Work-Life-BalanceDas Zitat... und Ihr Gewinn

Johann Wolfgang von Goethe sagt: Wo viel Licht ist, ist starker Schatten von 

Wie wäre das: eine Spitzenposition im Management zu erobern, aber nur acht Stunden pro Tag zu arbeiten? Wie wäre das: auf dem neuesten Fortbildungsstand zu sein, ohne Energie in Kurse und Fachbücher zu stecken? Die besten Tipps aus der Branche zu bekommen, ohne Networking zu betreiben? Einfluss zu haben, ohne lästige Meetings zu besuchen? Ausgeglichen zu sein, ohne sich Zeit für die Work-Life-Balance zu nehmen?

Das wäre vor allem: unrealistisch! Alles, was Sie im Beruf erreichen wollen, hat seinen Preis. Wo viel Licht ist, sagt Goethe, ist starker Schatten. Wer auf dem neuesten Bildungsstand sein will, muss dafür Zeit und Energie investieren, auch über den Feierabend hinaus. Wer im richtigen Moment über glänzende Kontakte verfügen will, muss sich in jahrelanger Kleinarbeit ein Netzwerk errichten. Und wer bei Entscheidungen auf eine Hausmacht zurückgreifen will, der muss diese vorher bei zahllosen Meetings und informellen Treffen aufgebaut haben.

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Wenn Sie süße Brombeeren ernten wollen, müssen Sie sich vorher durch stachliges Gebüsch arbeiten. Stimmige Entscheidungen werden Ihnen nur dann gelingen, wenn Sie nicht nur auf die Beeren, sondern auch auf die Stacheln achten. Eine Führungsposition zum Beispiel hätte ihren Preis. Sie müssten Ihre geliebte Fachtätigkeit zurückfahren, mit dem Neid der Überholten kämpfen, sich in der neuen Rolle als Anfänger bewähren und Ihr Privatleben durch längere Arbeitszeiten einschränken. Erst wenn Sie diese Kehrseiten einer Entscheidung kennen, können Sie überlegen: Ist mir die Sache das wert? Oder lohnt es sich nicht?

Martin Wehrle
Martin Wehrle

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher und gibt jede Woche Karrieretipps in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn".

Ihr Unterbewusstsein nimmt solche Abwägungen pausenlos vor. Zum Beispiel kenne ich Dutzende Angestellte, die schon seit Jahren den Arbeitgeber wechseln wollen, aber nicht mal eine Bewerbung schreiben. Offenbar »wollen« sie nicht wirklich! Offenbar hat ihr Unterbewusstsein den Preis der Veränderung registriert und für zu hoch befunden. Ein möglicher Grund: Jemand will seine geschätzten Kollegen nicht aufgeben. So ein unbewusstes Hindernis kann eine klare Entscheidung unmöglich machen.

Erst wenn Ihr Verstand diese Hindernisse registriert, können Sie klären, welche Routen daran vorbeiführen. Wer entscheiden will, muss entschieden sein. Und auch den Preis einer Entscheidung kennen.

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    Frage 1 / 10

    Verstehen Sie Akademisch?

    Philosophische Texte sind oft besonders unverständlich. Hier ein Beispiel: "Das mit seiner Umgebung konfrontierte gesellschaftliche Subjekt verhält sich jeweils zu den vergangenen Produktionsprozessen insgesamt so wie jenes mit seinem Nicht-Ich konfrontierte Ich zum Akt des in sich zurückgekehrten Handelns, welches als das absolute Ich durch Entgegensetzung eines Nicht-Ichs als Ich produziert."
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