GeldanlageDas Jahr danach

Wie unsere Kolumnisten im Jahr 2012 ihr Geld mehrten und sich das Leben verschönerten – und was sie sich von 2013 versprechen. von , , und

Marcus Rohwetter: Das ewige Spiel
2012 habe ich mich nicht verrückt machen lassen – eine gute Entscheidung. Dumm nur, dass mir das für nächstes Jahr auch nicht weiterhilft

Das Jahresende ist ja eine klassische Bilanzziehzeit. Man schaut sich die vergangenen zwölf Monate an und rechnet ab. So Pi mal Daumen jedenfalls, natürlich bin ich kein Unternehmen, das einen Jahresabschluss erstellen muss. Ich schaue mir einfach nur noch mal an, was so passiert ist im Jahr 2012.

In Gelddingen, das muss ich sagen, hätte es schlechter laufen können. Meinen Grundsatz, mich nicht verrückt machen zu lassen, konnte ich ganz gut durchhalten. Etwas Mut war auch dabei, genau dann zu investieren, wenn es eigentlich gar nicht danach aussah. Insofern war mir der gute alte André Kostolany (»Kaufen, wenn die Kanonen donnern!«) ein guter Ratgeber. Ich weiß, es gibt auch die Börsenweisheit, der zufolge man nicht in ein fallendes Messer greifen soll, aber der habe ich diesmal nicht geglaubt. Na ja, es hat funktioniert. Jedenfalls habe ich mit dem Kauf einiger Aktien von Deutscher Bank und Lufthansa gute Geschäfte abgeschlossen, die Kurse stiegen sehr erfreulich.

Anzeige

Auch ein paar Unternehmensanleihen habe ich gekauft, verschiedene Anbieter. Deren Renditen sind, verglichen jedenfalls mit den Sätzen auf Sparbüchern und von Tagesgeld, recht ordentlich. Und ausgefallen ist auch noch keiner meiner Emittenten.

Bleibt die Frage nach den guten Vorsätzen. Vielleicht dieser hier: Bloß nicht sich selbst überschätzen, sonst gibt es nächstes Jahr eine Gewinnwarnung. Dass der Dax eine geradezu märchenhafte Rallye hingelegt hat, dürfte ja niemand übersehen haben. Aber wird das so weitergehen? Oder kippt das Ganze?

Ach, wie ich dieses Spiel hasse.

Leserkommentare
  1. 8 bis 12 % Gewinn für so viel Risiko sind lächerlich wenig.

    Weil in den Bedingungen meistens "Schwellen" gennant sind bei denen sie ganz wertlos werden, lohnt es sich über haupt nicht sie anzufassen.

    Außerdem sind die Bedingungen so kompliziert, daß ich nicht die geringste Lust habe überhaupt anzufangen die auseinander zu dividieren.

    Im August konnte man nicht nur Anleihen günstig kaufen sondern auch Aktien aus Spanien.

    Eine Leserempfehlung
  2. Warum spielen Sie dann mit? Es ist übrigens kein Spiel.
    Wer heute als Unternehmen konkurrenzfähig bleiben will und Gewinne ausweisen will, die den Anlegern gefallen, der muß die LÖhne drücken. Leiharbeit, haier and fire, Niedriglöhne, (auch bei Vorlieferanten) bringen IHnen Scheingewinne. Denn nur, wenn Sie verkaufen realsieren Sie einen Gewinn.

    Wir haben einige Belegschaftsaktien. 40 Stück, glaube ich.
    Was wir an Dividende bekommen, hat man uns oder unseren Kollegen vorher 10fach am Lohn eingespart. Was sollen wir jetzt tun? Uns freuen, daß die Dividende 4 Prozent oder 6 Prozent Kapitalverzinsung gebracht hat?

    Uns macht das Spiel auch keinen Spass. Wir spielen aber trotzdem mit, als Arbeitnehmer, und der verliert immer.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Schlagworte Geldanlage | Aktien | Aktienmarkt | Börse
Service