Berliner BühneDie 5-Euro-Hürde

Was haben sozialdemokratische Weinkenner mit Chinesen gemein?

Arbeiterführer Peer Steinbrück wurde Anfang der Woche mit dem Zitat erwischt: »Eine Flasche Pinot Grigio, die nur fünf Euro kostet, würde ich nicht kaufen.« Einerseits muss ein Spitzensozi seit Schröder wissen, dass es einen Unterschied zwischen Weiß- und Grauburgunder gibt und dass Montecristo keine kroatische Automarke ist. Andererseits ist das dem sozialdemokratischen Stammwähler vollkommen schnuppe. Man dachte schon, das gute alte kulturelle Missverständnis hätte sich erledigt wie Polio, aber bei genauer Hinsicht poppt es doch hier und da auf.

Ein Chinese beispielsweise, der in Deutschland Urlaub machen will, muss fürs Visum nicht nur einen Unterbringungsnachweis vorlegen, sondern auch eine Bestätigung seiner Flugbuchung. Außerdem Bankauszüge der letzten sechs Monate sowie einen Anstellungsnachweis seiner Firma. Zur Belohnung leistet er sich dann auf dem Nürnberger Weihnachtsmarkt ein Schälchen Paella.

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In Weißenhorn bei Neu-Ulm brachte eine peruanische Aushilfslehrerin unlängst Kokablätter in den Unterricht, um etwas über Peru zu erzählen. Gegen die Lehrerin wird nun wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Selbstverständlich geschieht das alles zum Schutz der Beteiligten. Kein Chinese soll in Deutschland gezwungen sein, Koks zu kaufen, der noch grün ist. Jeder Schüler soll Wein trinken, der mindestens 5,50 Euro kostet. Das garantieren Steinbrück und Merkel.

 
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