HochschulenGerecht, aber schlecht

Im kommenden Jahr könnten Studiengebühren auch in den zwei Bundesländern abgeschafft werden, in denen es sie jetzt noch gibt. Aber wer finanziert die Hochschulen dann? von Kathrin Fromm

Nur in Niedersachsen und Bayern werden noch Studiengebühren erhoben. Und vielleicht nicht mehr lange. In Niedersachsen ist am 20. Januar Landtagswahl; gewinnt die Opposition aus SPD, Grünen und Linken, sollen die Gebühren abgeschafft werden. In Bayern sind im Herbst Landtagswahlen, und auch hier macht sich die Opposition gegen Studiengebühren stark – im Januar will sie Unterschriften für einen Volksentscheid sammeln. Plötzlich kann sich auch die CSU um Ministerpräsident Horst Seehofer vorstellen, die Studiengebühren abzuschaffen. Ist das Thema in Deutschland also bald endgültig erledigt? Eher nicht. Oder wenn, dann nur vorläufig.

In vier bis fünf Jahren werde die Diskussion wieder aufleben, sagt Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Dem schließt sich auch die Wissenschaftsministerin von Niedersachsen, Johanna Wanka (CDU), an: »Ich bin der Meinung, es wird einen zweiten Anlauf geben – und zwar bundesweit.« Denn das Grundproblem bleibt: Die Hochschulen haben zu wenig Geld. Die Zahl der Studenten hat sich in den letzten Jahren stark erhöht, die Finanzierung blieb unverändert. Studiengebühren sind als Einnahmequelle hochwillkommen.

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An der Universität Augsburg zum Beispiel werden so pro Semester rund 5 Millionen Euro eingenommen. Das Geld wird für zusätzliche Tutoren und Dozenten ausgegeben, für bessere Laborausrüstung, neue Gebäude und dafür, dass die Bibliothek nicht mehr um 17 Uhr schließt, sondern bis 24 Uhr geöffnet hat. Investitionen, die direkt den Studenten zugutekommen. Studenten und Hochschulen fordern deshalb, dass das Land Bayern diesen Betrag übernimmt, sollte es die Gebühren nicht mehr geben. So jedenfalls geschah es auch in den fünf Bundesländern, in denen Studiengebühren nach einem Regierungswechsel abgeschafft wurden. Allerdings kompensieren die Bundesländer das Geld meist nur für eine bestimmte Zeit. Und sie erhöhen die Summe nicht. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel gibt es inzwischen mehr Studenten als zu der Zeit, als die Kompensationssumme eingeführt wurde, der Betrag aber blieb gleich. Und in Hessen kürzte die Regierung nach dem Wegfall der Campusmaut den Grundetat der Hochschulen stark. Von der Kompensation für den Wegfall der Studiengebühren blieb deshalb nur ein Teil übrig.

Die Hochschulen brauchen aber Geld, vor allem wenn Bund und Länder als Folge der Schuldenbremse weiter sparen. Es liegt also nahe, in einigen Jahren wieder einen Teil von den Studenten einzufordern. Horst Hippler spricht von »Studienbeiträgen«. »Gebühren« sei das falsche Wort. »In Deutschland werden in Relation zu den tatsächlichen Kosten nur kleine Beiträge erhoben. Die sind leistbar«, sagt der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Schließlich handele es sich ja gerade einmal um 83 Euro im Monat, rechnet man die 500 Euro pro Semester auf sechs Monate um. Außerdem betont Hippler: »Man kann eine Eigenbeteiligung von den Studenten verlangen, weil die Verdienstchancen später im Job auch höher sind.«

In die Frage, ob Studiengebühren sinnvoll und notwendig sind, mischt sich dabei auch die Frage, ob Studiengebühren gerecht sind. Ja, sagen die Befürworter. »Es geht um gesellschaftliche Gerechtigkeit«, findet etwa die niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka. Gebührenbefürworter wie sie und Hippler argumentieren, dass andere für ihre Ausbildung auch zahlen müssen, zum Beispiel der Handwerker, der einen Meister macht. Ohne Studiengebühren würde die Ausbildung der Akademiker komplett von den Steuern der Allgemeinheit finanziert. Überspitzt formuliert: die Krankenschwestern zahlt für den künftigen Chefarzt. Hinzu komme, dass in Deutschland zwar die Schulausbildung frei ist, allerdings für Kindergärten zum Teil erhebliche Gebühren verlangt werden.

Nein, Studiengebühren sind nicht gerecht, sagt die Gegenseite. Bildung müsse kostenlos bleiben – auch und gerade für Studenten. »Der Staat hat nur begrenzt Mittel zur Verfügung, aber Bildung ist eine der Kernaufgaben. Dafür muss Geld bereitgestellt werden, und das geht auch, wenn der politische Wille da ist«, sagt Franziska Traube, Sprecherin der Landes-Asten-Konferenz in Bayern. Studiengebühren seien sozial selektiv. »Es trifft immer die, die wenig haben«, sagt die Studentin der TU München. Kinder aus einkommensschwachen Familien würden so vom Studium abgehalten.

Leserkommentare
    • Rudi01
    • 20. Dezember 2012 9:55 Uhr

    Gebühren werden erhoben, wenn eine staatliche Leistung vor allem im Interesse des Empfängers erbracht werden.

    Und wenn noch so oft das Gegenteil behauptet wird: wenn wir alle, die wir durch "den Staat" vertreten werden, jemanden studieren lassen, dann dient dies zuallererst den Interessen _dieses_ Landes.

    Dass jemand als Absolvent eines Studiums später a) einen guten Job bekommt und b) besser verdient, ist alles andere als selbstverständlich -- man betrachte nicht nur künftige Chefärzte und Vorstandsvorsitzende, sondern auch die zahlreichen sozialen Berufe sowie die Kultur- und Geisteswissenschaften.

    Wenn (!) man nach erfolgtem Studium "besser verdient", dann erhält man sein gutes Gehalt nicht für das hochgehaltene Zeugnis, sondern für die Leistung, die man Tag für Tag erbringt. Niemand wird auf Dauer für sein Master-Zeugnis bezahlt, sondern für den täglichen und tatsächlichen Einsatz der Fähigkeiten, die darin bescheinigt werden.

    Wenn der Staat einem jungen Menschen ein Studium finanziert, dann geschieht dies, weil erstens Menschen mit den betreffenden beruflichen Fähigkeiten _gebraucht_ werden.

    Zweitens, weil "der Staat" explizit will, dass Menschen in einem anspruchsvollen Beruf, für den man eine aufwendige Vorausbildung braucht, tätig sind, gute Leistungen erbringen, dafür gut bezahlt werden, und von diesem guten Gehalt ordentliche Steuern bezahlen.

    Für viele Berufe "rechnet" sich das sofort. Andere Berufe will oder muss man einem zivilisierten Land einfach haben.

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    Ich kann dem Artikel (als ehemaliger studentischer Vertreter in der Hochschulpolitik der Universität Augsburg) in wesentlichen Grundaussagen nur widersprechen:
    1. Es ist zwar richtig, dass die Studiengebühren, zumindest oberflächlich betrachtet, die ein oder andere Verbesserung mit sich gebracht haben (verlängerte Öffnungszeiten der Bibliothek, technische Ausstattung etc.). Dennoch sind sie zum größten Teil nicht, wie aus ihrem eigentlichen Zweck und Begründungszusammenhang hervorging, zur Verbesserung der Lehre, sondern zu deren bloßer Aufrechterhaltung eingesetzt worden, was auf eine klar erkennbare Unterfinanzierung von staatlicher Seite rückschließen lässt. Es kann nicht Sinn und Zweck dieser Beiträge sein, für die grundlegendsten Elemente des Lehrbetriebs, insbesondere Personal, eingesetzt zu werden, um die schlechte Grundausstattung vieler Fakultäten zu überspielen. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es an unserer Fakultät an vielen Lehrstühlen kaum zu einer Erweiterung des Lehrangebots durch Studiengebühren kam, sondern dass deren Lehrbetrieb überhaupt nur diese Beiträge aufrechterhalten wurde.
    2. Was das Thema Nachhaltigkeit im Personalwesen betrifft, sollte bedacht werden, dass Studiengebühren ihren Verwendungsauflagen entsprechend nur für Lehraufträge und Stellenüberbrückungen eingesetzt werden dürfen, und somit keine langfristig stabile Personalsituation im Wissenschaftsbetrieb ermöglichen.

    • Rudi01
    • 20. Dezember 2012 10:12 Uhr

    ... und die grundsätzliche Tatsache, dass in unserem Lande eine optimale Kinderbetreuung ein Luxus ist, den man sich u.U. teuer erkaufen muss, zählen exakt zu den Gründen, warum dieses Land auf Dauer -- zum Beispiel im Vergleich zu den skandinavischen Ländern, aber auch Frankreich und anderen "reichen" Industrieländern in Attraktivität und Leistungsfähigkeit abfällt.

    Zum einen sind Kinder hierzulande ein ganz explizites Armutsrisiko, besonders für Frauen, die wegen einer vorgeblich notwendigen Kinderbetreuung auf ihre eigene berufliche Absicherung verzichten. Die Dänen, Franzosen, Finnen, Schweden, etc. sind keine Rabeneltern -- im Gegenteil: eine so hohe Zahl verwahrloster, ungebildeter und kulturloser Kinder, deren berufliche Zukunft schon in Grundschule mehr als zweifelhafat erscheint, wie hierzulande in D gibt es dort nicht.

    Wenn man also versucht, einen Missstand (Studiengebühren) durch einen anderen Misstand im Lande (teure oder fehlende Kitas) zu begründen, dann geschieht das in der expliziten Absicht, sowohl den einen wie den anderen Misstand zu bewahren und auszubauen.

    Und warum unterstützt jemand Zustände, die zu einer ungleicheren und unsicheren Gesellschaft in D führen?
    Natürlich, weil es bei wachsender Ungleichheit eben auch Profiteure gibt. Die ihre Kinder sowieso in Privatschulen oder ins Ausland schicken. Und die wenigstens die Steuern, die sie sonst zugunsten der Gören der Mittel- und Unterschicht zahlen müssten, sparen wollen.

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    • cornus
    • 23. Dezember 2012 20:32 Uhr

    werden Äppel mit Birnen verglichen.
    Die Verhältnisse in Frankreich - nun nicht wirklich egalitär- und vor allem die in Skandinavien -schon eher egalitär - lassen sich nicht mit den hiesigen vergleichen.

    Keine Frage, wir hinken, was die Möglichkeiten der Kinderbetreuung angeht und die damit verbundene Vereinbarkeit von Beruf und Kind, anderen Ländern hinterher. Aber was uns im Gegensatz zu den genannten skandinavischen Ländern abgeht, ist eine positive Einstellung zu Kindern! Allein schon dieses ständige Gejammer über das Armutsrisiko Kind, dieses ständige Gerede über sinnvolle Erziehung und wie schrecklich, gefährlich und kinderfeindlich das gesellschaftliche Umfeld und die Umwelt sei.

    Ich wohne in einer beschaulichen Kleinstadt und arbeite in einer ländlichen Nachbargemeinde. Wer verstopft da morgens vorzugsweise mit SUVs die Straßen? Mütter, die ihre Kinder noch schnell in die Kita oder die Schule bringen - die Betonung liegt auf schnell, gerne auch in Spielstraßen. Wenn die Kinder hier in die schicken Neubausiedlungen zurück kommen, setzen sie sich oft an den Computer und sehen fern - in Schweden z.B. geht's i.d.R. ab nach draussen - und keiner kontrolliert ständig. Die ganze Erziehung ist entspannter - die Kinder sind erst einmal Kinder, keine Hoffnungsträger der Eltern, die man mit Konsumgütern vollstopft.

    Und ja: In Schweden z.B. ist Bildung kostenlos - für alle und das ist gesetzlich verbrieft. Entspannt das Verhältnis von Kindern und Eltern natürlich auch.

    • Rudi01
    • 20. Dezember 2012 10:24 Uhr

    Ich wünsche mir sehr, dass ich dieses Argument von der Krankenschwester, die mit ihren Steuereuros das Studium des künftigen Chefarztes finanziert, in diesem Forum und in der gedruckten ZEIT nicht mehr lesen muss.

    Dieses "Argument" kann nur den beeindrucken, der entweder nicht rechnen kann, oder keinen blassen Schimmer von der Wirkung unseres Steuersystems hat.

    Eine Krankenschwester oder Angehörige ähnlicher Berufe in der unteren Einkommensklasse sind Netto-Nutzniesser des Steuersystems, während Chefärzte und ähnliche Top-Verdiener Netto-Zahler sind.

    Da wandert kein Euro auf magische Weise gegen den Strom der normalen Einkommens-Umverteilung, die in einem gesunden Staatswesen von ganz reich nach ganz arm verläuft.

    Es ist nicht so, dass die ZEIT-Redaktion dies nicht wüsste. Zu oft wurde dies explizit in -zig Beiträgen über Studiengebühren angeführt und in den Kommentaren richtiggestellt.

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    könnte man dieses Argument auf alles Mögliche anweden. Die Krankenschwester zahlt ja auch den nicht Funktionierenden Flughafen in Berlin, die Philarmonie an der Elbe oder das 5 Milliarden Projekt S21

    Wenn es um Beton geht, erkennen die Politiker den Nutzen für die Zukunft, wür die Wirtschaft, aber wenn es um Bildung geht, scheint es nur noch um Eliten zu gehen und der Rest wird klein gehalten.

    • Mike M.
    • 24. Dezember 2012 12:46 Uhr

    ...was den Chefarzt und die Krankenschwester betrifft, solange beide in Deutschland leben. Der Arzt, der nach seinem Studium in die Schweiz oder nach Norwegen geht, und das sind nicht wenige, zahlt bei uns jedoch keine Steuern. Es wäre angemessen, wenn er sich an den Kosten seines Studiums, wie in fast allen anderen Ländern auch, zu einem kleinen Anteil beteiligt. Vielleicht wären nachgelagerte Gebühren/Bildungskredite, die jedoch mit in Deutschland gezahlten Steuern verrechnet werden können, eine gerechte Lösung.

    Auch stellt sich die Frage, ob der Staat so sehr von jedem B.A. aus dem Philosophicum profitiert. Vielleicht würden sich mehr Abiturienten für "etwas Vernünftiges" entscheiden, wenn sie wissen, dass sie die Kosten ihrer Ausbildung später wieder reinholen müssen.

    • Rudi01
    • 20. Dezember 2012 10:40 Uhr

    ... sind wenig, gemessen an den Kosten des öffentlichen Bildungswesens, und gemessen an dem Nutzen, den ein Hochschul-Absolvent -- und unser Staat ! -- von einem erfolgreichen Studium hat.

    Da hat Prof. Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, völlig recht.

    Offensichtlich fehlt es ihm (und vielen anderen) aber an der Fähigkeit sich vorzustellen, dass genau diese Summe für einen in der Regel vermögenslosen und (hoffentlich) weitgehend einkommenslosen Studenten eine sehr, sehr große Summe sein kann.

    Oder für die Eltern dieses Studierenden.

    Und weil jetzt ganz sicher wieder jemand freundlich auf Studienkredite hinweist:

    Ja, diese Möglichkeit gibt es.

    Und ich möchte darauf hinweisen, dass ein Mensch, der bei klarem Verstand ist, keine Kredite aufnimmt, die sein Vermögen überschreiten, jedenfalls dann nicht, wenn vom Ertrag etwas erworben wird, dessen wahrscheinlicher Ertrag oder "Marktwert" völlig ungeklärt ist.

    Mit einem Studium kann man scheitern. Es kann die falsche Wahl gewesen sein. Man kann krank werden. Es kann sein, dass man den angestrebten gutbezahlten Job nicht bekommt.

    Und dann?

    Für die Kinder von Herrn Prof. Hippler und seinen Kollegen ist das vermutlich kein Problem, und es sei ihnen gegönnt. Leider dürften aber inzwischen die meisten jungen Menschen in diesem Land in deutlich weniger gesicherten Verhältnissen leben.

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    ....liefern Sie hier ab. Wenn Sie nicht ein persönliches Risiko eingehen, wobei dieses sehr gering ist, werden Sie nie etwas erreichen. Das gilt insbesondere für Studierende. Eine, ich entschuldige mich bereits jetzt, sehr komische deutsche Haltung. Alles soll abgesichert sein, kein Risiko, von Kindesbeinen an,.... Wollen Sie das?
    Wir werden, da hat die Autorin völlig recht, in einigen Jahren wieder Studienbeiträge einführen müssen oder von Unternehmen Bildung finanzieren lassen (zu ihren Bedingungen.....Wollen Sie das? Die Politik ist nicht in der Lage kostenlose Bildung zu finanzieren. Das würde, nach aktuellem Stand, die Landeshaushalte und den Bundeshaushalt bei Weitem überfordern.
    Wir sollten beginnen nicht immer nach dem Staat zu rufen, sondern mit Engagement unsere Probleme selber lösen und das geht nur wenn sich alle entsprechend einbringen.

  1. Wenn uns die Vergangenheit wenigstens an irgend'einer Uni gezeigt hätte, wo denn da jetzt genau die Studiengebühren hingeflossen sind - aber das war weder einsehbar, noch spürbar für die Studenten.

    Fern ab davon, dass ich mich bei jedem Artikel frage, wo jetzt genau die Verantwortlichkeit der Regierung liegt, frage ich mich auch, wieso immernoch mehr für Verteidigung als Bildung ausgegeben wird?
    http://www.bildungsxperten.net/wissen/was-ist-der-deutsche-bildungshaush...

    Wo also liegt bei solch einer Verteilung die Begründung darin, dass Studenten zur Kasse gebeten werden?

    Natürlich werden die Uni's einen enormen Engpass erleben und die Ausbildungen werden immer schlechter werden - aber das war ein vorhersehbares Problem, aufdas nicht reagiert wurde.
    Durch den Bachelor haben mehr Studenten eine Berechtigung an Hochschulen zu studieren, durch die immernoch einlaufenden, doppelten Abiturjahrgänge gibt es mehr Studenten - das war und ist eine Milchmädchenrechnung deren Lösung nicht in Studiengebühren liegt, sondern in der Verantwortlichkeit der deutschen Regierung.

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    Die Studiengebühren werden (so ist das zumindest in Bayern) unter Mitspracherecht der Studentenvertretungen verteilt.
    Die Verwendung muß öffentlich bekanntgemacht werden, und wenn man sich dafür interessiert ist es sicherlich nicht schwer, das zu finden. Siehe z. B. hier die Informationen der LMU München:
    http://www.uni-muenchen.de/studium/administratives/gebuehr/studiengebueh...
    Daß, wie Sie meinen, von der Verwendung der Gelder nichts zu merken gewesen sei, mag allenfalls für die ersten beiden Jahre nach der Einführung so gewesen sein, wo die Stellen erst geschaffen und das zusätzliche Personal eingestellt werden mußte. Das übrigens zum nicht geringen Teil aus studentischen Hilfskräften besteht, so daß die Gebühren zu nicht unerheblichem Anteil wieder an die Studenten zurückfließen.
    Mag auch sein, daß Sie manches, was an Ihrer Universität geboten wird, für selbstverstäntlich halten, weil Sie den Vergleich zu früher nicht haben. Wenn die Gebühren jetzt aber wegfielen, dann würden Sie das durchaus merken, da bin ich sicher.

    Ob die Verteilung des Gesamtbudgets der Regierung sinnvoll ist oder nicht: eine Abschaffung der Studiengebühren wird nicht viel an den Verteidigungsausgaben ändern, auch schon deshalb, weil die Verteidigung vom Bund, die Universitäten von den Ländern bezahlt werden, wie Sie als Mensch mit Hochschulreife sicherlich wissen.

  2. Ich kann den anderen Kommentaren nur zustimmen, frage mich aber auch, warum niemand einen Mittelweg sieht? Wie wäre es denn, wenn man je nach Einkommen der Familie/ Anzahl der Kinder/ etc. die Studiengebüren angleicht?! Das funktioniert doch auch beim Bafög, und z.B. bei Waldorfschulen wird es ähnlich gemacht.
    Ich bin außerdem auch der Meinung, die Regierung sollte draufzahlen, weil es doch der Staat ist, der eben will, dass wir alle kräftige Steuerzahler werden. Wenn man außerdem das Ansehen in der Gesellschaft für Ausbildungsberufe erhöhen würde, würden evtl. auch weniger Leute studieren und man hätte nicht die großen Massen an Kosten anfallen. Man kann die Diskussion endlos ausweiten, es ist auch eine Gesellschaftliche Frage, nicht nur eine der Kosten.

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    Funktioniert es denn wirklich auch beim Bafög?

    Wohl eher nicht.
    Viele Familien, bzw. Studenten fallen durch das Bafögnetz.
    Andere bekommen Bafög, obwohl die Eltern durchaus genug Geld haben.
    Demnach wäre mir angst und bange, wenn nun auch Studiengebühren danach berechnet werden würden.

  3. Funktioniert es denn wirklich auch beim Bafög?

    Wohl eher nicht.
    Viele Familien, bzw. Studenten fallen durch das Bafögnetz.
    Andere bekommen Bafög, obwohl die Eltern durchaus genug Geld haben.
    Demnach wäre mir angst und bange, wenn nun auch Studiengebühren danach berechnet werden würden.

    Antwort auf "Kompromiss?!"
  4. Reichensteuer, Vermögensabgabe, Spitzensteuersatz erhöhen

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    • Hoplon
    • 23. Dezember 2012 19:19 Uhr

    vielleicht könnte man über eine Art Akademikersteuer nachdenken. Das Argument was Studienbefürworter gern anführen, das Auszubildende oft ihre Ausbildung aus eigener Tasche bezahlen müssen, ist nicht so leicht zu entkräften.

    Studiengebühren belasten allerdings immer die sozial schwächeren Studenten. Eine Besteuerung auf die Anzahl der in Anspruch genommenen Semester würde Akademiker erst dann treffen wenn sie tatsächlich in Lohn und Brot sind.
    Im Studium sollte sich so weitgehende Chancengleichheit herstellen lassen.

    Die Einnahmen könnten als zweckgebundene Mittel für die Verbesserung der Lehre an die Unis zurückgeführt werden.

    Nur eine Idee.

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