Manfred BischoffHüter des Sterns
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Bischoff profitierte stets von seinem engen Draht zur Daimler-Spitze

1989 kam dann die große Chance: Bischoff war gerade Finanzchef von Mercedes Benz do Brasil geworden, als ihn Daimlerchef Edzard Reuter nach Stuttgart zitierte. Reuter sah seine Firma auf der Zielgeraden zum »integrierten Technologiekonzern«. Die letzten Meter aber wollte er mit Bischoff gehen, von dem er wusste, dass ihn alles begeistert, was schnell ist. Unter Schrempp sollte Bischoff Finanzvorstand der neuen Dasa werden. Darin wurden die Luft- und Raumfahrtbeteiligungen gebündelt, aus denen am Ende EADS hervorgehen sollte.

Sechs Jahre lang ackerte Bischoff an Schrempps Seite. Abends, wenn seine Mitarbeiter müde wurden, kopierte er Akten. Bischoff beschreibt Schrempp als einen »Stürmer und Macher«, der das Sonnenlicht suchte. Er selbst sei eher der Spielverderber gewesen: »Ich war das kaufmännische Gewissen.« Von der Rollenaufteilung profitierten beide. Bis Schrempp 1995 Daimler-Chef wurde und Bischoff die operative Führung der Flugzeugwerke anvertraute.

Nun aber kam nach Berichten von Weggefährten die Schwäche des Managers Bischoff zum Tragen. Ein früherer Daimler-Vorstand sagt: »Er war kein Entscheider, hat sich in jedes Detail eingearbeitet, aber bisweilen zu zögerlich agiert.« Auch im Arbeitnehmerlager hat er anfangs wenig Rückhalt. »Hart und rücksichtslos erschien er uns, weil er stur 30 Prozent Kosten sparen wollte«, so war der erste Eindruck des damaligen Konzernbetriebsrats Peter Zimmermann. Mit dem zweiten Vorstand Hartmut Mehdorn »konnte man auch mal ein Bier trinken, mit Bischoff war das undenkbar. Es blieb immer unpersönlich«, sagt Zimmermann. Als die Dasa infolge sinkender Wettbewerbsfähigkeit harte Sanierungen ankündigte, stellte sich Bischoff einigen Tausend Mitarbeitern in Hamburg. »Ich konnte eine Viertelstunde nicht sprechen, weil die mich ausgepfiffen haben«, erinnert sich Bischoff. Am gleichen Tag, erzählt Zimmermann, habe Hartmut Mehdorn viel Applaus bekommen. Dieser aber verließ wenige Monate darauf das Unternehmen im Streit.

Bischoff jedoch profitierte stets von seinem engen Draht zur Daimler-Spitze, etablierte sich als Dasa-Chef und trieb die Europäisierung der Branche voran. Zunehmend gewann er für seine Anliegen auch die Beschäftigten. Denn Bischoff hat eben auch Stärken. »Er hat seine intellektuelle Überlegenheit nie ausgenutzt, um andere klein zu machen«, sagt seine langjährige Mitarbeiterin Margarete Haase, heute Vorstandsmitglied beim Motorenhersteller Deutz. Und ihm waren gute Vorschläge recht, egal von wem. »Er war immer offen für Anregungen«, sagt Zimmermann. Nicht ohne Kalkül. Bischoff wusste, dass sein Unternehmen nur zukunftsfähig bliebe, »wenn wir das Know-how und die besten Ingenieure halten. Das ging nur in enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat.« Zudem sanierte Bischoff erfolgreich. Der Wert des Unternehmens stieg und damit auch der deutsche Anteil an der künftigen EADS.

Am Ende kam Bischoff zugute, dass er sich auf die Luftfahrt konzentrierte. So wurde nicht sein Name mit der für Aktionäre milliardenteuren Chrysler-Fusion verbunden, sondern der von Schrempp. Bischoff wurde stattdessen Co-Chairman der EADS. Ein Aufsichtsratsposten, aber mit mehr Durchgriffsmöglichkeiten, als das deutsche Recht es zulässt.

Bischoff achtete penibel auf das deutsch-französische Gleichgewicht im neuen Konzern. Deutschland sollte die Kernfähigkeiten zum Flugzeugbau nicht leichtfertig aus der Hand geben. Obwohl er Französisch bereits zu Schulzeiten gelernt hatte, erweckte er in Paris und Toulouse anfangs den Eindruck, kaum einen geraden Satz herauszubringen. So konnte er in Ruhe mithören, wenn sich andere Verwaltungsratsmitglieder in Sitzungen um den Großindustriellen Jean-Luc Lagardère versammelten. »Er hatte den Ruf des Mr No, der alle französischen Kniffe abwehrt«, sagt ein früherer Vorstand. Die EADS-Zentrale in München aufzugeben, wie es derzeit diskutiert wird, hätte ihm widerstrebt.

Schrempp fiel in Ungnade, aber er darf weiter am globalen Konzern basteln

Bischoff, der Stratege. Eine Rolle, in der sich der erste Daimler-Aufsichtsratschef wohler fühlt denn in der als Manager. Im Rückblick hat manche Beziehung gelitten. Mit dem heutigen Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn hat er sich wenig zu sagen. Zwischen Schrempp und Bischoff herrscht Funkstille. »Schrempp hat sicher nicht gefallen, dass Bischoff Aufsichtsratsvorsitzender wurde«, sagt einer, der beide kennt. Zumal eine Amtshandlung Bischoffs sich um Schrempps Ehefrau Lydia drehte. Bischoff sorgte dafür, dass sie 2008 den gut dotierten Posten als Büroleiterin ihres Mannes aufgeben musste. Wenn sich die einstigen Daimler-Topmanager doch einmal auf Veranstaltungen über den Weg laufen, grüßen sie sich kurz, mehr nicht. Schrempp ist in der Daimler-Welt in Ungnade gefallen, Bischoff darf weiter an der Zukunft des globalen Konzerns basteln.

2013 muss er die wohl wichtigste Entscheidung seiner Amtszeit treffen. Schlägt er dem Aufsichtsrat eine Vertragsverlängerung für Dieter Zetsche vor, oder sucht er den Neuanfang? »Wenn ich jemanden von außen nehme, weiß ich nicht, wie sich dieser insbesondere in Krisen verhält. Ich kaufe immer einen Teil mehr Unsicherheit als bei einem internen Kandidaten«, sagt Bischoff. Er hat diesen Satz nicht direkt auf Zetsche gemünzt, aber er sagt viel aus. Bischoff wird zuerst im Konzern suchen. Im Falle von Zetsches Vertragsverlängerung »gibt es keinen Grund, die Entscheidung vorzuziehen, diese Entscheidung wird dann fallen, wenn sie gemäß unseren Regeln zu erfolgen hat«. Das wäre im Februar 2013. Abwarten hat Bischoffs Karriere schließlich selten geschadet.

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Leserkommentare
  1. ...wie Daimler sich an die Spitze zurueckkaempft!
    Mit einem Gelaendewagen!

    Herr Dr. Bischoff braeuchte wohl unendlich viel Glueck
    damit sein Wunsch in Erfuellung geht.
    Offensichtlich ist er weder mit der BMW- noch der Audi-
    Palette wirklich vertraut........und auch nicht damit, dass
    man bei BMW schon lange Audi als Konkurrenten viel
    ernster nimmt, als die schon vor Jahren abgehaengte
    Marke aus Untertuerckheim!
    Aber was bleibt ihm anderes uebrig als in das Horn des
    Lautsprechers Zetsche (Chrysler ist saniert/2016 werden
    wir wieder a.d. Spitze sein) zu stossen?

  2. Weil die maßgeblichen Erkenntnisse hinsichtlich eines auch künftig unabweisbar notwendigen Erfolgs nicht allein hiesig ansässiger Industriebetriebe im Kontext der Herstellung von Automobilen längst gewonnen sind, entbehrt es jeglichen Sinns, so zu tun, als ob allen voran der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Daimler AG gegenwärtig in gleicher Weise vor der immensen Schwierigkeit stünde, eine Antwort auf die ansonsten für Unternehmen anderer Branchen überlebenswichtige Frage der Rekontextualisierung extern vorliegender Wissenbestände zu finden (vgl. Wittke u. a., SOFI Arbeitspapier 2012-9, S. 1). Besagte Überzeichnung dessen, was von Herrn Bischoff seitens der Allgemeinheit tatsächlich verlangt ist, führt somit lediglich in die Irre und erweist aller bereits geleisteten Aufklärung einen ziemlichen Bärendienst.

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    You made my day :D

    Ihr erster Satz geht über 8 Zeilen. Ich habe mehrmals versucht, ihn zu verstehen. Das Problem ist nur, wenn ich mich bis an sein Ende vorgekämpft habe, habe ich schon den Anfang wieder vergessen.
    Was wollen Sie uns anderen Lesern eigentlich mitteilen bitte?

    • maksym
    • 28. Dezember 2012 16:21 Uhr

    Was soll denn das sein?

  3. 3. You...

    You made my day :D

  4. Ihr erster Satz geht über 8 Zeilen. Ich habe mehrmals versucht, ihn zu verstehen. Das Problem ist nur, wenn ich mich bis an sein Ende vorgekämpft habe, habe ich schon den Anfang wieder vergessen.
    Was wollen Sie uns anderen Lesern eigentlich mitteilen bitte?

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    Mir gleichsam aus der hohlen Hand heraus vorzuhalten, dass vor allem meine schriftliche Ausdrucksweise sich in nichts anderem als schierem Geschwurbel erschöpft, verkennt die nachweisliche und daher stets unabhängig von meiner Person existente Lage der Dinge innerhalb der sozialen Welt. Insofern bleibt es auch in Zukunft eine ungeheuerliche Zeitvergeudung, anstelle von deren notwendiger Analyse zum Wohle aller sich unter Missachtung sämtlich dadurch angezeigter Methodologie darauf zu kaprizieren, die angesichts dessen jedem zeitlebens eigenen Unzulänglichkeiten als vorrangig noch zu behebende Mängel auszugeben.

  5. Alles nur ein Mythos - Das alte Thema Rost - A+B, W210+211, W203, W220+W221, Vito/Viano, Sprinter usw...
    Das Thema Qualitätskontrolle ist sowieso so ein Thema.
    Neuer ML W166, Dellen am Dach im Bereich der A und B-Säule, wie solche Fahrzeuge bei der abschließenden Qualitätskontrolle am Band überhaupt durchkommen, und dem Kunden auch noch ausgeliefert werden können! Ein Armutszeugnis. Die Mängelliste der neuen A-Klasse (W176) beginnt sich wieder gut zu füllen !

  6. Mir gleichsam aus der hohlen Hand heraus vorzuhalten, dass vor allem meine schriftliche Ausdrucksweise sich in nichts anderem als schierem Geschwurbel erschöpft, verkennt die nachweisliche und daher stets unabhängig von meiner Person existente Lage der Dinge innerhalb der sozialen Welt. Insofern bleibt es auch in Zukunft eine ungeheuerliche Zeitvergeudung, anstelle von deren notwendiger Analyse zum Wohle aller sich unter Missachtung sämtlich dadurch angezeigter Methodologie darauf zu kaprizieren, die angesichts dessen jedem zeitlebens eigenen Unzulänglichkeiten als vorrangig noch zu behebende Mängel auszugeben.

    Antwort auf "Wie bitte?"
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    .....was wollten Sie uns nun damit sagen???

  7. .....was wollten Sie uns nun damit sagen???

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    Zweifelsfrei nutzen Leser wie nicht zuletzt derjenige namens "smiley08" die Kommentarfunktion dieser Website, um nach eigenem Belieben und deshalb dem geltenden Bewegungsgesetz moderner Gesellschaft frontal zuwider sich des Amtes eines Richters bemächtigend den offenkundig friedlichen Anderen auf die Anklagebank zu setzen und dort zu verhören. Besagte Inszenierung (Seitz/Rath, 1996) sozialer Prozesse spottet also insbesondere längst vorliegender Gewaltenteilung und lässt vor aller Augen auf eine nicht mehr überbietbare Infantilität schließen. Ich für meinen Teil ziehe daraus die Konsequenz, mich wie zuvor auch künftig überaus angeekelt (Dunkel/Weihrich, in: ders./Dunkel (Hg.), Berlin, 2006, S. 75) davon abzuwenden.

  8. Zweifelsfrei nutzen Leser wie nicht zuletzt derjenige namens "smiley08" die Kommentarfunktion dieser Website, um nach eigenem Belieben und deshalb dem geltenden Bewegungsgesetz moderner Gesellschaft frontal zuwider sich des Amtes eines Richters bemächtigend den offenkundig friedlichen Anderen auf die Anklagebank zu setzen und dort zu verhören. Besagte Inszenierung (Seitz/Rath, 1996) sozialer Prozesse spottet also insbesondere längst vorliegender Gewaltenteilung und lässt vor aller Augen auf eine nicht mehr überbietbare Infantilität schließen. Ich für meinen Teil ziehe daraus die Konsequenz, mich wie zuvor auch künftig überaus angeekelt (Dunkel/Weihrich, in: ders./Dunkel (Hg.), Berlin, 2006, S. 75) davon abzuwenden.

    Antwort auf "Und....."

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