren Revieren wohlfühlen.

Kommentare

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Eine fast salomonische Lösung,

die Herr Schmidbauer da vorschlägt. Ob sie funktioniert, wird sich während der vorschlagenen Diskussionen und erst recht in den ersten Wochen des Zusammenseins zeigen.
Ein sauberer Schnitt wäre einfacher, und ist in vielen anderen Fällen wohl auch die bessere Lösung, um Auseinandersetzungen über Gewohnheitsrechte und Macht zu begrenzen.