Zu viel Hilfe: Kann es das geben? Ja und nein.
Die Lüge als Werkzeug des Journalisten, als Stemmeisen, mit dem er sich Zugang zu Parallelwelten verschafft: Diese Methode – in Kronberg als Einbruch empfunden – erschließt in Neukölln einen Kosmos, der sich am Ende nicht mal mehr an die Prognosen unseres Soziologen hält. Andy und seine Skatbrüder, das sind ja die »Wohlanständigen«, die uns eigentlich verjagen müssten, aus Angst vor »sozialer Ansteckungsgefahr«.
Aber was macht Andy? Schreibt sich unsere Handynummer auf und gibt uns zwei Kartenspiele mit. Gegen die Kirchenlangeweile.
»Ick meld mich«, sagt er. »Bestimmt.«
- Spende für die Kältehilfe
Erstaunt waren sie schon, die Helfer von Neukölln, als unsere Autoren sie nach dem Ende ihrer Recherche in das journalistische Experiment einweihten – besonders überrascht waren sie allerdings darüber, dass eine Zeitung ihr Ausmaß an Hilfsbereitschaft für berichtenswert hält. »Ist doch normal«, sagte einer der Eingeweihten. Die ZEIT war auf diesen guten Willen ein zweites Mal angewiesen: um einige der Ereignisse für Fotos nachstellen zu können. Den Gegenwert aller Geld- und Sachspenden, auch aller Kosten, die beide Autoren durch ihren Aufenthalt in den Notunterkünften verursacht haben, hat die ZEIT an Kirchengemeinden und die »Berliner Kältehilfe« weitergeleitet. Die Kältehilfe (www.kaeltehilfe-berlin.de; Spendenkonto: GEBEWO – Soziale Dienste, Konto 3360102, BLZ 10020500, Bank für Sozialwirtschaft, Verwendungszweck Kältehilfe) koordiniert in jedem Winter die Unterbringung, Verpflegung und medizinische Betreuung wohnungsloser Menschen in der Hauptstadt.
Im Gemeindesaal der St.-Richard-Kirche sind die Tische zu Inseln gruppiert wie in einem Kindergarten. Etwa dreißig Männer und Frauen beugen sich über Schweinsbraten und Kartoffelbrei. Wir kennen inzwischen einige von ihnen, sie folgen dem Glücksrad-Pfeil wie eine Karawane. Mit einem eigentümlichen Arbeitsethos ziehen sie durch die Stadt: So, wie sich die Belegschaft einer Firma abends in die Freizeit verabschiedet und sich morgens zur Arbeit wiedersieht, finden sich die Obdachlosen abends in immergleicher Runde zum Essen, Reden, Schlafen ein und verschwinden nach dem Frühstück in den Tag. Da ist die bleiche Marianne, deren Husten den Schlaf der anderen zerreißt. Da ist die stille Annelie, die ihr Lager unter einem Tisch ausbreitet, als schliefe sie in einem Himmelbett. Da ist Rainer, ein hutzeliger Kerl, der stundenlang erzählt, er lebe auf der Straße, weil ein »Geheimgericht« ihn zu »Klapsmühle« verurteilt habe. Und da ist Hajo, ein großer, schlanker Mann, dessen frühere Attraktivität noch zu erahnen ist an seinem Grübchenkinn und an dem vollen Haar, der sich aber trippelnd an den Wänden entlangtastet, seit ihm der Grüne Star die Augen trübt.
Stummes Kauen, Nasenschniefen, zufriedenes Seufzen an den Tischen. Eine Szene wie aus Maxim Gorkis Nachtasyl, diesem Elendsdrama aus einem Notquartier, in dem es heißt: »Der Putz ist weg, nur der nackte Mensch ist geblieben.«
Doch sogar hier, ganz unten, tut sich ein Zwiespalt auf: Nach dem Abendessen verschwindet die Hälfte der Gäste. Es sind die, die der halb blinde Hajo verächtlich »Touristen« nennt. Schmarotzer, von denen alle hier wissen, dass sie ein Zuhause, ein Bett, ein Auskommen haben.
Selbst Hajo reißt am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, Witze. »Wo kannste leben ohne Geld? Das ist weltweit einmalig. Das gibt’s nur in Berlin! Hier gibt’s sogar Einrichtungen für schwangere Männer, sag ich immer. Ich mein’: Ich hab grade fünf Spiegeleier verdrückt. Und jetzt kommen noch die ganzen Weihnachtsessen, da macht ja jede Einrichtung mit.«
Als der gutmütige, dicke Mann von der Gemeinde sagt, die Leute müssten »jetzt leider gehen – wer länger bleibt, hilft spülen«, raffen alle sofort ihr Zeug zusammen.
Zu viel Hilfe: Kann es das geben? Ja und nein. Für die Verlorenen wie Hajo, Annelie und Marianne ist dieses System die Rettung. Dass es auch die »Touristen« nährt, ist eine Art Kollateralschaden im Kampf gegen die Verwahrlosung. Bedingungslose Nächstenliebe, das bedeutet hier nämlich: Niemand wird um seine Personalien gebeten, niemand wird hinterfragt, niemand abgewiesen. Nicht die echten Betrüger und nicht die falschen, also wir.
Ein Tag vergeht, Schnee setzt den Autos Mützen auf. Ein neuer Tag beginnt, es ist der erste Advent, da ruft Andy aus dem Skatklub an. Mit dem Zimmer hat es leider nicht geklappt.
»Aber ick hab’n Job für Nadine!«
In die Vereinsgaststätte einer Schrebergartenkolonie sollen wir kommen.
Wo?
»Am Buschkrug.«
Wann?
»Am besten, ihr kommt gleich rum.«
Was für eine Fügung! Es gibt zig Einwände gegen diese Geschichte. Man kann sie als konstruiert empfinden, als bigott, als falsch. Spätestens in diesem Moment entgleitet sie unserer Kontrolle – und wird echt. Weil Andy, der Kartenspieler, sie in seine Hände nimmt.





diesen Text in Zusammenhang mit dem Bericht, der im vergangenen Jahr entstanden ist,lesen. für mich ergeben sich aus diesen zugegebenermaßen subjektiven Betrachtungen zwei Konsequenzen: wenn es darauf ankommt, Spenden die Reichen eben nicht.. es braucht einen starken Sozialstaat, der in Not geratene Menschen angemessen unterstützt. Die zweite Konsequenz war für mich, nicht immer vorschnell über Menschen in Neukölln zu urteilen, wo man dort so viele Assoziationen negativer Art hat. Der Text hat mich sehr beeindruckt, ebenso der von vor einem Jahr...
Wer hat, der soll auch geben. Und zwar mit staatlichem Zwang. Nennt sich Steuer. Und nicht "unverbindliche Gefälligkeitsabgabe", wie es die Vermögenden seit Schröder kennen.
[wenn es darauf ankommt, Spenden die Reichen eben nicht.. es braucht einen starken Sozialstaat, der in Not geratene Menschen angemessen unterstützt.]
Vielleicht ist es auch gerade umgekehrt: Weil es einen starken Wohlfahrtsstaat gibt, wird wenig gespendet. Den Reichen wird immer mit Parolen wie "Pflicht", "Solidarität", "Verantwortung" etc. viel Geld im Form von Zwangsabgaben abgeknöpft. Wenn wir Solidarität und Mitgefühl aber auf Bürokratismus und Zwangsabgaben reduzieren, ist es wenig verwunderlich, dass Menschen ihre Pflicht mit der Zahlung dieser Zwangsabgaben als erfüllt ansehen. Ein starker Sozialstaat zerstört damit die natürliche Hilfsbereitschaft und Solidarität der Menschen, weil er ihen vorspielt, der Staat kümmere sich schon und sie müssten sich deshalb nicht mehr kümmern.
Ludwig Erhard hatte das früh erkannt und deswegen den umfassenden Wohlfahrtsstaat skeptisch gesehen:
[Traditionelle Sozialpolitik drängt zurück, was an menschlicher Beziehung, an sozialer Wärme, an den Gefühlen der Brüderlichkeit und der Solidarität im menschlichen Sinn vorhanden ist.
Natürliche Opferbereitschaft zugunsten selbstgewählter gemeinsamer Ziele wird durch den Kampf aller mit allen um maximale Patronage durch den Staat ersetzt. An die Stelle des gemeinschaftlichen Idealismus tritt der 'Rechtsanspruch'. Die wohlfahrtsstaatliche Durchorganisation der Gesellschaft wird mit der Zerstörung gesellschaftlicher Eigenregelungen, der sozialen Bindungen und der sozialen Gesinnung erkauft.]
Die Frage ist ja dann, warum nehmen Maria und Joseph den Sozialstaat der auch ihnen zu steht nicht in Anspruch? Dafür bezahlen doch die arbeitenden Menschen (zurecht) Steuern. Wofür die ganze Hilfsindustrie in Berlin-Neukölln, wenn Maria und Joseph mit Harz 4 in einer warmen Wohnung sitzen könnten.
Ich denke das haben sich die Reichen im Taunus gedacht und im Grunde genommen haben sie auch recht. Ich finde wir brauchen einen starken Sozialstaat und keine Tafeln und Bettler, die auf die Almosen der Bevölkerung angewiesen sind.
Gleich kommt bestimmt, ja aber Joseph hat sich von seiner Frau getrennt und arbeitlos und obdachlos, obwohl er davor Prof hier und da war (was für ein Absturz! und der Staat lässt das zu...). Aber diese Argumente gelten nicht, weil der Staat eine Infrastruktur bereit stellt, von der alle diese Menschen (auch Maria und Joseph) Gebrauch machen könnten.
Die Kommentare meiner Vorposter bestätigen den Bericht...
Aber auch vorher wusste ich: Geld macht einsam und (zumindest ein Stück weit) asozial...
Wer hat, der soll auch geben. Und zwar mit staatlichem Zwang. Nennt sich Steuer. Und nicht "unverbindliche Gefälligkeitsabgabe", wie es die Vermögenden seit Schröder kennen.
[wenn es darauf ankommt, Spenden die Reichen eben nicht.. es braucht einen starken Sozialstaat, der in Not geratene Menschen angemessen unterstützt.]
Vielleicht ist es auch gerade umgekehrt: Weil es einen starken Wohlfahrtsstaat gibt, wird wenig gespendet. Den Reichen wird immer mit Parolen wie "Pflicht", "Solidarität", "Verantwortung" etc. viel Geld im Form von Zwangsabgaben abgeknöpft. Wenn wir Solidarität und Mitgefühl aber auf Bürokratismus und Zwangsabgaben reduzieren, ist es wenig verwunderlich, dass Menschen ihre Pflicht mit der Zahlung dieser Zwangsabgaben als erfüllt ansehen. Ein starker Sozialstaat zerstört damit die natürliche Hilfsbereitschaft und Solidarität der Menschen, weil er ihen vorspielt, der Staat kümmere sich schon und sie müssten sich deshalb nicht mehr kümmern.
Ludwig Erhard hatte das früh erkannt und deswegen den umfassenden Wohlfahrtsstaat skeptisch gesehen:
[Traditionelle Sozialpolitik drängt zurück, was an menschlicher Beziehung, an sozialer Wärme, an den Gefühlen der Brüderlichkeit und der Solidarität im menschlichen Sinn vorhanden ist.
Natürliche Opferbereitschaft zugunsten selbstgewählter gemeinsamer Ziele wird durch den Kampf aller mit allen um maximale Patronage durch den Staat ersetzt. An die Stelle des gemeinschaftlichen Idealismus tritt der 'Rechtsanspruch'. Die wohlfahrtsstaatliche Durchorganisation der Gesellschaft wird mit der Zerstörung gesellschaftlicher Eigenregelungen, der sozialen Bindungen und der sozialen Gesinnung erkauft.]
Die Frage ist ja dann, warum nehmen Maria und Joseph den Sozialstaat der auch ihnen zu steht nicht in Anspruch? Dafür bezahlen doch die arbeitenden Menschen (zurecht) Steuern. Wofür die ganze Hilfsindustrie in Berlin-Neukölln, wenn Maria und Joseph mit Harz 4 in einer warmen Wohnung sitzen könnten.
Ich denke das haben sich die Reichen im Taunus gedacht und im Grunde genommen haben sie auch recht. Ich finde wir brauchen einen starken Sozialstaat und keine Tafeln und Bettler, die auf die Almosen der Bevölkerung angewiesen sind.
Gleich kommt bestimmt, ja aber Joseph hat sich von seiner Frau getrennt und arbeitlos und obdachlos, obwohl er davor Prof hier und da war (was für ein Absturz! und der Staat lässt das zu...). Aber diese Argumente gelten nicht, weil der Staat eine Infrastruktur bereit stellt, von der alle diese Menschen (auch Maria und Joseph) Gebrauch machen könnten.
Die Kommentare meiner Vorposter bestätigen den Bericht...
Aber auch vorher wusste ich: Geld macht einsam und (zumindest ein Stück weit) asozial...
sind....
Aber so kann man mal wieder in den bürgerlichen Kreisen erstaunt tun. bis zum nächsten mal.....
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
das Wort "sozialer" mit "herzlicher", dann macht es für Sie sicher mehr Sinn.
-
Danke für den Artikel. Feine Projekte. Danke!
-
Neulich las ich zufällig in meinem Tagebuch:
Wenn ein Sozialstaat Sozialgesetze hat, die ein Sozialgericht benötigen, dann wird die Definition letzteren Begriffs immer öfter zur "warmen Suppe einer Tafel".
Man könnte auch argumentieren, daß hilfsbereite oder im Ansatz altruistische Menschen nunmal nicht (bzw. nur sehr viel unwahrscheinlicher) reich werden.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
das Wort "sozialer" mit "herzlicher", dann macht es für Sie sicher mehr Sinn.
-
Danke für den Artikel. Feine Projekte. Danke!
-
Neulich las ich zufällig in meinem Tagebuch:
Wenn ein Sozialstaat Sozialgesetze hat, die ein Sozialgericht benötigen, dann wird die Definition letzteren Begriffs immer öfter zur "warmen Suppe einer Tafel".
Man könnte auch argumentieren, daß hilfsbereite oder im Ansatz altruistische Menschen nunmal nicht (bzw. nur sehr viel unwahrscheinlicher) reich werden.
und der Arme sagte bleich: 'Wär ich nicht arm wärst du nicht reich.....
Armer Mann trifft reichen Mann, blieben stehn und sahn sich an und der Arme sagte weich: "Wärst du nicht talentiert, fleissig und an Erfolg so REICH, dann gäb's im Lande niemanden, der die Sozialtransfers, die ich empfang, mit seinen Einkommensteuern, Gewinnsteuern, Gewerbesteuern, Umsatzsteuern, Kapitalertragsteuern, Grunderwerbssteuern, Erbschaftssteuern, und_was_es_sonst_noch_so_gibt, bezahlen kann." "Ja", sagte da der reiche Mann, "...Na eben! Wäre ich nicht reich und würden wir nicht in einem Sozialstaat leben, "bliebest du in deinem Elend kleben." "Ja", sagte darauf der arme Mann, "Wäre ich noch so irr und doll daneben, wöllt' ich doch nie im sozialistischen Kuba leben. Soviel Verstand ist mir noch geblieben, den Kapitalismus trotzallem innig heiß und mit ganzem Herz zu lieben."
Ps. Ich hoffe, ich konnte lyrisch so einigermaßen mit Bertholt Brecht mithalten. ;o)
Da arm und reich relativ sind, ist es natürlich so, dass man nur arm sein kann, wenn es Reiche gibt. Ohne "Heiß" gäbe es kein "Kalt" - ohne "Links" gäbe es kein "Rechts".
Ich hoffe, er meinte das damit.
Wenn er damit das "Nullsummenspiel" meint, also dass man nur etwas besitzen kann, wenn man es einem anderen wegnimmt (gezwungener maßen), dann ist das einer der dümmsten Sprüche von Brecht, den ich eigentlich schon sehr schätze.
Armer Mann trifft reichen Mann, blieben stehn und sahn sich an und der Arme sagte weich: "Wärst du nicht talentiert, fleissig und an Erfolg so REICH, dann gäb's im Lande niemanden, der die Sozialtransfers, die ich empfang, mit seinen Einkommensteuern, Gewinnsteuern, Gewerbesteuern, Umsatzsteuern, Kapitalertragsteuern, Grunderwerbssteuern, Erbschaftssteuern, und_was_es_sonst_noch_so_gibt, bezahlen kann." "Ja", sagte da der reiche Mann, "...Na eben! Wäre ich nicht reich und würden wir nicht in einem Sozialstaat leben, "bliebest du in deinem Elend kleben." "Ja", sagte darauf der arme Mann, "Wäre ich noch so irr und doll daneben, wöllt' ich doch nie im sozialistischen Kuba leben. Soviel Verstand ist mir noch geblieben, den Kapitalismus trotzallem innig heiß und mit ganzem Herz zu lieben."
Ps. Ich hoffe, ich konnte lyrisch so einigermaßen mit Bertholt Brecht mithalten. ;o)
Da arm und reich relativ sind, ist es natürlich so, dass man nur arm sein kann, wenn es Reiche gibt. Ohne "Heiß" gäbe es kein "Kalt" - ohne "Links" gäbe es kein "Rechts".
Ich hoffe, er meinte das damit.
Wenn er damit das "Nullsummenspiel" meint, also dass man nur etwas besitzen kann, wenn man es einem anderen wegnimmt (gezwungener maßen), dann ist das einer der dümmsten Sprüche von Brecht, den ich eigentlich schon sehr schätze.
Die im Taunus halte ich für die gesellschaftlich bedrohlichere und von den Erlebnissen von Maria und Josef in Neukölln bin ich nicht im mindesten überrascht.
'Neukölln ist überall'?
Na ja, bedauerlicherweise nicht.
da wäre ich doch lieber in Neukölln als in Kronberg.
vor Armut, Verlust, Krankheit und Tod - eben so wie ihre anderen Mitbürger auch. Der Unterschied: es gibt keinen, denn der Tod wird nicht umkehren vor den Kronbergern, die Krankheit macht keinen Umweg, die Armut bleibt draußen bis zum Tod, Verluste gibt es in jeder Lebensform. Ein alter buddhistischer: You get old, you get sick and then you die. Also liebe Kronberger es gibt keinen Grund sich zu fürchten.
Wer wollte Ihner Lobpreisung Neuköllns widersprechen?
Aber sie ist auch ein bißchen wohlfeil. Bitte behalten Sie im Hinterkopf, daß Ihr Neuköllner Biotop der Menschlichkeit von den Überschüssen der verhaßten westdeutschen Bürgerlichkeit subventioniert wird. Ohne diese sozialstaatlichen Zuschüsse, die ja auch irgendwie erwirtschaftet werden müssen, würden die Verhältnisse dort wohl ganz schnell eher in Richtung Favelas von Sao Paulo oder Township in Südafrika tendieren, und die sind schon eine ganze Ecke weniger idyllisch!
Bei Deutschlandfunk hat sich mal ein gewisser Bernd Wagner aus dem Fenster gelehnt und auf respektable Weise eine unbedingt lesenswerte Rechtfertigung der nationalstaatlichen Bürgerlichkeit gewagt:
http://www.dradio.de/dkul...
Der Essay ist zwar nicht von mir, aber allein für dessen Verlinkung hätte ich mir, finde ich, jetzt auch eine Redaktionsempfehlung verdient. :-)
da wäre ich doch lieber in Neukölln als in Kronberg.
vor Armut, Verlust, Krankheit und Tod - eben so wie ihre anderen Mitbürger auch. Der Unterschied: es gibt keinen, denn der Tod wird nicht umkehren vor den Kronbergern, die Krankheit macht keinen Umweg, die Armut bleibt draußen bis zum Tod, Verluste gibt es in jeder Lebensform. Ein alter buddhistischer: You get old, you get sick and then you die. Also liebe Kronberger es gibt keinen Grund sich zu fürchten.
Wer wollte Ihner Lobpreisung Neuköllns widersprechen?
Aber sie ist auch ein bißchen wohlfeil. Bitte behalten Sie im Hinterkopf, daß Ihr Neuköllner Biotop der Menschlichkeit von den Überschüssen der verhaßten westdeutschen Bürgerlichkeit subventioniert wird. Ohne diese sozialstaatlichen Zuschüsse, die ja auch irgendwie erwirtschaftet werden müssen, würden die Verhältnisse dort wohl ganz schnell eher in Richtung Favelas von Sao Paulo oder Township in Südafrika tendieren, und die sind schon eine ganze Ecke weniger idyllisch!
Bei Deutschlandfunk hat sich mal ein gewisser Bernd Wagner aus dem Fenster gelehnt und auf respektable Weise eine unbedingt lesenswerte Rechtfertigung der nationalstaatlichen Bürgerlichkeit gewagt:
http://www.dradio.de/dkul...
Der Essay ist zwar nicht von mir, aber allein für dessen Verlinkung hätte ich mir, finde ich, jetzt auch eine Redaktionsempfehlung verdient. :-)
lassen sich ebend nicht in die Neuzeit übersetzen, Maria und Josef funktioniert nicht, Jesus wäre heutzutage auch in einer geschlossenen gelandet oder direkt inhaftiert(spätestens bei der Tempelreinigung). Wozu also der Artikel, soll und wieder die Spaltung der Gesellschaft tiefer ins Hirn gehämmert werden?
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls
so wie der Artikel geschrieben ist, glaube ich das nicht. Vielen Dank dafür ..
deckt sich mit meinen Beobachtungen, wenn z.B. morgens auf der Einkaufsstraße der türkische Gemüsehändler dem Zeitungsverkäufer auf der anderen Straßenseite mal eben einen Tee 'rüber bringt. Da, wo die Menschen enger zusammenkommen, da gibt es auch mehr Menschlichkeit als da, wo man sich weit voneinander abgrenzt.
Was sie da beschreiben, ist aber das "Normale".
Solange man niemandem schadet oder sich damit auf in eine "Lebensart" des "Hintenrums" einlebt ist das auch völlig okay.
(auswärts): ja, jederzeit, aber fremde Menschen in die Wohnung lassen – ich hätte Angst. Zuviel schlechte Erfahrungen gemacht in dieser Richtung. Und ich würde mir auch nicht vorwerfen lassen, das wäre unmenschlich.
Was sie da beschreiben, ist aber das "Normale".
Solange man niemandem schadet oder sich damit auf in eine "Lebensart" des "Hintenrums" einlebt ist das auch völlig okay.
(auswärts): ja, jederzeit, aber fremde Menschen in die Wohnung lassen – ich hätte Angst. Zuviel schlechte Erfahrungen gemacht in dieser Richtung. Und ich würde mir auch nicht vorwerfen lassen, das wäre unmenschlich.
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