"Dürften wir bei Ihnen duschen?"
Bei der Bundestagswahl 2009 bekam die FDP in Neukölln 12,8 Prozent der Zweitstimmen, gut einen Prozentpunkt mehr als im Berliner Schnitt.
Eine Frage nur, im Stadtbad: »Dürften wir bei Ihnen duschen?«
Für den Soziologen Vogel ist das mehr als eine Selbstadelung zum Siegertyp unter Verlierern. In einem Viertel wie Neukölln leben Langzeitarbeitslose und Kleinunternehmer, bildungsferne und bildungsnahe Familien, Absteiger und Aufsteiger. Vogel sprach von einem »Bemühen um Wohlanständigkeit« gerade bei Menschen, die sich auf der Kippe befinden: »Die trinken nicht, tun das Möglichste, sich gut anzuziehen und ihre Kinder zu einem Schulabschluss zu bringen, was unter diesen Umständen weit mehr Kraft kostet als in der Mittelschicht.« In einem Obdachlosenpaar könnten die Menschen eine »soziale Ansteckungsgefahr« sehen, abweisend und sogar aggressiv auf zwei Gestalten reagieren, die allein durch ihre Anwesenheit das Klischee vom verwahrlosten Viertel bestätigen.
Und Vogel erinnerte an Karl Marx: Sogar der vermeintliche Anwalt aller Armen trennte die Untersten kühl in »Proletariat« und »Lumpenproletariat«, das er mitleidlos als »Auswurf, Abfall, Abhub aller Klassen« beschrieb. Obdachlose, Prostituierte und Alkoholiker waren für ihn ideologiefreies Gesindel, nutzlos für den Klassenkampf und nicht weiter unterstützenswert.
Heute, glaubt Vogel, sei die Lage noch komplizierter, weil auch die Arbeiterklasse selbst zersplittert sei: Wo es früher die tausendköpfige Belegschaft einer die Stadt oder das Viertel dominierenden Fabrik gegeben habe, geborgen in Werkssiedlung und Arbeitersportverein, homogen in Herkunft, Sprache, Religion – da kämpfe jetzt ein »atomisiertes Dienstleistungsproletariat« um Anschluss an die Mittelschicht. Prekär beschäftigte Friseurinnen, scheinselbstständige Wurstverkäufer, Leiharbeiter. Tausend kleine Ich-AGs. Alle auf sich allein gestellt, jeder für sich.
In den folgenden Tagen machen wir Probebohrungen durch die Gesellschaftsschichten Neuköllns. Unsere Legende: Nadine und Henning, ein heruntergekommenes Pärchen aus Hamburg, bisschen naiv, bisschen faul, viel Pech gehabt mit Job und Wohnung. Seit ein paar Wochen in Berlin, weil’s hier billiger sein soll. Aber leider...
Wir laufen fast jede Straße in den Gründerzeitvierteln ab, nur nicht den äußersten Norden, der mittlerweile von Yuppies aus Kreuzberg in Besitz genommen ist, und auch nicht den äußersten Süden, wo der Bezirk in Reihenhaussiedlungen, Gewerbegebieten und Schrebergärten ausfranst. Regen malt Ränder auf die Schuhe, Matsch marmoriert die Hosensäume. Straßenpatina, Echtheitszertifikate für unsere Lügenrollen.
Wir betteln. Einen Obstverkäufer auf dem als Drogenrevier verrufenen Hermannplatz bitten wir um altes Obst. Er packt eine Tüte voller Äpfel und Mandarinen. Eine Kopftuchträgerin in einem Billigladen fragen wir nach Socken. Sie erkundigt sich nach unseren Schuhgrößen und gibt uns drei Paar zu je 1,99 Euro, nimmt aber nur 50 Cent dafür. Eine beschürzte Verkäuferin in einer rosa getünchten Konditorei bitten wir um ein Stück Brot vom Vortag. Sie schenkt uns frisches Blätterteiggebäck, gefüllt mit Quark und Honig.
Wir fragen in Parteibüros nach Übernachtungsmöglichkeiten und bekommen Rat bei Linken und Grünen. CDU und SPD lassen die seltsamen Besucher nicht über die Schwelle.
Wir stellen uns im Stadtbad in die Warteschlange, um Ungeheuerliches zu erbitten: »Dürften wir bei Ihnen duschen?« Das Stadtbad Neukölln ist im Stil einer römischen Therme erbaut. Marmor, Säulen, Statuen. Zu schön für zwei Penner. Zu teuer auch: vier Euro pro Person. Hinter dem Glas des Kassenhäuschens: Schweigen, Zögern. Dann werden zwei kostenlose Tickets herausgeschoben, eigentlich für Schwimmtrainer bestimmt. Ein Flüstern: »Ist aber eine Ausnahme.« Schließlich ist da ein Chef. Sind da Regeln und Tarife. Ein Dienst-nach-Vorschrift-Nein wäre einfacher, gefahrloser gewesen.
Doch dann fragen wir nach Arbeit. In Wettbüros, bei Entrümplern und Werkstätten. Überall läuft es ähnlich. In einem Trödelladen klemmt ein dicker Mann – vermutlich der Chef – in seinem Stuhl, die Hände auf dem Bauch gefaltet, links und rechts je eine Wasserstoffblondine. Ein Kiezkönig, der durch uns hindurchschaut. Trödler leben nicht von Mitgefühl. Das wäre geschäftsschädigend in einem Gewerbe, dem jede Wirtschaftskrise und jede Wohnungsauflösung Möbel wie Treibgut in die Läden spült, Reste zerschmetterter Existenzen. Reglos lauscht der Boss unserem Anliegen, dann deutet er mit vorgeschobenem Kinn auf eine Reihe von Notizzetteln und blafft: »Kiek ma, wat ich hier schon für Nummern hängen hab.«
Wir lernen: Arbeit scheint in Neukölln ein knapperes Gut zu sein als ein Essen, eine Dusche, ein Schlafplatz. Mit der Frage nach einem Job ist die Grenze zum Unzumutbaren überschritten.
Ist es denkbar, dass ein altes Arbeiterquartier – trotz der Sprach- und Werteverwirrung der Menschen aus rund 150 Herkunftsländern – ein kollektives Gedächtnis hat? Eine von Hiobsbotschaften wund gescheuerte Seele? Verschorft mit trotzigem Stolz?





diesen Text in Zusammenhang mit dem Bericht, der im vergangenen Jahr entstanden ist,lesen. für mich ergeben sich aus diesen zugegebenermaßen subjektiven Betrachtungen zwei Konsequenzen: wenn es darauf ankommt, Spenden die Reichen eben nicht.. es braucht einen starken Sozialstaat, der in Not geratene Menschen angemessen unterstützt. Die zweite Konsequenz war für mich, nicht immer vorschnell über Menschen in Neukölln zu urteilen, wo man dort so viele Assoziationen negativer Art hat. Der Text hat mich sehr beeindruckt, ebenso der von vor einem Jahr...
Wer hat, der soll auch geben. Und zwar mit staatlichem Zwang. Nennt sich Steuer. Und nicht "unverbindliche Gefälligkeitsabgabe", wie es die Vermögenden seit Schröder kennen.
[wenn es darauf ankommt, Spenden die Reichen eben nicht.. es braucht einen starken Sozialstaat, der in Not geratene Menschen angemessen unterstützt.]
Vielleicht ist es auch gerade umgekehrt: Weil es einen starken Wohlfahrtsstaat gibt, wird wenig gespendet. Den Reichen wird immer mit Parolen wie "Pflicht", "Solidarität", "Verantwortung" etc. viel Geld im Form von Zwangsabgaben abgeknöpft. Wenn wir Solidarität und Mitgefühl aber auf Bürokratismus und Zwangsabgaben reduzieren, ist es wenig verwunderlich, dass Menschen ihre Pflicht mit der Zahlung dieser Zwangsabgaben als erfüllt ansehen. Ein starker Sozialstaat zerstört damit die natürliche Hilfsbereitschaft und Solidarität der Menschen, weil er ihen vorspielt, der Staat kümmere sich schon und sie müssten sich deshalb nicht mehr kümmern.
Ludwig Erhard hatte das früh erkannt und deswegen den umfassenden Wohlfahrtsstaat skeptisch gesehen:
[Traditionelle Sozialpolitik drängt zurück, was an menschlicher Beziehung, an sozialer Wärme, an den Gefühlen der Brüderlichkeit und der Solidarität im menschlichen Sinn vorhanden ist.
Natürliche Opferbereitschaft zugunsten selbstgewählter gemeinsamer Ziele wird durch den Kampf aller mit allen um maximale Patronage durch den Staat ersetzt. An die Stelle des gemeinschaftlichen Idealismus tritt der 'Rechtsanspruch'. Die wohlfahrtsstaatliche Durchorganisation der Gesellschaft wird mit der Zerstörung gesellschaftlicher Eigenregelungen, der sozialen Bindungen und der sozialen Gesinnung erkauft.]
Die Frage ist ja dann, warum nehmen Maria und Joseph den Sozialstaat der auch ihnen zu steht nicht in Anspruch? Dafür bezahlen doch die arbeitenden Menschen (zurecht) Steuern. Wofür die ganze Hilfsindustrie in Berlin-Neukölln, wenn Maria und Joseph mit Harz 4 in einer warmen Wohnung sitzen könnten.
Ich denke das haben sich die Reichen im Taunus gedacht und im Grunde genommen haben sie auch recht. Ich finde wir brauchen einen starken Sozialstaat und keine Tafeln und Bettler, die auf die Almosen der Bevölkerung angewiesen sind.
Gleich kommt bestimmt, ja aber Joseph hat sich von seiner Frau getrennt und arbeitlos und obdachlos, obwohl er davor Prof hier und da war (was für ein Absturz! und der Staat lässt das zu...). Aber diese Argumente gelten nicht, weil der Staat eine Infrastruktur bereit stellt, von der alle diese Menschen (auch Maria und Joseph) Gebrauch machen könnten.
Die Kommentare meiner Vorposter bestätigen den Bericht...
Aber auch vorher wusste ich: Geld macht einsam und (zumindest ein Stück weit) asozial...
Wer hat, der soll auch geben. Und zwar mit staatlichem Zwang. Nennt sich Steuer. Und nicht "unverbindliche Gefälligkeitsabgabe", wie es die Vermögenden seit Schröder kennen.
[wenn es darauf ankommt, Spenden die Reichen eben nicht.. es braucht einen starken Sozialstaat, der in Not geratene Menschen angemessen unterstützt.]
Vielleicht ist es auch gerade umgekehrt: Weil es einen starken Wohlfahrtsstaat gibt, wird wenig gespendet. Den Reichen wird immer mit Parolen wie "Pflicht", "Solidarität", "Verantwortung" etc. viel Geld im Form von Zwangsabgaben abgeknöpft. Wenn wir Solidarität und Mitgefühl aber auf Bürokratismus und Zwangsabgaben reduzieren, ist es wenig verwunderlich, dass Menschen ihre Pflicht mit der Zahlung dieser Zwangsabgaben als erfüllt ansehen. Ein starker Sozialstaat zerstört damit die natürliche Hilfsbereitschaft und Solidarität der Menschen, weil er ihen vorspielt, der Staat kümmere sich schon und sie müssten sich deshalb nicht mehr kümmern.
Ludwig Erhard hatte das früh erkannt und deswegen den umfassenden Wohlfahrtsstaat skeptisch gesehen:
[Traditionelle Sozialpolitik drängt zurück, was an menschlicher Beziehung, an sozialer Wärme, an den Gefühlen der Brüderlichkeit und der Solidarität im menschlichen Sinn vorhanden ist.
Natürliche Opferbereitschaft zugunsten selbstgewählter gemeinsamer Ziele wird durch den Kampf aller mit allen um maximale Patronage durch den Staat ersetzt. An die Stelle des gemeinschaftlichen Idealismus tritt der 'Rechtsanspruch'. Die wohlfahrtsstaatliche Durchorganisation der Gesellschaft wird mit der Zerstörung gesellschaftlicher Eigenregelungen, der sozialen Bindungen und der sozialen Gesinnung erkauft.]
Die Frage ist ja dann, warum nehmen Maria und Joseph den Sozialstaat der auch ihnen zu steht nicht in Anspruch? Dafür bezahlen doch die arbeitenden Menschen (zurecht) Steuern. Wofür die ganze Hilfsindustrie in Berlin-Neukölln, wenn Maria und Joseph mit Harz 4 in einer warmen Wohnung sitzen könnten.
Ich denke das haben sich die Reichen im Taunus gedacht und im Grunde genommen haben sie auch recht. Ich finde wir brauchen einen starken Sozialstaat und keine Tafeln und Bettler, die auf die Almosen der Bevölkerung angewiesen sind.
Gleich kommt bestimmt, ja aber Joseph hat sich von seiner Frau getrennt und arbeitlos und obdachlos, obwohl er davor Prof hier und da war (was für ein Absturz! und der Staat lässt das zu...). Aber diese Argumente gelten nicht, weil der Staat eine Infrastruktur bereit stellt, von der alle diese Menschen (auch Maria und Joseph) Gebrauch machen könnten.
Die Kommentare meiner Vorposter bestätigen den Bericht...
Aber auch vorher wusste ich: Geld macht einsam und (zumindest ein Stück weit) asozial...
sind....
Aber so kann man mal wieder in den bürgerlichen Kreisen erstaunt tun. bis zum nächsten mal.....
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
das Wort "sozialer" mit "herzlicher", dann macht es für Sie sicher mehr Sinn.
-
Danke für den Artikel. Feine Projekte. Danke!
-
Neulich las ich zufällig in meinem Tagebuch:
Wenn ein Sozialstaat Sozialgesetze hat, die ein Sozialgericht benötigen, dann wird die Definition letzteren Begriffs immer öfter zur "warmen Suppe einer Tafel".
Man könnte auch argumentieren, daß hilfsbereite oder im Ansatz altruistische Menschen nunmal nicht (bzw. nur sehr viel unwahrscheinlicher) reich werden.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
das Wort "sozialer" mit "herzlicher", dann macht es für Sie sicher mehr Sinn.
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Danke für den Artikel. Feine Projekte. Danke!
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Neulich las ich zufällig in meinem Tagebuch:
Wenn ein Sozialstaat Sozialgesetze hat, die ein Sozialgericht benötigen, dann wird die Definition letzteren Begriffs immer öfter zur "warmen Suppe einer Tafel".
Man könnte auch argumentieren, daß hilfsbereite oder im Ansatz altruistische Menschen nunmal nicht (bzw. nur sehr viel unwahrscheinlicher) reich werden.
und der Arme sagte bleich: 'Wär ich nicht arm wärst du nicht reich.....
Armer Mann trifft reichen Mann, blieben stehn und sahn sich an und der Arme sagte weich: "Wärst du nicht talentiert, fleissig und an Erfolg so REICH, dann gäb's im Lande niemanden, der die Sozialtransfers, die ich empfang, mit seinen Einkommensteuern, Gewinnsteuern, Gewerbesteuern, Umsatzsteuern, Kapitalertragsteuern, Grunderwerbssteuern, Erbschaftssteuern, und_was_es_sonst_noch_so_gibt, bezahlen kann." "Ja", sagte da der reiche Mann, "...Na eben! Wäre ich nicht reich und würden wir nicht in einem Sozialstaat leben, "bliebest du in deinem Elend kleben." "Ja", sagte darauf der arme Mann, "Wäre ich noch so irr und doll daneben, wöllt' ich doch nie im sozialistischen Kuba leben. Soviel Verstand ist mir noch geblieben, den Kapitalismus trotzallem innig heiß und mit ganzem Herz zu lieben."
Ps. Ich hoffe, ich konnte lyrisch so einigermaßen mit Bertholt Brecht mithalten. ;o)
Da arm und reich relativ sind, ist es natürlich so, dass man nur arm sein kann, wenn es Reiche gibt. Ohne "Heiß" gäbe es kein "Kalt" - ohne "Links" gäbe es kein "Rechts".
Ich hoffe, er meinte das damit.
Wenn er damit das "Nullsummenspiel" meint, also dass man nur etwas besitzen kann, wenn man es einem anderen wegnimmt (gezwungener maßen), dann ist das einer der dümmsten Sprüche von Brecht, den ich eigentlich schon sehr schätze.
Armer Mann trifft reichen Mann, blieben stehn und sahn sich an und der Arme sagte weich: "Wärst du nicht talentiert, fleissig und an Erfolg so REICH, dann gäb's im Lande niemanden, der die Sozialtransfers, die ich empfang, mit seinen Einkommensteuern, Gewinnsteuern, Gewerbesteuern, Umsatzsteuern, Kapitalertragsteuern, Grunderwerbssteuern, Erbschaftssteuern, und_was_es_sonst_noch_so_gibt, bezahlen kann." "Ja", sagte da der reiche Mann, "...Na eben! Wäre ich nicht reich und würden wir nicht in einem Sozialstaat leben, "bliebest du in deinem Elend kleben." "Ja", sagte darauf der arme Mann, "Wäre ich noch so irr und doll daneben, wöllt' ich doch nie im sozialistischen Kuba leben. Soviel Verstand ist mir noch geblieben, den Kapitalismus trotzallem innig heiß und mit ganzem Herz zu lieben."
Ps. Ich hoffe, ich konnte lyrisch so einigermaßen mit Bertholt Brecht mithalten. ;o)
Da arm und reich relativ sind, ist es natürlich so, dass man nur arm sein kann, wenn es Reiche gibt. Ohne "Heiß" gäbe es kein "Kalt" - ohne "Links" gäbe es kein "Rechts".
Ich hoffe, er meinte das damit.
Wenn er damit das "Nullsummenspiel" meint, also dass man nur etwas besitzen kann, wenn man es einem anderen wegnimmt (gezwungener maßen), dann ist das einer der dümmsten Sprüche von Brecht, den ich eigentlich schon sehr schätze.
Die im Taunus halte ich für die gesellschaftlich bedrohlichere und von den Erlebnissen von Maria und Josef in Neukölln bin ich nicht im mindesten überrascht.
'Neukölln ist überall'?
Na ja, bedauerlicherweise nicht.
da wäre ich doch lieber in Neukölln als in Kronberg.
vor Armut, Verlust, Krankheit und Tod - eben so wie ihre anderen Mitbürger auch. Der Unterschied: es gibt keinen, denn der Tod wird nicht umkehren vor den Kronbergern, die Krankheit macht keinen Umweg, die Armut bleibt draußen bis zum Tod, Verluste gibt es in jeder Lebensform. Ein alter buddhistischer: You get old, you get sick and then you die. Also liebe Kronberger es gibt keinen Grund sich zu fürchten.
Wer wollte Ihner Lobpreisung Neuköllns widersprechen?
Aber sie ist auch ein bißchen wohlfeil. Bitte behalten Sie im Hinterkopf, daß Ihr Neuköllner Biotop der Menschlichkeit von den Überschüssen der verhaßten westdeutschen Bürgerlichkeit subventioniert wird. Ohne diese sozialstaatlichen Zuschüsse, die ja auch irgendwie erwirtschaftet werden müssen, würden die Verhältnisse dort wohl ganz schnell eher in Richtung Favelas von Sao Paulo oder Township in Südafrika tendieren, und die sind schon eine ganze Ecke weniger idyllisch!
Bei Deutschlandfunk hat sich mal ein gewisser Bernd Wagner aus dem Fenster gelehnt und auf respektable Weise eine unbedingt lesenswerte Rechtfertigung der nationalstaatlichen Bürgerlichkeit gewagt:
http://www.dradio.de/dkul...
Der Essay ist zwar nicht von mir, aber allein für dessen Verlinkung hätte ich mir, finde ich, jetzt auch eine Redaktionsempfehlung verdient. :-)
da wäre ich doch lieber in Neukölln als in Kronberg.
vor Armut, Verlust, Krankheit und Tod - eben so wie ihre anderen Mitbürger auch. Der Unterschied: es gibt keinen, denn der Tod wird nicht umkehren vor den Kronbergern, die Krankheit macht keinen Umweg, die Armut bleibt draußen bis zum Tod, Verluste gibt es in jeder Lebensform. Ein alter buddhistischer: You get old, you get sick and then you die. Also liebe Kronberger es gibt keinen Grund sich zu fürchten.
Wer wollte Ihner Lobpreisung Neuköllns widersprechen?
Aber sie ist auch ein bißchen wohlfeil. Bitte behalten Sie im Hinterkopf, daß Ihr Neuköllner Biotop der Menschlichkeit von den Überschüssen der verhaßten westdeutschen Bürgerlichkeit subventioniert wird. Ohne diese sozialstaatlichen Zuschüsse, die ja auch irgendwie erwirtschaftet werden müssen, würden die Verhältnisse dort wohl ganz schnell eher in Richtung Favelas von Sao Paulo oder Township in Südafrika tendieren, und die sind schon eine ganze Ecke weniger idyllisch!
Bei Deutschlandfunk hat sich mal ein gewisser Bernd Wagner aus dem Fenster gelehnt und auf respektable Weise eine unbedingt lesenswerte Rechtfertigung der nationalstaatlichen Bürgerlichkeit gewagt:
http://www.dradio.de/dkul...
Der Essay ist zwar nicht von mir, aber allein für dessen Verlinkung hätte ich mir, finde ich, jetzt auch eine Redaktionsempfehlung verdient. :-)
lassen sich ebend nicht in die Neuzeit übersetzen, Maria und Josef funktioniert nicht, Jesus wäre heutzutage auch in einer geschlossenen gelandet oder direkt inhaftiert(spätestens bei der Tempelreinigung). Wozu also der Artikel, soll und wieder die Spaltung der Gesellschaft tiefer ins Hirn gehämmert werden?
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls
so wie der Artikel geschrieben ist, glaube ich das nicht. Vielen Dank dafür ..
deckt sich mit meinen Beobachtungen, wenn z.B. morgens auf der Einkaufsstraße der türkische Gemüsehändler dem Zeitungsverkäufer auf der anderen Straßenseite mal eben einen Tee 'rüber bringt. Da, wo die Menschen enger zusammenkommen, da gibt es auch mehr Menschlichkeit als da, wo man sich weit voneinander abgrenzt.
Was sie da beschreiben, ist aber das "Normale".
Solange man niemandem schadet oder sich damit auf in eine "Lebensart" des "Hintenrums" einlebt ist das auch völlig okay.
(auswärts): ja, jederzeit, aber fremde Menschen in die Wohnung lassen – ich hätte Angst. Zuviel schlechte Erfahrungen gemacht in dieser Richtung. Und ich würde mir auch nicht vorwerfen lassen, das wäre unmenschlich.
Was sie da beschreiben, ist aber das "Normale".
Solange man niemandem schadet oder sich damit auf in eine "Lebensart" des "Hintenrums" einlebt ist das auch völlig okay.
(auswärts): ja, jederzeit, aber fremde Menschen in die Wohnung lassen – ich hätte Angst. Zuviel schlechte Erfahrungen gemacht in dieser Richtung. Und ich würde mir auch nicht vorwerfen lassen, das wäre unmenschlich.
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