Bologna-ReformViel zu tun, was?
Seite 2/2:

"Die Belastung der Studenten liegt an der Zahl und der Art der Prüfungen"

ZEIT: Vielleicht sind Studenten an der FH fleißiger als die an der Uni?

Hippmann: Nein, ich glaube nicht, dass sie fleißiger sind. Unsere Hochschule legt die Stundenpläne für jede Semestergruppe individuell fest. Da die meisten Veranstaltungen mit einem Leistungsnachweis abgeschlossen werden, ist der Druck hoch, in jede Veranstaltung zu gehen. An der Uni gibt es Vorlesungen mit 400 Studenten, bei uns sind es maximal 40, es fällt also auf, wenn jemand nicht da ist. Und man kann auch überall hingehen, denn die Veranstaltungen überschneiden sich nicht. Natürlich ist der eine aktiver als der andere, aber der Vorwurf, dass alle Studenten faul seien, tut ihnen unrecht.

Schulmeister: Man muss natürlich auch beachten, dass ein Mittelwert wenig über den einzelnen Studenten aussagt. Es gibt solche, die arbeiten acht Stunden die Woche, und andere, die arbeiten 50.

ZEIT: Aber es gibt doch ECTS-Punkte, die festlegen, wie viel Zeit ein Student für jede Veranstaltung aufbringen soll.

Schulmeister: Die sollte man abschaffen!

Hippmann: Man kann nicht sagen, dass ECTS-Punkte gut oder schlecht sind. Wenn die Veranstaltungen laufen, denkt keiner an die Punkte.

Schulmeister: Das Problem bei den ECTS-Punkten ist: Sie sind für die Studenten eine Belohnung geworden, eine Art zweite Währung. Die Studenten achten nur noch darauf, ob sie im Semester ihre Leistungspunkte zusammenbekommen, und ihnen wird relativ egal, welche Note sie erhalten.

Hippmann: Da muss ich widersprechen. Unsere Studenten legen sehr viel Wert auf ihre Noten. Besonders die, die parallel zum Studium schon in einem unserer Kooperationsunternehmen arbeiten und ihr Zeugnis der Personalabteilung vorlegen müssen. Ich glaube, die ECTS-Punkte sind nicht das Problem.

ZEIT: Was ist es dann?

Hippmann: Ich glaube, dass man vieles, was nicht klappt, auf den Bachelor schiebt, aber in Wirklichkeit waren es anfangs die Kollegen, die sich in der Übergangsphase vom Diplom zum Bachelor auf die neue Situation nicht eingestellt haben. Viele hielten ihren Unterricht einfach nach altem Muster und änderten nur den Namen. Das ist wie die Zeitumstellung, die macht auch nur Arbeit und verbessert nichts.

Schulmeister: Das ist doch altbekannt. Die Akkreditierungsagenturen haben teilweise sehr starre Vorschriften erlassen, und die Kollegen halten sklavisch daran fest. Aber die Belastung der Studenten liegt an der Zahl der Prüfungen und der Art der Prüfungen. Unter Zwang lernt es sich schlecht. Psychologische Modelle stellen immer fest, dass die Gruppe, die eine Besoldung bekommt, gut arbeitet. Die Gruppe, die eine höhere Besoldung bekommt, arbeitet besser. Aber am besten arbeitet die Gruppe, die es ehrenamtlich macht.

ZEIT: Sie müssten also Freude am Studium wecken. Gelingt Ihnen das, Herr Hippmann?

Hippmann: Wenn ich einen schlechten Tag habe, vielleicht nicht, aber es ist mein Ziel, gute Vorlesungen zu halten. Freude erzeugt man, indem man aktuelle Themen aufnimmt und den Studenten Freiheiten lässt. Wenn man nur Dienst nach Vorschrift macht, ist es doch klar, dass die Leute hinten im Seminarraum ihren Laptop aufklappen und zu Facebook gehen. Aber die Studenten sollten es dem Dozenten auch sagen, wenn sie etwas nicht verstehen. Es gibt nichts Schlimmeres als diese Frontalvorlesungen ohne Kontakt zwischen den Studenten und dem Dozenten.

Schulmeister: Etwa 40 Prozent der Studenten neigen dazu, sich ablenken zu lassen und lieber mal bei Facebook zu sein.

Hippmann: Also da fasse ich mir als Dozent lieber an die eigene Nase. Wenn es mir gelingt, die Leute zu interessieren, dann arbeiten sie auch mit.

Schulmeister: Bei uns hat sich das Blockstudium bewährt. Kollegen, die das ausprobiert haben, sagen: Ich hatte noch nie eine so gute Beziehung zu den Studenten, ich kann sehen, wo sie stehen, was sie machen, und jederzeit darauf eingehen. Das funktioniert natürlich nur, wenn man sechs Wochen ununterbrochen miteinander zu tun hat. Sonst sieht der Dozent seine Studenten nur zwei Stunden und muss jede Woche vier Veranstaltungen dieser Art runterreißen. Da ist die Gefahr groß, dass ihm die Studenten egal werden.

ZEIT: Also sind nicht die Studenten schlecht organisiert, sondern es ist das Studium, das schlecht strukturiert ist?

Schulmeister: Viele Dozenten gehen davon aus, dass sie am Anfang des Semesters ordentlich Input geben müssen, und wenn sie dann meinen, dass sie das Pensum erreicht haben, geben sie den Studenten irgendwelche kleinen Projekte. Der unsinnige Effekt ist, dass die sechs oder sieben Kollegen in den anderen Fächern genau das Gleiche machen, und dann stehen die Studenten am Ende wahnsinnig unter Stress und müssen für alle kleine Projekte machen. Das ist natürlich eine völlige Überforderung!

Hippmann: Aber die Vorgaben stehen beim Bachelor doch fest.

Schulmeister: Doch nicht inhaltlich. Das Thema ja, die Ziele auch, vielleicht auch das Material, aber nicht der Ablauf der Veranstaltung. Das ist die Freiheit von Forschung und Lehre.

Hippmann: Zugespitzt könnte man sagen: Es gibt nicht den faulen Studenten, sondern den faulen Dozenten.

Schulmeister: Das vielleicht nicht. Aber es gibt schon viele Dozenten, die von Didaktik relativ wenig verstehen. Herr Hippmann, wie wäre es denn, wenn wir das nächste Mal prüfen, wie viele unserer Kollegen arbeiten. Das ist doch ein interessantes Thema.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • jmgddn
    • 27. Dezember 2012 13:53 Uhr

    ich studiere im 1. Fachsemester Physik an der Uni.
    Und ich kann sagen: 34 Stunden sind ein Witz. Ein ziemlich schlechter noch dazu.
    Unter 50 Wochenstunden geht NIEMAND in meinem Studiengang heim - ohne Arbeit! Bei den meisten dürfte sich etwas zwischen 55 und 65 Stunden einstellen, in meinem Fall ist's genau die Mitte.
    Und Wochenende hat man auch nicht. Wie also kommen Sie auf 34 Stunden? Zugegeben, die Pflichtstunden sind gering(er als in anderen Studiengängen), aber bei 4 Übungsserien pro Woche (für jede ist eine Zeit zwischen 5 und 10 Stunden einzuplanen), Nachbearbeitung der Vorlesung und ganz wichtig: DAS PHYSIKALISCHE GRUNDPRAKTIKUM kommt man locker auf seine Stunden!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wo ist das Problem? Sie haben die Chance fast kostenfrei auf einer deutschen UNI zu studieren. Danach können Sie machen was Sie wollen. Millionen in dieser Welt würden Sie beneiden. Jeder Jugendlich hat qua Natur Kraft und Saft ohne Ende. Kann man doch gut für seinen eigenen Kopf investieren - oder? Was glauben Sie denn, wie Leute in den 50er und 60er Jahren studiert haben, deren Eltern wenig bis gar kein Geld hatten? BaFöG???? Fremdwort höchstens Beihilfen nach dem Honnefer Modell. Da mußten die Eltern schon richtig arm sein und die Leistungen top! Ich glaube heute jammern viele herum, weil höchstens ein Drittel überhaupt über die erforderliche geistige Grundausstattung für ein anspruchsvolles Studium verfügt. Dann kommen da Bachelor-Spezialisierungen dazu, die man früher in der Berufsausbildung absolviert hat. Aber heute kann die Mutti ja im Kaffeekränzchen sagen: Mein Sohn studiert....Früher wäre er Heizungsbauer geworden. Das sind genau die, die uns heute fehlen. Wer studiert muß eine fast wahnsinnige Lust dazu haben. Dann macht einem auch eine 80-h-Woche nichts! Das kraftverschleißende Party-Machen kann man den Dummen überlassen!

    • trik
    • 29. Dezember 2012 20:00 Uhr

    dann bist du für dieses studium nicht geeignet. vielleicht solltest du mal darüber nachdenken, wie du deinen eltern geld sparen kannst? Vielleicht wäre eine Lehre zu machen auch eine Lösung?

    "Die meisten Studenten investieren nicht mehr als 20 bis 27 Stunden pro Woche in ihr Studium".

    Doch so viel?

    Jammern auf hohem Niveau.
    Mehr kann ich nach meinem Medizinstudium nicht sagen.

    Also das verweise ich ins Reich der Fabeln !!!

    Selbst 40 Stunden konzentriertes Lernen halte ich schon für Unfug ! Schafft keiner und hat auch noch nie einer geschafft ! Irgendwann ist nämlich Schluss mit Input, dann ist die Aufnahmekapazität am Limit !

  1. Ich studiere jetzt im 7. Semester Physik an einer Uni. Zwar bin ich in einem Diplomstudiengang, aber wenn ich den Stoff des Bachelorstudiums mit meinem vergleiche, sehe ich dort keine großen Unterschiede.

    In den ersten Semestern musste ich natürlich mehr Zeit investieren und kam auch auf meine 40-50h die Woche, je nachdem wie ich den Stoff verstanden hatte und dem entsprechend etwas mehr oder weniger nacharbeiten muste.
    Aber jetzt kommen die 34h ca locker hin, denn nach ein paar Semestern hat man eine Routine drin und man weiß wie man am effektivsten die gestellten Aufgaben löst.

    Desweiteren werden viele Fehler die bei der Lehre gemacht werden auf das Bachelor-Master System geschoben.

  2. Ich bin Studentin im ersten Semester Innenarchitektur und Szenografie an der FHNW in Basel.

    Wenn ich in diesem Artikel lese, dass Studenten nebenher noch die Zeit finden zu arbeiten, dann frage ich mich wann die das machen.

    In unserem Studiengang gibt es eine Anwesenheitspflicht von 80 % der Veranstaltungszeit, zu den möglichen Fehlzeiten gehören auch Krankheitszeiten, weshalb nicht selten kranke Studenten in den Vorlesungen und Übungen sitzen.

    DENN: wer nicht mindestens zu 80 % der Zeit anwesend war, beseht das jeweilige Modul nicht und kann nicht ins folgende Semester wechseln. Er setzt folglich ein halbes Jahr aus und kann dann im darauf folgenden 1. Semester wieder antreten....

    Der Stundenplan sieht täglich sieben Stunden Unterricht vor und hinzu kommen für mich täglich nochmals ca. 2 Stunden Fahrt zum Studienort und eine Zeit fürs Selbststudium ist zumindest laut Modulbeschreibung auch jeweils geplant. Da man aber abends zu müde zum lernen ist, findet dieses Selbststudium immer an den Wochenenden statt.

    Dies ist eine dauerhafte Überlastung, weil es neben dem Studium eigentlich gar nichts mehr gibt wo die "Akkus wieder geladen werden können"

    Ich für meinen Teil finde das Bachelorstudium sehr stressig und muss jetzt daran denken, wie ich meine Zeit in Zukunft besser organisiere und effizienter im Lernen und Arbeiten werde.

    Meinem letztes Studium, Landschaftsarchitektur an der TU-Berlin, vor 15 Jahren, war im Vergleich dazu ein Spaziergang!

  3. Wo ist das Problem? Sie haben die Chance fast kostenfrei auf einer deutschen UNI zu studieren. Danach können Sie machen was Sie wollen. Millionen in dieser Welt würden Sie beneiden. Jeder Jugendlich hat qua Natur Kraft und Saft ohne Ende. Kann man doch gut für seinen eigenen Kopf investieren - oder? Was glauben Sie denn, wie Leute in den 50er und 60er Jahren studiert haben, deren Eltern wenig bis gar kein Geld hatten? BaFöG???? Fremdwort höchstens Beihilfen nach dem Honnefer Modell. Da mußten die Eltern schon richtig arm sein und die Leistungen top! Ich glaube heute jammern viele herum, weil höchstens ein Drittel überhaupt über die erforderliche geistige Grundausstattung für ein anspruchsvolles Studium verfügt. Dann kommen da Bachelor-Spezialisierungen dazu, die man früher in der Berufsausbildung absolviert hat. Aber heute kann die Mutti ja im Kaffeekränzchen sagen: Mein Sohn studiert....Früher wäre er Heizungsbauer geworden. Das sind genau die, die uns heute fehlen. Wer studiert muß eine fast wahnsinnige Lust dazu haben. Dann macht einem auch eine 80-h-Woche nichts! Das kraftverschleißende Party-Machen kann man den Dummen überlassen!

    Antwort auf "34 Stunden, ein Witz"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    und peinliches Niveau. Da ist wohl in Ihrem Leben ganz schön was schief gelaufen, wenn sie so verbittert sind.

    • Nibbla
    • 29. Dezember 2012 12:30 Uhr

    Ständiger Stress ist schlimm. Und die alten Verweise, wie dir geht es doch gut! verlass halt das Land! Sei dankbar! Früher wars auch nciht besser!
    überzeugen mich nicht, wenn die Leute unglücklich sind. Die gleichen Argumentationen hat man früher auch zu Sklaven gesagt. Ihr habt immerhin Haus und Essen, was wollt ihr eigentlich!

    Mit der geistigen Grundausstattung sag ich immer: jeder kann lesen und schreiben. Früher hat man behauptet nicht jeder sei dafür geeignet. Drum bin ich der Meinung es geht noch mehr, bis wir an der Grenze sind.

    Ich sehe einfach zuviele ! und spüre einen gewissen Hass in ihrem Post.
    Warum sollen Leute gequält werden, nur weil sie Bildung wollen?

    (Ps ich hätte gerne die Fähigkeit länger am Tag lernen zu können, aber nach 6H ist das Gehirn voll und es gehen nur noch leichtere Aufgaben. Man kann natürlich noch länger stumpfe Sachen reinprügeln und damit Taschenrechner erschaffen, aber warum sollte man? Zudem muss ich irgendwann auch Arbeiten, Essen, Trinken, Waschen, Schlafen und Menschen sehen. Ich würde gern auf die Sachen verzichten können, aber leider bin ich auch nur ein Mensch ^^

    Ich kenne kaum einen Kommilitonen, der ohne Nebenjob auskommt (ausgenommen die, die zuhause wohnen), auch wenn er/sie BaFöG bezieht. Was im Übrigen nicht einmal halb so komfortabel ist, wie sie denken (erstens wegen der Höhe der Zahlungen, zweitens wegen der Wartezeit bis zur Zahlung, in der nicht wenige ihr Konto deutlich überziehen müssen).

    In der Praxis sind viele Studenten auch heute noch in ständiger Geldnot und laufend damit beschäftigt, um das zu kämpfen, was ihnen rechtmäßig zusteht (wahlweise mit unterhaltspflichtigen, geschiedenen Elternteilen oder dem BaFöG-Amt).

    Ich beziehe mich auf Kommentar Nr 4 von Kaurikampf, da dieser sehr exemplarisch für viele "ältere" Zeitgenossen steht. Man liest in Foren so oft, dass die Unis von Ideoten (implizit wohl aus dem Arbeitermilieu) überschwemmt werden und das man früher ja noch ultra klug gewesen sein muss um überhaupt an eine Uni zu kommen. Natürlich studiert von den Kommentator(-inn)en keiner mehr. Die Ausbildung heute kann sich, nach Meinung dieser Damen und Herren, mit den (vergangenen :-D) Verhältnissen nicht mehr messen und man ist, so liest es sich, als (Alt-)Akademiker eine ganze Stufe elitärer als die Anderen. Wären früher nur Hochbegabte an den Unis gewesen dürften Heute idealst weniger als 2 % der Bevölkerung Akademiker sein (sind es aber nicht^^). Ich hoffe es fällt Ihnen selbst auf, was für ein Blödsinn hier verzapft wird. Und Herr/Frau Kaurikampf ist bei seinem/ihren Schreibstil sicher nicht hochbegabt. Ich finde es als aktuell Studierender ärgerlich wenn mich solche Kommentare ständig belästigen und ich entweder als Faul oder zu Dumm verschrien werde. Gott sei Dank ist es heute nicht mehr so, dass nur das Töchterchen/Söhnchen vom Fabrikbesitzer oder (Vergangenheits-?)Akademiker sich faktisch an einer Universität einschreiben kann. Ich dreh mal polemisch den Spieß um und behaupte, dass damals noch die wahren Ideoten fabriziert wurden, weil es das Söhnchen/Töchterchen nach 20 Semestern schon mal irgendwann geschafft hatte mit dem Diplom. Wie lange haben Sie denn gebraucht Kaurikampf?

  4. und peinliches Niveau. Da ist wohl in Ihrem Leben ganz schön was schief gelaufen, wenn sie so verbittert sind.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Vielleicht peinlich (schmerzhaft) für Sie, wenn Sie dann feststellen daß auf dem internationalem Arbeitsmarkt genau die Talente gesucht werden - und nur die -, die sich nicht in Larmoyanz über eine quasi versklavte akademische Ausbildung beschweren. Ich stelle mir diese Diskussion gerade in Süd-Korea vor. Wann merkt die generation Golf++ eigentlich, daß es auch Hyundais gibt?

    • Nibbla
    • 29. Dezember 2012 12:30 Uhr

    Ständiger Stress ist schlimm. Und die alten Verweise, wie dir geht es doch gut! verlass halt das Land! Sei dankbar! Früher wars auch nciht besser!
    überzeugen mich nicht, wenn die Leute unglücklich sind. Die gleichen Argumentationen hat man früher auch zu Sklaven gesagt. Ihr habt immerhin Haus und Essen, was wollt ihr eigentlich!

    Mit der geistigen Grundausstattung sag ich immer: jeder kann lesen und schreiben. Früher hat man behauptet nicht jeder sei dafür geeignet. Drum bin ich der Meinung es geht noch mehr, bis wir an der Grenze sind.

    Ich sehe einfach zuviele ! und spüre einen gewissen Hass in ihrem Post.
    Warum sollen Leute gequält werden, nur weil sie Bildung wollen?

    (Ps ich hätte gerne die Fähigkeit länger am Tag lernen zu können, aber nach 6H ist das Gehirn voll und es gehen nur noch leichtere Aufgaben. Man kann natürlich noch länger stumpfe Sachen reinprügeln und damit Taschenrechner erschaffen, aber warum sollte man? Zudem muss ich irgendwann auch Arbeiten, Essen, Trinken, Waschen, Schlafen und Menschen sehen. Ich würde gern auf die Sachen verzichten können, aber leider bin ich auch nur ein Mensch ^^

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Bilden kann und sollte man sich ein ganzes Leben lang. Für die akademische Ausbildung werden Resourcen in Anspruch genommen. Das müssen erst mal andere - auch die , die nicht studieren, finanzieren. Im Sinne der Resourcen-Schonug sollte dann das Studium in überschaubarer Zeit absolviert werden. Und Menschen sieht man doch im Hörsaal auch - oder? Lernen Sie nicht am Abend mit Kommolitonen zusammen?
    Klar - irgendwann hat jeder seinen Bachelor! Und dann? Wollen dann alle auf Bachelor-Level arbeiten? Ich habe gerade mein drittes haus bauen lassen. Ich weiß inzwischen, wo der Mangel in unserer Arbeitswelt ist!

  5. Diese pauschalen Aussagen über zum Teil sehr unterschiedliche Studiengänge sind genauso praxisfern wie der, umsatzstarke, Wahnsinn, mit dem Medien, auch die ZEIT, immer Rankings aussprechen und schon bei der Wahl den armen Studenten suggerieren "wenn Du nicht auf der Top/Elite-Uni landest droht Hartz4", und Eltern machen sowieso mit, da wird der Leistungsgedanke, nun auch im Turboabi manifestiert, dann weiter ausgelebt.

    Ich habe auch Bachelor studiert, of Law, und war gestresster als die Generation meiner Eltern an der Uni, so deren Einschätzung. Durch die Fülle der Veranstaltungen, wirklich schwierige BWL und VWL Scheine und English auf hohem Niveau (das heute keiner von meinen Kommilitonen mehr braucht) wurde richtig Druck gemacht. Das mag aber durch Reformen, die es dann gab, und in anderen Fächern anders sein. Faul war bei uns niemand, aber voll Betablocker und Ritalin!!! (wird auch gern übersehen)

    Aber das wirklich Wichtige wird nicht beleuchtet: Den optimierten Abiturienten die an die Uni strömen bleibt kein Raum auch mal über den Tellerrand zu schauen. Das Studium ist verschult, kein Raum ein Semester länger etwas anders zu machen (sich mal in Theologie setzen oder politisch aktiv sein etc.), dann droht eh der Klischee Gesellschafts-Mob der auf scheinbar faule Studenten prügelt. Am Ende hätte man weniger scheinbar spezialisierte Fachidioten, aber das will niemand, es würde ja die Interessen der Wirtschaft etc. verletzen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • DHA3000
    • 29. Dezember 2012 13:38 Uhr

    Ich bin einer der wenigen, die Bachelor und Diplom parallel studieren konnten. Meine Erfahrung ist, dass die heutige Generation eher anfängt zu quängeln, wenn es mal nicht läuft und dann direkt zum Psychiater geht.
    Meine Generation hat es dann einfach "etwas langsamer" angehen lassen, was ja anscheinend heutzutage nicht mehr zur Disposition steht. Stattdessen wird von "Burnout" während des Studiums geklagt, eneromer Lernaufwand und gesellschaftlicher Druck. Allerdings hat dies absolut nichts mit Bolognia zu tun. Meine ehemalige Mitbewohnerin, Medi-Studentin, hat es innerhalb eines Semesters geschafft, sich dermaßen fertig zu machen, dass ich mit ihr am Ende zum Arzt fahren musste. Lernaufwand: Alle vier Wochen ein Testat, wo man zig Begriffe auswendig lernen musste. Etwas, worüber jeder normale Student müde lächeln würde. Aber die Jungs und Mädels haben sich so dermaßen aufgeputscht, genährt, vom gesellschaftlichen Verständnis, dass dieses Fach nur 1,0er Abiturienten studieren, dass am Ende alle vollkommen fertig mit der Welt waren.
    Das gleiche ist auch mit den Bachelorstudenten der Fall. Alle nörgeln und nöhlen, fühlen sich dann bestätigt und heulen dann nur noch lauter. Das der Studiengang aber garnicht das Problem ist, merken nur die wenigsten.

    In der Regel sind diese Studenten auf Partys daran zu erkennen, dass sie DEN GANZEN ABEND nur von Uni-Themen sprechen.

    • DHA3000
    • 29. Dezember 2012 13:38 Uhr

    Ich bin einer der wenigen, die Bachelor und Diplom parallel studieren konnten. Meine Erfahrung ist, dass die heutige Generation eher anfängt zu quängeln, wenn es mal nicht läuft und dann direkt zum Psychiater geht.
    Meine Generation hat es dann einfach "etwas langsamer" angehen lassen, was ja anscheinend heutzutage nicht mehr zur Disposition steht. Stattdessen wird von "Burnout" während des Studiums geklagt, eneromer Lernaufwand und gesellschaftlicher Druck. Allerdings hat dies absolut nichts mit Bolognia zu tun. Meine ehemalige Mitbewohnerin, Medi-Studentin, hat es innerhalb eines Semesters geschafft, sich dermaßen fertig zu machen, dass ich mit ihr am Ende zum Arzt fahren musste. Lernaufwand: Alle vier Wochen ein Testat, wo man zig Begriffe auswendig lernen musste. Etwas, worüber jeder normale Student müde lächeln würde. Aber die Jungs und Mädels haben sich so dermaßen aufgeputscht, genährt, vom gesellschaftlichen Verständnis, dass dieses Fach nur 1,0er Abiturienten studieren, dass am Ende alle vollkommen fertig mit der Welt waren.
    Das gleiche ist auch mit den Bachelorstudenten der Fall. Alle nörgeln und nöhlen, fühlen sich dann bestätigt und heulen dann nur noch lauter. Das der Studiengang aber garnicht das Problem ist, merken nur die wenigsten.

    In der Regel sind diese Studenten auf Partys daran zu erkennen, dass sie DEN GANZEN ABEND nur von Uni-Themen sprechen.

    Antwort auf "Das wirklich Wichtige"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "absolut nichts mit Bolognia..." so anspruchsvoll konnte IHR Studium wohl kaum sein, sonst hätten Sie wohl gelernt wie man Bologna schreibt!!! Nerviger deutscher Michel mit Bildungskomplexen...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Schlagworte Student | Bachelor | Stress | Hochschule
Service