Als kleines Mädchen habe ich davon geträumt, Archäologin zu werden. Vor allem das alte Ägypten hat mich fasziniert, ich habe von Ausgrabungen im ägyptischen Sand geträumt, von großen Entdeckungen, Pharaonengräbern und Pyramiden. Irgendwann sagte meine Mutter, die immerhin Geschichtslehrerin ist, es gebe nichts Großartiges mehr auszugraben. Das war sehr desillusionierend. Ich beschloss, dann lieber Clown zu werden. Ich liebte es, mich zu verkleiden und bei Familienfeiern Sketche aufzuführen.

Einem anderen Kindheitstraum hänge ich bis heute noch nach. Schon sehr lange fasziniert mich der Beruf der Gerichtsmedizinerin. Anhand der Leiche und stummer Zeugen Rückschlüsse auf den Ort, die Art und den Zeitpunkt des Todes zu ziehen, stelle ich mir enorm spannend vor. Allerdings müsste ich für so einen Job mein Abitur nachholen und ein langwieriges Studium absolvieren. Ich wäre 50, bis ich das geschafft hätte. Von daher werde ich mir den Traum wohl eher irgendwann in meinem Beruf erfüllen und eine Gerichtsmedizinerin spielen.

Meine Begeisterung für die Polizeiarbeit hat auch mit meinem Vater zu tun, er ist Kriminalkommissar. Auch wenn er zu Hause nie konkret über seine Arbeit gesprochen hat, wusste ich immer: Er fängt die richtig bösen Jungs. Er hat mir oft davon erzählt, dass er schon als kleines Kind davon geträumt hatte, Polizist zu werden und die Welt vom Verbrechen zu befreien. Mein Papa ist bis heute ein Held für mich. Und sein Traum hat wohl auf mich abgefärbt.

Mit 18 oder 19 hat es mich oft sehr genervt, dass ich in meinen Rollen meist einige Jahre jünger besetzt wurde. Damals fühlte ich mich sehr erwachsen. Eine 15-Jährige zu spielen war ätzend. Heute, mit fast 27, freue ich mich, dass ich immer häufiger Charaktere spielen darf, die näher an meinem Alter sind. Aber da ist noch Platz nach oben. Viele sehen mich immer noch als die kleine Süße. An jedem Set, in jedem Filmteam gibt es eine unausgesprochene Hierarchie, als junge Frau wird man anders behandelt als die alten Hasen. Ich wünsche mir, in meinem Beruf als erwachsene Frau wahrgenommen zu werden.

Alle bisherigen Träume zum Nachlesen

Eine Traumrolle gibt es allerdings, die ich mir selbst im Moment noch nicht ganz zutraue: Ich würde gerne eine Tatort- Kommissarin spielen, aber keine Berufsanfängerin, sondern eine gestandene Ermittlerin mit Erfahrung. Ich fürchte, das würde man mir im Moment noch nicht abnehmen, ich sehe einfach zu jung aus. Aber in ein paar Jahren könnte mein Papa mich dann beraten. Er regt sich vor dem Fernseher immer fürchterlich auf, wenn die Polizeiarbeit falsch dargestellt wird. Im Moment sehe ich den Tatort auch kritisch. Ich denke, er sollte wieder zu seinen Wurzeln zurückkehren und nicht mit Blick auf die Quote irgendwelche angesagten Stars engagieren. Ach ja, meine Ermittlerin wäre natürlich genau wie ich Union-Berlin-Fan.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unterwww.zeit.de/audio