BrettspielSchach

von Helmut Pfleger

Schachaufgabe

Vor Kurzem berichtete ich bereits über den 90-jährigen Juri Awerbach, der viele Jahrzehnte sowjetischen und russischen Schachs miterlebt, teilweise auch als Präsident des sowjetischen Schachverbands mitgeprägt hat und dabei doch immer Weltbürger geblieben ist. Im Verlag New in Chess sind seine Erinnerungen unter dem Titel Centre-Stage and Behind the Scenes als Buch erschienen. Darin schildert er ein geplantes Match zwischen der UdSSR und den USA 1953 in New York , vor dem der Außenminister Wyschinski ihn und seine Mannschaft mit der Ermahnung verabschiedete: "Denkt daran, dass die US-Presse bösartig ist. Wenn sie auf euch zukommen, antwortet einfach ›Kein Kommentar‹… Und obendrein verlangen sie Fingerabdrücke, das betrachten wir als Beleidigung und werden protestieren." Das Match kam nie zustande. Als sie dann ein Jahr später nach Buenos Aires fuhren zu einem Wettkampf (fingerabdrucklos?), starb Juris Vater. "Doch das Sportkomitee entschied, mir dies nicht mitzuteilen, weil es meine Leistung hätte beeinträchtigen können. Und dass ich vielleicht gleich nach Moskau zurückkehren könnte, dieser Gedanke kam gar nicht auf."

Im Jahr 1953 fand auch das legendäre WM-Kandidatenturnier in Zürich statt. Sehen Sie, wie Awerbach, dessen Springer e6 "übel" gefesselt ist, als Weißer am Zug gegen seinen Landsmann Mark Taimanow mit einer kleinen Kombination in entscheidenden Vorteil kam?

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Schachlösung
Schachlösung aus Nr. 50

Lösung aus Nr. 50:

Wie setzt Weiß am Zug unter Zugzwangmotiven den schwarzen König im dritten Zug matt?

Der Schlüsselzug ist 1.Tc5! Bei 1...dxc5 2.c4! muss Schwarz mit 2...dxc3 "en passant" schlagen und ist nach 3.Sxc3 matt. Bei 1...d5 hingegen zieht der c-Bauer nur ein Feld weit: 2.c3! dxc3 3.Sxc3 matt

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