GesellschaftskritikÜber das Hochschlafen

Eine Gesellschaftskritik von 

US-Schauspieler Brad Pitt auf dem Filmfestival in Cannes

US-Schauspieler Brad Pitt auf dem Filmfestival in Cannes  |  © Valery Hache/AFP/Getty Images

Gott macht demnächst Werbung auf Erden via Twitter, wie immer wirkt er durch seinen Stellvertreter, den Pontifex . Brad Pitt geht bei der PR konventioneller vor, auch hat er sich einen deutlich grobschlächtigeren Sprecher erwählt, den Boxer Mike Tyson . Pitt, vor allem bekannt als Gatte von Angelina Jolie , Freund von George Clooney , Vater zahlreicher Kinder, hat einen neuen Film gedreht. Pünktlich zum Start erfahren wir nun von Tyson, dass der vor Jahren seine bezaubernde Exfrau Robin Givens einmal beim Schäferstündchen mit Brad Pitt erwischt hat.

Iron Mike, so erzählte es Iron Mike in einer amerikanischen Talkshow, sei damals zwar schon von seiner Frau getrennt gewesen, habe sich aber dennoch täglich mit ihr getroffen, um ihr seine Aufwartung zu machen. Er beschreibt sein Erstaunen, als er nun eines Tages statt der Dame in Dessous einen damals noch unbekannten Schauspieler ohne Hose, dafür aber mit Sixpack und verdutztem Gesicht im Bett erblickte, eben besagten Pitt. Anstatt ihm aber wie gewohnt ein Ohr abzubeißen, habe sich Mike einfach getrollt und sei seiner Wege gegangen. Eine Geschichte ohne Höhepunkt. Komisch irgendwie.

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Außer dass wir schon länger mal wieder ins Kino wollten, fällt uns dabei zweierlei ein. Erstens die Geschichte vom Gangsterboss Marsellus Wallace aus Pulp Fiction, der nicht nur optisch an Mike Tyson erinnert und einen Mann schon für weitaus Geringeres als ein Schäferstündchen mit seiner Frau, nämlich für eine Fußmassage, aus dem Fenster zu werfen pflegte. Und zweitens, dass wir das Wort "hochschlafen" schon mindestens so lange nicht mehr gehört haben, wie Pulp Fiction alt ist.

Gesellschaftskritik
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Klicken Sie auf das Bild, um weitere Artikel der Serie "Gesellschaftskritik" zu lesen.  |  © Frazer Harrison/Getty Images

Liegt es einfach nur daran, dass es immer mehr Frauen in den Führungsetagen gibt? Oder daran, dass alle über Sex reden, aber keiner mehr welchen hat? Es heißt ja, dass alles wiederkommt. Also wagen wir mal eine Prognose: Das neue heiße Ding ist Rauchen – Distinktionsmerkmal, Abgrenzungsritual, Belohnungs- und neuerdings sogar Züchtigungsinstrument. Bei Partys ist es inzwischen wieder wie früher auf dem Schulhof, wo die coolen Typen immer in der Raucherecke anzutreffen waren. Schon ist von Firmen zu hören, in denen sich Angestellte genötigt sehen, mit dem Chef oder eben der Chefin zu rauchen. Der? Ach, der hat sich doch bloß hochgeraucht, wird es schon bald heißen.

Brad Pitt hat sich das Quarzen übrigens schon 2004 abgewöhnt, während der Dreharbeiten zu Troja, ein Jahr bevor er Angelina Jolie kennenlernte. Der Mann ist angekommen.

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Leserkommentare
    • Yeti-1
    • 13. Dezember 2012 15:19 Uhr

    Bitte verzichten Sie auf sexistische Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

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  • Serie Gesellschaftskritik
  • Schlagworte Brad Pitt | Mike Tyson | Angelina Jolie | Film | Chef | George Clooney
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