Kristina Schröder"In dem Fall würde ich lügen"
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Bei Tatoos unter 18 ist die Grenze der Liberalität erreicht

ZEIT: Ein kleiner Liberalitätscheck: Das Kind ist noch keine 18 und will ein Tattoo.

Schröder: Da endet bei mir die Liberalität, weil ich sicher bin, dass man das später bereuen würde.

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ZEIT: Es ist acht und will Ohrlöcher.

Schröder: Auch da gibt es für mich eine Untergrenze: Frühestens mit 12 oder 13.

ZEIT: Es bekommt eine wirklich große Nase und wünscht sich zum 16. Geburtstag eine Schönheitsoperation, wie viele Teenager heutzutage.

Schröder: Ich hätte Verständnis, wenn sie mit 18 Jahren sagen würde: Ich lass das machen. Aber ich finde die Entscheidung so gravierend, dass ich nicht zulassen würde, dass mein Kind sie früher trifft – und ich würde sie auch nicht für mein Kind treffen wollen.

ZEIT: Was würden Sie bei der Erziehung anders machen als die Eltern? Gibt es einen Satz aus Ihrer Kindheit, den Sie nie sagen wollen?

Schröder: Einen ganz bestimmten Tabu-Satz habe ich nicht. Aber umgekehrt hatte ich mir natürlich immer vorgenommen, meine eigenen Maßstäbe zu setzen, und jetzt mache ich trotzdem vieles ganz ähnlich bei unserer Tochter wie meine Eltern bei mir. Und ich fühle mich kein Stück schlecht dabei.

ZEIT: Zum Schluss wird es noch mal heikel: Ist es schlimm, wenn ich meine Kinder unterschiedlich stark liebe?

Schröder: Ja, das ist es. Ich habe gerade eine interessante Studie darüber gelesen, wonach das in vielen Familien vorkommt und die Eltern das als schlimm empfinden. Da muss man sehr rational sein und das absolut nicht zeigen. Nie. Das ist wirklich eine eherne Regel.

ZEIT: Und wenn die Kinder fragen?

Schröder: Das ist einer der wenigen Fälle, bei denen ich gnadenlos lügen würde.

Das Private ist politisch, das gilt für Familienministerinnen besonders. Als sie ihr Amt antrat, haben Kritiker Kristina Schröder gelegentlich vorgehalten, dass sie als junge, noch kinderlose Frau ja gar nicht wisse, wovon sie rede. Hat ihre Politik durch die eigene Erfahrung aus ihrer Sicht gewonnen? Politisch sei sie dieselbe geblieben, bilanziert Schröder, »aber als Mensch habe ich mich sicher verändert«. Zehn Wochen nach der Geburt ihrer Tochter hat sie wieder angefangen zu arbeiten, auch Herr Schröder, Staatssekretär im Innenministerium, arbeitet Vollzeit. »Ich mache seitdem jede Woche meine eigenen Erfahrungen, was es heißt, Familie und Beruf nebeneinander auf die Reihe zu bekommen. Dinge, die vorher selbstverständlich und unkompliziert waren, müssen jetzt Monate vorher organisiert werden.«

Die Fragen stellten Tina Hildebrandt und Elisabeth Niejahr

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Leserkommentare
  1. hat sie genug Erfahrung, um andere Eltern zu belehren. Das sagt eigentlich schon alles.

    4 Leserempfehlungen
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    Fr. Schröder antwortet auf Fragen die ihr gestellt wurden. Und sie tut das, zumindest nach meinem Empfinden, sehr offen. Ich kann darin nichts belehrendes erkennen.
    Sehr sympathisches Interview!

    jemand der in der politik so aktiv ist wohl kaum dazu kommt sich um sein kind erzieherisch zu kümmern.

  2. Fr. Schröder antwortet auf Fragen die ihr gestellt wurden. Und sie tut das, zumindest nach meinem Empfinden, sehr offen. Ich kann darin nichts belehrendes erkennen.
    Sehr sympathisches Interview!

    Antwort auf "Nach 18 Monaten"
    • sudek
    • 25. Dezember 2012 9:39 Uhr

    Könnten sich Tina Hildebrandt und Elisabeth Niejahr vorstellen, so harmlos, vorsichtig und niedlich mit Renate Schmidt und Ulla Schmidt umzugehen bzw. umgegangen zu sein?

    Peinliches Interview !!

    2 Leserempfehlungen
  3. 4. Was??

    "Ich finde es grundsätzlich schrecklich, wenn Frauen die Erziehungsautorität ihres Mannes nicht anerkennen"

    Und dann beschwert sie sich (eigentlich ja zu recht) über überkommene Frauenbilder in Märchen?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • lyriost
    • 25. Dezember 2012 9:44 Uhr

    sollen Frauen alles besser wissen dürfen?

    • lyriost
    • 25. Dezember 2012 9:44 Uhr
    5. Wieso

    sollen Frauen alles besser wissen dürfen?

    Antwort auf "Was??"
  4. * Familie und Beruf nebeneinander....
    * Alltagsfragen, die viele Mütter und Väter beschäftigen...?
    .
    Was für ein Fragenkatalog für eine Familienministerin, welche diese unsägliche Herdprämie namens Betreuungsgeld durchgepeitscht hat....
    .
    Peinlich!
    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

    Eine Leserempfehlung
    • lonetal
    • 25. Dezember 2012 10:14 Uhr

    "ZEIT: Glauben Sie, dass man mit seinem Kind befreundet sein kann?
    Schröder: Nein, das glaube ich nicht. Ich finde das auch nicht erstrebenswert."

    Wie immer wird das Eltern-Kind-Verhältnis auf einer Alterstufen-Beziehung gleichsam eingefroren, hier (tpischerweise) bei der Pubertät.

    Doch Kinder wachsen heran, Eltern werden alt. Dürfen sich auch die zwanzigjährige und die fünfundvierzigjähre Tochter nicht freundschaftlich verbunden fühlen? Die Fünzigjährige und die Fünfundsiebzigjährige?

    Wer ein 'freundschaftliches' Verhältnis zwischen Eltern und Kindern grundsätzlich ausschließt, behandelt das Eltern-Kind-Verhältnis wie einen statischen, gleichsam mit der Geburt abgeschlossenen Prozess. Es handelt sich aber um einen in die Zukunft hinein offenen Prozess. Gerecht wird ihm nur, wer ihm auch für zukünftige Entwicklungen offen begegnet. Denn sowohl die familiären Machtverhältnisse wie die jeweiligen Rollen wandeln sich, ebenso damit verbunden die gegenseitige Beziehung.

    Wer bestimmte Möglichkeiten von vorne herein ausschließt, dem fehlen die entsprechenden Formen, wenn und falls sie benötigt werden.

    Sie schreiben: "Zu Freundschaft gehört ..., dass man auch über Liebe und Partner sprechen kann – und ich finde es ... normal, dass Kinder .... mit ihren Eltern nicht über so etwas reden wollen."

    Richtig: <strong>kann</strong>, nicht <strong>muss</strong>, Es ist dann auch kein Problem, wenn das Kind gerade nicht <strong>will</strong> und ein ander Mal doch.

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    • lonetal
    • 25. Dezember 2012 10:16 Uhr

    Es muss heißen: "Dürfen sich auch die zwanzigjährige Tochter und die fünfundvierzigjähre Mutter ..."

    Ich bitte, die Nachlässigkeit zu entschuldigen.

    kann Frau Schröder doch noch nicht wissen.
    Das dauert noch, bis ihr Kind alt genug ist, aus dem Kindchen-Schema rausgewachsen zu sein.

    • lonetal
    • 25. Dezember 2012 10:16 Uhr

    Es muss heißen: "Dürfen sich auch die zwanzigjährige Tochter und die fünfundvierzigjähre Mutter ..."

    Ich bitte, die Nachlässigkeit zu entschuldigen.

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