Berliner Bühne Ausfallrisiko Peer

Wie frau Finanzkrisenrhetorik und Parteipolitik richtig kombiniert.

Dieser Tage hörten wir ein Radio-Interview, in dem eine Soziologin mit SPD-Parteibuch die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) als »Bad Bank für Frauenangelegenheiten« bezeichnete. Diese ebenso wunderbare wie wahre Formulierung wirft gleich zwei Fragen auf. Erstens: Ist die Soziologin mit CDU-Parteibuch eine noch unentdeckte Art in Gottes wundersamem Werk oder nur eine schmutzige Fantasie von Volker Kauder? Und zweitens: Haben sie einen so bösen Vergleich verdient, die Bad Banks der Republik?

Wahrscheinlich steckt mehr Soziologin mit SPD-Parteibuch in uns, als wir gedacht haben, denn auch uns drängt es nun, Parteiisches und Finanzkrisensprech zu kombinieren: Die FDP? Eine Bad Bank für Regierungsangelegenheiten. Die CDU? Der parteigewordene Leerverkauf von Inhalt und Programm. Schwarz-Gelb? Eine Transferunion aus Wildsau und Gurkentruppe. Steinbrück? Nach dem Hochfrequenzhandel zwischen seinen Veranstaltern und seinem Bankkonto ein Ausfallrisiko als Kanzlerkandidat. Die Piraten? Eine Transparenzausfallversicherung in der Wählerkreditklemme.

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Aber woran liegt es denn nun, dass die AsF die Bad Bank für Frauenangelegenheiten ist? Wären wir Mitglied der Troika, also der sozialdemokratischen Zweckgesellschaft zum Vortäuschen von Realfreundschaft, so würden wir sagen: Das liegt am hennaroten Haircut von Elke Ferner, der AsF-Vorsitzenden. Als Soziologin mit SPD-Parteibuch aber sagen wir: Es liegt an den PIIGS – also an Siggi und den Jungs.

 
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